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Der Israelit · 1926-11-25 · Heft 48 (25.11.1926) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 48 (25.11.1926)
Date
1926-11-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. 48 Der $ «r a e111 25. November-1928 nung einer Wirtschastserscheinung ist gewiß kein Schladwort, sondern ein sehr klarer, scharf umrissener Begreift. „Kapitalismus" aber als Bezeichnung einer besonderen spezifisch deutsch-orthodoxen seelischen Haltung ist in der Verallgemeinerung, in der dieses Schlagwort von den Herrn Wolffsberg, Cohen und Genossen gebraucht wird, eine bösartige Erfindung der ganz oder halbzionistischen oder unbewußt zionistisch infizierten Gegner der Orthodoxia. Ms füll Mm ÖOLWtzM» Ml CÄWU lai iw* Frieden mit dem Kapitalismus geschlossen"^ Mit demselben Rechte kann man sagen: Der Katholizismus oder der Zionismus oder die Sozialdemokratie oder die ethische Kultur oder die Bene Brith-Loge hat ihren Frieden mit dem Kapitalismus geschlossen — denn in all diesen einen geistigen Gehalt in sich bergenden sozialen Gruppierungen gibt es eine Menge Menschen, die mehr Geld verdienen als sie gerade für ihren tätlichen Lebensbedars brauchen und die sicherlich auch sehr häufig den Gesichtspunkt des Geldoerdienens über die Töchterversorgung. Als langjährige Abonnentin Ihres geschätzten Blattes bitte ich um Ausnahme dieser Erwiderung auf den Artikel „Töchterversorgung". 1. Einsenderin des Artikels hat wohl keine richtigen Einblicke in jüdische Familien, welche heute leider durch die unglückseligen Geldverhältnisse gezwungen sind, ihre Töchter in die Fremde zu geben: sonst würde die- Dome dkbft fflBFimier sM melk D 61 o m a D Tochter stnv, nicht in di« Reihen der gewöhnlichsn D i e n st b o t e n, welche Nur „groben Arbeiten" selbst verständlich sich unterziehen, stellen. Schließlich hat doch auch ein jüdisches Mädchen, das leider in die Fremde muß, m e i st e n s eine bessere Erziehung genossen, als ein gewöhnliches Dienstmädchen und dann mutet man doch als guter Jehudi einem jüdischen Mädchen nicht alle grobe Arbeit zu, soviel Herz muß man doch schon haben, vielleicht leisten heute schon viele jüdische Mädchen, denen es auch nicht an der Wiege gesungen wurde, harte und schwere Arbeit. 2. Daß die jüdischen ,->b,w°rg°ffend- Hingabe an das Lebensglück und das Mädchen 'öfters F-mittenanMub erbitten" ist doch nicht Interesse des Nächsten stellen. Daß der Prozentsatz dieser „Kapitalisten" unter denen, die Woche für Woche das große 022? Mir? bringen, die auf hundert Wege einer aufwärts führenden Lebenscarriere verzichten und gewissenhaft ihr oder rain geben, größer f,er als unter Liberalen, Zionisten, Katholiken, Sozialdemokraten und Logenleuten, dafür wolle Herr Dr. Cohen doch gefälligst seelenstatistisches Beweismaterial er bringen, bevor er seine völlig subjektiven, stimmungs mäßigen Anklagen vorbringt. Wenn Breuer in einem Roman einen an Seelenoerschüttung leidenden ortho doxen Kapitalisten zeichnet, so ist das ein gutes Recht des Dichters — aber für die objektive Wahrheit ist dcrmrb gsrrriA rrrcht bas gerir^fie &ert>iej’erT.. ßerr Sr. (Eo^en erkiicit trt ber g? samten organisierten Orthodoxie von einigen Magnaten' -etwas „Erschreckendes" und „Entwürdigendes". Die Tatsache selbst, die eine notwendige Folge des bisher mangelhaft organisierten und politisierten Zustandes der orthodox jüdischen Massen ist, mäg richtig sein aber man könnte sie auch etwas wohlwollender formu lieren, als Herr Dr. Cohen es tut. Das Judentum hat nie auf dem Standpunkte gestanden, daß eher ein Kamel durch ein Nadelör gehe, als daß ein Reicher ins Himmelreich komme, cp-pe?? 122» rrn '21 — und wenn wirklich einzelne Männer, die man statt „Mag naten" früher 0'2'u nannte, mit offener Hand die Institutionen der Orthodoxie über eine beispiellose Wirt schaftskrife hinaus aufrechterhalten, so verdienen sie darum noch lange nicht, auf ihre „jühischen Qualitäten" kritischer geprüft zu werden als „proletarische" Kaffee haus- und Kinobesucher auf die ihrigen. Wir vermissen hier jedwede Objektivität und Gerechtigkeit. Auch die unbewiesene Schlußbehauptung des Verfassers steht im schärfsten Gegensatz zur jüdischen Tradition: unsere Väter und Mütter wären der tiefen Ueberzeugung, daß die Treue zum Gottesgesetz letzten Endes unabhängig ist von jeder äußeren Gesellschaftsordnung. Die Versu«j>ungen und Gefahren n» e et> f e 1 n DDR WslWlVl zu WslWlÄ M Allszzb^ bUltt immer dieselbe; Wer der Jugend einredet, sie könne innerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung den Gotteswillen durch jüdisches Geistesleben und durch jüdische Tat unmöglich verwirklichen, der schüttet das Kind Mit dem Bade aus, versündigt sich an der Wahrheit zugleich und an der sittlichen Willenskraft der heranreifenden Geschlechter. Kurpfuscher, Winkeladvokaten und Aerzte und Rechtsgelehrte haben es wohl verstanden, Elemente aus ihren Kreisen fernzuhalten, die nur yorgeben, auf den betreffenden. Wissensgebieten sachverständig zu sein, es aber in Wirklichkeit gar nicht sind Da gewisse Leute nicht alle werden, finden auch diese Unberufenen immer noch ihre Klientel, und alle Beteiligten kommen dabei auf ihre Rechnung. Aehnlich ist die in öen anöerejj MssxriMftlMR BkFIifM RUF Nicht in ösm öss Rabbiners. Hier besteht noch eine Mr tion, mit Der doch wenigstens in thoratreum Kreisen endlich einmal aufgeräumt werden - sollte, um Schaden zu verhüten. Da „Rabbiner" offenbar den Hinweis auf ..as Bekenntnis zu dem von den Rabbinen herrührenden Schrifttum enthält, so ist von vornherein klar, daß diese Bezeichnung niemand zukommt, der eben dieses Schrifttum so vollständig verleugnet, daß er sich über seine grundlegenden Prinzipien mit größter Kaltblütigkeit hinwegsetzt und sie durch seine eigenen willkürlich erdachten Thesen verdrängen zu können vermeint. Nun gibt es ja wohl unter unseren Brüdern manche, deren Seele an den Expektorationen dieser Leute ihr Gefallen finden mag, so daß sie in ihnen ihren „Seelsorger" erblicken, oder wenigstens an ihren Reden sich. erbauen, weil sie gerne schöne Predigten von einem „Prediger" hören mögen. Für uns aber gelten solche „Seelsorger" oder „Prediger" doch nicht mehr als „Kurpfuscher" 'oder „Winkeladvokaten", und deshalb sollte die Bezeichnung „Rabbiner" von uns allen jenen Männern verweigert werden, die die nun nicht in ihrem ungeschmälerten UMsllM BOR iilii URÖ HB 7B RRkMRRkR. DORR RMiM Me llmflurzleristhen üleuprunpn Der ßeute vom Schlags eines Dr. Gottschalk, denen der „Israelit" in der vorigen Kummer noch die Ehre des Niedrigerhängens erwiesen hat, auch nicht einmal soviel Beachtung zu finden brauchen. Dr. F. so schlimm; daß es der Dame als nicht angebracht erscheint, daß das Mädchen am. Tische sitzt, ist ver wunderlich: das Essen dauert doch nicht so lange daß die Herrschaft in ihrer Unterhaltung ge schmälert wird, dann geht jedes anständige jüdische Mädchen direkt wieder an ihre Arbeit, und noch gar wenn Gäste am Tische sind, wird dasselbe gar nicht am Tische sein wollen. Wie kann man das Los eines jüdischen Mädchens so erschweren, daß man es so miß achtet, es ist sehr betrübend, wenn viele unserer Mitschwestern dieser Ansicht huldigen, anstatt die Lage der jüdischen Mädchen zu bessern. sin? Nimm fuF eitle Frankfurter Berichte. Der große Sijüm des Schaas-Vereins. Man' hatte am 'Sonntag abend in der Fra n k f u ,r t Loge.das Gefühl, daß der Schaas-Berein in langjähri gern Suchen die richtige Form für sein jährliches Erntefest, den großen Sijum, nun. endgültig gefunden hat. Das Fest, an dem cm ,300 Personen teilnahmen war nach übereinstimmendem Urteil aller in Aufmachung Ausstattung , und. Verlaus eine, gesunde. Mischung; von östlicher. .Innigkeit pnd westlicher Exaktheit, züsammengehalten' von einem Bande, nämlich der glühenden Liebe zu Thora, stnd Thoräjudentum auf beiden,. Seiten Die.Sach,e-7 fing, zwar mit einer halbstündigen Verspätung, an, aber die. jjii d i s ch e N o t e der Veranstaltung kam während des Abends in anderen, erfreulicheren Formen zum .Ausdruck. Rabbi Mosche Karp e l hielt...sein. tiesangelegtes Hadran,. lvorästfman. sich im großen 'Festsaale an die prachtvoll gedeckten Tafeln setzte. Zwischen die Einzelgänge des vortrefflichen. Menu frfjoEett ft4> bte rebrtertf<f>ert uitb JxirififeirifcfjetT S)dr6ics £ttt, getfitgö unk kcltiaie hübsch harmonisch verteilt. Es tarnen zunächst die Ossi' ziellen zu Wort: Herr Emanuel Kaufmann als Präes mit einer warmen Begrüßung der Festversammlung, Herr Markus. Hi r s ch mit einem von geistvollen Thoradeutungen verbrämten Grußwort im Namen der. Verwaltung der -I sraelitischen R e l i g i 0 n s g e s ellch.a f t, Herr Redakteur S. S ch a ch n 0 w i tz mit einer „offiziellen Festrede",, deren offizielle Härte durch sonnigen Humor stark gemildert war. Als offiziell konnten auch die in späterer Abendstunde gehaltene feurige Rede des Herrn Dr. S. E h r m a n n, als Vertreter der Agudas Jisroel und die Thoraworte des Herrn H. H a l p e r n, in seiner Eigenschaft als Leiter, des „Daf Jäumi" gelten. Von den auswärtigen Gästen bot Herr Rabbinatsassessor Wassermann aus Darmstadt köstliche tälmudisch-agädische Erklärungen zu den Schlußtsllen des Talmud und Sy&rr Simon Deutsch, ans RlMMN fßHHfe zum Schlüsse üäch längere hamikellfche AÜssÜhkUvgen gut anbringen. Eine Exkursion in die tieferen Gänge der Halachu und Agava unternahm Herr N. A.'Sassra und fand Beifall bet den Talmudkunhigen, ebenso Herr R a ch e l s 0 h n, der sich mehr an hie Dezisoren hielt. Man sieht, es war kein Mangel an hochwertigen geistigen Attraktionen, aber auch die Un-. terhaltung kam auf ihre Rechnung. Es wurden herrliche Jargonlieder, aus den Tiefen jüdischen Geistes und Gemüts geschöpft, vortrefflich gesungen von den Herren Glußmann, Lu st garten und Herzog. Herr Solomon Sassra aus Darmstadt erfreute die Versammlung mit dem klangvollen Vortrag gewählter Kabinetstücke des östlichen Chasonus, Herr Oelbaum belustigte und unterhielt die Festversammlung mit bezüglichen und anzüglichen Rezitationen aufs beste. Auch eine kleine Aufführung, in der die sechs Ordnungen der Mischna in personifizierter Gestalt auftraten, ging über die Bretter und fand allgemeines Interesse. So blieb Man bei bester Stimmung und bester geistiger und kulinarischer Bewirtung bis lange nach Mitternacht beisammen. Die 3trfulterenbe Ein trag stifte für bis sinzstnsn Traktats roar mehrmals überzeichnet. -Pi, Verein „Gegenseitigkeit". Der Vorstand der „Gegenseitigkeit" schreibt uns: Der Mitgliedsbeitrag für das Jahr 1927 beträgt Mk. 3.—; derselbe kann auch auf das Postscheckkonto 52 800 unseres Kassiers, Herrn M. Tannenbaum, Oberlindäu 56, eingezahlt werden. Wir machen unsere mit Zahlung des Jahresbeitrages 1926- (Mk. 3.—) rückständigen Mitglieder darauf aufmerksam, daß laut unseren Satzungen die Mitgliedschaft erlischt, falls die Zahlung des Beitrages nicht bis zum 15. Dezember 1926 erfolgt ist. Neues aus der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. . Am .Sonntagden 28. November, hält .Herr Redakteur S cha ch n 0 w i tz ssins ANtsits JBbelefliitg über „®etftiQfi URÖ MMA Ltvrurüüsäü irn gn^nlnrn, leii fcöslssöhtt". . . 1 r >; Der hebräische Sprachkurs findet jeden Mauzoei Schabbos von 8—10 Uhr unter Leitung des , Herrn B i l i tz k y statt. Interessenten — Damen und Herren — können noch hinzukommen. Am Chanukkah wird die Freitagabend-Zusammenkunft am 3. Dezember besonders festlich und humorvoll ausgestaltet, .ferner ist während der Chanukka-Woche ein Spielabend geplant. Näheres folgt an dieser Stelle in nächster Nummer. Em seltenes Jubiläum. Vergangenen nbBn'atnp waren es 55 Jahre, daß Herr Jsaac M. Mainz als Mitglied in die c>->2i2j?i rrv'ip rri2n eingetreten ist. Keiner seiner Vorgänger hat eine solche Reihe von Jahren dem Heiligen Vereine angehört. Wir wünschen Herrn Mainz noch viele Jahre der Arbeit im Dienste der heiligen Sache. e>"»y! Auf Fahrt. (Von einem Ausflüge des J. T:V.) Die Leitung des -,J ü d i sch e n l u rne rb ündes" tat gut daran, wie Vater Jakob, die Lager zu teilen, denn wären alle zujammeng-efabren^ dis (Sihnhabn Hätte ftatt oeg tiritn iml SüRdöFwooöR oinslhjMs» rnMtt- Mum M Müll in vöm Zug. ßszw. l»g mvu ln b<m Gepäcknetzen, begannen einige eifrige Turner Freiübungen an den, Hängegristen,7 während hie Wgnderführer die Tagestour .,zusammenstellten, die sie asts^.der Landkarte zwar immer fänden, aber an Ort und Stelle meistens verloren. In Eppstein angekommen, begab man sich iofort auf den Weg und hielt das erstemal an einem kleinen Bache, d,er die besondere Eigenschaft hatte, keine Brücke zu besitzen. Die langwierige Ueberguerung dieser Brücke war durchaus zu verstehen. Man bedenke: 7l> Personen und e i n Bach. In einem kleinen Taunusorte machte man dann nach., mehrstündigem Marsche Rast und verbrachte ^dort einige Stunden bei Gesang und Spiel. Aus unsere Frage nach Kaffee meinte die Wirtin: „Sp.ebstes. gibts in de hiesige Gegend in he. Wertshäuser njscht." Doch dank, derst, enexSischen Zügreifen einiger Mitturner sollten wir ihn bald bekommen. Der Tag chieü bald zur Neige zu gehen, ein weiter Weg war noch zurückzulegpn, deshalb ordneten die „Führer", die im .übrigen.meisten^,, einige Kilometer hinter den „Ge- 'ührten" blieben, den Abmarsch, an.. Es war nicht mehr latige bis Tagesüntergätzg, als wir in Bierstadt,' einem Vororte Wiesbadens, ankamen. Wan „orse"> in. dev dortigen Schul, die wohl sstten sf Elf^^Wen^e^R jJfllJS, MMg) URÖ DD Dist MM Mzs durch vie' KurpromellMn des berühmteu Weltbades dem Bahnhos xu. Der Jag. Ädr' WM? WSHstM der langenvon Wiesöärien nach Frankfurt uKterhielten wir; uns noch länge über tür Schaufenster und Treppenbeleuchtungf auch für besten^ ^enipfqble9rt schon von Mk..i8.-—an ... ^ähkfürf ä. M. , Gr. Bockenhqimerstr. 52 - Telefon l^ansa 5079 Bei Bezug auf diese Anzeige extra Rabatt DauerbrandÖfen \l/ M 0)11 besonders gut und preiswert riesige Auswahl X j£.i 1 z äli lun J —ii._’ - i '-o S. KaU« & Co. Am Eschenheimer Tor 3, früher Stadtgarten 72999811314^

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