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Der Israelit · 1927-01-13 · Heft 2 (13.1.1927) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 2 (13.1.1927)
Date
1927-01-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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i i 4' Ar;ijj;j|; I lg w }§j Sette 10 Nr. 2 Der Israelit doko-Spenden, mit Thoraworten schloß die ergreifende Feier. Ein Gemeindeleben war zu Ende! 13. Januar 1927 lichen Einwohnern wollte dem letzten Gottesdienste beiwohnen. Vom nahen D. kamen etwa 18 Personen znrn 3llr^«^iedne^»rnen Vorn lieblewordenen nowh rva» Ernste Muhe lag aus allen Gesichtern; Tränen füllte aller Augen, auch der Christen, mit denen man stets in bester Eintracht gelebt. Der Vorstand von D. hielt eine schlichte Ansprache. Man sei hier versammelt zu einer Trauerfeier, obwohl eigentlich ein Halbfeiertag sei. Die Synagoge habe sich noch einmal in ein Festgewand geworfen und erstrahle im Lichterschein. Allein, es sei ihr Sterbegewand. Bald erlösche hier ein vielhundertjähriges Gemeindefgh is so kommen. Wir Dullen in D. übernehmen die heiligen Utensilien. Doch wir sind nicht lachende Erben; Wehmut und Schmerz erfüllt unsere Seele. Wir hätten gewünscht, daß die Gemeinde B. noch viele Jahre neben uns geblüht hätte. Die Verhältnisse wollten es anders. In dieser feierlichen Stunde geloben wir, der Gemeinde B. ein stets dankbares Gedenken zu bewahren und dies in den Ge-- rnsindsaktsn eigens zu notifizieren. Das ^»eili^e?m?kntar absr werde man heilig und würdig hüten und pflegen für alle Zeiten. Möchten solche Feiern wie die heutige zu den seltensten Ausnahmen gehören. Der Hüter Israels schläft nicht und schlummert nicht!" — Schluchzen und Weinen konnte man bei der ergriffenen Menge wahrnehmen, bei allen ohne Unterschied. Die Rede nehmen, bei allen ohne Unterschied. Die Rede hatte tief gewirkt. Und nun trug der Wanderarme das Mincho vor. An keinem „Kol nidre" dürfte eine weihevollere Stimmung geherrscht haben. Niemals wohl haben die Anwesenden ergriffener hMtöt, s!s ill Annöe, 8n pösn Safe, jedes Wort, jede Silbe legte der fremde Chafan einen Ausdruck seelischer Erregung, die sich aus die Anwesenden gar leicht übertrug, die sich steigerte, je näher man dem Schlüsse kam. irty war zu" Ende und schon wollte der Alte das letzte Kaddisch sagen. Da trat aus dem Kreise der Armen „Reb Hersch" vor und sagte: „Seid mochel, überlaßt das Kaddisch dem EkjllW; ller Dar. Oöj sorge Euch für km letzte Kaddisch, es soll ein Lern-Kaddisch sein. Nachdem der Vorbeter geschlossen hatte, hielt Reb Hersch eine kleine „Droscho". Sie lehnte sich an den Text p um nipxa an. Er wies darauf hin, wie durch die Armen hier eigentlich sich die ganze Sache gestern und heute entwickelt habe „Wir aus dem fernen Osten haben uns in dem -Bekenntnis innig mit den miim hier vereinigt, ist stets auf Wanderung, HPKa ivv' p um* Traurig ist die Abschiedsstunde hier. Jetzt begreifen wir auch die Freude, die Jehudirn hähM können, wenn fta . einmal erleten, ein verödetes rmian ma wieder erstehen zu sehen. Da heißt es: mnbx Viaa mx» „Gelobt sei der Höchste, der die Grenze einer Witwe sei der Höchste, der die Grenze einer Witwe festigt." Wie schön wäre das, wenn in B. eine neue Gemeinde erstünde und man auf diesem Platze eine neue Synagoge weihen könnte. O, welch herrlicher Traum! Nun, liebe Brüder und Sl^rveftern^ wnf-er das mpm rra liegt auch m Trümmern. Wir aber hoffen, nein, wir wissen gewiß, es wird ,T''R wieder gebaut, wenn Mofchiach kommt; dann ziehen wir alle hin zu man vaim aus Rußland, Galizien, Ungarn, Deutschland, Amerika usw. u«n das lange rvfo war nur ein Traum; i's pnmp rri?rn tk wir lachen dann mit vollem Mund. Also, liebe Leute, seid nicht so traurig. Wir gehören alle zusammen und tonim bs soll naiT den pax Vim zu begrüßen und hinaufzuzichön pmm jwm*. - ]m“ Die tief gedachten, echtjüdischen Worte erwärmten alle Herzen und richteten sie um so mehr auf, als in dem Vortrag nicht Gekünsteltes, Gesuchtes lag. „Reb Hersch" hatte ja im Jargon gesprochen, das klang urwüchsig. Jeder drückte ihm die Hand, insbesondere der alte Viehhändler L., dem das letzte Kaddisch nicht so schwer fiel, als er fürchtete. Reb Herfchs Worte hatten ihn ^elabt^ gej'iärft. Mit reichlichen Fe- — -freute MM Tttlkk Mkhk M Bl Die ehemalige Synagoge in dem Ssitengaßchen dient als Scheune. Die Steinumrahmung der Fenster an den Längswänden zeigt gotischen Spitzbogenstil und verrät die frühere Verwendung des Gebäudes. Wer den seinerzeitigen letzten Gottesdienst mitgemacht und heute das Haus betrachtet, dem zuckt ein wehmutsvoller Gedanke durch die Seele: Golusschicksal! Ainderecke. Das Aepfelbäurnchen Lin Vintermärchen von Edith Lev! in München. Deätlsisn aiis rtafjf l»^ stratze, fleht ein kleines, zartes Apselbäumchen. Cg mochten wohl fünf oder sechs Jahre vergangen sein, da wurde bei der Obsternte ein kleiner rotbackiger Apfel vergessen, der von dem stattlichen, breitästigen Apfelbaum ins Gras gefallen und bis nahe an den Schlehdornstrauch gerollt war. Dort bereitete ihm der Herbstregen ein weiches Bettchen in der Erde und als es wieder Frühling geworden war, guckte ein zartes, junges Pflänzchen aus dem Boden hervor. Rasch streckte es sich und wuchs und nach wenigen Jahren ItanD es WM als nmm MllllllkW nofion seiner Mutter. Sorglos und glücklich verbrachte es die Tage seiner Kindheit. Schon in aller Frühe ließen sich die bunten Sänger auf seinen Zweiglein nieder und sangen ihm ihr Lied. Die Sonne lachte so golden und freundlich, die Schmetterlinge und Bienchen flogen voller Lust ringsherum, die Blümlein breiteten einen bunten Teppich vor ihm aus, so weit es sehen konnte und muntere Kinder tankten und f^jfll^ss Hjs jgjnen Füßen. Alles schien nur iö zu sein, um unserm Bäumchen Glück und Freude zu bereiten. Und mochten auch manchmal Wind und Wetter über das Feld jagen oder die Herbststürme seine Zweige durchrütteln, es achtete ihrer nicht; denn es fühlte sich geborgen im Schutze seiner Mutter. Wieder war der Sommer vorübergegangen und die Herbstwinde begannen ihr wildes Spiel zu treiben. Immer stärker und stärker wurden die Stürme, da mit einem Male faßte ein gewaltiger Stoß den alten Apfelbaum an seiner breiten Krone nnv öchztuo unv flöhNMv Mzro der gute Baum zu Boden. Wenige Tage darauf wurde er dann von zwei Fuhrknechten an dicke Stricke gefesselt und abgefahren. — Nun stand das Apfelbäumchen verwaist und verlassen in der Welt. Oeder und einsamer wurde die Natur. Herbstliche Nebel hüllten Wald und Feld in graue Schleier und alles ringsumher schien mit ihm in Kummer und Trauer zu versinken. Ach, wie hoffnungslos erschien ihm da mit einem Mals stin ^chickfält. Hüte fürJjlele SS sich setzt kalken Winter mit feinen eisigen Frösten! Wie hatte es sich doch ehedem in der Obhut feiner Mutter so geborgen gefühlt und wie war es jetzt so verlassen. Niemand hatte es mehr, der es in seiner Verzweiflung hätte trösten und ihm helfen können. Und so kam der Winter heran. Die Sonne schien immer spärlicher und die Tage wurden immer kälter. Bald war weit und breit alles in sine weitze gshWh H&St ÖlS M 0111180? gen Krähen mit heißerem Gekrächze dahmslsgstt. Hätte nicht der mitleidige Schnee ihm ein warmes Kleidchen übergeworfen, es wäre gewiß erfroren. In seiner Einsamkeit dachte es da an sein gutes Mütterlein und wie es ihm manche gute Lehre fürs Leben gegeben und wie es ihm an stürmischen Tagen, wenn seine Blätter rauschten, vom lieben Gott zugeraunt, der sich aller feiner Geschöpfe erbarme und keines in seiner So nahm sich denn das Bäumchen vor, auf ihn fest zu vertrauen und ihn zu bitten, daß er auch ihm tjclfüi fülle: ffliü mit es so Daftanö mit fei* nett Mim», zrflermdsn Äesichen im grauen Wintersfrost, begann es innig zum lieben Gott zu beten. So tat es Tag für Tag, bis. es einmal, als es wieder recht von Herzen gebetet hatte, von der rasch herausziehenden Nacht überrascht wurde und über seinem Gebete einschlief. Da hatte es. einen merkwürdigen Traum. Langsam zog die Sonne am Himmelsrande herauf und verwandelte die winterliche Natur in ein Märchenland voll faröWr Pracht. Da ksgaM Uv Lchllee zu schmelzen, von allen Seiten flogen singende Böglern herbei, die Blumen schmückten den Anger und die kahlen Bäume begannen ganz leise Knospen und Blüten anzusetzen. Dabei wurde es unserm Bäumchen ganz wundersam zu Mute. Neue Kräfte stiegen aus der Erde in seine Wurzeln; sie drangen erst langsam, dann immer schneller in Stamm und Zweige, und mit einem Male flmk§ in mm Möller? unv NMaschmulr va, miß es noch nie etwas PvSWgel'eZ gesehen. Dabe! war es so voll innerer Lust und Freude, daß es am liebsten alle seine Kameraden umarmt hätte, wenn es nur fortgekonnt hätte. Und so feierlich war ihm zu Mute, als ob alles sich anschickte,ein großes, glänzendes Fest zu begehen. Wer weiß, wie lange es noch so fortgeträumt hätte — da schlug Singen und Lachen an sein Ohr und es erwachte. — Es war schon, tief am Tage. Der Schnee bedeckte wie gestern endlos die Erde. Graue Nebel verhüllten die Sicht. Kalte Winds durchschnitten dis Lust und dis Krähen zogen schreiend über die kahle, weiße Flache wie alle Tage. Aber eine Schar fröhlicher Kinder zog eben an ihm vorbei; die trugen Körbchen, gefüllt mit Aepfeln, Apfelsinen, Feigen, Rosinen und vielen andern. Sie zogen frohgemut zur Schule, wo heute aber nicht gelernt, sondern Chamischo-Osor gefeiert wurde. Da wußte das Bäumchen, daß der liebe Gott sein Gebet erhört hatte. IM MM es such nrH m bißchen Mast haben mußte und Wochen und Wochen vergingen, bis der Winter enden wollte: eines Tages — es war Chol-Hamoed Peßach — kamen festlich gekleidete Kinder just zu unserm Bäumchen — ach, wie herrlich war es heute in seinem Blütenschmucke anzusehn — und sprachen andächtig, während sie voll Freude und Bewunderung seine jungen Blüten betrachteten: „Gelobt sei der Ewige, unser Gott, König der Welt . . Der nmfe es? Für unsere Kleinen. Fragen: 1. Welcher piosder nur einmal in der nun vorkommt, wird ca. 30 Mal im Jahre geleient? 2. Welche Sidra kann in einem Jahre zweimal, oder auch in einem Jahre gar nicht geleient werden? 3. Welche NVNS' die nicht die erste ist, kann in einer Woche zweimal geleient werden? 1i Mit kommt £9 vor. mm an 6 llMimmlM folgenden Tagen an fedem Adend ein sndeeee Gruß geboten wird? Antworten: 1. Der Vers maxi am Rausch Chaudesch, der ca. 15 Mal im Jahre durchschnittlich geleient wird, (durch jnpn und lVoa. nnw usw. ist es nicht konstant) und da jedesmal der Vers wiederholt wird, also ca. 30 Mal. 2. Die Sidra •pu, die manchmal vor. manchmal nach niVN vtn geht, also in einem Kalenderjahr ausfallen bezw. 2 Mal kommen kann. 3. »ä om aita 'ts ltnb GBefyabbos fBBlie Hi SH 14 $<4<41iii ffiüLcr oor un\> nacji ’D '1 miu 7 ™ ■ mm fallt. 4. Wenn mwn vrra Donnerstag—Freitag fällt. Mittwoch Abend naiv «wS Donnerstag Abend GUt cm. Freitag Abend Gut naw. Schabbos Gut Mock. Sonntag Gut Anzubeitzen. Montag Guten Abend. (Daß in diesem Fall 6 Tage nacheinander ohne Hallet vorkommt, ist bekannt).??noffk, o?knn ss nur recht auf ihn Mut Es ging nur eine richtige Antwort sin lind zrvar von Michol fitefian, FnsnMük «. M.

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