Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1926)
- Date
- 1926-11-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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rsr T % Sprangers Bildungsideal und die Hirschische Schule. In der ersten Oktoberwoche fand in Frankfurt eine besonders den Reform- und Realanstalten göwlymM TaguW M MMalMWs für M giehung und Wterxicht 'Käst. Den einleitenden Vortrag hielt dsr durch feine „Lebensformen" und die „Psychologie des Äugendalters" rühmlichst bekannte Berliner Professor Eduard Spranger Wer das Thema': „Bildungsziel und Schulorganifation". Es scheint uns nicht überflüssig, an 'dieser Stelle auf hie bedeutsamen Ausführungen dieser pädagogischen Autorität hinzüweisen und damit Ws Bildungsziel der „Hirschischen Schule" zu vergleichen. Wir wählen mit Absicht diese Bezeichnung; denn wir denken nicht nur an Die llMeMMMsllllten Der gsraeiilWen Wir gionsgesellschast in Frankfurt, sondern an alle Anstalten, die nach den Prinzipien und im Geiste Samson Raphael Hirschs Vst geführt werden. Wenn wir nur die wesentlichen für unseren Zweck in Betracht kommenden Punkte aus Sprangers Ausführungen herausgreifen, ergibt sich folgendes: Man hat zwei Äxten von Bildung zu unterscheiden: 1. die Bildung zur sittlichen MfMMNg UND MÄng) ii Die BilDung zur Lsistuttg. Währsttd dis nach Zsii und M sich wandelnde Zweckmäßigkeit bezüglich der Leistung verschiedene Forderungen an die Schule stellen kann, muß die sittliche Haltung Endziel jeder Bildungsarbeit fein. Das Ideal ist die harmonisch geformte Persönlichkeit von einer seelischen Haltung, die von Beständigkeit der Gesinnung getragen ist und sich in fruchtbaren Werken auswirkt. Um zu dieser Bildung der sittlichen Persönlichkeit aüfzüsteigen, dazu bedarf hs der Vorbilder. Als solche sind, der antike Klassizismus, so töie ber beitifct>e ©elffc ihn »erftaribert hat, unb ' h . I; . > .; Der neudeutsche Klassizismus anzusehen. Diese beiden Epvchest sind daher die Drehpunkte der Bilöüngsarbeit der deutschen Schule. Die Fülle des Stoffes macht nicht die Bildung aus. — Die Forderung, Neigungen und Begabungen des Schülers zum Richtpunkt von Schulreformen zu machen, fuhrt letzten Endes zur Auflösung der MM in MiMurse ober zur llmervinDung Der Schule überhaupt. Wie stark auch in unssren Tatzen die Forderung weitgehender Individualisierung erhobest wirh, Wie sehr auch ein gewisser Bildungsexpressionismüs zur letzten Entfaltung verborgener Kräfte, zur Ausdruckskultur zu führen sich bestrebt, wäs nsit tutzsist nicht die fortschreitende Pflege der EinzelsteMnlW.eit, sondern die Bindung an überzeitliche Güter und Normen. Die notwendige sittliche Gebundenheit kaüst, stur tzesthäMn "KeMÜ HM Hs Klebest, von, MesetzeN). die^^mrbE.ellsmsrt Habs«, Und bäs Nachlebsn van Ws gu fvsisr Sttt zünden. „Die sittliche Bildung ist das Endziel jeder Erziehung^. Schön d'ye. Wudische Erziehung war geadelt dadurch, d'ätz sie sich unter die höhere sittliche Idee «vn nui' stellte. Nicht die Aneignung gewisser Kenntnisse und Fertigkeiten ist ihr das höchste Ziel, sondern die Charakterbildung. Und wer hat nachdrücklicher als S. R. Hirsch die Forderung für seine Schule aufgestellt, als erste Aufgabe sei die sittliche Erziehung zu betrachten? Welch wuchtigen AusdruÄ hat er diesem Gedanken verliehen z. B. in dem Aufsatz „Bon der Pflege des sittlichen Mornsnts in bsr Schüls." Gewiß finden diese Anschauungen vielfach Anklang. Aber in einer Zeit, in der wirtschaftliche Gesichtspunkte herrschen und utilitaristische Bestrebungen recht mächtig sind, ist es nicht überflüssig, dieses Prinzip der Hirschischen Schule zu betonen. Daß,MsiWrseits zur fruchtbar wirkenden Persönlichkeit auch eine gediegene Ausbildung zur Leistung gehört, verkennt die moderne orthodox-jüdische Schule so wenig wie Spranger. Es braucht ja nur an das Motto erinnert zu werden: pin ''Tr qtj rmn ns*»* Und die Bemerkungen, Die Die MiienNIWnWzu Der MrMichlMü Des Vaters Machen, fein Kind ein Nttvn — einen praktischenBeruf — lernen zu lassen, beweisen, wie wichtig ihnen die Berücksichtigung dieser Seite der Bildung war. —Gegenüber einer modernen Anschauung, die den Bildungswert vergangener großer Epochen leugnet oder sehr einschränkt und eine Beschäftigung mit diesen für unzeitgemäß Hält, betont Spranger deren bedeutsnbs« erziehlichen 8Vsrt. Es ist £aitm nötig, AU bemerken, Daß Der uns Die Anerkennung Des Ewigkeitswertes gewisser Epochen der jüdischen Geschichte das Fundament der Erziehung bildet. Es sind vor allem die den v'-ww zu Grunde liegenden Historischen und kulturellen Vorgänge. Das ist unsere klassische Zeit. Und wie die an Vorbildern so reiche frühe und spätere jüdische Geschichte geeignet ist, zum Nachleben zu begeistern und zu freier Tat zu entzünden, wird in jüdischen Kreisen allgemein anerkannt. So wie aber der Moderne Pädagoge sich nicht auf die deutsche klassische Zeit beschränkt, sondern das kl»M WWW ,W II kr MW VW 'iil ständen hat" als Bildungsfaktor hochschätzt, so empfiehlt auch Hirsch „allgemeine Weltgeschichte, mehr zur Erkenntnis der Menschheits- und Menschtumsentwicklung als zur dem Leben fernliegenden Kenntnis der Dynastien, vom Thstach ausgehend uNd von Thnachs Geist durchdrungen"; er rät, „bet* Schüler Geist mti atlem SBaf) rsn «Uv Eöleu UND Guten W nähren UND M Der reichdrn, womit die edelsten Geister aller KMturöölker das Reich der Erkenntnis gemehrt, und sie M die Erkenntnis vorzübereiten, wie diese Lichtsaaten von dem Gottesfeuer am Sinai sich imMr mehr und Mehr Raum in Wn Gemütern der " ÄZir sehen, daß auch äußernationale Kulturvorgänge und Leistungenbegreiflicherweise nicht geräde der antike KMssizisMus — ist ihrem ÄAtlbüit^särerk lirto' etA|i|x)^ren töeirbeijt. Schon Die Zitate zeigen avex auch. Daß Die währe Hirfchifche Schule — und das ist wieder eine charakteristische Ueberemstimmung mit Spranger — größten Nachdruck legt ästf den Zusatz „so wie es der jüdische Geist versteht." Der Pexfgsser der alters^ ist sicherlich kein. lisiör^NS;' wötzeW er. sich zu weit MeHesi BestrsebÄtzen dieser Urt, die des Jugend- Getzner des Pndiöidllanicht nur an finanziellen und organisatorischen Schwierigkeiten scheitern, sondern an sich nicht wünschenswert sind. Diese äußerste Pflege des Individuums mutz zurücktreten gegenüber der Aufgabe, das Einzelwesen an überzeitliche Güter zu binden und es art Ein- und Unterordnung zu gswvhnsn. <§o «bsr ifi es auch W uns. Ssv gerade von Hirsch in Wort und Schrift immer, nachdrücklichsi betonte Grundsatz w Vtf *Jian isn*7 läßt der Pflege der Individualität weiten Spielraum. Eine Ausbildung der Begabung und den Neigungen gemäß liegt ganz in der Richtung, die unsere Alten weisen, mw tnx f'X psn oipöö rrbrr heißt es ja im Talmud. Aber es ist notwendig, nicht nur die aus der Neigung fließenden Leistungen zu fördern, sondern auch den jungen Menschen Pflichterfüllung zu lehren und ihn in die Gemeinschaft hineinznerziehen. Der als ©egstTgswUjl Unterordnung; erst über das Ueberindividuelle führt der Weg zur sittlichen Freiheit. Wer erkennte nicht, von welch gewaltiger Bedeutung für die Persönlichkeitsbildung die Forderung unbedingter Unterordnung unter ein bindendes Gesetz ist, das die mit der Jndividualitätskultur verbundenen Gefahren einschränkt? Das ist das alte Wort der Weisen nrbn V» m*m rripn hx mnn Dia alta Wischa MaisM vg» Da* Mt wendigkeit, Freiheit durch GebunDenheit zu ergänzen! Gewiß sind wir uns bewußt, daß die jüdische Schule noch ganz Anderes vom Kinde verlangen muß als der deutsche Denker; aber es kann uns mit Genugtuung erfüllen, zu sehen, daß moderne, mit der Psyche der Kinder besonders vertraute Forscher Gedanken äußern, die dem von der Hirschischen Schule vertretenen Erziehüngsideal nahestehen. Das Züdifche Heim. Daß wir hier ryit Aguda, Mekor Chajim und anderen Lernverein,en Heime für geistige Nahrung haben, ist allbekannt, aber nicht weniger scheint uns ein anderes Heim empfehlkllötz WsillWuM gu verDienen^ Das in emer RWs W* Dsn Magsn Mgt, und -sttnsch fsins Wirkung auf diö Seele nicht orirfefjft. 'Am Elläe gehi doch änch oje L i e b e z u ch Jude n t n m sehr oft Hrch den Mägen, und S. R. Hirsch. wüßte schön, Harum 'er guten, jüdischen Restaüratiönen fast den Wert von «guten Bildustgs- und Erziehungsanstysien beimaß. Wir meinen das Jüdische Heim, Rechneigrabenstraße 3, das jüdischen jungen Leuten (auch älteren) ein gütes Mittags- und Abendbrot f«r HHjgf ffsiti rMsi Mir SSW N8S kin wirik lieh, schönes warmes uns bshaglichss HsNN zum Aufenthalt; im Sbminer wie im Winter, bei Tag und in den Abendstunden. So etwas sollte map mehr kennest uüd in Anspruch nehmen, als es bis jetzt dex Fall war. Biele mLitzett nD hei: irrMmlichest KeistüM feist; Lütz m. HAstre ein Msich von „Whs- Mtigkeit'' ästhtzstei Md eine ÄänssiruMahme daher nicht allen Schichten rstöglich machte Dem- 'U