Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 53 (30.12.1926)
- Date
- 1926-12-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2450388-2450441--73723-2531150- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette 10 9tr. 53 Der I s^r a e W.^ DezeMtzk 1928 -* Das Grab dev ullbktmmm Heiligen, so mit dem Lande oermaitfrfen, daß sie ein untrenntarer Wl M ISVl>giMS« N-Ms g^rvapbeu stnb. Die wissenschaftliche Forschung hat die merkwürdige In Tuschewitz, einem Städtchen bei!TMattze nachgewiesen, daß etliche Stämme des. Kau- Dublin, kan!, mm. auf d-m ArieM ,ch°n ÄÄ &ÄħS£ grüßen ragenden Grabstein setzen, auf dem m deren Fürsten ihre Abstammung geradewegs auf David HchüngezirkeKer -^ebröischek Schrift W ltzsim': ist:' . .. Hier ruht ein Mistor" (unbekannter Heuiger)! Ueber die Geschichte dieses'Grabes und des Grabsteines-erzahlen die Alten folgendes: Vor Jahren wohnte hier in der Peripherie der Stadt ein armer" jüdisckjer Dorfschneider. Man hielt ihn für vollständig ungelehrt und ungebildet und kümmerte sich wenig um ihn. Kaum, daß er jemals den Weg in die Synagoge' fand. Man kannte ihn nicht einmal beim richtigen Narns« > EllllllOi. M fflfll1 All Ättetn erschienen m Tuschewitz zwei fremde Männer, denen man schon an Art und Kleidung ansah, daß sie große Gelehrte waren. . Sie kamen ins Lehrhaus und erkundigten sich nach einem Manne, den keiner kannte: Einer nur wußte, daß der ungelehrte Dorfschneider draußen außerhalb' des Städtchens ähnlichen Namen trage, dieser unbekannte und unbedeutende Mann konnte aber nicht gemeint sein. Was sollten die gelehrten Männer mit dem Unwissenden gemein haben? Diese begaben sich aber sofort zu ihm hinaus. Sie trafen ihn nicht zu Hause, und seine Frau sagte, er sei ins Vad gegangen, dem Sabbat zu Ehren. Als er dann wenige Stunden vor Sabbatanfang kam, sagten die Männer, sie kämen aus fremdem Lande, es seien dort große <Ber|o£^ungejr gegen änsgebrochyn unbfit seien eigens zu ihm geschickt,, daß er für sie bete und Gott um Hilfe anrufe. Der Dorffchneider geriet zuerst in große Erregung und antwortete mit groben Worten, er sei ein einfacher, ungelehrter Mann, dessen Gebet wenig bedeute. Da sie aber nicht nachließen, sprach er dann: „Geht in Frieden, denn bevor Ihr noch die Heimat erreicht habt, sind alle Gefahren schon abgewendet." Noch am selbigen Freitag meldete man dem ^Frommen Verein" in der Stadt, daßx der Dorfschneider plötzlich gestorben sei. Wie damals und dort üblich, würde die Beerdigung sofort vor Sabbätantritt vorgenommen. Da die Männer des „Heiligen Vereines" sich nicht viel daraus machten, hier Hand anzulegen, übernahmen die zwei Fremden den heiligen Dienst, nWzcn Die Httmiouno imv ßingon Mrv in Bahre her. Nach Sabbatausgang gingen die Fremden ihres Weges. Als man aber am Sonntag bei Anlaß einer anderen Beerdigung auf den Friedhof kam, stand am frischen Grabe des Schneiders ein Brett mit der oben angeführten Aufschrift. Nun wußten die Bewohner von Tuschewitz, daß sie einen Heuigen, enien der „Sechsunddreißig" in ihrer Mitte hatten. Ein Denkmal mit einem FNtk suMerum nmrDi Wr erritftfat und m Zeiten der Not kommen bre Menschen aus allen Gegenden hergeströmt, um am Grabe des Heiligen zu beten. - Welche Lesart nun auch recht haben möge — die gaben die'Grülcklläge fürbie ©eemfert'■.injgeorgischen Juden sind schon so lange im Lande und Der Jude Abram Zakutü verfatzte die ^üstrouoinisd»sn ' ~ ‘ ' " . ' UM Mdc US M MWllMM M AllM großen Neise-ExMitionen . nahmen - Züben-direkt teil, auch unter den. Begleitern von Colutnbus waren einige Juden. Erwähnenswert sei, daß nach der Entdeckung von Brasilien Höffitz Manuel dieses Land einer Gesellschaft von Marranen in Pacht gab, an deren Spitze der Jude Fernando Lorontra stand. Diese Gesellschaft wurde ver- Die Juden von Sk. Georgien. Bon Dr. I. Goldmann. Ein kleines Häuflein der Juden hat sich im schönen transkaukasischen Lande Georgien, dem ehemaligen von Griechen beliebten Kolchis, vom grauen Altertum her verloren. Es ist historisch nicht genau festzustellen, wann sie zum erstenmal in Georgien eingewandert sind. Schon im sechsten Jahrhundert v d. g. Z. sind sie in der griechischen Kolonie Phasis (an der Mündung des Rionflusses, wo jetzt die Stadt Poti nm tScfjroarften 3J£eer Wt). ernmimt,. fmk st- \>amai^ mu gktM>tscheu Kausieulerr ins Land gekommen UNd haben sich dort angesiedelt. Andere Quellen berichten, daß noch der Asfyrerkönig Nebukadnezar seine jüdischen Gefangenen im Kaukasus, im heutigen Georgien, angesiedelt hat. Die Juden hießen im Syrischen „Vertatst", wonach das ganze Land Jveriatsi-Jveria genannt worden ist. Die erste Niederlassung der Juden unter Nebukadnezar fand tatsächlich an der unteren. Aragina statt, im Gau Cherch, die zweite an der Südostküste des Schwarzen Meeres, im Gau Iber. zurückführten. Dann kommen die sogenannten Gorcy, deren Führer Schamil im vorigen Jahrhundert der russischen Militärmacht so viel Sorgen bereitet hat. Diese "Judenstämme erfreuen sich des. Rufes der größten Tapferkeit. - 1 . ■ Unter drei Millionen Einwohnern in Georgien leben etwa 28 000 Juden. Sie treiben Handel, aber auch Acker- und Weinbau, Viehzucht und fertigen geschmiedete Kupfer- und. Eisenwaren. Noch heute, gibt es in Georgien Dörfer, die nurvon ackerbautreibenden Juden bewohnt werden (Kulafchi, Lajlaschi). Äber' auch die Juden, die in den Städtsu - »»ahnen, fyabun l>i« S3«r£>jrt= D1II10 lllit ßöiff tzrchi. x^^l-c»pxns fast fthyx hat lM Lande einen Weinberg. Aeußerlich unterscheiden sich die Judetz von den' Georgiern nicht; sie tragen meistens die allgemeine Landestracht -mit dem Dolch am Gürtel; ihre Muttersprache ist georgisch, nur die Sprache ihrer Gebete ist hebräisch. Bon „Jiddisch" haben sie keine Ahnung und im Verkehr mit russischen Juden sind sie auf die russische Sprache angewiesen. Ihren Unterricht genießen sie in den allgemeinen georgischen Schulen, und die. Gemeinde sorgt für besonderen Religionsunterricht, Die georgischen Juden fühlen sich seit Jahrhunderten als Georgier. Schicksalsgnade wie Ungnade haben sie immer mit dem Volke geteilt.. In Treue haben sie stets zur jüdischen . Religion gehalten, Auch^die nichtjüdische Bevölkerung Georgiens hat die georgischen Juden niemals als Fremde, sondern als Teil des Volkes betrachtet, und selbst unter dem Zarismus hat man es niemals versucht, die Rechtseinschränkungen, denen die Ostjuden unterlaßen, auch den georgischen Juden gegenüber geltend zu machen. Ein sinzigss Mol. <1896 m . Kotois^» büt öiö Ißßfiü&i litt Dä^rärn <31» ma^n versucht; nbrr die Vevölkerung leistete energischen Widerstand und die georgische Presse bezeichnete ohne Ausnahme diesen Versuch als die größte Schande; es haben sich dann niemals antisemitische Angriffe wiederholt. An dem politischen Leben haben die georgschen Juden, solange der Zarismus herrschte, wenig teilgenommen, denn die russischen Verhältnisse waren ihnen fremd. Aber nach der Unabhängigkeitserklärung Georgiens haben sie sich mit allen Kräften in den Dienst der Entwicklung des nationalen georgischen Staates gestellt. Auch die georgischen jüdischen Soldaten, die während des Krieges durch ihre Tapferkeit bekannt waren, haben sich zur Verfügung gestellt, als die Heimat in Gefahr geriet. Obschon es auch in Georgien genügend Chauvinisten gab, kannte man dort keinen Antisemitismus, bis die Bolschewisten einzogen und mit -ihnen auch der Antisemitismus. Die Bolschewisten - hatten 1920. die Unabhängigkeit Georgiens anerkannt, okkupierten aber dann treubrüchig das Land 1921 mit Gewalt. Damals zog auch der Antisemitismus, der auch unter den Kommunisten seine Blüten treibt, in Georgien SIN. m WMAn 3u\m Mm msdlge W koljchewistischen Politik zum erstenmal für ihre Religion. Viele von ihnen sind ausgewandert und haben, sich vorläufig in Konstantinopel angesiedelt. (Der Schild.) pflichtet, in jedem Jahre mindestens 200 Meisen des Landes zu erforschen. Man übertreibt nicht, setzte Prof. Cortezao fort, wenn man sagt, daß die Entdeckung und Erforschung Amerikas ein Werk der Marranen sei. Ich selbst, schloß Prof. Cortezao, habe jüdisches Blut in meinen Adern, mein Urahne ist Ferrao Mendes Pinto, ein berühmter Gelehrter ünd-Reisesorscher, ' der durch - Zwang den jüdischen Glauben verlassen hatte. . (Wieder einmal die jüdische Abstammung von Christoph Kolumbus.) In Rom wurde dieser Tage der Internationale Kongreß für die Erforschung der . Geschichte des neuen Weltteils und der Völker, die Amerika bewohnen, abgehalten. In großer Zahl nahmen an den Verhandlungen amerikanische Gelehrte teil. Eines; der Hauptziels des Kongrsssss toar die Behandlung her Sraoe W ffifUüfl BJtt Christas Eoiumiuje?m ZusgMMSNhlMg mH den neuesten Forschungen aus diesem Gebiete. Auch jüdische Gelehrte beteiligten sich an den Verhandlungen, so u. a. Prof. Amagia-Rom, Prof. Leoin-Florenz, Prof. Leo Wiener von der Harvad-Universität, Prof. Davioson- Philädelphia und Prof. Sternberg von der Wissenschaftlichen Akademie in Leningrad. Der römische Korrespondent der Jüdischen Telegraphen-Agentur hatte mit dem bedeutenden Columbus- Forscher,. Prof. Cortezao von der Universität Lissabon, ein Interview über die Frage der nationalen Herkunft von Columbus, Prof. Cortezao sagte: Die neuesten Forschungen spanischer und portugiesicher Gelehrter über die Herkunft von Columbus, hauptächlich die Arbeiten von Don Enrique Zeis, beweisen, daß der Entdecker Amerikas in der spanischen Provinz Galicia geboren wurde. Mit einem höhen Maß von Sicherheit kann man sagen, daß Columbus einer „neu- Avifcidrerx" 2, i), Mer WMlic ver MllrmiM. entstammt, dir m der Provinz Mlizia einen sM SMlltenden Teil der Bevölkerung ausmachten. Man weiß, welchen hohen Anteil die Juden und Marranen Spaniens in dem 14. und 15. Jahrhundert an den großen See- Forschungsreisen ■ genommen haben. Der portugiesische Jude, Prof. ,Joaquim Bensaile, hat.unter dem Titel „Portugal in der Zeit seiner großen Entdeckungen" ein Bach veröffentlicht, in welchem in überzeugender Weise, der . Einfluß -der jüdischen Wissenschaft in Spanien und Portugal auf den Erfolg der großen Expedition von Columbus nachgewiesen wird. Die jüdischen Astronomen €* Iff ausschNetzNch Sache der Le^ W AllsMW fett Empfehlungen. rlkuevee Ware«. obn sonstige Angaben rellgionsgesehlichen Charatter» auf. ihre ZuverlSsflgrett prüfen. .. ' E. Eisenmatin Telefon Carolus 42493 Grfinestrasse 12 der Victoria- Vmictaenings-Qesellscliafleii t Vermögen: 220 Millionen Mark Fachmännische Beratung in sämtlichen Versicherungszweigen L. BARBARINO Frankfurt a.M. INHABER A. STERN gegründet 1887 CIGARREN T" k Alis feinste Hamburger und Bremer Fabrikate Import von . Havana-Cigarren und -Cigaretten , Kaiserstraße 7 Ksdserstr 81 Tdrf" H““‘Zeil 88 Versand nach auswärts Martin Buber spricht am Montag, den 3. Januar 1927 in Hamburg auf Einladung der Buchhandlung Goldschmidt G. m. b. H. in Hamburg, über das Thema: „Der heutige Mensch und die Bibel". Die Dr. Gans'sche Handelsschule, Bleich- 'traße 62, älteste Handelsschule am Platze, nimmt für das im April beginnende Schuljahr Neuanmeldungen jetzt entgegen. Die Dr. Gans'sche Handelsschule ist stacrtllltz Soitaeffirmiert txitb jene^rmgi und- Usllssstßjst «nb jtuatlichen Slhuiaufstchlsvehörden. Der gesamte Unterricht in dieser altbewährten Anstalt lehnt sich hart an die kaufmännische Büropraxis an, derart, daß die Schülerinnen eine gewissenhafte und praktische kaufmännische Ausbildung hier erhalten. Die israelitischen Schülerinnen sind hier selbstverständlich von dem Schulbesuch an den Sabbaten und Feiertagen' ohne weiteres befreit. Wir verweisen auf das heutige Jnerat. Die 'Chemischen Werke „Gänserin". Berlin R. 54, Gipsstraße 9 haben unter dein . SXiamen „Gün^erindSlHSll" iXI längst erj-e^nle HSrg^stelll. » „Gänserin-Schmalz" ist am Geschmack ebenso gut wie Gänseschmalz. Gänserin-Schmalz ist leichter verdaulich als Gänseschmalz und ärztlich empfohlen. Gänserin- Schmalz ist als Brotaufstrich unentbehrlich, Gänserin- Schmalz hat 100 Prozent Fettgehalt, enthält keinen Wasserzusatz. Es ist in der Qualität mit Margarine nicht zu vergleichen. Gänserin-Schmalz wird unter Aufsicht des Rabbiners der Synagogengemeinde „Adas- Jisroel" hergestellt. ' Die Jüdin von Skäravalöff. Die Eden-Lichtspiele, die sich in kurzer Zeit chon eine gewisse Beliebtheit erworben.haben, bringen >emnächst, dem Zuge der Zeit folgend, auch ein j ü d r - 'ches Stück zur Aufführung: die Jüdin von S k a r a v a l o f f. Ueber den Wert dss Stückes und das Ttiötftrje •Kommt. Das in Toinam MitMlinAä st^i, D2H IDir noä) Aus ber Ankündigung sieht man, daß der Film, der unter der Regie Henri I o s s e l und Beteiligung namhafter Künstler ausgenommen" wurde, einen Siegeszug durch alle Länder Europas und Amerikas gemacht hat. .. ■ y Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilletov S>-Schach nowitz, Frankfurt a. M.; Inserate 1. B.: tzv- Schüch« n o rbitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L> Kaufmann in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag »Israelit", G.m.b.H., Frankmrt a. M. — Druck Sermon Verlags- Aktiengesellschaft. Frankfurt a. SR. 1431