Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1926)
- Date
- 1926-10-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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S. DRtODei 1820 Her Qimlll Kinder. Neben Pfarrer Heppe, hier, sprachen noch Vertreter der Lehrerschaft, so Lehrer Holzhauer für den Kreis- und Bezirkslehreroerein, Lehrer Schaumberg-Neukirchen für die Israelitische Lehrerkonferenz Hessens, Lehrer a. D. Spei er-Fulda für den Unterstützungsverein Jefchurun, Lehrer A. Hirschberg- Frankfurt a. M. für den Bund gesetzestreuer Lehrer in Deutschland. In tiefer Ergriffenheit und ergreifend dankte Herr Gans für die ihm in Wort und Tat zuteil gewordene Ehrung. Nach einem Schlußgesang versammelten sich die Gäste im Saale der Gastwirtschaft Levi, woselbst ihnen durch die Gemeinde Kaffee und Kuchen gespendet wurde. Heitere Reden würzten das Mahl Homburg. 19. Sept.' Der Rentner Jonas Löwenberg dahier, geboren am 10. Sept. 1827, beging seinen 99. Ge burtstag in voller Rüstigkeit und Geistesfrische. Wiesbaden, 15. Sept. noa pa ist hier eine Frau von dannen gegangen, die es verdient, daß ihr Name in diesen Zeilen genannt wird. Es war am 6. Tage des neuen Jahres, da Frau Betty Sulzber g e r ihrem Gatten, ihren Kindern und der Gemeinde durch ein schweres Leiden, jedoch ohne irgendwelche Schmerzen entrissen worden ist. Als Tochter des als Kaufmann und Talmid- Chochom bekannten Josef Perlstein in Kopenhagen des laliulü mmmi Dor MD MllllM mm m in Mülill —hat sie es nach einem kurzen Aufenthalt rm Hause ihres Schwagers, des verewigten Rabbiners Nathan Bamberger in Würzburg ^."st verstanden, während einer mehr als 40 jährigen Ehe ihrem Mann und ihren Kindern das Ideal einer wahrhaft echtjüdischen Frau oorzuleben. Obwohl selbst nur Frau hat sie ihren Kindern und besonders ihren Söhnen stets vor Augen. gehalten, welches „S'chus" es sei, als v'rr („Jsch") im Leben zu stehen und Gelegenheit zu haben, die Pflichten eines Mannes ausüben zu können. Wenn unsere Weisen fragen: „Noschim bameh jifku", wodurch können die Frauen sich Verdienst erwerben und darauf die Antwort geben, daß dies darin besteht, daß sie ihre Kinder in das Lehrhaus bringen, so war es wie kaum eine andere die Dahingegangene, die alles daran fetzte, ihren Kindern eine echt jüdische Erziehung zuteil werden zu lassen und die keine größere Freude kannte, als daß in ihren Räumen das Studium gepflegt wurde, so wie sie es vor sich gesehen. Hiermit verband sich eine Hochachtung und Ehrung fremder Talmide Chachomim, wie sie leider heute selten geworden ist. Bis in die letzten Krankheitstage waren ihr ihre Tefilloh und ihr Tehillimfagen „dwar jaum bejaumau" ihr ständiger Begleiter, ohne daß dadurch ihre Tätigkeit als jüdische Hausfrau in Küche und Haus auch nur im^Geringsten eine Einbuße erlitten hätte. „Kol kewudoh bas melech penimoh". Mit Recht konnte daher Herr Rabbiner Dr. Ansbacher bei der Lewaijoh, bei der sich zeigte, welche Verehrung die Verblichene sich erworben hatte — ließen es sich doch die Anwesenden im Gegensätze zu der sonst hier üblichen Art nicht nehmen, den Oraun mit dem kostbaren Brrk^alt -auf tvcr CSrf)u(ierg«. iragen dis SBorle cmmertin Wn eJ^r^m-c^isgeUeiertkert lagert aaj -afl unseren Lippen schweben, Tchnwoh eilai kr gealtichoy", während der eine Sohn, Rechtsanwalt Dr. M. Sulzberger, dem Schmerz des Kindes über den schweren Verlust an Hand von Tauroh und Midrasch Ausdrück verlieh. Dieburg, 14. Sept. Am 14. d. Mts. an trugen wir eine Frau zu Grabe, die die Bezeichnung nvrr in des Wor-' tes wahrster Bedeutung verdiente. Es war Frau Fanny Klein Wrv., die 75 Jahre alt nach langjährigem Krankenlager von ihren Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. Vor 23 Jahren, nach dem Tode ihres Mannes, kam sie von Hattersheim hierher und fand im Hause ihres Schwagers Kaufmann Loeb mr ein gastliches Heim und eine liebevolle Aufnahme, die in der hingebenden und selten aufopfernden' Pflege in erster AlM seitens ihrer Schwester, Frau, Kanfmann Loeb Ww. ihren'Mschluß fand. Jrn Trauerhause sprach Herr Lehrer Kaufmann tiefempfundene Worte für diese vorbildlich jüdische Frau; am Grabe würdigte in groß angelegter Rede Herr Rabbiner Dr. Merzbach das Wesen und die Bedeutung der Entschlafenen, während Herr Abraham M. Loeb als Neffe der Heimgegangenen die hervorragendsten Züge ihres Charakters — Wohltätigkeit und Herzensgüte — eingehend beleuchtete. Zahllos sind die Armen und Dürftigen, die sie — noch in Hattersheim wohnend — mit echt jüdischer Gastfreundsch,ast in ihrem Skn*' WkÜML Wök QU© MQW QP' „J, \mw C, Last des Alltags sich abmühle, ' mM iNm erschien k in betnit'l re häufte* fte^miT ffiXsbp^^5 if,rc Kinde, und über, un ei eigenen Intbeh »-ugung-n allst Ärt. Und selbst ä-n ,u ftüden und I« nicht aus zu sar. b ' o ' 8 n , p helfen da und dort, wo es nötig ihr erschien. Fanny Klein erfreute sich hier in allen Bevölkerungsschichten großer Beliebtheit und die Mitglieder der Frauenchewro stellten sich freiwillig zur Hilfe und Pflege zur Verfügung und wetteiferten miteinander, um die Ehre, der leidenden Schwester das Lager erleichtern zu helfen. Eine selten fromme Frau, sah sie ihr höchste^ Ideal in der Erfüllung der imn, für die ihr keine Mühe und Arbeit zu viel war. Nun ist diese brave und edle Frau von uns hinweggenommen: möge sie am Throne des Höchsten den Lohn für ihre zahlreichen guten Handlungen finden, die sie hier auf Erden stets und gerne vollbrachte. n"axm Saarbrücken, 27. Sept. Am Erew Jomkippur um die Mittagsstunde, nach Verrichtung der Widuj und mit dem Echod aus den Lippen, hauchte Frau Frontet M e' s i n g e.r ihre fromme Seele aus. Wie zufällig kam gerade ein ganzes Minjan zusammen. Sie hatte noch ihr weißes Häubchen etwas tiefer um die Stirn gezogen, flüsterte noch „im S'chus von Awrohom, Jizchok und Jaakow" und ihre Seele kehrte zum Ursprung zurück Auf die Kinder und Anwesenden machte der Vorgang einen erschütternden Eindruck. Frau Messinger entstammte einer sehr frommen Familie. Ihr Vater wie ihr Gatte waren Talmide Cha- £>ie ||amUrc mo^ntc wor eirrocx 20 Sauren, etyfi sie nach Saarbrücken übersiedelte, mehrere Jahre in Frankfurt a. M. Mit den mustergültigen religiösen Einrichtungen Frankfurts blieb sie immer noch in ständiger Verbindung, nach dem Kriege teilweise mit Straßburg. Schon zu Lebzeiten des Gatten war sie, die Gattin, die Ernährerin des Hauses, erst recht aber feit 16 Jahren, seit dem Heimgang des Familienvaters r. Aber im Stillen öffnete sie ihre Hand auch den Armen. Was Wunder, daß am Sonntag eine so außerordentlich große Schar ihrem Sarge bis auf den Friedhof folgte. Dort angelangt, schilderte der Stadtrabbiner mit bewegten Worten das Leben und Schaffen dieser tapfern und gottesfürchtigen Frau, die zehn Kindern das Leben geschenkt und neun großgezogen hat, sie mit ihrer Hände Arbeit redlich ernährte. Hernach ergriff der älteste Sohn, Prediger und Kantor in Bern, das Wort im Namen der Geschwister, die als Kohanim den Muttersarg selbst getragen und in die Erde gebettet haben. Einem König, so führte er u. a. aus, legte man eine Krone auf den Sarg, einem großen Talmid Chöchom legte man ein Sefer auf den Oraun, aber Dir, Mutter, legen wir nun das Zauberwort Mutter auf den Oraun, denn dieses Wort umaßt für uns Kinder, die in tiefer Ehrfurcht und in unauslöschlicher Liebe vor Dir stehen, eine ganze Welt. Von den zehn Kindern, die Du geboren, gabst Du, ohne zu murren, weil es der Wille Gottes war, das jüngste als Maasier, und den ältesten Sohn bestimmtest Du, wie einst die fromme Hanna, für den heiligen Dienst, l'schores bakaudesch. Wie einst Mosche, als er vom Sinai kam, nicht nur die eine, sondern beide Tafeln zerbrochen hat, so sind auch uns beute beide Luchaus. Vater und Mutter, hin- Mölunkon. Wök am m (Storno au© am laa« lkiW ien, auch sit UtHt sSßöll. sS MssSN ÖJW, Sllß Du lebst, auch wenn wir Dich nicht sehen, lebst in einer höheren, besseren Welt. Und wie wir die Sterne erst ehen, wenn es Nacht geworden, so werden wir auch Dich sehen, wenn unsere Nacht dereinst kommen wird. Vermischtes. vom Wocheickalender. «M=18. ^Oktober 1926. / vom 1. — 8. Marcheschwan 5887 HümstÄg Sonntag Montag ~ Donnerstag Freitag Samstag o Okt. 9 : 1 C 10 2 & 11 3 12 4 13 s 14 6 15 7 11 8 snn vrnn 7a m Rathenow. 7. September. Am gestrigen Sonntag nachmittag fand unter großer Bet'eiligung der jüdischen Gemeinde und in Anwesenheit mehrerer Ehrengäste die ^^llcheEinwAung der neuen Synagoge in. der Fabrikenstraße Nr. 2 sto>ch Erschienen waren Oberbürgermeister Lindner. Stadtverordnetenvorsteher War- Vertreter 'ger evangelischen und katholischen Kirche, Pastor jD'Vtfert und Pfarrer Knobloch, ferner Vertreter oön und der Presse. Die Festpredtgt hielt ^.ach feierlichem Einholen der Gesetzesrollen unb »en des ewigen Lichtes Herr Rabbiner Dr. LöweNst^mm aus Spandau, der seiner Predigt den großen, Menschheitsgedanken des Friedens zugrunde legt'e Ms Vertreter des Landesverbandes hielt Dr. Freund-Berlin eine geistvolle Ansprache über die Notwendigkeit des sittlichen Wiederaufbaus der Welt und BMautBF «mm mit rlTacr mehvsre prachwolle yebrmfHe Gcfängv gum Vortag. Der Gebetsaal selbst, der nach den Entwürfen der Architekten Gustav Bauer und Siegfried Friedländer, Berlin ausgeführt wurde, fand den ungeteilten Beifall aller Anwesenden. Agudisttsche Nachrichten. Newyork. Am 4. September fand zum ehrenden Gedächtnis für den verstorbenen Vorsitzenden der amerikanischen Agudas Jisroel, Rabbiner Dr. H. Klein, die Einweihung einer neuen Synagoge statt. Diese ist die zweite Synagoge der orthodoxen ungarischen Gemeinde Ohew Zedek, an welcher Rabbiner Dr. Klein 46 Jahre lang als Rabbiner fungierte. Außer der Gründung der Synagoge soll zu Ehren des Heimgegangenen ein Seitenflügel der großen Newyorker Jefchiwah und eine Kolonie in Erez Jisroel mit dem Namen Beth Hillel gegründet «»erben. Philadelphia. Am 1. September Mb hier bas erste große Maffen-Meeting der Agudas Jisroel unter Anwesenheit von Rabbiner Meir Don Plotzki aus Warschau und den Herren Rabbiner Dachowitz, Abraham yto 19 9 Goldstein, Rabbiner Garfinkel und Rabbiner Nottberg,, als Vertreter der amerikanischen Agudoleitung, statt. Das Meeting war außerordentlich eindrucksvoll und propagandistisch besonders deshalb von Bedeutung, weil auch eine große Zahl von Besuchern der Ausstellung in Philadelphia aus allen jüdischen Zentren Amerikas daran teilnahmen. Der Vorsitzende der Agudas Jisroel in Philadelphia ist Rabbiner Lipschitz, welechr das Meeting leitete. — Der jüngste Beschluß der allweltlichen Misrachi-Konferenz, welcher in einer hiesigen Zeitung veröffentlicht war, daß das Vorgehen des amerikanischen Misrochi und Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenkeil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgefehlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. L. BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CIGARREN Tnum» feinste Hamburger und Bremer Fabrikate Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten Kaiserstraße 7 Kaiserstr 81 H*“* ”* Zeil 88 Versand nach auswärts ö ArfolfMatt Gr. Friedbergerstr. 43 Ecke Schäfergasse Uhren Juwelen Trauringe Gold- und Silberwaren Gut eingerichtete Reparatur-Werkstätte Be&onöQns. gute u preiswerte Badeapp'arote bei: E.HA6EUCO Am Eschenheimer Tor 3 Carl Kovatschek G. m. b. H. 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