Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1927)
- Date
- 1927-01-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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OEtIC E Jlr. 0 11 r a s i o i n i 20 aanuQf ias.7 Zur Abwehr. Eine Anregung. Von cand. chem. Ismar Kellner in Merlin. In der gefährlichsten Form tritt uns wohl der Antisemitismus in seinem pseudowissenschaftlichen Gewände entgegen, wo er mit angeblich wissenslhaWHk? UsrssiLMpung dis ühsvlisfsvts ZBüsuwelt des Judentums vor allem in seinem nachbiblischen Schrifttum anzugreifen sucht. Wer auf der Tagung des „Bundes Jüdischer Akademiker" Gelegenheit hatte, dem Referate des Herrn Rabbiner Dr. Munk, Berlin, über „Apologetik" beizuwohnen, der konnte einen tiefen Blick in die Anschauungswelt und Methodik dieses sogenannten wissenschaftlichen Antisemitismus tun. , Ihn mufrte aber zugleich die Frage bedrücken, was haben wir noch in der Zukunft zu erwarten, wenn diese Irrlehren nach allen Richtungen der Welt »uf Züchtbaren Boden getragen werden, um der NllMML DßE MllMWssM HEUS, LMMslW NlH: rung zu bieten, tausende von arglosen Volksseelen zu vergiften, wenn gar der Geist dieser Wissenschaft sich einmal triumphierend gleichberechtigte Anerkennung auf dem Boden der Hochschule verschafft? Unsers heutige journalistische Publizistik gibt sich Bie redlichste ÜJtüIje, Bert ^oxi-exnxrt^ert »»ist senschaftlicher Apologetik Rechnung zu tragen. Allein in der Form, wie ihr dieses im begrenzten Rahmen ihres allgemeinen Tagesprogrammes, welches meistens auf universelle Fragen eingestellt ist, ermöglicht werden kann, muß ihre Wirksamkeit als kaum ausreichend betrachtet werden. Wenn in jüdischen Wochenblättern und Monatszeitschriften gelegentlich einige Geistesblüten des wissenschaftlichen Antisemitismus glossiert werden, so kann sich die Wirkung kaum weiter als auf ein gewisses Sensationsinteresse des Leserkreises ßFftMffßn. Mx srnstg Kernpunkt Bai Angriffs jedoch wird damit nicht getroffen. Denn die Bedeutung einer jeden apologetischen Bestrebung liegt nicht zuletzt in dem Ziele, daß auch der Gegner vor einem breiten Forum der Oeffentlichkeit zur Rechtfertigung herausgefordert wird. Wie die Dinge jetzt liegen, kann jeder antisemitische Schriftsteller seine Pamphlete in tausenden von Exemplaren unter einem leichtgläubigen Publikum zur Verbreitung bringen, ohne daß er von vorne- Herein eine MWiMliLe Gegenwehr der Kritik gu gewärtigen hätte. Wenn auch zuweilen eine entgegnende Zeitungsnotiz eines jüdischen Blattes zu Händen eines antisemitischen Autors gelangt, wenn selbst einmal ein verleumderischer Angriff vor den Schranken des Gerichtes seine Sühne findet, was bedeutet das gegenüber den hunderten von gehässigen Täuschungen, die unwidersprochen in Wort und Schrift die Volksmasse vergiften? Auf der anderen Seite darf man die Tatsache nicht übersehen, daß ein jeder Jehudi der Gegenwart nur allzuleicht sich plötzlich der Rotjxrenbigfeit apologetischer 2lbtoetjxr gegert»£>ersehen rann. Man wird zngeven müssen, daß die oft ausgeklügelten und im Zerrbild einer entstellenden Wiedergabe zitierten Angriffsstellen vielfach weitgehende Anforderungen an talmudisches Wissen stellen, um im Stegreif durch eine treffende Antwort entwaffnet zu werden. Wo ist nun der literarische Sammelpunkt für diese Art von Apologetik, wo ein jeder sich durch ausreichende Belehrung über die aktuellsten Lügen antisemitischer Wissenschaft und die treffende Widerlegung das erforderliche Rüstzeug holen kann, um im gegebenen Falle nicht um die richtige 21rttr»ort »erlegen gu ^ein-9 Diese Erwägungendürften vielleicht die Schaffung eines jüdischen Organes propagieren, mit der ausschließlichen Aufgabe, im Blätterwalde unserer Gegner nach solchen wissenschaftlichen Angriffen Umschau zu halten, in sachlicher Gegenbeweisführung die Unrichtigkeiten aufzudecken unB nor allem in MlehllllW an Bin WkMlfall durch vsrallgsmsinsr'nds Betkachtuuß die fälsche Methodik aufzuzeigen, mittels der antisemitische Wissenschaft zustande kommt. Hinsichtlich des Stoffes bietet uns die Journalistik unserer Gegner leider eine hinreichend große Auswahl. Im Vordergründe der Behandlung dürften wohl die zahlreichen mißverstandenen Talmud- und Mifchnastellen stehen, auf welche sich die ganze Schwere des Angriffs konzentriert und die als scheinbar objektive Interpreten des Antisemitismus durch kritiklose Hin- NShMI miß rllziMchl l\e Gefolgschaft unserer Feinde vergrößern können. Indessen wird auch so manche unwahre Behauptung unserer Gegner auf dem Gebiete der Politik und Wirtschaft an Hand von statistischen oder historischen Daten in einem solchen Blatte ihre Widerlegung finden. Dabei wird natürlich gegenüber einzelnen Spezialfragen eine umfassendere Sonderbehandlung immer unerläßlich bleiben. (Wir erinnern hier an die Schrift: „Die Juden im Weltkriege" von Dr. I. Geegall.) Dagegen Mefk sich fiH Allgemeine Zeitungsdebatte das vorgeschilderte Organ vielleicht als die ausreichende und geeignete apologetische Plattform erweisen, indem es mit sammelndem Blicke fortlaufend aus allen einschlägigen Zeitschriften das Angriffsmaterial zusammenträgt, um es seiner widerlegenden Kritik zuzuführen. Wenn es auch zuweilen schwer fallen mag, die jeder wissenschaftlichen Denkart hohnsprechenden Mißdeutungen und Textverfälschungen leidenschaftslos zu behandeln, so scheint -es doch, für die Reichweite der Wirksamkeit des Organes von ausschlaggebender Bedeutung zu sein, daß das sllWiche Moment in Form nnd Ton dis Whrung übernimmt. Denn ein solches Blatt ist ja vor allem auch für die weite nichtjüdische Oeffentlichkeit bestimmt, die teilweise noch mit vorurteilsloser Kritik den Auseinandersetzungen gegenübersteht. Sie will sich gerade erst ein Urteil bilden. Will man also auf dieser Seite einen jeden Anlaß zur Voreingenommenheit ausgeschaltet wissen, so wird man ängstlich all das zu vermeiden suchen, was nur irgend das Empfinden eines Lesers verletzen könnte. Es gibt keinen schärferen Richterspruch gegen eine völkische, boshafte Unwahrheit als die himmelhoch ragende UMßOQnljßit einer sllWWn MB fernipn Kritik. Daß dieses Blatt seinen Weg zur Oeffentlichkeit finden würde, erscheint uns außer Zweifel. Geschlossen würde die jüdische Gesamtheit daran interessiert sein müssen und zwar einerseits als an einem Organ, welches ihr jederzeit die schärfsten Masten gigm Bin Mftrl. andererseits aber im Hinblick auf den hohen ideellen Wert, den abgesehen vom praktischen ein solches Organ schon durch fein Bestehen allein als Kampfwall gegen unsere Feinde darstellt. Der maximale Wert würde freilich erst dann erreicht fein, wenn diese Berichte der Abwehr den weitesten Kreisen der nichtjüdischen Oeffentlichkeit zugänglich würden. Ob und mit welchen Mitteln dieses durchführbar ist, das ist freilich die Kernfrage, von der die Durchführung eines solchen Projektes abhängig ist. Vielleicht aber dürfte die ToiaenDQ UeDerießims uns eimas üptinnstisch stimmen: Wenn es möglich ist, daß täglich taufende von gehässigen Hetzschriften in der weiten Oeffentlichkeit ihren Absatz finden, dann dürfte man auch auf der anderen Seite auf ein stattliches Publikum von Bildung, Intelligenz und Rechtsgefühl rechnen können, welches eine. Stimme der Entgegnung zu hören bereit ist. E Unsere Gegner indessen werden um vieles vorsichtiger werden, wenn sie wissen, daß ihre MMgen CrzkllgnM BnnernB (SeoanftanD gsfents sich beachteter Kritik sind. Vibsteicht werben sie auch um vieles schweigsamer sein. Bemerkungen zu iiw nana- Von Hauptlehrer IZ. Wolfs in Aurich. nvnb bviVs npy -iws ns nva pn p-a p2 iiw vasn a’-ixaa i-rriü" ns 'n s’Xin n -nsr. „Jitro, der Priester m Midjan, der Schwiegervater Moschehs, hörte, was Gott für Moscheh und für sein Volk Israel getan, daß der Ewige Israel aus Aegypten geführt hatte." Zu den Anfangsworten nrbemerkt Rafchi: pbnv nan^ai spo w nynp?sm vnv nsnat? na- „Welche Nachricht oeranlaßte Jitros Besuch? Die Kunde Der Spaltung MilMMk? lM PPH vssmlr KMg mit ANillM." Was mag wohl der Beweggrund Raschis gewesen sein, daß er diese Erläuterung, die er übrigens der Genoroh und der Mechilta entnommen hat, zu den Textesworten iim gibt? Also die Kunde von der Spaltung des Schilfmeeres und der Bericht über Israels Krieg mit Amalek soll der Anlaß zudem Besuche Jitros bei Moscheh gewesen sein?! Widerstreitet das nicht dem Wortlaut der Schrift, die doch am Schlüsse unseres Verses deutlich genug als Grund hervorhebt: ,on:saa bK-w ns n s’xm '2 „(Er hörte), daß der Ewige Israel aus Aegypten geführt fyxbe,“ Kp'llkn mr Nnsthis ENäMeimtg rcchl vierslcycaso haben wir uns vor allem zuvergegenwärtigen, daß Midjans Priester nach der Weltanschauung des alten Heidentums an zwei Gottheiten glaubte, die das All leiteteten und regierten: an eine gute Gottheit, die Leben, Glück, Wachstum und Gedeihen für die Menschen sendet, und an eine feindliche Gottheit, von der Tod, Ver- ber&ert uttb jedes liebet tommi (Stf^rrmecrt urxb Orgtrucfa^ S-ee&og uni) Als nun Jitro gehört hatte, daß Israel aus Aegypten gezogen war, da mußte er diese vollendete Tatsache als ein besonderes Glück für das Volk halten, und er bezweifelte auch keinen Augenblick, daß diese Wohltat von der guten Gottheit stamme; und diesen Gedanken im Hirne des Heiden malt die Schrift so unübertrefflich durch den oierbuchstabigen Gottesnamen, indem sie sagt: (B'amn m») n s’xm n. daß n Israel aus Aegypten geführt. Doch als der Heide später von der Spaltung des Schilfmeeres und vom Kvi-ege mit Amalek vernahm, da galten ihm diese Tatsachen als Wirkungen einer dem Menschen feindlich gesinnten Gottheit, denn er sagte sich, daß die aus Aegypten Erlösten keine Mühseligkeiten mm MMN treffen Dürfen. iirsDiefonDcre mm snM. mit sie M -am Meers und in NsfMin ereignei hätten, daß Israel nun vielmehr nvm^ hätie ziehen müssen. In den Augen des pia ps waren mo a-> nynp und nnn^n y>bnv Umstände, die als Uebel angesprochen werden mußten, und diesen Gedanken wiederum malt die Thora mit den Anfangsworten: B’p!>8 ips ns .-ro’ yap’i, Jitro hörte, was np^s. der „harte Gott" an Mosche und Israel getan", und aus dieser Erwägung heraus erfolgt Raschis Frage: ynv nsnas? na Welche „böse" Nachricht hat Jitro denn erfahren, kt, daß er kam? Antwort: er nynp yiv und p^av nanVa- In Parenthese sei bemerkt: Zum Beweise, daß unter Mf NkHNM sirftflußin Den muß, sei nur an das MifGaalvvNMIi nmw iv ltötzler pis -in nttisi erinnert. Rai Jitro kam nun in der Absicht, um a-ls rna pv seinem Schwiegersöhne nach allem, was Israel in der kurzen Zeit widerfahren war, zu beweisen, daß es doch nvwi p.® geben müsse, was Mosche, als er noch' bei Jitro in Midjan weilte, immer auf das Allerbestiimmteste bestritten Mfg spstzm FMM HUMf WÜIlMk mortt hatte. Doch Der GlMesrnann wußte alle Zweifel im Herzen des vv» pn. der sich gern von der Mahrhell der t,B>a nmn überzeugen ließ, zu zerstreuen. Ganz, deutlich sagt uns dies die Thora durch die Worte nva naan n ai-x'i --- ^si2" nnis bv v'nxai-i T\v-\nb 'n noy ntys bs ns nnini) Umständlich erzählte Mosche seinem Schwiegervater, daß es nur 't\ gewesen, der einig--einzrge Gott, der Pharao am Meere gestraft m Rücksicht auf Israel, derselbe Gott habe auch Israel gerettet und siegen lassen, als „Amalek kam und Israel in Refidim bekriegte": er bewies ihm, daß sowohl B-nxa ns'X' wie auch mv B' nyip und pbm nanba Wirkungen des einen Gottes gewesen, ps, 123 i-s iay- Auffallend. Herrn Dr. Winkler in Kopenhagen bemerke ich auf seine Ausstellungen: Es ist besonders auffallend: Warum Rafchi pp schreibt. Wie viele ppgibt es denn? Mit dem H21 kann auf nichts anderes als auf die D*>tzn»w hingewiesen werden. Damit man nun ganz besonders hier an unserer. Melle 41, 1, das mit dem » verbundene pp nicht in dem Sinne wie Jirm. 34, 14 nehme, weil man dann ja mit dem Q’ö'» zu einer contradictio in adjecto kommen würde, darum verweist Rafchi auf das Targum riiv». too das » vor niemals in der Bedeutung 'von IlApO VTNVLNdNNg stNVN. Dllv TlllgUNl Vaif llllM Nie wie das Thorawort zum Beweis herangezogen