Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 49 (2.12.1926)
- Date
- 1926-12-02
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 2 Nr. 22 Der 3 sra ei t i Bl ä tt e r 2. Dezember 1926 Offene Türen und geschloffene Türen. Bei uns im Westen, da stehen die Türen zu den Hallen des Gotteswortes, zu den Bote Midrofchim und Chadorim weit offen. Hell find die Räume und luftig und freundlich. UnÄ die jungen Menschen, die in ihnen lernen könnten. kmnön kaum au Nöt des Körper ist wohlgenährt und gut trainiert. Aber die Hallen bleiben leer; wir finden die jungen Menschen nicht, die in ihnen sitzen und emsig lernen und fleißig studieren. Und drüben im Osten, da sind die Menschen, die lernen wollen, und die vom heißen Drang .nach Wissen erfüllt sind, aber die Türen zu den Bote Midroschim find geschlossen. Die Türen sind geschlossen, weil die Stätten, zu denen sie gehören, nicht mehr da sind, niedergebrannt, ausgeplündert, Ruinen. Und wo die Stätten noch sind, da sind die Türen geschlossen, weil die Seforim fehlen, und wo die Seforim noch sind, da sind die Türen geschlossen, roeit ber Mcrngfs iff ösn lebten Monaten so furchtbar vrMenv geworden ist, .daß man dem Jeschiwo-Bochur nicht einmal mehr ein Stück Brot am Abend geben kann zu seiner Sättigung, nachdem er den ganzen Tag gelernt, gelernt und gehungert hat. Und leichter, viel leichter ist es, dort wo die Türen geschlossen sind, Sorge zu tragen, daß sie wieder geöffnet werden, als jene Leere zu bannen, die hinter den offenen Türen unheimlich gähnt. Die geschlossenen Türen öffnen sich, wenn wir im Wösten das Gsringste, das es käs wir [q i?!cht entbehren rönnen, geben: Gew! Denn das Beste und Edelste, die Menschen mit ihrem Hunger nach Tauro, die sind ja dort' drüben in so großer Fülle vorhanden. Ist es nicht ein bezaubernder Gedanke, daß wir hier im Westen mit einem ganz kleinen Opfer an Gut Träger eines gewaltigen Wiederaufbauwerkes im Osten fein Können? Ist es nicht ein zwingender Gedanke, daß wir gewähren können, Gewaltiges gewähren können, ohne selber zu entbehren? Und umgekehrt: Ist es nicht ein furchtbarer Gedanke, daß wir hier bei uns im Westen bei aller äußeren Pracht, bei aller Sicherheit des Lebens, M ISorfJflnDßMfÄm gimMgstrn Möglichkeiten so wenig für die Hebung des Taurolernens Lun, weil uns die Menschen fehlen? .Müßten wir nicht schon aus diesem Grunde mitheißem Herzen und offener Hand bereitstehen, und die Rede, die oft nur Ausrede ist, weit von uns weisen: daß wir im eigenen Land zu tun hätten, genug zu tun hätten? Es ist ja gar nicht wahr. Das ist ja der große Jammer, daß wir bei uns MffM könnten, und das uns das mty SSlingt, nicht wsil uns dis Mittel fehlen, sondern die Menschen! O, meine Freunde, seht den Bochur aus dem Osten, blaß, schmal, ausgemergelt, verhungert, aber aus seinem Auge sprüht das Feuer, und wenn er den Mund öffnet, dann sagt er euch geistvolles Wort und erhabene Rede. Und seht den jungen Mann bei uns. Wie schön ist er gekleidet, wie wohlgepflegt ist sein Aeuheres, wie steht er mit beiden Füßen fest auf dem Boden der Wirklichkeiten! Und bofy tberttt MK mit iM Mim halten, wie wenig weiß er von ösu Dingen, die ihn am tiefsten angehen, wie wenig von der Tauro, vom Judentum, vom Judenland, vom Klall Jisroel! Dort im Osten, da blüht ein Chofez Ehajim. Er ist die höchste Autorität, weil er einer der . edelsten Menschen und tiefsten Wisser ist. Wissen wir bei uns im Westen, wer der Chofez Ehajim ist? Gönnerhaft und überlegen heißen wir ihn vielleicht gar einen Anatffabeterxi |j gMMf MMN MlNM l M russisch nicht schreiben kann. Lassen Sie uns zufammerzstöhen, uns, die wir im Westen leben, westlich eingestellt und westlicher Zivilisation voll sind, lassen Sie uns das begreifen, was es heißt, jene geschloffenen Türen wieder zu öffnen. Wir find hier im Westen, aber lassen Sie unsere Herzen, unser verstehendes Mitempfinden im Osten fein. Nicht nur um unserer östlichen Brüder willen, sondern um I unserer selbst willen, um des neu in uns er- ' wachenden Verständnisses für die Tauro, um der neu in uns aufflammenden Liebe für das jüdische Wissen willen. Es muß nicht so sein, daß man sagt: Die Tauro ist im Osten, und die ummfjettipu sm WkstLll, DMlern wir im Buch der Geschichte einige hundsrk Jahre zurück, ja vielleicht nur ein Jahrhundert, so waren bei uns die großen Männer. Beeinflussen wir den Gang der Geschichte, daß sie wieder, bei uns sind. Beeinflussen wir die Geschichte, indem wir uns selbst beeinflussen. Ermannen wir uns zum Erkennen unserer eigenen Schwächen und Mängel! Gewiß sind im Osten auch Schwächen und Mängel, aber die sehen wir nicht, wollen wir nicht sehen, brauchen wir nicht zu sehen, denn nur das Gute und das Beste, das dort lebt, dem soll ja unsere Liebe, unsere Tatkraft, unsere Sehnsucht und unser Streben, es nach hier zu verpflanzen, gelten. Lassen Sie uns von unserer Kraft vem Osten leihen und nchmsn von seiner göistigött Starke. Lassen Sie mich all das, was uns bewegt, die wir im Keren Hatorah arbeiten, und Sie als Mitarbeiter zu gewinnen suchen und zum Teil gottlob schon gewonnen haben,, lassen Sie mich all dies auf die eine Formel bringen: Sorgen wir, daß der Osten leben kann, damit er lerne, Sorgen, wir, daß der Westen lernen kann, damit er lebe! Eröffnung dLc fünften Talmud Thora des deutschen Seren Hatorah. Am Sonntag den 2. November (15. Kislew) eröffnete der deutsche Keren Hatorah in Duisburg feine fünfte Talmud Thora, in welcher ca. 60 Knaben einen gründlichen jüdischen Unterricht durch zwei Lehrkräfte erhalten werden. Aus diesem Anlaß veranstaltete die Machsike Hadas-Vereinigung in Duisburg eine Feier, bei welcher nach einleitenden Worten durch Herrn Zahler Herr Wals <S. MMNS Des LllNvesDirekwriums Sis Thora eröffnete und die Richtlinien darlegte, nach denen der Keren Hatorah feine Talmud Thoras leitet. Herr S. Ostersetzer, der für die Oberklafsen engagierte Lehrer, leitete seine Ausführungen mit einem Talmud-Vortrag ein, um alsdann auf die Methodik des Unterrichtes in Schulen, die in Deutschland domiliziert, aber vorwiegedn von östlichen Kindern besucht sind, ausführlich ein^a- 08|lW. ‘ Herr Rabbiner Dr. Neumark begrüßte im eigenen Namen und im Namen des Gemeindevorstandes die Gründung der Talmud Thora aufs herzlichste und gab der Hoffnung auf friedliches Zusammenarbeiten aller an der jüdischen Jugend interessierten Faktoren Ausdruck. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier fand ein Festesten statt, bei welchem namens der Machsike Hadas Herr Caspar dem deutschen Keren Hatorah für diese im Interesse der Jugend so notwendige Gründung herzlichst dankte, während Herr Kolsky, vcr AorwiM üw der DurKhurger jüdischen Gemeinde, die Duisburger Jugend anspornte und zu fleißigem Lernen aufrief. Aus der Bewegung. Warschau. (AJPB.) In der vorigen Woche wurde im Lokale der Mesiwta in Warschau eine neue große Speisehalle eröffnet, in der täglich die 400 Bachurim, die aus der Prgvinz an der Iefchiwah Hören, «usgespslst roe^?TIj _ : Pwkroww. (AJPB ). Alls Uv in U* »orfan Woche stllttgehabtcn Gömsindeverwaltungssitzung wurde beschlossen, in das Budget für das Jahr 1927 einen Unterstützungsfond von Zloty 600.— für den Keren Hajifchuw und Zloty 100.— für die Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel aufzunehmen. Amsterdam. (AJPB.). Universitäts-Professor Dr. Max Eisler, der unermüdliche Arbeiter auf jüdischsozialem Gebiete, der langjährige Präsident des Jüdischen Hlfswerkes der Agudas Israel in Wien, weilte einige Wochen in Holland, wo er zugunsten der Ostjudenhilfe des Vereins „Israel" mehrere Vorträge hielt. Prof. Eisler wurde überall, wie uns aus Holland berichtet wird, mit großer Herzlichkeit empfangen; die holländischen Zeitungen, auch die nichtjüdijchen, bringen ausführliche Schilderungen über Persönlichkeit und wissenschaftliche Bedeutung des bekannten Forschers. Seine Vorträge haben der genannten Vereinigung einen großen Erfolg gebracht. jo lys vrmeiWMö MMN! im InWM U» tä&snöen öMHen Bruder mit mmv CmegiL aüfnehmen farm. Subokica. (AJPB.). Der kürzlich hier gegründete Keren Hachinuch, eine Zweigorganisation der Agudas Jisroel, hat auf Beschluß der Landesorganisation in Subotica die Errichtung einer jüdischen Gewerbeschule be-- schlossen. Seitens der Zentralleitung wurde ein größerer Zuschuß bewilligt und von den Mitgliedern der Vereinigung sind bereits namhafte Beträge eingezahlt worden. Prag. (AJPB.). Der Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses in Wien, Rabb. Dr. Pinchas K o h n, sprach am Mittwoch den 24. Nov. im jüdischen Rathausübre das Thema: „Die geistige Verfassung der gegenwärtigen Judenheit". Der Vortrag fand im Rahmen der kürzlich gegründeten Prager Ortsgruppe der Agudas- Jisroel statt. Am Schlüsse feines mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages, richtete der Redner einen warmen Appell an dis sshr zcü)ll7srch ffl? Mö 3sschrrvc.il, gu JpenWt, Spendenliste Keren Hakhora. Frankfurt a. M.: Hirsch-Lohr. 10, H. Kanter-Bierstaöt 20, Leopold Kaufmann-Sprendlingen 3, Kaufmann 2, Verlobung Sichel—Dr. Goldmann 11.45, Barmizwo Siegfried Oppenheimer 50, Erich Kahn-Mergentheim , 5, Büchse Jeret-Hanau 24.50, Frau Adolf Stern z. ehrenden Andenken an Adolf Stern 25, M. Reis- Heilbronn 10, Karl Ochsenmann- 5, L. Hackenbröch z. Barmizwoh s. Sohnes 20, dch. Jof. Rosenbaum . von Hochzeit Frank-Löwenthal 52.20, Abrahams 3, 3,.“ ‘-SBeU^reubenbuTjj 2, UMgtz g) ZM y. fiü, bch. Roftnhaum 10.70, Leop. Musmann 3, RR. 3, Herrn. Oppenheimer-Hanau 5, Grünebaum 3, Emil Stern-Rodheim 3, Jacob Strauß u. Co. 50, M. Stein-Crainfeld 3, E. Kahn-Mergentheim 5, z. Erinnerung an Frau Gella Rothschild 25, Adolf Bauer-Gedern 3, Leonor Helft 25, Kahn-Mergent-. heim 9, Leop. Kaufmann-Sprendlingen 3, I. u. E. Werner anl. Barmizwoh 25, Julius Schuster-Großkrotzenburg 10, A. Oppenheimer für H. Eramer 5, Herm. Bodenheimer z. Hochzeit 20, aus Hanau 31.60, Barmizwoh Heirich 21,50, Löwenthal Büchse 2.09, Villa Aspira-Soden 12, Eman. Löb 6, Regina Heß- Geroda 5, NN.-Bierstadt 10, dch. Leop. Kauftnackn- Mesenberg: D. Heß, Kaufmann-Sprendlingen 6, Gutmann z. Barmizwoh 10, Büchse Grünebaum 2.06, NR. 6. Wertheimer z. Hochzeit 40. NN. l. 3. teurer t) ö. mm 20. t i te- RMkirchm 6. H. Ws'tuberg iö, Katz-Salmünster 10, I. Rosenthal 5, I. L.-Großkrotzenburg 2, A. Reingenheim-Hopsten 4, Malinvwski Büchse 5, Hochzeit . Ehrentreu-Heckscher 50, NN. 6.50, Verlobung Flörsheim-Ackermann 10, Kaufmann-Sprendlingen 3, M. Reis-Heilbronn 4, NN. 4, May 50, Jos. Walter 10, Sal. Walter 3, Max Joseph 3, Eman. Löb 5, Lehrer 5. Oppenheim-Rhina 41.50, Max Grünebaum 2.30, A. Lewis 5, Jenny Wolff-Vegesack 5, J.-Großkrotzenbürg 2, Büchse Max Adler 10, Adolf Gans 5, L. Weis 5. I. Rsfthof S- GsfchäftsiuLilüurrr 20. Sjo&fieit 8ör 37,59,, 6. Levy-Külshecrn Z, Br-ismiloh Jos. NvsenbaUM 27.50, Robert Aron 10, I. Schuster-Großkrotzenburg 65, Jsr. Gemeinden Gunderheim u. Brückenau 30, Ackermann 6.50, Flörsheim 2.30, NN. 5, L. Kaufmann-Sprendlingen 6, Ackermann dch. Flörsheim 4, Frau Landau anl. Hochzeit ihrer Tochter 5, dch. Renee Neumann, Hochz. Biberfeld-Hirfch 52.10, Max- Joseph 5, NN. 1, I. Z.-Großkrotzenburg, 2, NN. 3, Frau S. Heß-Geroda 5, H. Barnaß-Darmstadt 39, Emil Althoff 2, Max Joseph 6, I. Haas-Borken 4.50, - Wimpfheimer 10, I. Schuster-Großkrotzenburg 5, L. Kaufmann-Sprendlingen 4, E. Freund 2, Großmann 5, S. Kahn 2, Dr. Plaut 5, Karl Ettlinger 3, Max Horwitz 2, Roos 5. Hochzeit Hombur-gsr- Dsiltnfttin flO, firn flirlMoBr io. m I. &im £. aiam NW-Hltnau % W. Benno 14.50, Büchse 7.50, Levite 1, Landau 1, NN. 6, H. Frank-König 6, I. Rosengarten 5, Max Joseph 10, L. Wertheimer 2, dch. I. Schuster-Großkrotzenburg 21.25, L. Kaufmann-Sprendlingen 3, Dr. Hartmann 1, z. Brismiloh Ahrend 26, C. Löb-Birkenau 5, M. Joseph 9, NN. 8.50, Brismiloh Dr. Posen 21.50, Büchse Hotel Adler-Bad Nauheim 5.80, Dr. R. Weinberg-Bad Orb 10, Grebenau 20, M. Nußbaum-Neukirchen 5, I. S.-Großkrotzenburg 2, B. u. G.-Hannovet 10, M. Joseph 15, NN.-Wiesbaden 5, »• s. dck. jM, Kl MUstüMM MNler 5. BllrilliWllh ö, ®. @tf). 5. L. O. 1, D. W. 2. Dr. W. Hofmann % N. Welll- Frsiburg 6, Flora Guggenheim 10, NN. .6.40, L. Seligmann 3, Rosenfelder 10, dch. Kaufmann-Sprendlingen von H. Wols-Dietzenbach 5, Ullmann z. And. an Jacob Ullmann Vst 10, D. Bacharach 10, M. Reis 2, dch. Schuster-Gr. Krotzenburg, von Hirschmann 10, Berberich 10, Walter H 3, Schuster 6, Büchsen 6, Dr. G. Schnerb 30, Dr. Sulzberger anl. des Heimgangs von Frau Sulzberger 10, Lewinfon- Schirwindt 5, Frau S. Heß-Geroda 5, Teil Matnas. jad-Sammlung Sulamith Ansbacher-Wiesbaden 10-