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Der Israelit · 1926-09-02 · Heft 36 (2.9.1926) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 36 (2.9.1926)
Date
1926-09-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Mlie 4 Nr. 38 —h———Ihl Hl II ■■ M — '- I-.' — treter aus den meisten Ländern Europas statt. Vertreten waren: Dänemark, Deutschland, Deutsch-Oesterreich, England, Frankreich, Polen, Italien, Holland, Schweden, die Schweiz, die Tschechoslowakei, Ungarn und die russische Emigration. Die Vertreter berichteten über den Kampf der internationalen Hochfinanz und die Abwehr in den von ihnen vertretenen Ländern. Darauf wurden die Dawes-Gesetze einer eingehenden Prüfung unterzogen und klargestellt, über welche Etappen die Versklavung der Wirtschaft und des Staates selbst in einem Lande nach dem andern vorgenommen würde. Einmütig sprach sich die Versammlung gegen die internationale Goldwährung aus, welche in ihren Augen nichts anderes darstellt, als ein Mittel der Hochfinanz, die Währung aller Staaten und damit die Staaten selbst von sich abhängig zu machen. Des Weiteren wurden Wege und Ziöle der Propaganda gegen die Versklavung . aller Völker die irttematiPflflff, WM Muhm WO- Mauz besprochen." Daß es eine antisemitische Internationale gibt, deren Judenhaß höchstens noch von ihrer Staatsfeindlichkeit übertroffen wird, haben wir nie bezweifelt. Hier spricht man von Juden und meint das Dawesgefetz und überhaupt die Politik der Erfüllung und des Friedens. Der Umstand, daß sich die Herren für ihre Heeresschau eine anonyme Stadt in Dänemark gewählt haben, läßt aber keineswegs den Schluß zu, daß es gerade im Staate Dänemark antisemitisch faul sei . . . Was soll aus unseren Töchtern werden? Don Walhan bar Meir in Arankfnrt a. W. Herr Fr. hat es in einem unter obiger Überschrift in Nr. 16 des „Israelit" (Blätter) erschienenen Artikel unternommen, ein soziologisches Problem von so weitragender Bedeutungaus der Versenkung ans Licht zu fördern und Anregungen zur Abhilfe von schweren Mißständen zu geben, daß ihm hierfür höchste Anerkennung gebührt. Ganz abgesehen von der Tragweite der geschilderten Umstände für unser Volksganzes, spricht aus den Ausführungen des Herrn Verfassers'ein. so" erschütterndes Maß von Tragik des Einzelschicksals, daß wirklich keine Möglichkeit der Hilfeleistung unversucht bleiben solltet Der Herr Verfasser sieht die Gründe einerseits in dem Mangel an Männern,' deren Einkünfte das Eingehen einer Ehe gestatten, wie an einer Minderzahl von Männern überhaupt, und Noa. Die Kolonial-Juden höben nicht allein sich frühzeitig und enthusiastisch dem Non-Jntercourse-Programm angeschlossen, sondern haben auch, als die Zeit zur Schaffung und Erhaltung einer Armee kam, gerne Dienste getan, wo sie nur von Nöten waren. Cs liegt viel Roin vef TWiM Äs WM Nllomon. DCH. f"?lmschsn Buden, ver me Revolution ManrieM; Gsbsesu in Polen, wurde er von den britischen Streitkräften in Rewyork gefangen genommen, und als er entwichen war, ging er ans Geschäft in Philadelphia. Er unterhandelte für Robert Morris bei allen Anleihen die in Frankreich und Holland gemacht wurden, gab ein enormes Vermögen her rino streckte bedeutende Summen vor Männren wie James Madifon, Thomas Jefferfon, Baron Steuben, General St. Clair und manchem andern patriotischen Führer, die bezeugt haben, daß sie ohne seine Hilfe die Sache nicht weiter führen gekonnt hätten. Eine beträchtliche Anzahl von Juden wurden Offiziere der festländischen' Streitkräste. Die Listen weisen zumindest 4 Juden auf, die Lieutenant-Colonels gewesen sind, 3 waren Majore und 6, wahrscheinlich mehr, Kapitäne. Major Benjamin Nones, wird der jüdische Lafayette genannt. Er kam 1777 aus Frankreich, ließ sich bei den Continentalen als Freiwilliger einreihen, diente im Stabe des Washington und Lafayette und wurde später dem Kommando des Baron de Kalb zügeteilt, wo es eine Anzahl von Juden gab. Als Baron de Kalb im dichtesten Gefechte in der Schlacht von Cainden tödlich verwundet wurde, waren drei Offiziere bei der Hand, ihn vom Felde zu tragen, Major Nones, Capitain de la Motto und Capitain Jacob de Leon; sämtliche waren Juden. Ein Infanterie-Korps in Charleston S. C. war vorwiegend von Juden gebildet und diese haben sich in den Gefechten jener Sektion glänzend bewährt. Es ist leicht zu begreifen, warum ein Volk von eiNem" geschichtlichen Hintergrund wie die Juden sich in so überwälti- $ rr « » rtn t i L SUtMer^Mb . andererseits irr den derzeitigenallgemeinen : trüben wirtschaftlichen Verhältnissen, die es vielen Mädchen schwer oder unmöglich machen, sich aus eigener Kraft einen Lebensunterhalt und eine Sicherstellung für das Alter zu erwerben. Indem wir zunächst den letzteren Punkt zum. Ausgang unserer Betrachtungen nehmenglauben wir Grund zur Annahme zu haben, daß gerade die in weiteren Kreisen h e r r s ch e n d e U n kenntn i s d e r g e sch i ld e r t enII ni;[t änd e mit eine Ursache ist, weshalb manchem strngen Mädchen die Pforten eines, geeigneten,Erwerbszweiges verschlossen bleiben. Gerade Mr den ureigensten Beruf der Frau, das Wirken im Haushalte, dürfte doch noch so manche Anstellung freigemacht werden können, insofern' ein besseres Verstehen für die beiderseitige Lage der Verhältnisse sowie eine gewisse Bereitschaft des Sichbefcheidens vorhanden wäre. Ganz abgesehen von den in günstiger Vermögenslage lebenden Glaubensgenossen, zu deren vornehmsten Aufgaben die Aufnahme einer LruvemoMr Moren sollte rvüMn suchmsnch^ einfachere Haushalte recht gerne die Einstellung eines Mädchens begrüßen, dessen häusliche Mithilfe der Hausfrau wiederum den Weg für andere Tätigkeitsgebiete frei machen würde. Sind die Mädchen erst einmal in einem Berufe, so tritt ohne weiteres die g es etzliche Invaliden- und Altersversicherung in Kraft, die bei Weiterleistung der Beiträge wenigstens eine Grundlage bei Erwerbsunfähigkeit und für die Existenz im Älter bietet. Das gleiche , ist bei allen anderen Beschäftigungen (Kaufmannsgehilfin, Handarbeitsberufen u. a.) der Fall, weshalb auch für diese Erwerbe die jüdische. Allgemeinheit nach Kräften die Einstellung jüdischer Mädchen die Wege ebnen sollte. Insoweit manche Mädchen noch der beruflichen Ausbildung entbehren, sollte von Seiten der bestehenden jüdischen Frauenvereinigungen und anderer Organisationen das Nötige in die Wege geleitet werden. Ferner käme die Schaffung jüdischer gemeinnützig er Genossenschaften zwecks E i n r i ch t u n g von B e t r i e b e n für die Herstellung und den Vertrieb von weiblichen Handarbeiten in Betracht, wobei —- bei entsprechender Geschäftspropaganda ^- sowohl auf inals auch auf ausländischen Absatz gerechnet werden darf. Der Aufbau müßte sich natürlich schrittweise, entsprechend der Nachfrage, vollziehen. Es ist in Vorstehendem bereits die Rede davon gewesen, daß bei Beschäftigungen aller Arten die gesetzliche Invaliden- Und Altersversicherung eintritt. Diese könnte durch die Einrichtung einer gender Weise stets mit der Sache der Freiheit verbündet hat. Seit den frühesten Zeiten des Kolonialwesens war Amerika für diese so lange verfolgte - Rasse das „verheißene Land". Die jüdische GemeinschaftHer Bereinigten Staaten ist nicht nur nurnsrisch 4>ie groeitstürLtte Syev Welt. fOHd&fll W8lß Äüdj kte iss kyvgug VIVif ihre Herkunft von bet alten Wett. Und von welcher Herkunft sie immer waren, tommen sie stets zu uns, begierig, sich unseren Jnstituttonen ünzupassen, unter dem Einfluß der Freiheit zu gedeihen, als Bürger ihren vollen Anteil an dem Aufbau und an derErhalttmg der Nation ze nehmen, und ihrerr-Teil zu twgMbei deren Verteidigung, um zu dem nationalen Leben eine Beisteuer zu leisten, würdig der Tradition, die sie oeedbt hatten. Diese Fähigkeit der Anpassung in - Details ohne Aufopferung des Essentiellen ist eines der speziellen Lehren, welche die wunderbare Geschichte des Judentums bietet: Es ist eine Lehre, die jedes Land, das auf eine volkstümliche Regierung aufgehaut ist, lernen und anwenden muß, von Generation zu Generatton. Mögen Sie lange genug in der Betrachtung verweilen, daß die Patrioten, welche diese Republik gegründet haben, ihr Vertrauen aus der Bibel schöpften. Mögen sie volle Gerechtigkeit dem Volke widerfahren lassen, in welchem die heiligen Schriften ins Leben getreten sind. Und wettn Sie die Versicherung erwogen haben, daß „hebräischre Mörtel die Grundlagen der amerikamsechn Demokratie zementiert" hat, so können Sie nicht der Schlußfolgerungentgehen, daß, wenn die amerikanische Demokratie auch' weiterhin die größte Hoffnung der Menschheit bleiben. soll, sie nur aus den Lehren m der Bibel beruhen rnüsse." Pensionskasse fü r j ü dischew eidliche Pers.on en eine, geeignete Ergänzung erfahren. Eine solche. Pensionskasse sollte: es-sowohl Angestellten, als auch jenen Mädchen, denen keine. Gelegenheit zur Betätigung geboten ist, ermöglichen,, in den, SWuß. Einrichtung. zu gelangenMHie ZenlxalWohlfMrtsstßlle-der^ deutschen Zud'en chyt, MÜexMg^^iM;,Wnsiynskässe der freien^WMfaßrM gerufen, und es.Märe -zu. Fürsorge! für jüb i ^lusf ü^ruw0§n mit eingeschlossenMMen. konnte, falls diese Absicht nicht^be.rests -perwirklicht - ist. Hierbei könnte auch die Mithilfe des Auslandes einsetz en. Für die Existenznotlage unserer Töchter dürfte, wohl das nötige Mitgefühl und.Interesse nicht fehlen. Solchermaßen dürfte auch die Forderung , des Herrn Fr. nach Ausgestaltung und Neuerstellung von Altersheimen und Pfründnerhäusern .nicht außerhalb des Bereiches des . Möglichen. liegen. Wenn sich erst die übrertttäijniett McrßnahrnsrT flh* AU Ißerjorgurtg Töchter in - DeUtschr land bewährt haben, wäre auch ein Weg gegeben, die Einrichtungen auf andere Länder auszudehnen. Das letzte Ziel wäre eine internationale jüdische Organisation. Und jetzt noch ein Work für die W.e.g ech er eitun g jüdischer Eh es ch l"i"e ß Un g e n. Welche Möglichkeiten sind nach Abzug der aus dem Mißverhältnis des überschießenden Frauenkontingentes sich notwendig ergebenden Beschränkung vorhanden, die Eh emöglich keiten vo ll auszunü tz en und d en Mischeh en entgegenzuwirken? Hierzu sei zunächst der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß eine Wiederkehr besserer Erwerbsverhältnisse auch vielen bislang unter dem Zwang der Umstände abseits stehenden Männern den Weg zur Ehe frei machen wird. (Schluß folgt.) Komspoitdtitzeii« Nachrichten. I>cutfd«e* Vertreterverfammtung des ^Preußischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden" und des «Bundes gesetzestreuee jüdischer Gemeinden Deutschlands". Fulda, 29. August. Die gesetzestreuen Gemeindeverbände Preußens und des Reiches hielten heute ihre ordentliche Vertreterversammlung ab, die von. Mittel- und Kleingemeinden stark besucht war. Nachdem vormittags eine Sitzung des Ausschusses stattgefunden hatte, eröffnet^ Rabbiner Dr. Auerbach-Halbsrstadt - itm 2.30 1Wc j^= kem vf zunächst der Heimgegangenen Borstanösmitglieder Rabbiner Dr. Breuer, Rabb. Dr. Marx-Darmstadt und Adolf Stern V-st gedachte. In eindrucksvollen Darlegungen kennzeichnete der Redner die jüdisch-geschichtliche Bedeutung des gesetzestreuen Gemeindeb u n öleYv; dWn Schöpfung,!"Bestand'ünd öffentliche Anerkennung geradezu ein Triumph des reknen Th o rag eist es über die prinzipienlose' Verwässerung des jüdischen Gemeinschastsgedankens sei. Der Geschäftsbericht erstreckte sich über die politische Tätigkeit des Bundes (Vorbereitungen zum neuen preußischen Jude n g e setz und-die damit zusammenhängenden Fragen, worüber Rabbiner Dr. M u n k - B e r l i n ein Sonder- Wochenkalender. vom 4. - 11. Sept. 1888. / vom 2o. Ellul bis 3. Tischrt.SMS Samstag Sep. 4 ö»axj' 25 Sonntag 5 ■pi 26 Montag 6 27 »-81 »"12V Dienstag 7 28 f Mittwoch 8 29 rshn mvn two Donnerstag 9 1 »8*lt '8 DlV ' Heitäg^: it 2? *i n 3

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