Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 39 (21.9.1926)
- Date
- 1926-09-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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>-21.September 1926. Der 3st Nr. 39 Seile 9 Montag 73/4—83/4 Uhr abds., Hebr. Sprache, Frl. Machtei. — 9—10 Uhr, Herr S. Una, KI. Obermainstr. 30. (Alle anderen Schiurim wie üblich). Liwjath Lhen-Verein. Samstag v"»nn nach Mincho im Hörsaale Friedbergeranlage .Das Sukkausfest und seine Sym hole". Herr Red. S. Schachnowitz. v-Verein Osteudftraße 1< Rabbiner S. Weber, riirsn' von Sonntag bis MMlistzM DmuiNstaa avMs nas MS vsv» Beshamidrafch, Ofiendstratze IS. Don Sonntag bis Donnerstag einschl. allabendlich von 2/48 —9Uhr msia D». Herr Rabb. M. Karpel Samstag, 5 Uhr nachm. Droscho des Herrn Rabb M. Karpel. Gebetzeilen. N12V Mittwoch Abend 6.10 — Eruw Tawschilin Morgens 8.— Nachmittags 4.30 Abends 1. Tag 7.— »*nn na«? Freitag Abend 5.45 5amstagmorgen 8-— 5amstagnachmittag 4.30 Samstagabend 7— Mochengottesdienst: Morgens 0.10! KaHlMMM 000 Tefilin-Legen am Morgen 5.15 Ainderecke. Nach langer Nacht. Bon Heinrich Einslädier. . Aus einem Bienenkörbe war die Königin vertrieben worden. Kaum hatte sie ihn verlassen, da folgten ihr all ihre Anhänger. Sie umjd^tBärmien bie ttt bttfyiett 5^01611- Sie wollten ihr in die Verbannung folgen und sie schützen gegen alle Gefahren, die ihr drohten. Die Königin richtete chren Flug nach dem nahen Gehölze, woselbst sie sich an einem Baume niederließ. Ihre Begleiterinnen flogen zu demselben Aste hin/und ihr Summen und Brummen zeugte von der ungeminderten Kampfbereitschaft. Doch da kam ein über und über vermummter Mann. Sein Gesicht war von einer Maske verdeckt.' Seine. Hände waren. mit langen, dicken Handschuhen bekleidet. Mit einem Besen versuchte er die dicht um den Ast sitzenden Bienen in einen Sack zu kehren. Aber die Königin schwang sich auf einen höheren Ast, und sofort folgte ihr ver ganze' Schwarm. , Der Mann, der trotz seiner Vermummung da und dort-einen bösen Stich davongetragen hatte, machte jetzt ein Feuer an, das so qualmte und rauchte, daß den armen Bienen die Augen tränten. Sie konnten nicht mehr ruhig sitzen bleiben und flogen ängstlich hierhin und dorthin. In der allgemeinen Verwirrung gelang es dem Mann mit der Maske, die Königin mit ihren getreuesten H^tenerrt ge;|angen Qrt rrehrnsn, Qcr. Intg sie geschwind in sein Haus, das in der'Nähe war. Dort hatte er ihr schon eine neue Wohnung vorbereitet. Die Königin und ihr. kleines Völkchen weinten, als sie sahen, wie leer und öde die neue Residenz aussahim Vergleich zu der früheren, und wie sehr der Hofstaat zusammengeschmolzen war. Jedoch nicht lange gaben sie sich der Trauer hin. „Aufbauen!" rief die'Königin, und sofort ging jeder an seine Arbeit. - „Die Arbeit,soll uns trösten!. Ein neuer Staat soll erstehen!" -— . Die vielen Bienchen, dix, durch den mächtigen Qualm erschreckt und geängstigt, sich etwas weiter entfernt hatten, waren nicht wenig erstaunt und betrübt, als sie nach "einiger Zeit zurückkehrten und vergeblich-nach ihrer Königin riefen, Aengstlich flogen sie von Ast zu Ast, von Baum zu Faum; sie fanden weder die Herrscherin noch die Schwestern wieder. Fremd war ihnen der Wald mit seinen vielen Bäumen, und zitternd hörten sie die Stimmen der Vögel, von denen sie wuß ten, daß sie die größten Feinde, ihres Geschlechtes waren. Einige der erfahrensten des Völkchens suchten nach einem Zufluchtsort. Nach längerem. Umher irren ^artbert sie atictj am fftanbe be,s SGSüIbcfjerts einen hohlen Vaum, und sie eilten, dort für die Nacht Unterschlupf zu suchen. Aber nicht alle folgten ihnen dorthin. Mancher schaute nur ein mal in die Höhle und kehrte gleich wieder um „Die Wohnung ist ja viel zu eng!" riefen sie „Die Luft ist gar zu dumpf!" sprachen andere „Und die Fenster fehlen, es ist kein Licht da!" hatten wieder welche auszusetzen. „Auch keine Einrichtung ist vorhanden. Und warum sollen wir gerade jenen folgen? Sind wir nicht genau so vornehm und klug wie sie?" So sprachen manche, die sich schon früher nicht gern der Königin gefügt hatten und jetzt froh waren, ihre eigenen Wege gehen zu können. Ein paar. besonders Freiheitsliebende flogen der Waldlichtung zu, wo die würzigsten Blumen rings um einen blauen Weiher standen. Dieser Ort roar innert bisher verboten getoe^en. Sie fanden die prächtigsten Blüten und nasch ten mit Wonne von. dem Netztau. Als sie sat waren, setzten sie sich auf den Blütenrand, um ein Plauderstündchen zu halten. „Ach, die vielen Verbote! " rief die. eine „Die haben mich schon stets verdrossen. Was uns armen Geschöpfen das Leben versüßen kann, das ist uns verboten!" „Haben wir etwa nicht auch unter den G e - boten gelitten?" versetzte eine andere. „Von früh bis spät war unser Tun und Lassen genau vorgeschrieben." Die erste nickte zustimmend. Dabei hatte sie nicht bemerkt, wie ein mächtiger Storch sich au. seinen hohen Beinen genähert hatte, und als sie wieder aufblicken wollte, da.war sie schon in seinem langen Schnabel. MMollen verbargen m die ärmeren lies m den Blutenkelchen, dis sich bald, als der Abend kam, schlossen. Da hieß es, hier den Morgen erwarten. Aber die Nacht war kalt, und manches zarte Bienchen erstarrte vor Frost. Die im hohlen Baum hatten es besser. Wohl war die Wohnung dumpf und unbequem, aber sie schützte wenigstens vor Kälte, und als der Morgen seine ersten. Strahlen sandte, da dankten sie ihrem Schöpfer dafür, daß er sie wenigstens am Leben erhalten hatte. „O, könnten wir unsere Königin hören!" flehten sie. „Wie gern würden wir uns mit ihren Geboten beschäftigen; denn sie sind unser Leben, und von ihnen hängt die Dauer unserer Tage ab. Und in der Verbannung riefen sie sich die Worte ihrer Gebieterin ins Gedächtnis, um auch hier danach zu handeln. Doch was ist das, was am Ende einer langen Nacht weit über die Halde schallt? Was läßt all die armen Geschöpfe aufhorchen, die Verirrten, die Frierenden, die Versprengten. die Suchenden? SBdJ lg eckt ^ie mis tl^rert Träumen? Wessen Ruf gießt neue Hoffnung in die Brust der Zagenden? Läßt sie ausrufen: „die Erlösung naht?" Der Lehrer, der die Geschichte erzählt, hält eine Minute inne. Da löst es sich unbewußt von den Lippen eines kleinen Knaben: „Des Schofars Ruf! "— „So, Fritzchen, des Schofars?" wiederholte ächelnd der Lehrer. .,Und die Königin, die zum Sammeln ruft, ist wohl auch gar keine Bienenkönigin?" „Nein, die Thora!" erwidert der Lehrer, und indem er sich von seinem Sitze erhebt, "chlieht er mit den Worten: „Wenn ihr denn das alles schon erraten habt, so könnt ihr euch selbst nochmals die ganze Geschichte durchdenken, und nach den Feiertagen werdet ihr mir. dann erzählen, wie ihr sie euch übertragen habt." (Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten.) Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseraten» im kllWllklikn EnwWungkll rlluMr Waren oöer sonstige Angaben eeligionsgesetzlichen Lharaners auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. L. BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CIGARREN Tabake feinste Hamburger und Bremer Fabrikate Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten Kaiserstraße 7 Kaiserstr 81 TeIe,on Han8B 3391 Zeil 88 Versand nach auswärts Hansa Grosswäscherei vorm. Gebr. 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Offenbach). — Verlag .Israelit", T.u^b.tz., Frankfurt ».SK. — Druck Sermon Verlags- Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M. H