Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1926)
- Date
- 1926-08-12
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. / Mit Gottes Hilfe ist es uns gelungen, die großen Schwierigkeiten des abgelaufenen Jahres einigermaßen zu überwinden. Dank fei allen ausgesprochen, die in Pslichternft und ßiebe unferer Kehilla ihr Bsstss gegeben tjaben. Mndn dis gum Eintritt normaici VerWUMsie bleibt noch eine weite Tiefebene zu durchschreiten. Die Aufgaben, die täglich von neuem an uns herantreten, machen es uns zur Pflicht, auf dem Wege der angespannten Leistungen nicht zu erlahmen. Wir haben die Opferfreudigkeit eines jeden von uns nötig, um der Schwierigkeiten Herr zu werden. Unser auf freier Willensentschließung aufgebaut-er Gemeindeorganismus kann sich inmitten der auf ihn einstürmenden Nöte nur behaupten, wenn jedem Einzelnen das Bewußtsein inne- Mynl, vast er ttti leoenDigitr Mstanmil Der Gesamtheit ist, und daß die Gemeinde seiner bedarf. Nur die freie r.nd gesteigerte Opferfreudkgkeit unser Gememdemitgliedcr und ihr liebevolles und einträchtiges Zusammenwirken kann den weiteren Aufstieg unserer Gemeinde verbürgen und uns in den Stand setzen, die Grundlagen hierfür zielbewußt und mit vorausschauendem Sinne zu schaffen. Gebe Gott, daß Hand in Hand mit einer Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse auch die Liebe und die Begeisterung unserer Mitglieder für die Kehall Adaß Jeschurun von Tag zu Tag in steigendem Umfange sich vfffn&nren naöj Dem m\wl unferor iBätei» und MüttE Dann allem wird es uns gelingen, unseren Nus als führende Gemeinde innerhalb der jüdischen Welt weiter aufrecht zu erhalten und unsere Gemeinde in der Sieghastigkeit ihrer Grundidee einer lichtvolleren Zukunft entgegenzuführen. Aus Gemeinde- und Vereinsleben. (Elul-Vorkräge im Mekor Chajim.) Vom nächsten Sonntag morgen ab wird im Mekor Chajim (Sonntag und Mittwoch nach Schul) statt ovo ms« der Zeit entsprechend aus fcem und Mussar kapiteln des ms «n r ^errn est1non,ig gmrm, m ”n rUemMre liegen aus. (Neues aus der Agudas Jisroel-Iugendgruppe.) Für Mittwoch den 1. September d. I. ist eine außerordentliche Generalversammlung vorgesehen mit der Tagesordnung: Ersatzwahl für die aus dem Vorstand ausscheidenden Herren Frankenthal und Kahn. Besondere Einladungen werden rechtzeitig ergehen. Eintritt zur Generalversammlung nur gegen Vorzeigung der Beitragsquittung für das vierte Quartal 5686. Unter der Parole: „Rettet die Jugend für die Tauroh" findet in der Woche vom 22. bis 29. August «uf ainorb- Mlig M. MMMMMNlltL ÖS» AsuXsZ QfeelJ9«geni>- DljJQmfatiött in ganz Deutschland eine großzügige Werbeaktion statt. An den Abenden dieser Woche werden größere Vorträge arrangiert, für die bewährte Redner bereits gewonnen sind. Nähere Einzelheiten, sowie Einladungen zu den verschiedenen Veranstaltungen werden den Mitgliedern rechtzeitig zugehen. Für Sonntag den 5. Sept. (26. Elul — 1. Selichostag) ist gemeinsam mit der Ortsgruppe ein Hefped auf Rabb. Sal. Breuer vorgesehen. Nähere Veröffentlichung folgt. Es fei nochmals darauf hingewiesen, daß jeden Schabbos zu morgens 7.15 Uhr sowie zu nran mittags 1 Uhr im Agudoheim pw stattfindet. Das ]»m das gleich am ersten Schabbos starken Besuch aufwies, dürfte riocf; weitere Mitglieds M WMk VM gMklkM fein. Die nm sind zu den niedrigsten Sätzen — Preistabelle im Aushang — zu erstehen und jeweils ab naw 'ß vorher bei dem Verwalter zu bestellen. Der Schiur: Chumifch mit Rafchi unter Leitung von Herrn Leop. Oppenheimer Sonntag vorm, von 8—9 Uhr erfreut sich immer regerer Beteiligung, doch können weitere Interessenten noch neu hinzukommen. Wir sind in der Lage, bei genügender Beteiligung sowohl für Damen als auch für Herren auf dis Einlaßfarten für Die MMSm iim ed prod^L srmaDigung zu ökhält^tt. Je zehn Teilnehmer müssen dann gemeinsam die Karten lösen. Anmeldung bis spätestens Montag den 16. cr. erwünscht. Das Programm für das Wintersemester 1926/27 — 5687 ist in Bearbeitung. Wünsche und Anregungen nimmt der Vorstand noch gerne entgegen. (Stellenvermittlung.) Die Stellenvermittlung der Jüdischen Frauenvereinigrmg befindet sich von nun ab Schützen st raße 1. Sprechstunden sind am Montag, Dienstag und Donnerstag von 3—5 Uhr nachmittags. Personalien. SIDS Qfirert flO. Seturislag Fväu Bertha Hrrslh, Affcherfeldstraße 6, hier. Frau H., die sich voller körperlicher und geistiger Frische erfreut, verkörpert das Prinzip: mnvvi -wrotp. Sie findet ihre Befriedigung darin. Andere zu erfreuen. Die Jubilarin, die feit ihrer Verehelichung die gleiche Wohnung inne hat, war die treue Gattin des beliebten Simon Hirsch b~r und die Tochter des allen Frankfurtern bekannten Josef Schwab t»-r. Letzterer erreichte das Patriarchenalter von 100 Jahren und versäumte bis an fein Der 3 i r o t 1 I i > Lebensende keine ri-'-w Möge Frau Hirsch, die auch jzu den pünktlichsten Besuchern des rnv-Gottesdienstes j gehört, noch viele glückliche Lahre im Kreise ihrer Angehörigen beschieden jein. n./..k.j -ty. i Unter obigem Namen war am Donnerstag, den 29. Juli,, in der Synagoge Friedberger Anlage eine Todesanzeige ausgehängt. Die Wenigsten wußten, wer diese Person war. Und doch-fand sich am nächsten Morgen die Elite der Israelitischen Religionsgesellschaft auf ihrem Friedhof ein, um dieser hervorragenden Persönlichkeit das letzte Geleit zu geben. Kaum hatte er die heimatlichen Jefchiwaus: Eifchifchok ufw. verlassen, mußte der junge Ehemann, Hirsch Jakob sich -nach Deutschland begeben, um Heilung gegen ein Leiden zu suchen, woselbst ihm aber mangels verfchiebettwr «Papiere die Niederrasiungsrn^gsiffsisiM htzsihlüsisi Hirsch Jakob zeichnete sich nicht nur durch seinen goldreinen. Charakter und vornehmes Wesen, durch feine außerordentliche Pflichttreue — in den vielen Jahrzehnten feiner amtlichen Tätigkeit ließ er sich nur einmal 14 Tage Ferren geben — und staunenerregende berufliche Tüchtigkeit aus — Hirsch Jakob hatte nämlich Kaboloh u. a. vom und oontsopyso'ianVspnx'’ ■»an—, sondern vor allem dadurch, daß außer dem reichen Thorawissen, das er sich auf den litauischen Jefchiwaus aneignete, er ein außergewöhnlicher v'vv st war, ein kt alten Schlages, ein bws-’ jener urwüchsigen Art, die heute leider so selten ist. (Das lockte auch f. Zt. Rabbi Schalom % WrikMM) Den alten LinDawiWer Robbe M (einem Kuraufenthalt in einem deutschen, von Stuttgart mehrere Stunden entfernten Badeplatz, sich Fleisch von Hirsch Jakob in Stuttgart per Post kommen zu lassen.) Nicht materielle Vorteile lockten ihn nach Stuttgart — er war äußerst genügsam und anspruchslos —, sondern dort hat er hingehört, dort hat man ihn dringend gebraucht. dort hat sich gleichsam an ihm das Wort des Pfalmisten erfüllt: ynv pns 'n (Psalm. 11. 5) „Gott prüft den. Gerechten", was unsere Weisen so sinnig an jenem Töpfer veranschaulichen, der da auf seinen Topf klopft, um zu zeigen, wie echt er ist. Aber noch vor Stuttgart legte Hirsch Jakob einen bewundernswerten Mut in seinem Beruf an den Tag, indem er als Familienvater von kleinen Kindern unter ^empng sss Knuts unD TOiqqBb Teinar Existenz — ein Fall aus der Praxis — für Gottes Gesetz kämpfte. Wie unerschrocken und unnachgiebig aber Hirsch Jakob im Beruf war, so sahst und milde war er im gesellschaftlichen Verkehr. Kein Hilfesuchender verließ sein Haus, ohne, je nachdem, bewirtet, beraten und beherbergt zu werden. Und zu ihm ins Haus brauchten die Leute nicht immer von selbst zu kommen. Er holte sie sich zuweilen von der Straße. Seine Herzensgüte und ebenso seine Bescheidenheit waren rührend und bewundernswert. Er imponierte Andersdenkenden und beeinflußte sie religiös durch feine lautere Persönlchiksit und gar Manchen öratfjte er auf Diese Weise Dem SuiittiiM näher. Welch allgKtUKttt^r Beliebtheit und Wertschätzung er sich erfreute, zeigt am besten, außer feiner vor Jahrzehnten erfolgten Naturalisation, zuletzt auch die Tatsache, daß die Stuttgarter Gemeinde, in der er Jahrzehnte wirkte, seinem Wunsche, in Frankfurt auf dem Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft beerdigt zu werden, stattgab und für die Ueberführung des-'vw ein Personenauto zur Verfügung stellte. Es trauern um ihn als Hinterbliebene feine tiefgebeugte. allgemein als wahre nt?» bekannte und verehrte Witwe und vier verheiratete Töchter. Möge ihnen v"'vn Trost spenden und sie vor jedem weiteren Kummer bewahren. An der Bahre sprach sein Frankfurter Schwiegersohn, Herr V. Ms 8 kn NiMIl '3 DtS Verstorbenen, führte er den Vers an; W W'-ht -asn (Samuel 2, 1, 19) „0, Zierde Israels! Auf deinen Höhen fielst du dem Tode anheim", und schilderte an Hand desselben in ergreifenden Worten, wie der Verstorbene nach vielen Richtungen hin im Leben auf einer hohen Stufe stand und wie eben aus diesen Höhen der Tod ihn ereilte, ihn —, der eine Zierde Israels war. nISw vereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt). Verein Mekor Chajim. Sonntag und Mittwoch früh nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage im Hörsaal .‘tm "n Herr Redakteur S. Schachnowitz. Sonntag vormittag 9.15 Uhr und Dienstag abend 1 Std. vor nnw p^in 'o» Herr Rabb. Ast. G. P o s e n. Montag und Donnerstag früh nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage im Hörsaal: Mischnah. Mitgliederlernen. Dienstag und Freitag früh nach Schluß der Synaoooe friedberger Anlage, „Mischnah", Herr ©*. P o f e rt. »on«. nadj «RcUusi tztt Ssinayogc I btt. Herr Dr. E. Posen. 712V mittags 41/.< Uhr „Mikrn", Herr Louis Kahn. 1 Std. vor Nacht „Midrasch", Herr Leopold Oppenheimer. Von Sonntag bis Donnerstag abend 9 Uhr: t3"v -Lernen, Herr Holpern. I h V z e i 1 s - S t i f t n n a e n: Dienstag. 17. August. Isidor Heller- und Mendel Apelt- Stiftung. ' 12. August 192Ö Agudas Jisroel-Jugendgruppe. (Die Lokalitäten Hanouerlandstlaße 17 sind täglich ab V-7 Uhr abends geöffnet, und Sonntag den gottjen Tag). ’ Tsnntsg öts mettdg, S--1Z Uhr. GelogmMt zum Lernen. Herr Herz Holpern, (gemeinsam mit der Ortsgruppe-. Sonntag dis 12 —l mittags Weltfchiur *n W, Herr Herz Holpern (gemeinschaftlich mit Ortsgruppe). (Alle anderen Schiurim wie üblich). Agudas Iisroel-Ulädchengruppe. Sonntag» 6—9 Uhr abends, n*?s>ri, Herr Lehrer Hirschberg. Montag und Mittwoch, 7?/4—83/4 Uhr abds., Hebr. Sprache, Frl. Machtet. — 9-10 Uhr. Tin» T. tt ll ll l Kl. Ooermainm. 30. Dienstag, Zl/r—ll'/z Ubr, Stenographie, Herr Abr. Gut. — 83/4—10Uhr, o,r*T» (wird noch bek. gegeben). - 9—10 Uhr, -ppp '-i7>, Herr Dr. Weg er, Zobelstr. ' ' (Alle anderen Schiurim wie üblich). Liwjaltz Lheu-Verein. Samstag noch Mincho, 5ll* Uhr im Hörsaale friedberger Anlage, „ 5er Elul-Psalm" (Fortsetzung) Herr Red. S. Schachnowitz. -Verein Ostendstraße ir Rabbiner S. Weber. 71122' D» von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends nach 12272 2?iv2- Betriebe, die der Aufsicht der Syn. Gem. Israelitische Religions- Gesellschaft unterstehen: Bäckereien: David Stein, Stolhesiratze 12, Aron Mainzer, Hanauerlandsir. 1. Konditoreien: Julius Grünebaum, Hanauerlandstr, 4. Simons, Ostend Metzgereien: I. Halberstadt, Allerheiligenslratze 61, Siegm. Bender, hanauerlandsiratze 16s, Leopold Löb, Bteichftratze S» Jacob Schön, Uhtandftratze 50, Leo Vogel, Börnestratze 44. Wurstlereien: Max Philipps, Zeit 4, S. Salomon, Gr. Eschenheimerslraße 19. Geflügelhandlnngenr Jenas ßafter- 61. Kolonialwaren: David Bauer, Vörnestraße 29, Philipp Heinrich, Mainslr. 23, Markus Nissenbaum, Klingerslr. 11. Fritz Bär, Obermain Anlage 20. Milchhand lungen: Abr.Rothschild, Sandryeg 6, Leonhard Weis, Oslendstratze 11. R e sl a u Al t i 0 n e n : Julius Ries, Bethmannsiraße 52, S. Salomon, Gr. Eschenheimerslratze 19. Fabrikationen: B. Rußbaum. Kl. Ober- MSlKskkSU il: 5nnt: MlMlINN. Dpnü: flvafjc 12, Thalmaan L Schwab, Schützenslratze 4, Wolf & <£o. G. m. b. H., Richard Wagnerslraße 10. Momag. o-TO iiQi LöMllMMk für samt!. HsvkSttabteilungen. Musterschule, Oberweg. Dienstag: 8-10 Uhr Herrenturnen I.» Realschule, Tiergarten 8. Mittwoch: 3—41/2 Uhr Knabenturnen; 8-6^2 Uhr Mädchenturnen; 8-10 Uhr Damenturnen, Herderschule. Wittelsbacher Allee 6. Donnerstag: 7lh—9 Uhr Herrenturnen II. (14—18jährige), Deutschherrnmittelschule, Frankensteinerplatz; 9—1OV2 Uhr Alte Herrenturnen. Realschule, Tiergarten 8. — Die Montag- und Donnerstag - Kurse beginnen ab 5. August. Wanderungen werden stets auf dem Turnboden bekanntgegeben. Gebelzelten. *M< Freitag Abend 7.— Samstagmsrgen 8.— Samstag nachmittag 5 — Samstag abend 8.35 IVochengotlesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefilin-Legen am Morgen 4.05