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Der Israelit · 1926-09-07 · Heft 37 (7.9.1926) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 37 (7.9.1926)
Date
1926-09-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 37 7. September 1926 harter Selbstanklage. Und dazwischen hinein gesät zwei goldumsäumte und doch auf der anderen Seite graugezackte Tage, in denen in den Gefilden ihrer himmlischen Heimat in den Blättern ihres irdischen Daseins gelesen wird, auf denen ihr Wollen, ihr Kämpfen — ach, ihr Unterliegen verzeichnet ist! Sie schluchzt im Angstgefühl dieser Niederlage. Und dazwischen glimmt ein leises, ein warmes, ein immer stärkeres Hoffen in ihr auf. Sie ist doch im Ausraffen, im Aufstieg begriffen. Sie will doch siegen. Und ihr König, der sie hierher entsandt und in dunkle Grenzen gebannt hat, ist doch zugleich ein so liebreicher, ein so unendlich erbarmungsvoller Vater! Hilfeschrei und Jubelrus mischen sich. „Gedenke u n - lerer zum Leben, König, der Du Wohlgefallen ha st am Leben!" ... Die Seele hat gesiegt. Noch einmal saßt sie ihre ganze Kraft zusammen zum Königstag. Ja, zu ihrem Königstag: In dem sie königlich sich erhebt über irdische Triebe und Begierden. An dem sie königlich schaltet und waltet. „Es schweige alles Fleisch!" Alles Fleischliche, alle Gelüste heißt sie schweigen, läßt sie hinter sich. Nicht mürrisch, nicht aus Zwang, nicht aus Not. Nein, aus dem starken Drang der Befreiung vom Erdhaften, der Gesellung zum Gottnahen. Sündenbekenntnis. Ich bin arm und gebrechlich geworden in meiner Hülle. Leiden fchaftdurchtobt und ichsüchtig. Mit Füßen trat ich, wozu Du mich entsandt. Jetzt aber bin ich Dir wieder nahe. Wieder reiner Teil von Deinem Ganzen. Und will es bleiben und werde es bleiben. . . 5. Die Sonne steckt ihre letzten Wimpeln und Fähnchen am Himmel aus. Heiter geborgen liegt die Ernte. Liegt auch der Seele Ernte. Der braune Herbstwind streicht über die Felder. Die Seele fühlt sich wonnig und beglückt. Gastlicher Hütte beugt sie freudvoll ihr Haupt. Mit Myrten schmückt sie sich. Faßt mit starker Hand Palmgebinde und köstliche Frucht. „Heil mir", ruft sie sich zu, „die ich schreiten darf im Tale der Erde und es durchwirken darf mit Himmelsblumen! Und dann schaut sie sich um, verstohlen, zaghaft, schamhaft. Hebt ihr Nöcklein ein wenig und wiegt sich und tanzt und tanzt und srngt mit einem Sümmchen so süß und selig, so weltentrückt und siegesbewußt, so geisterfern und doch so erdennah: rrnnn nsra v'rrn Kalender-Betrachtung zum 5687. Jahr Der Verfasser des Frankfurter Minhagbuches rmrr bemerkt (Seite 117), daß jedermann, der die Grundlagen unserer Kalenderberechnungen kennt, verpflichtet sei, sich selbst ein Luach vor 'rr-, zu errechnen, und erwähnt, daß sein frommer Vater *(T>°nn a"u) und ändere kundige Männer diesen Brauch übten. Nachdem in heutiger Zeit die Zahl derjenigen, die in der Lage sind, solche Berechnungen zusammenzustellen, recht gering sind, haben verschiedene jüdische Zeitungen, seit einigen Jahren den löblichen Gebrauch, die Elemente des kommenden Kalenderjahres in mehr oder weniger ausführlichen Darlegungen zu bieten. Es dürfte dies gegenwärtig um so mehr am Platze sein, als bekanntlich* beim Völkerbunde in Genf eben Bestrebungen am Platz sind, den Gregorianischen Kalender, der in allen Kulturstaaten der übliche ist, zu vereinfachen, Bestrebungen, die auch unter Umständen auf das jüdische Leben von weitgehendem Einflüsse sein können. Wenn im Jahrbuch der Jüdisch-literarischen Gesellt ^a^r8ang 1918/föer 6e£cirt”!f SsfiMufM fjjffßjsf Dr. V. Eoyn sein Bedauern vorüber aussprM, vast M jüdischen Kreisen das Interesse für Kalendersorschung recht gering ist, und dies dem Umstand zuschreibt, daß das Studium wegen seiner scheinbaren Schwierigkeit abzuschrecken pflegt, so darf, soweit ich in den Kreisen der hiesigen Gemeinde konstatieren kann, die erfreuliche Tatsache festgestellt werden, daß das Interesse hierfür, vielleicht veranlaßt durch die Bestrebungen des Völkerbundes, gewachsen ist. Das beginnende Jahr rsnn bietet für den Kalenderforscher eine solche Fülle interessanter Momente, wie sie wohl kaum einem andern Jahre zuteil sind. Bildet doch schon die Signatur trnn my-op an sich eine große Seltenheit, da sie in den Jahren 1800—2000 nur 6 mal vorkommt' (1895/56, 1882/83, 1909/10, 1926/27, 1953/54, 1980]81). Die Spannung von 27 Jahren, die diese Kalenderform fast durchweg zeigt, ist in den Augen springend, und schon Eduard Feisten hat in Nr. 8 des Jahrganges 1916 dieser Zeitschrift auf diese Eigentümlichkeit aufmerksam gemacht. Es erfolgte hierauf in Nr. 10 eingehende Erklärungen der durch seine Forschung auf diesem Gebiet rühmlichst bekannten Herrn Isaak Sulzbach, und des Heimgegangenen unvergeßlichen Rektors Falk V"itT und seien Interessenten aus diese Arbeiten hingewiesen. Das neue Jahr ist ein Schaltjahr und hat 383 Tage oder 545/7 Wochen und die Höchstzahl der in einem Jahr vorkommenden Sabbate. Durch letzteren Umstand gelangen alle Sidraus der Tauroh getrennt zur Verlesung, mi Wsk 811 klMll KRMkMM ööMMMt: mmtiiojt u’jra srr füllen mit MMllMe von m an Wochentagen. In diesem Jahre wird noa my wieder an nso sein. Es gehört dies bekanntlich, zu dem seltenen Erscheinungen in unserem Kalender, ungefähr 10 mal in 100 Jahren. Es wird wiederum 1930 der Fall fein, um dann bis 1950 (also zwanzig Jahre) auszubleiben; alsdann wird es in diesem Jahrhundert noch 1954, 1967, 1974, 1977, 1981 und 1994 stattfinden. Das Zusammentreffen der ersten Tage noa mit dem christlichen Osterfeste ist ebenfalls eine große Seltenheit. Letzteres wird bekanntlich immer an dem Sonntage gefeiert, der zunächst auf den Frühlingsvollmond folgt, und wenn dieser Vollmond selbst aus einen Sonntag fällt, auf den nächstfolgenden' Sonntag. Frühlingsvollmond heißt der erste Vollmond nach der Frühlingsnachtgleiche, die frühestens 21. März, spätestens 18. April eintritt. Es sollte, nach den Beschlüssen des Konzils zu tflicaa, hamtf bozrusckt merbett, bas nie mii kam jilkipifcn Tag des Jahres fallen könne. Allein dasselbe siel 1805 (14. April) 1825 (3. April) und 1903 (13. April) mit dem jüdischen Pehach zusammen, und wird außer in diesem Jahre, 1954 und 1981 wieder zusammentressen. (Es kann dies naturgemäß nur der Fall sein, wenn noa 21s an ftiv ist). Das Jahr beginnt reichlich früh, am 9. September, es kann noch drei Tage früher fallen, wie dies 1937, 1956, 1975 und 1994 (am 6. September) der Fall sein wird. — In sehr seltenen Fällen kann rrn sogar am 5. September fallen, doch wird dies erst im Jahre 2013 der Fall sein. Joseph Bender. (Eine weitere fesselnde Studie über diesen Gegenstand aus der Feder des bekannten Astronomen Dr. B. Cohn in Straßburg folgt in nächster Nummer.) Eruw Tawschilin. Da die nächsten Feiertage dreimal Anlaß zur tus» 1'?"ir27i 2ii'pgeben, so sei hier auf eine Gedankenlosigke der Herausgeber unserer Gebetbücher hingewiesen. Die Formel schließt mit '12 omn Wn «*»• Diese Worte haben für den einzelnen Hausvater, der für feine Familie Eruw macht, keine Bedeutung und keine Sinn. Allerdings soll der iw!>w auch für andere, die durch m am Eruwlegen verhindert sind, Eruw machen. Aber dazu ist es erforderlich, daß er den Eruw durch einen Dritten ihnen weiane 'mm ist). Da dies im allgemeinen — und mit MW -- Ml MWW finD M MM ßflfilM ml sollten je eher je lieber aus den Gebetbüchern verschwinden. Wer, mit den einschlägigen Vorschriften vertraut, ür andere Eruw macht, wird auch wissen, daß er diesen Zusatz machen muh. Ms. Das Israelitische Kurhospiz in Bad Kissingen. Wohl jeder jüdische Besucher unseres Weltbades wird 'ich schon einmal die an der Salinenstraße gelegene israelitische Kinderheilstätte betrachtet haben. Neben dieser, der allgemeinen Wohlfahrt dienenden Anstalt steht ein 'ehr schönes Gebäude mit großem Garten, die Neinburg. Am Eingang des Anwesens leuchtet uns eine große Tafel mit der Inschrift: „Eigentum des Israelitischen Kurhospizes, vorerst untergebracht Hartmannstr. 5" entgegen. Die von Rabbiner Dr. Vamberger ausgehende Idee, ein Kurhospiz für den Mittelstand zu gründen, hat sich realisiert, nur kann das Gebäude nicht bezogen werden, weil die Mietsleute noch nicht anderweitig unterzubringen md. Es sind dss^alb irr der Sjax-tmcmrtjtr. s -einige Estin tllft gemietet uttö öer Vetrieh provisorisch VvNsNVfl erVsMt. Ein Insasse des Hospizes gibt uns eine gediegene Schilderung seines Aufenthaltes dortfelbst, und wollen wir nicht verfehlen, solchen der Oeffentlichkeit zu übergeben. Er erzählt, daß dorten alles in größter Akurateste zu finden 'ei. Die Anstaltsverwaltung ist bemüht, den Aufenthalt dortfelbst so angenehm als möglich zu gestalten, so daß er seine Kur mit aller Bequemlichkeit befolgen kann. Die Speisen sind kurgemäß zubereitet, werden in peinlichster Sauberkeit serviert und in vollständig genügenden Mengen verabreicht. Daß bezüglich Kaschars alles icht peinlichster Genauigkeit durchgeführt wird, dafür bürgt der Name des Rabbiners. Jede Verwechslung des Gechirres oder sonstiger Gerätschaft ist vollkommen ausgechlossen. Fleischlige, milchlige und minnige Geräte sind von verschiedener Farben dn Größe, alles genau gekennzeichnet. Es ist sicher, daß zur Durchführung des Wirtchaftsplanes viel Geld nötig ist, wenn auch der Insasse einen kleinen Teil der Verpflegung selbst trägt. Der Verein wird voraussichtlich im Laufe dieses Jahres ein geeignetes Haus erwerben, um die Wohltaten des Hospizes einem größeren Kreise zugängig zu machen. Die Anstaltsverwaltung gibt deshalb unverzinsliche Anteilscheine zu 25 Mk. aus, die nach bestimmtem Plane jährlich zur Rückzahlung ausgelost werden. Es wäre deshalb Pflicht aller jüdischen Gemeinden von Nord und Süd, solche Anteilscheine sich zu verschaffen, denn alle Gemeinden verlangen nach der Wohltat, so ist es auch heilige Pflicht, für den Unterhalt mitzusorgen. Auf Wunsch ist die Anstaltsverwaltung (Dr. Varnbsrgsr) bsriit \m Mi D.on AMMWIM m MMM. Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inserate«' teil enthaltenen Empfehlungen, ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgefehlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. L. BARBARINO Frankfurt a.M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CIGARREN Tabake feinste Hatttblifger und Bremer Fabrikate Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten Kaiserstraße 7 Kaiserstr 81 Tde'“ H‘"‘33,1 Zeil 88 Versand nach auswärts Mechanische und DRUCKLUFT Teppich -Reinigungs- Gesellschaft m. b. H. »MEDRUVA« früher Meder’s Teppich-Reinigungs-Werk Telefon Hansa 4642 Bergerstrasse 149 Anerkannt beste Entstaubung - Chem. Reinigung - Kunststopferei - Entmottung von Teppichen und Möbeln mit Zyclon-Gas. Lagerung während der Ferienreise gratis - r r rr v—t 1 w—*r—^ "w w Hansa Gross Wäscherei VArm. Cebr. 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Ofsenbarh). — Verlag »Israelit", G.rn.S.H., Frankfurt a. un, — Druck Sermon Verlags? Aktierrgef ellfch aft, Frankfurt a. M.

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