Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1927)
- Date
- 1927-01-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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rzictyiroa aqog's age zumwi»srae Grgan -esMtt-es grsiyestrruer jk-isther Kehrer DeullkylanSs. E.B-Ö. ketzerische Ansichten über den hebräischen Unterricht. Von Mrttelschul-Konrektor Heinrich Einstädter. I. Ustrsr? bi^ SftoimettbtgSeti fyeferätfcfyer Kenntnisse gibt es lrcnev{j<iib ier t-euljc^en Sukeri^eiJ: laum «ine flJ!eirtimgsverschtedenhett, höchstens über das Ausmaß, ttebevhxii, wo man das Hebräische als Gebetsprache zu erhallen bestrebt ist, erkennt man an, daß die Voraussetzung einer wirklichen' Teilnahme am Gottesdienst die Vertrautheit mit dem Gebetbuche und das Verständnis der Thoraoorlesung bildet. Man bemüht sich, der Jugend die erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln, erreicht aber in vielen Fällen, in den meisten Fällen sogar dieses Ziel nicht. Während früher in den Kreisen, die den Gottesdienst regelmäßig zu besuchen pflegen, die erwähnten Elementarkentnisse ein Allgemeingut darstellten, das man aus der Schule mit ins Leben genommen hatte, verläßt Unit Der MW ÜBII Mi äfiltöfF ffif MW SWk M Fertigkeit, slietzend zu lesen, ohne die BesWgimg, die täglichen Gebete mit Ausnahme der Hauptstüae zu übersetzen, ohne die Möglichkeit, der Thoravorlesung mit Verständnis zu folgen. Das' sind Tatsachen, an denen niemand achtlos vorübergehen sollte, auch die nicht, die sich und ihre Kinder zu den Ausnahmen zählen; denn alle Juden tragen gegenseitig die Verantwortung für einander. Die Hauptursachen dieser so ungemein trüben Erscheinungen sind schon oft festgestellt worden. Wir wollen sie darum, insoweit sie als allgemein bekannt gelten können, nur kurz erwähnen: Dem hebräischen Unterricht wird zu wenig Zeit zur. Verfügung gestellt, und die Eltern zeigen für ihn zu WWW MMR In zwei bis brel Wochenstunden ist der Stoff unmöglich zu bewälttgen, zumal dann Nicht, wenn an den -äuslichen Fleiß der Kinder gar keine Ansprüche gestellt werden dürfen, wenn Musik-, Turn- und Malunterricht, wenn Sport, Spiel und Vergnügen das Hebräische vollkommen zurückdrängen, gar oft den Aüsfall des Unterrichts bewirken, und wenn dadurch im Kinde das Bewußtsein seiner Nebensächlichkeit geweckt und befestigt wird. Dazu kommt, daß fließendes Lesen niemals durch Den tSömiunternötf allein erreimr Wim lonmni nur äu»*$ dis stetige Gewöhnung on Twimoligi Leven. Wer nicht' betet, der wird niemals verstehen, geläufig zu lesen. . Wir möchten heute auf die erwähnten Verhältnisse die allgemein als die alleinigen Ursachen des geringen Erfolges im hebräischen Unterricht betrachtet werden, nicht näher eingehen, sondern uns einer anderen Seite dieser Angelegenheit züwenden, indem wir kühnlich die Behauptung ausstellen und vertreten wollen: Eine Ursache der Mißerfolge liege in den sogenannten Fortschritten der Methode. Für diese Behauptung, die auf den ersten Augenblick widersinnig zu sein scheint, hoffen wir. Belege anführen |U lÄMU«. II. Zunächst jedoch eine Einschränkung: Der hebräische Leseunterricht war früher derart unmethodisch, daß wir heute noch kaum begreifen können, daß auf diese Weise unsere Ahnen überhaupt zur Fertigkeit im Lesen gelangen konnten. Man buchstabierte, anstatt zu lautieren. Wie sich dies in der Praxis machte, wollen wir zeigen, indem /wir anführen, was ein Kind beim Einüben des Wortes^-D7>2 sprechen mußte:? :r»fV>n'8' n ip-t : aus ,ejs 'ipia Daß demgegenüber .das , Lautieren eine wesentliche Erleichterung bietet, ist selbstverständlich, wenn auch nicht übersehestwerden darf, daß durch das Buchstabieren größere Aufmerksamkeit erzeugt und einer Verwechslung oer Buchstaben vorgebeugt wird. Wenn wir auch gewiß nicht zur Buchstabiermethode zurückkehven wollen, so mochten wir doch das Buchstabieren nach erlangter Kenntnis der Laute zur Erzielung einer größeren Sicheryeit empfehlen. Das Ueberfetzen, und um diesen Zweig des Unterrichtes handelt es sich vor allem, mürbe ganz mechanisch iüiyii&iH. Jlüfgib&k" uni JlfiljäM«" bmmä Dia HaMsunktronen des Lehrers, der In schneller Folge von elnigM <-er,en bis zu ganzen Kapuem aus dem Pentateuch wellerschritt. Wenn er dabei noch die Hauplschwierigkeiten oes Jnyaits erklärte und das Vorschriftüche hervorhob, ,o waren alle Ansprüche an die Meu-ode erfüllt. Die ^-auplsache war, daß die Kinder beim Verlassen der Schule oie „^esmo" und oas ganze „Ehumesch" uversetzen konnten. In vielen einfachen Landschulen wurde auch von oen Mädchen dieses ^let erre.Hu Nicht bei der Elternschaft, sondern in den Kreisen oer Leyrer entstand.mir oer Zeit eine allgemeine Abneigung gegen diesen Mechanismus, für den man alleren? 3ää" ,llM>e viele Aieiyove, Me eigeiMiai voch uvcryaupl tiinv war, als geistlos, als öden Mechanismus, als veraltet. Der Kampf gegen sie wurde nicht etwa mit der Begründung geführt, daß durch die bisherige Art des uebersetzens den Kindern eine zu schwere Arbeit zuge- .nuiel werde! Das war ja auch gar nicht der Fall. Wir erinnern uns aus unsrer eigenen Jugendzeit, daß wir von einem Tag auf den nächsten mit Hilfe einer beigedruckten „judisch-deutschen" Uebersetzung mit Leichtigkeit ein ganzes Kapitel im Penlareuch präparierten. Sondern man wand ein, daß infolge, der Verschiedenheiten des Satzbaues und der Wortfolge öfters Worte des -oextes fatsch übertragen wurden. Manche Verfasser bemühten sich nun, durch interiincart UMIMMI1 Ml MV MsttMnzm m%v setzuug ln glStchsr Linie diesem Uebeistande zu steuern. Daüurch forderten sie den Mechanismus noch mehr. Während vorher vernünftige Lehrer und vernünftige Schüler immerhin die Notwendigkeit erkannt hatten, vor allem die sich häufig wiederholenden Wörter einzuprägen und durch Vergleichung und Ueberlegung zu jedem Wort die passende Uebersetzung aufzusuchen, wurde mit Hilfe der neuen Bücher der Verstand noch mehr äusgeichaltet und nur das Gedächtnis gebildet. 'Mw nraren es nur mm Skymim mum. iie g» solWn ..Cselsvrullm" ihre Zusluryl MMM. Dvu Ml an suchte man, die Methoden des modernen Sprachunterrichts auf das Hebräische zu übertragen. Zuerst zog man die Grammatik heran, aber es zeigte sich, daß die hebräische Grammatik zur Grundlage eines elementaren Unterrichts nicht geeignet ist. Wohl kann der Lehrer ohne große Mühe und mit bedeutendem Gewinn die Flexion des Nomen und die einfachsten Formen des Verbs durchnehmen: aber die unregelmäßigen Wortbildungen find so zahlreich und schwierig, daß eine „wissenschaftliche" Untersuchung der Wortformen in der Elementarschule ausgeschlossen ist. Dn 3>er (SrEemttnis, bafe hemmt e£> 6et Uebersetzung urtl> Les Speniaiäuc^s jMl Mechanismus abgeht, denn diese Bücher sind nicht für Kinder verfaßt worden, ging man dazu über, für den Uebersetzungsunterricht eigene Bücher zuzuschneiden. Es entstanden Bearbeitungen, sogenannte Vorstufen.. Da es im Gebetbuche kaum einige Stücke ohne schwierige Wortbildungen gibt, nahm man zuerst Sätze aus dem Pentateuch, natürlich unter Verzicht auf den inhaltlichen Zusammenhang, oder verfaßte besondere Uebungsstücke. Jetzig war also die grammatische Form und Regel, die veranschaulicht werden sollte, das Primäre; die Uebungssätze schlossen sich ihr an. Ein schwieriges, noch mehr ein nutzloses Unternehmen! Durch die eigenartige Sprödigkeit des Stoffes war man genötigt, jeden Gewinn auf Mt einen miß mit MM rniiMtens MlMoUn Verlust auf der mUuYt zu bszoMn. Die Einpragung einiger weniger Sprachformen und enier nicht sehr bedeutenden Anzahl von Vokabeln kann keineswegs als ein Mittel angesehen werden, um schneller und methodischer und müheloser in das Verständnis des Gebetbuches und des Penmteuchs einzüführen. Dagegen sind ganz bedeutende Nachteile nicht zu übersehen. Die Uebungsstoffe ermangeln inhaltlich jeden Interesses, da sie nur nach jprachtlchen Rücksichten zuge- Ichmlten sind. Da der Schüler erst nach Jahren — wenn überhaupt jemals — zum Gebrauch des Gebetbuches lelbft gelangt, gewinnt er nicht die nötige Vertrautheit oamiL Die nun. Die mit ioitDen Diüsmineln üDerDriicrt werden sollte, bleibt bestehen, unb bis Gefahr wächst, saß mancher Lehrer sich mit den wenigen Gebet- und Vlveistuachen begnügen, die bearbeitet oder im Original sich in diesen „Vorstufen" finden. Strebsame Lehrer atmeten auf, als die „Arbeitsschule" ihren Siegeszug begann. „Uebertragung der Arbeitsichulmethooe aus den hebräischen Unterricht" lautete nunmehr die Losung^ Vor uns liegen zwei fleißige Abhandlungen über diesen Gegenstand. Sehen wir jedoch von Maßnahmen ab, die schon längst gebräuchlich waren, als man den Begriff der „Arbeitsschule" noch nicht kannte, >o handelt es sich zumeist um eine unausfuhrbare Uebericagung fe-et in tljreitt 3Sc|en oalltommen n«t|(^t«bettitn' 'H?g?nstnnd?n, fein wif bi? ^?ih?b? Wim h?i>Fnisch^ Elementarunterricht besprechen wollen, so dürfen wir ooch nicht folgende Fragen außer acht lassen: Was bezwecren wir mit dem Unterricht? Wieviel Zeit steht uns zur Verfügung? Welches Alter und welche Vorbildung haben unsre Schüler? Wenn wir diese Punkte erwägen, so müssen wir auch die Methoden ablehnen, die einem ganz andersartigen Gebiete entlehnt sind. III. Wollen wir überhaupt einen andren Unterrichtszweig zum Vergleich heranziehen, so kann es sich nur um einen Teil des fremdsprachlichen Unterrichtes handeln, um 'Mt emure": M müD WM MMM Nüchdsm die Schüler einen gewissen Einblick in die Grammatik erhalten haben, wird von ihnen gefordert, oaß sie ein Stück aus der fremden Sprache „präparieren". Zur Verfügung steht ihnen ein Verzeichnis der Vokabeln. Außerdem wird ihnen gewöhnlich noch ein weiterer Anhang geboten, in dem die Ausdrücke, die Ichwev aufzulosen sind, besondere Wendungen und Phrasen übersetzt werden. Je mehr Vokabeln bereits bekannt sind, je zusammenhängender der Inhalt sich gestaltet, desto Iflmeutr flennet es Dem sanier; Den Malt gn erinnern mmn so rönnten wir vöisoyrm. wmn mm z. B darum handelte, die „ersten Propheten" mit reiferen Schülern durchzunehmen. Bei der Behandlung des Gebetbuches und des Pentateuchs hingegen ergibt sich ein gewisser Unterschied durch den Umstand, daß es sich nicht um ein Erschließen des Verständnisses allein, sondern um die-Gewinnung einer. Fertigkeit im Ueberfetzen enes ganz bestimmten Stoffes handelt. Der Schüler soll nicht in erster Linie die Fähigkeit erhalten, hebräische Stück« zu lesen und zu verstehen, sondern eine vollkommene Vertrautheit mit Tephillo und Chumisch empfangen. Daß hierzu elementare Kenntnisse in der hebräischen Grammatik gute Dienste geleistet werden, kann nicht ge^ lellgMt rtaii. Wenn Das Kinn i B. Die lMslWDMSli Personen und Zeiten des Verbs Ulli^rschetdött kätttt, sd ist schon viel gewonnen. Es wird dann in den meisten Fällen in der Lage sein, die Wurzel herauszuschälen, und wird nicht mehr verschiedene Formen des gleichen Verbs als verschiedene Wortarten anschauen. Nicht befreunden können wir uns beim Klassenunterricht mit dem Aufschreiben der Vokabeln, weil zu viel kostbare Zeit dadurch verbraucht wird und häufig Schreibfehler unterlaufen. Hingegen kann in gehobenen Schulen ein gedrucktes Vokabularium mit großem Vorteil benutzt werden. Für einfache Verhältnisse möchten wir durchaus empfehlen, dem Schüler wie ehemals eine gute Ueberfefiung in Die MD gll Men. üur MM «it Sie Nrüörung. vlltz m Ne Wllliflllge ves MMslyen Slltzvllurs äufweist, so daß die Schüler genötigt sind, die in veränderter Wortfolge auftretenden Vokabeln aufzusuchen. Die Befähigung dazu empfangen sie m dem vorbereiten-