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Der Israelit · 1926-11-11 · Heft 46 (11.11.1926) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 46 (11.11.1926)
Date
1926-11-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Btilaflt Der Israelit ßr.i« Die Perle von Aegypten. M ttmtiberiamc GeWchle einet jüdischen lodrtet. Bon S. Zzcha«. ■ lSchluß). Ais im Adar die Regenzeit vorbei war, der über ber ffiergfeitc bes Siator toteber IjeUblan VW fr?wnWl<W ^nfWWwig ablachte/ die Arbeit auf den jungen Feldern zu Ende war,. die Gerste und der Weizen hoch standen, aber noch nicht schnittreif waren, gingen die jungen Leute an neue Bauarbeiten heran. Ein richtiger Baumeister war aus der Stadt gekommen, mit ihm ein Maurer und auch ein Zimmermann. Letzterer machte in einer größeren Baracke eine Schreinerwerkstätte auf, in der sich alle, die vom Felde abkommen konnten^ in Tischlerarbeiten übten und chr nötiges Mobiliar sich selbst herstellten. Der Baumeister ging aber mit Hilfe der Maurer daran, aus dem schönen Platz vor dem Brunnen, der jetzt von einem üppigen Rasen umkränzt war, ein einfaches, aber richtiges Haus aus guten Steinen nach allen Gesetzen der Baukunst, von den Grundmauern, eisernen Balken bis zu den Verzierungen, hsrzustsllsn. Als der eine SiocJ? fertig n)«r( «ruchs auf platten Dach ein zweiter von gleicher Größe und gleicher Solidität an. Ein zierliches Giebelwerk mit geschwungenem Balkone zierte das Haus rund herum. Verwundert standen die jungen Ansiedler vor dem schönen Bau, der sich wie eine Felsenburg, am Kopfe ihrer Hütten ausnahm und an dem jeder von ihnen irgendwie Hand angelegt hatte, mit einer Freude und einer Willigkeit, als erbauten sie den Tempel ihres Glückes. Vom Anblicke dieses Hauses angeregt, vom Baumeister aus der Stadt angeleitet, fingen sie an, auch ihre eigenen Häuschen zu verbessern und auszugestalten. Blumen blühten an den Fenstern und Schlingpflanzen rankten sich heran bis zum rotett Dache. Das Gotteshäuschen am änderen Ende der Gasse bekam festere Wände und einigen Außenschmuck und auf dem Platze bis zur meitausWggMösK WirMtt elü pzz* Blumenbeete mitten!m grünen Vasen angelegt. Nach den Pessachtagen wurden die zwei Gerstefelder geschnitten und nicht lange daraus auch der frühgereifte Roggen und der Weizen und unter Psalmliedern auf großen Fuhren in die lange Baracke gebracht, die der Ansiedlung als Speicher diente. Tag für Tag fuhr der mit den Eseln bespannte Wagen mit dem Korn zur Mühle der nahen Kolonie hinaus, und als in der Ansiedlung zum ersten Mal das Brot aus dem eigenen Korn gebacken wurde, entspann sich von selbst Feststimmung, die sich in Tränen, Liedern, Tänzen und Gelöbnissen für die Zukunft, aber nicht minder in Dankesworten für Gott und die Wohltäter, die all dieses ermöglichten, Luft machte. ©egen Sommerertbe tuaren SBänbe unb 55ac£ji Wf? nkukrbauten, zweistöckigenschönen Dauses am Brunnen trocken genug, und das bescheidene, aber solide Mobiliar stand darin, jedes Stück auf seinem Platz, daß die Bewohner — es waren die Gründer der Kolonie — unter dem unermeßlichen Jubel der Ansiedler einziehen konnten. Es waren zwei junge Ehepaare, die in das Doppelhaus einzogen. Benze Und Reisele — es dürfte keiner mehr von der „Fürstin Rasa" sprechen — bezogen den unteren Teil mit den Blumengärten davor. Berle und Feige zogen in den ‘ oberen Stock hinauf. Berle hatte die Freundin, Begleiterin und Schicksalsgenossin seiner Schwester geheiratet ohne Verliebtsein, ohne viele Worte, ohne Roman. Er heiratete, lvie man eben im MA uchr er stammle unb in Amerikawo er lange ituu unter seinem Stande zu heiraten pflegte. Cr brauchte eine Frau, und das stille Mädchen gefiel chm, ohne sein Herz sonderlich zu bewegen. Sie wiederum war eher von der Möglichkeit, in der Nähe der Freundin und der früheren Herrin zu bleiben angelockt als von seinem persönlichen Zaubök. Natmlich war Milka im lchim Augenblicke dazwischen getreten, um die zwei von Natur aus etwas kalten herzen aneinander zu entzünden — kurz bevor sie in einer Gesellschaft ®Iet(i)gcftnttier bte 9iil<4relfc rtatf) iRu^Ianb »«- um Wrt «n Wir Aufhebung Wir staatlich geschützten Ehe mitzuwirken ... Es war ihre letzte spießbürgerliche Tat, wie sie lachend beteuerte. Von nun ab wollte sie nur noch der Gemeinschaft dienen, unter ganz großen Gesichtspunkten. Berle und Feige wurden aber trotz alldem ein bürgerlich glücklichs Paar, gute Lebensgefährten, die sich treu und tapfer im Leben beistanden. Er, wie Benze, arbeiteten, gleich den anderen, mit Hacke und Spaten, aber in den Wintermonaten, da die Feldarbeit ruhte, bildeten §ie geeignete junge Leute in einer eigenen Werkstätte auch für die Schneiderei aus. In allem sollten sich die jungen Menschen selbst versorgen, auch in der Kleidung. Zusammen mit den beiden jungen Paaren kamen noch einige Amerikaner, Freunde von Berle und Venge, in die Kolnnie^ kauften ixodj wetteren Boden und begannen allerlei Experimente nüt Bienenzucht, Tabakpflanzungen, legten sogar, von den natürlichen Quellen an der Grenze ausgehend, eine Art Wasserleitung an. Gelehrte aus Jerusalem kamen zur Besichtigung des blühenden Wunders und stellten an Hand von Karten mnd alten Schriften fest, daß auf diesem Boden einstens D e b o r a h das Volk gerichtet, zum Kampfe gegen die Feinde angefeuert und ihr Lied zum Preise Gottes gesungen Hatte. Das war entscheidend für den Namen der Kolonie, es sollte nun ,>Kesar-Deborah" heißen. Reisele sprach diesen Namen in doppelter Weihe aus. War doch mit ihm ungewollt, wie von der höheren Vorsehung, auch ihrer Mutter ein Denkmal gesetzt. ckinrge (feC^)lMtertö^et±en fceret±e±e t-torf) bte 9Ser= ^legnng Ver jungen ^olonstten. iDinppfjf stfY eine und andere bald die Braut aus der pvlni- 'schen Heimat Nachkommen ließ oder im Lande eine Erwählte seines Herzens fand, waren die jungen Frauen zu sehr von der Arbeit im Felde im Banne gehalten, als daß sie den Unverheirateten Tischgemeinschaft in ihrem Hause hätten bieten können. Da kam Reisele auf einen Gedanken, der, wie sie selber sagte, von Milka hätte stammen können. Sie schrieb eines Abends, nicht ohne innere Ueberwindung, einen langen Brief, nach Argentinien nämlich, an die Pension Melzer in Buenos Aires adressiert, den mitsamt dem beigelegten Scheck der Junge am anderen Morgen auf die Post der nahen Kolonie brachte. Mklltttkli klK8 mm ff r a B e r mit ihrem Jungen zu Fuß aus der nächstsn Stadt, wohin sie über Haifa am Morgen gelangt war. Sie hatte noch das gleiche Kopftuch an, wischte ich die Augen, die sie gar nicht trocken bekommen konnte und stand noch so verlegen und verschüchtert da, wie damals in Argentinien, da ie nicht reden durfte. Dann zog sie still in die stoße Baracke ein, wo sie volle Einrichtung vorand für die gemeinsame Küche — und wo Muter Fradel von diesem Tage an Alleinherrscherin ein sollte. Ihr Sohn war jetzt ein elfjähriger, frischer, rotwangiger Bursche mit offenem Sinne und klaren Augen. Er lachte, sang und pfiff fast so viel wie Mutter Fradel weinte. Dann bemächtigte n M to M ü MmD, m mit ihm allerlei NeilcrwWe auszufllMn. Cr hatte auch schon allerhand gelernt. Nachdem er sich ein paar Wochen im Freien der Kolonie ausgetobt hatte, wurde er nach Jerusalem verbracht. Dort sollte er etwas Rechtes lernen, um später, wenn in der Kolonie auch die jungen Menschenpflanzen in die Höhe treiben, diese als Lehrer zu behüten und gsistig zu pfieflen. Woher all die Gelder für den Boden, für die Häuser, für die Aussant, für die Ackergeräte, für die Dreschmaschine, die Bücher und Thorarolle im ©ötlesljaufe unb alles anbere tarnen 9 darüber sprach man nicht. SWro sah nur mit dankbaren Augen zum zweistöckigen Hause am Brunnen hinaus, und wenn die junge Frau in der Schönheit des frühen Morgens im Hofe ihre Hühner fütterte, so flüsterte der eine oder der andere junge Bauer dem Freunde fast andächtig das Wort ins Ohr: „die Fürstin Rasa, die Perle von Aegypten, nunmehr die Perle Palästinas, unsere Fürstin." Der alte Koppel ließ sich nicht erweichen, nach der jungen Kolonie zu kommen. Er blieb in Jerusalem, hatte jetzt zwar ein wohnliches, schönes, sauberes Häuschen, wo es ihm dank der Fürsorge der Kinder an nichts fehlte, blieb aber in der alten Stadt in der Nähe der heiligen Mauer, vor der er nach wie vor Tag für Tag seinem Gotte dankte für die ihm gewordene unermeßliche Gnade-und nur er für feine Kinder, aberauch für gang Israel nnV tzst Ws Mosthtach aus tiefem Herzensgründe betete. Kalender-Vekrachkung zum Jahre 5687. Unter diesem Titel sind in den letzten Nummern -des „Israelit" mehrere Artikel erschienen, zu denen ich folgendes ergänzend bemerken möchte: In dem Aufsatz des Herrn Dr. Cohn sind zwei Druckfehler zu berichtigen. In Spalte 2, Zeile 8 von unten muß es heißen: 9 Uhr 689/1080 statt 581/1080. In der gleichen Spalte Zeile 4 von unten soll es wohl heißen 5519 statt 5518; das bürgerliche Jahr 1758 ist richtig angegeben. Das von Herrn Dr. Cohn erwähnte Ereignis der Verlegung des nwn wm von Montag auf Dienstag wegen v"sx»n rtn stellt sich wieder ein im Jahre 5766. An Hand der ninit» des iw oder des sein ns gestaltet sich die Errechnung dieses Ereignisses Verhältnis- -ßilltfrtcJ)- lö-öltlt tantt nur «mtr-ei«n rt ac£> einem MsltjM mit te uss zzst-?us kr MW! BOT suf MöNStäg fallt. Cs gilt crkso bloß den niiA dieses Jahres zu berechnen, ist derselbe am Montag Vormittag zwischen 9 Uhr 589/1080 und 12 Uhr, so haben wir es mit dem erwähnten Ereignis zu tun. Daß dieses in den Jahren 5519 und 5766 der Fall ist, steht in innerem Zusammenhang. Dies wird besonders augenfällig in den wmi» des -no- Nach derselben würde sich stets nach 247 Jahren (gleich 13 o^ap ammn) dasselbe mv'Ip wiederholen. Die Ursache hierfür dürfte wohl sein, daß der -^iv immer nach 247 Jahren fast auf denselben Zeitpunkt in der Woche fällt, er verschiebt sich nur um 50 5/i8 Minuten rückwärts. War z. V. der 'ivn 5519 am Montag Früh -11 Uhr 38 17h8 so wird der iVv 5766 ebenfalls Montag Früh sein um 10 Uhr 48 -/» Minuten. Nach dem soeben Gesagten wäre zu erwarten, daß im Jahre 5935 auch der n~i auf Dienstag verlegt wird genau wie in dem Jahre 5688. Nach Ansicht des iw trifft dies auch zu. Tatsächlich wird aber n"i 5935 am Montag sein, da der alsdann schon vor v"2?n ren nämlich Montag Früh 9 Utzr 446/1080 ist. m in Dies eine Der lmaenawQfotton in Den mm* Des ttdj Die Der vin m bereits richtizssstM hat. Zu den Ausführungen des Herrn Bender fer folgendes bemerkt: Herr Bender begründet die Tatsache, daß im Jahre 5687 sämtliche imio getrennt gehen, damit, daß dieses Jahr die Höchstzahl der ninw von 55 aufweist. Dies trifft den Kern der Sache nicht. Haben doch die Schaltjahre mit dem rrm und *"vr\ 'i"V2 rvurap ebenfalls 55 nvnp und doch gehen nicht alle niniv getrennt. Es spielen vielmehr hier mehrere Momente mit und es lassen sich folgende Regeln aufstellen: Die ’tnpm ma M'viip nn« »jms» ynrn ,mpa ‘»npn nmo werden in den einfachen Jahren grundsätzlich zusammengelegt, um auf diese Weise einen Ausgleich für die 4 fehlenden wnv gegenüber den Schaltjahren zu schaffen. Diese Regel wird nur einmal durchbrochen in dem Jahre mit dem na-wa K"»n nw’apin dem ^np'i und 'iipa getrennt gehen, denn in diesem Jahr fälltonin nnvv auf Freitag und der erste Tag nva auf Sonntag, so daß D3C

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