Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 49 (2.12.1926)
- Date
- 1926-12-02
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 14 Nr. 49 der Mutter gezeigt. Er hatte sich etwa ein Dutzend ihrer angefertigt. Doch da war eines unter ihnen, das tanzte viel länger und gewandter als seine Brüder, und das machte ihm ganz besonderen Spaß. Nun holte er aus der Kommode eine braune Pappschachtel hervor, in der er sorgsam allerlei buntes Papier verwahrte. Das wurde nun auf dem Tisch ausgebreitet und zurechtgeschnitten. Jedes Trenderlein bekam ein buntes MMMöN mmm- 3n MM. gMNM. blSUM, gelben Farben lagen.sie in Reih und Glied vor ihm. Das eine bekam gar ein goldenes Kleid. Aber denkt ihr, nun sei so ein tanzendes Männlein fertig? Nein, nun müssen ja noch die denkwürdigen Worte: „Nes Godol Hajo Schom" behutsam aufgemalt werden. Und wieder verwendete er auf das eine Tiend erlein ganz besondere Sorgfalt. Wie er nun alle fertig hatte, ließ er sie auf einem Tischchen vor -seiner Mutter Bett tanzen und als schon alle fcmtjft müde rings im Kreise herum lagen,' da taiizte das goldene 8«ng M ökki dis pitnnüi fiini Vtunüi unü fiel dann mit lachender» Miene auf sein glänzendes „Gimmel". — Noch läüge, nachdem der Junge schon im Bett gelegen, dachte er an das Trenderlein. Am anderen Tage war Crew Chanukoh. Wenn er sonst an diesem Tag immer traurig war und seine Armut ganz besonders fühlte, so war ihm heute, als ob ihm noch eine große Freude bevorstehe. In froher Erwartung brachte er den Tag dahin. Als es begann, dunkel zu werden, zog er seine Schaboskleider und einen zwar alten, aber säuberlich geflickten Mantel an und wanderte mit seinen Trenderchen, die er sorgsam in seiner Tasche vergraben hatte, hinaus in den kalten Winterabend. Sein Ziel war das nahe Städtchen. Dort ging er erst in die Synagoge, wo gerade gebetet und entzündet wurde. Dann ging m llurch Die öinsamsn GößchLtt ml Ließen, wo die letzten Fußgänger raschen Schrittes ihrem behaglichen Heim zueilten. Wo er aber eine Menorah sah, die mit ihrem „einen" Lichtlein so freundlich in die Nacht hinausblickte, da trabte er mit feinen halb erfrorenen Füßlein schüchtern die Treppe hinauf, um seine Waren anzubieten. So hatte er alle Trenderlein bis auf das „eine" verkauft. Da kam er auf dem Heimwege an einem prächtigen Haus vorbei, an dem er unten an einem glänzenden Messingschild den Namen Jakob Löw las. Klopfenden Herzens zog er die Glocke und bald wurde ihm von einem freundlichen Mädchen in blendend weißer Schürze geöffnet. Nach seinem Wunsche befragt, wurde er in das Innere des Hauses geführt. Mit hochrotem Kopf trat Benjamin auf den Zehenspitzen ein und blieb schüchtern an der Tür des hell erleuchteten Wohnzimmers stehen, wo eben die FüMliL öLM Tz« ihn freundlich willkommen und bald saß er vergnügt zwischen den beiden Kindern am Familientisch. Nun aber zog er freudestrahlend seinen Schatz aus der Tasche. Mit hellem Jubel wurde das seltsame Ding von den Kindern empfangen. Als es sich aber erst so geschickt im Kreise zu drehen begann und Benjamin nicht müde wurde, von der Chanuköhgeschichte zu erzählen und von dem Wunder der Menorah im Tempel, da gaben sich die Kinder nicht eher zufrieden, als bis jedes von sein Kerzen angesiecki hcrsts, -NS ihnrn ihr geschickter kleiner Gast rasch aus einem Brettchen hergerichtet hatte, wie er es auch bei sich zuhause immer machte. Wie er aber erst mit feister zarten Kinderstimme die Brochos sang und dje.trauten Töne des Moaus Zur erklangen, da wurden dem Vater heimlich die Augen feucht; denn es erwachten leise wehmütige, heimelige Erinnerungen in seiner Brust.; Fortan brauchte Benjamin und seine Mutter keine Not mehr zu leiden. Das Trenderlein aber wurde von Jahr zu Jahr in der Familie als kostbarer Schatz gehütet; Hütte es doch an so vielen Menschen zugleich seine siMll r I!l : Der Israeli t Wie das .. et^e TreybelMa MW», Es war einmal ein kleiner Junge und ein guter Großvater. Ich nenne die Beiden zusammen, weil sie'eigentlich so recht zusaWsten gehörtest. Keiner hat^e solche Geduld mit hem Kleinen wie Großpapa, Keiner wußte so -fä)ön mit ihm zu sMmMmrs ss WuMOrvr tzWW« zu erzählen. Er form# gänze NeMn PupWest aus Papier schneiden, kleine Schiffchen, die richtig auf dem Wasser schwimmen könnten; Peitschen aus Weidenruten und Tau, die herrlich knalltest; alles sticht so prächtig wie die' Spielsachen in hen Laden der Nahest Stadt, aber dafür von Großpapas Händen selbst gefertigt, das war doch etwas gästz/gststz anderes.;,MvHava/rüas bekomm' ich zu Chanukoh?" „Tja, meist Jung', das wird wohl dieses Mal nichts werden!" Mll M Ms M ganz traurig aus. wM sr das^ sägte' und ,legte feiste Stirn in'schwet'eFstkte'n. äg\ 'es ivar wirklich schwer^ immer neues Spielzeug zu erfinden, — und morgen war Chanukoh! Am Abend, als der kleine Junge längst im wärmen Bettchen lag und Mief, 'faß Veit Alte und schstitzie aüs Holz allerhand Tierchen zurecht. Das roär gär Nicht so leicht, und manches Stückchen Holz wanderte in die Ecke, weil es keine Form annehmen wollte. Da war auch so ein kleiner Klötzchen hatte der Alte hin Und her gewendet und mit dem Messer bearbeitet, oben und unten einen kleinen Stiel geschnitten und hatte ihn dann zwischen den kleinen Holztierchen auf dem Tisch liegen lassen. „Was für ein komisches Ding bist du?", sagte -as kleine Pferdchen neben ihm. „Du hast ja keine vier Beine, du kannst sicher Nicht!ttdl stehn." Und es gab dem kleinen Kerl einen Stotz, daß er vom Tisch herabfiel und auf dem Boden weiterkollerte. Ja, das Pferdchen hatte recht, es konnte wirklich nicht gerade stehen, das hölzerne Ding. Es mußte sich immerwährend um sich selbst drehen, bis es schließlich ermüdet auf die Seite fiel. „Aber das ist ja großartig," rief da der Alte, und er brachte das kleine Ding nochmals in Bewegung. Hei, wie es tanzte! Nun sollte das Pferdchen doch sehen, daß es auch was konnte, zwar nicht gerade stehen, aber dafür tanzen, tanzen ... „Was habe ich da für schönes Chanukohfpiel für unseren Jung," sagte der Alte. Er feilte und schnitzte noch daran herum, bis alle vier Seiten schön ebenmäßig waren. Als am anderen Abend die ersten Chanukohlichtchen angezündet und das Moaus-Zur verklungen war, da tanzte das kleine Spielzeug zu des Knaben großer Freuds auf dsrn 8ns ww b«s elfte Srenbelttjen, der Ur- Ur-Urahn aller Trendelchens auf der Welt. „Und weil du zum Chanukoh-Feste entstanden bist, sollst du immer so recht ein Chanukoh-Spiel bleiben und daran erinnern," sagte Großpapa. Und er malte mit bunten Farben auf die vier Seiten des Trendelchens je einen jüdischen Buchstaben:^ m '* '3- Das sollte heißen: ow mn d* „Ein großes Wunder ist dort geschehen." Und er erzählte dein kleinen Enkel die Ge^ic^te vorn Seitdem hat das erste Trendelchen viele, viele Nachkommen erhalten, aus Holz, Elfenbein und sogar ganz pikfeine, die wie Silber glänzen; und viele Tausende von großen und kleinen Kindern haben seitdem damit gespielt, wenn die Chanukoh-Lichtchen brennen. Man wirft ihm Papierhütchen auf den Kopf, während es tanzt, man ruft ihm allerhand zu; es läßt sich aber nicht beeinflussen und fällt mal auf diese und mal auf jene Seite, wie es das Glück eben will. B. C. 2. Dezember 1926 * Es ist ausschließlich Sache der Leser.dieimInseralen. keil enkhalkenenEmpfehlungenrikuefler Wäberi^ oder sonstige Angaben religionsgesehlichen EharakkerSäuf i$ta i! ZuverlSsfigkett z« prüfen? Yersicherungszweigen ■; honen■.» Mark Frankfurt a. M. INHABER A.'STEfel^ gegründet 1887 Cigaretten CIGARREN Tabake feinste Hamburger und fÜremer Fabrikate :■ .... . ...... . . V. V W Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten KafsQrsiraßQ 7 Kaiserstr 81 Z^il 88 Versand nach auswärts seit* i©© jahren bewahrr von Millionen gerrünken »MEDRÜVA« früher MEDER’S DRUCKLUFT. Teppich - Reinigungs - Gesellschaff m. b. H. Telefon Caroius 43922 Bergerstrasse 149 Ansrisnnt Bssts und SGhonsnsta Cntitaudunfl. Chem. Reinigung - Kunetetopfenei - EhtMAttuHg von Teppichen und Möbeln mit Zydön-Gas. Lagerung * JULIUS SCHMIDT ANNONCEN - ANNAHME zu Originalpreisen ♦ Frankfurt am Main Langestrasse 7 Telefon Hansa 4641 Postscheck-Konto Frankfurtmain 142353 Einzige liiseraten-Annahme f“r rnÄsnrr Ssssnans inäerete dos »ISRAELIT« Annahme von Inseraten für sämtliche hiesige und auswärtige Tageszeitungen, Wochenu. Fachblätter' JULIUS SCHMIDT ANNONCHN-ANNÄHME zu öriginaipreisen Das allseits bestbekannte Park-Hotel in Bad Tölz eröffnet in seinem Nebenhaus unter dem Namen K u r - Pension Hellmann am 19. Dezember einen Winterbetrieb. Wie das Hotel ist auch die Pension mit allem modernen Komfort (Zentralheizung, fließendes Wasser warm und kalt in allen Zimmern) eingerichtet. Der Ruf einer gut geführten Küche geht dieser voraus und ist sowohl den Kurbedürftigen, wie auch den in herrlich winterlicher Gebirgswelt Erholungssüchenden Gelegenheit für einen recht behaglichen Aufenthalt geboten. '< Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das ffeutlleto« 8. Schachnowill^Manktzuct fLÄ* - -