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Der Israelit · 1927-01-13 · Heft 2 (13.1.1927) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 2 (13.1.1927)
Date
1927-01-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 2 Nr. 2 Der I s r a e l i t 31. März 1927 von heute), wimmelten und schimmerten auf der Bühne ineinander, durcheinander, übereinander, daß man nicht aus dem Lachen kam. Was die jungen Damen in den langen Pausen alles an Erfrischungen anboten und an den Mann brachten, und die Damen aus der Gesellschaft in den Verkaufsbuden leisteten, ist nicht zu schildern. Bericht erstatter konnte gegen 1 Uhr nachts konstatieren, daß die Buden völlig ausverkauft waren und die Tombola fm NNl, M SNMkll UM iyMM UM Komitee darf man für Sie Fülle der mühevollen Arbeit itt zweifachem Sinne danken: Wir danken ihnen ein schö nes Kehillofest und eine Leistung für Palästina Hoffen wir, daß der finanzielle Erfolg für die große heilige Sache im heiligen Lande, das jüdische Schulwerk in Palästina, danach ist. Emil Jeidel in Bad Kissingen Sille LrsumuiM flcDi Dura? NM und Lanv und wird llulv ln 0 r a n n ii r t mit großer Msüirzung ausgenommen werden. Emil Jeidel (er Unterzeichnete stets I o s se f), der bekannte Inhaber des Hotel Ehrenreich in Bad Kissingen, ist nach kurzem Krank sein am Montag mittag, ein Sechziger erst, dahingeschieden. Am Dienstag nachmittag wurde die sterbliche Hülle dieses prachtvollen Menschen und Jehudi auf dem Friedhofe zu Bad Kissingen unter großer Beteiligung und ehrenden Trauer- und Trostworten des Herrn Distriktsrabbiners der Erde übergeben. Emil Jeidel war unser, und wir durften in Frankfurt stolz auf ihn sein wie auf unserer Besten einen Enkel von Rabbi Binjomin Niederhofheim und Nachkomme großer Ahnen, trug er überall die Traditionen der Familie hin und war von einer Liebe zur Thora beseelt, die ihn üher alle irdischen Dinge und beruflichen Belange ging. Schon in jüngster Jugend eignete er sich neben ffcMss W-Mg ffsiiMM? MMr WlM MI) ulw er mehrte dieses Gut unablässig vurH Studium der Ouellenwerke und Kommentare, aus Liebe zur Lehre, aus Liebe und Freude an religiöser Belehrung und Pflichterfüllung, die seinem Lebenswege von jeher Norm und Form gab. Wer Gelegenheit hatte, Emil Jeidel in der Hochsaison in seinem Betriebe zu sehen, wie er selbst mit peinlicher Aengstlichkeit das Kaschruswesen überwachte und in allem als . nw pipi» im wörtlichen Sinne verfuhr; wer Zeuge dessen war, wie der vielbeschäftigte Mann noch dabei täglich und besonders am Sabbat Zeit fand für rr-nnn iiv'H, wie er feine Gäste «w llM kkskMks? UM LMil gelehrtendie aus Ost uuv West sich in seinem Hause sammelten, zu profitieren suchte, mit welcher Innigkeit und Hingebung er am Vorbeterpulte in seinem Hotel die Gebete nach unverfälschter Frankfurter Art oortrug; wer einmal seine Bibliothek, in der so zu sagen „nichts fehlte" und besonders seine reiche Hagadoth-Sammlung gesehen hat, der wußte, daß Emil Jeidel zu den Männern gehörte, denen berufliches Leben nur äußere und untere Basis ist für ein höheres, geistiges, go ttg e w eih te s Se in. Die saisonlose Zeit im Winter gehörte für ihn ganz dem Thorastudium, und da sahen wir ihn sehr oft in Frankfurt. Bis vor kurzem kam er zum Besuche der geliebten greisen Mutter und nach dem vor einem halben Jahre erfolgten Tode derselben zum Besuche seiner Muttergemeinde, deren geistiges Leben ihm ungemein nahe VW llllv näJtn Der öier MWliiM Wniilig W immer und oft hsttvg. Nsbsn bm MMichSn Thärastudmm hatte Emil Jeidel in jungen Jahren, da er in London lebte, Gelegenheit, Welt zu sehen und sich reiches Wissen anzueignen. 1903 heiratete er die Tochter des Hotelier Ehrenreich in Bad Kissingen, die ihm treue, gleichstrebende Lebensgefährtin geworden ist und mit der zusammen er das Haus nicht nur nach außen in modernstem Sinne ausbaute, sondern auch zu einem wahren internationalen Hort des jüdischen Geistes und Lebens Mer Mphff, gpj>fs MM llstp Mki KMkt, alle in nnra« im Sinne der Eltern gefestigt Md aus der Ehe hervorgegangen. Möge '"»n der schwergetroffenen Gattin, sowie den Kindern und uns allen, die wir um einen teueren Freund aufrichtig weinen, seinen Trost angedeihen lassen. .-rajun. Aus Gemeinde- und Vereins'eben. (Beethovenfeier in der Realschule.) Am Sonntag vormittag fand in der Aula der R e a l s ch u l e der I s r a elitifchen Religionsschule eine Beethoven- Gedenkfeier statt, bei der Herr Lehrer Neumann einen IJBdmflfflBJi muMwlsMlMMMll Sorrraa iidtr Deelyovm und Ästen SWMiMN hielt. Beeihovenflükke. glänzend gespielt von bewährten Künstlern, rahmten den Vortrag ein. (Todesfall.) Urplötzlich verstarb am Samstag-Nachmittag Samuel Bamberger im Alter von erst 51 Jahren. Eine Würdigung dieses Mannes — des Sohnes von Rabbi Seckel Bamberger des Enkels vom Würzburger Raw und Rabbi Salomon Klein in Kolmar b"sr, — die für diejenigen, welche den Verstorbenen gekannt haben, auch nicht vonnöten ist,^ müssen wir uns nach letztwilliger Verordnung des Heimgegangenen leider » « f f a g s n. Drs SBefialiung fand -am SDJotttag. oormi-ttag Lf üleif ungsroohnlich ^ahtrsichet B-elertKgung a«| tvewi Friedhofe der Israelitischen Neligionsgesellschast statt. (Zu Pessach.) Der Israelitische Brotverteilungsverein hier verteilt an hiesige würdige Familien auf nos Eier.' Reflektanten belieben sich mündlich oder schriftlich bis spätestens 6. April vertrauensvoll zu wenden an Frau Stern-Heß, Ostendstr. 75 pt. oder Herrn Willy Mayer, Röderbevgweg 36, . Strengste Geheimhaltung zugesichert. Die Zuteilung erfolgt durch nummerierte Zettel ohne jede Namensnennung bet einer bestimmten Eiergroßhandlung. Spenden für diese Sonderaktion herzlichst erwünscht auf Postscheckkonto «(öMiirtrocr .srorucrtciiiingsDcrair ürannurt a. N. Nr. 53 934 oö&r direkt an obengenannte zwei Vorstands-' Mitglieder. (Genesungsheim Oberstedten i. T. — Eduard und Adelheid kann'fche Stiftung.) Wie die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege; Langeftr. 30, 1. Tel. H. 9548, uns mitteilt, wird am 2. Mai ds. Js. das Genesungsheim Oberstedten i. T. wieder eröffnet. Die Anstalt, herrlich . im Taunus gelegen, ist wie nur wenige Anstalten ähnlicher Art geeignet, den Erholungsbedürftigen unseres Mittelstandes bei guter Verpflegung das zu geben, was sie llMn. Wie sehr Der MentBalt in OlmMMli Boli&öi ist, g&Bt immm bopddf, daß Die Anstalt dsn ganzen letzten Sommer hindurch immer voll belegt w^rr. Anmeldungen zur Aufnahme in die Anstalt müssen, möglichst jetzt schon — vor allem für die Monate der Vorsaison — an obengenannte Zentrale eingereicht werden. (Konfessionsschule oder Simultanschule?) lieber diese aktuelle Frage veranstaltet die „Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V.", Frankfurt a. M., am Montag den 4. April, abends 8.30 Uhr, einen Aussprache-Abend im großen Saal der Frankfurt-Loge, bei dem Dr. Gustav Löffler und Frl. Josefine Re i ß die freie Diskussion durch je ein kurzes Referat einleiten werden. Eintritt frei. Gäste willkommen. (Kunstausstellung.) In der Kunsthandlung Ludwig Schames, Frankfurt a. M., Börsenstr. 2—4, kommt am Mittwoch, den 6. April, eine Sammlung von Gemälden alter und moderner Meister aus Frankfurter Priiratdesr^ u. a. zur iBerfieig&mrtg. Drs Gatnmfung umfaßt iniere|(cmte ^*5ctua! c uoit Ä .Ächsnbach. Äatlsls. Äoroi, Courbet, Diaz, Eysen, Gauguin, Gerhardinger, Fr. Kaulbach, Pissarro, Reiffenstein, Sisley, Thoma, Trübner a. und alte Gemälde von van Calraet, Cignani, Coniiable, Courtois, Elsheimer, du Jardin, v. d. Poel, Schnütz, Snyders u. a. Die Besichtigung dieser Sammlung ist am Sonntag, den 3. April von,10—1 Uhr, Montag, den 4. April, von 10—1, 3—6 Uhr, Dienstag von 10—1, 3—5 Uhr. Der mit 15 Abbildungen versehene Katalog umfaßt ca. 150 Nummern und wird Interessenten gerne auf Verlangsn zugsstsllt. Samson Raphael Hirsch und die Israelitische Religionsgesellschafl. Von Dr. Mendel Hirsch W- (Fortsetzung.) Gegen diese Ehrlichkeit der Kollegen sticht in erschreckender Weise ab die würdelose Unaufrichtigkeit, mit der der damalige Gemeinderabbiner nunmehr vorgeht. Jener ungeahnte Erfolg raubte, wie es scheint, ihm den Schlaf. Das Undenkbarewar Ereignis geworden, die Orthodoxie hatte ichtlich in - Frankfurt festen Boden gewonnen. Was Men mttmnwitn niört ntmnacn mar; Das glüubts völlbvinAöst zu könttön. Im Jähvö 1854 veröffentlichte er eine Broschüre: Die religiösen Wirren in der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt, die in Verherrlichung der Reform das Prinzip aufstellte: die Religion im Bunde mit dem Fortschritte. Das würde, als eine innere Angelegenheit der auf einem anderen. Standpunkte ^tek)enden 9fTej:ormgerneirtbe^ die (Befeijes'= treuen nicht weiter gestört haben. Allein dieses Schlagwort diente ihm nur zum Ausgangspunkt, um die Religionsgesellschaft in gerade unquallfizierbarer Weise anzugreifen und ihre Bestrebungen, d. h. das gesetzestreue Judentum ganz in ber Weise zu beschimpfen und zu verdächtigen, wie e? die in unserem vorigen Artikel mitgeteilte Petition unternahm. Er schilderte die Mitglieder der Religionsgeellschaft als die finsteren „Gegner des Fortschritts und der FivMsati?U" (’), Ysx flntff Hil ten Schaiua, im Namen Gottes zu handeln, „dis Drachensaat des Hasses und der Zwietracht in ein friedliches Gemeinwesen streuen, die das 19. Jahrhundert zur Bildungsstufe des 15. zurückühren wollen, die über Druck und Verfolgung klagen, und doch selbst die „verfolgungssüchtige Partei" wären, (das wagt dieser Priester der Aufklärung zu behaupten angesichts der ihm wohlbekannten 40jährigen Verfolgung und Vergewaltigung, beren Opfer eben diese Gese^estreuen Cjewesen mären!) Da, er wagt ferner die schnöde Behauptung, „die gesetzestreue Religionsgesellschast sorge pflichtschuldigst dafür, daß ihre Synagoge und Schule im Bunde mit dem Rückschritte bleibe, und die Israeliten sich in künftigen Zeiten wieder derselben Bildung und Gesfttung wie derselben Achtung erfteuen werden, die ihnen in früheren Jahrhunderten zuteil ward." (!!) — Eine schmachvollere Verdächtigung ist wohl nie ausgesprochen worden; geradezu unerhört und »ott feinem ctttitjetmiijc^en je eweXtfji ist die Insinuierung, daß unsere hehren Ahnen die Geschlechter alle, die die Treue gegen ihren Gott in einem Leben voller Verfolgung, Mißachtung und Rechtsberaubung bewährt, diese Verachtung und Mißhandlung durch ihren Mangel an Gesittung auch verdient hätten. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde, so führte er in unentwegter Wahrheitsliebe weiter aus; habt M Dir LMk Des miiDen, TanftßTi Dills! ZUM und zur auch in feiussrn Verhalten gegen die Gesetzestreuen jederzeit (!!) genommen — (vgl. die im zweiten und dritten Artikel mitgeteilten Tatsachen, vor allem auch das brutale Vorgehen gegen Rabbi Salomon Trier ^'LN wodurch der Verfasser selbst in den Besitz seiner Stelle gekommen war) —; diese aber, die orthodoxen Juden nämlich, seien selbst „rachsüchtig wie die Schlangen" selbst nur ein „verzerrtes Abbild" jener „fanatischen Korporation", jener religiösen Parteiungen, die eben jetzt in größeren und kleineren Staaten auf eine Weise ihr Haupt erheben, welche an traurige Zeiten erinnert, die weit hinter uns zu liegen scheinen. unD tron wslchg MIM zu WgMfgu" rnttm, deren Erörterung „ d er ersten Er wägung erleuchteter Staatsregierungen und Staatsmänner zu überlassen sei!" (Fortsetzung folgt.) Sprechsaal. -MAS . Es tmrb uns geschrieben: Die -Tageszeitungen, auch die jüdischen Blätter bringen jetzt Artikel über Vorschläge und Beratungen für diejenigen Eltern, deren Kinder zu Ostern die Schule verlassen. Stadt und religiöse Gemeinchaften treten zusammen, um der Ostern zu entlassenen Jugend Ratschläge zu erteilen unter Mitwirkung moderner Sachverständiger, welchen Beruf sie ergreifen sollen nach einer individuellen Untersuchung und Feststellung der Eignung für einen bestimmten Beruf. Ich habe mit Interesse die verschiedenen Artikel speziell in jüdischen Beiträgen verfolgt und muß Ihnen die interessante Tatsache mitteilen, daß am hiesigen Platze, wy -doch das Handwerk durch jüdische Meisten in fast allen Nuancen vertreten ist, es an jüdischen KWt-?:mid'Muschloffereien fehlt. Hiere könnte eine ganze -Anzahl jüdischer Jünglings cmen 3Seru| erlernen^ ds-r. nid^t anWe und pkr fySOfF'xmiQ tsner ktbtigen llllv geroisseuhaften Lehre > dem Jüngling -eine gesicherte und angenehme Existenz bieten dürfte.' Natürlich' müßte von den maßgebenden jüdischen Verbänden wie israelitischen Handwerkervereinen ■ dafür Sorge getragen werden, daß die Lehrlinge bei 'nichtjüdischen Handwerkern unterge- .bracht werden, wo sie am Sabbat und an Festtagen nicht zu arbeiten brauchen. Ich hoffe, daß meine Anregung dazu beitragen wird, eine Reihe von jungen Leuten diesem Beruf zuzufüHren, Th. Vereinskalender. Verein Mekor Lhajlm. Samstag vormittag nach Schluß der Synagoge Dinim, Herr Dr. E. P ofen. — nachm. 3'/* Uhr im Bereinsloßal Mikro, Herr Dr. W. Hof mann. Sonntag, morgens nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) o*7K Herr Redakteur S. Schachnowitz. — vorm. 8^/2 Uhr und Samstag eine Stunde nach Nacht Gmoro „Peffochim" Herr I. Soffer. — vormittags QlL Uhr (cbenio Sttiwtaa aDtnD) 01/3 Hör ßmoro, mn R.U.G. Posen. - aßenös gi/2 Uhr im Dsesittslokale Langestraße 18, „Malbim, das Kapitel einer Meistasprophezeiung", Herr Red. S. Schachnowitz. Montag, morgens nach Schul (ebenso Donnerstag), Mifchna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch). Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Joseph B r euer. — abends 8l/4 Uhr (ebenso Donnerstag). Gemoro, Herr Dr. Elteser Posen, Dienstag, morgens nach Schul (ebenso Freitag). Mischna. Herr Dr. Elieser Posen. Allabendlich 8*/* Ubr im 93ereittsIobaIe Schaas- I6MM. flen Sqii K slssr«. Ja hrzeits - Stiftungen: Dannerstag, 7. April. Helene Apelt geb. Leucht- und Ester Swetitzki-Stiftung. Freitag, 8. April. Ernst Ascher-Stiftung.

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