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Der Israelit · 1926-08-05 · Heft 32 (5.8.1926) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 32 (5.8.1926)
Date
1926-08-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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<?e1le 6 Nr. 32 gehenden Diskussion wurde ein Beschluß in dem Sinne gefaßt, daß soziale Hilfsmaßnahmen für europäische Länder nicht zu den Obliegenheiten des Foreign Committee gehören. Ein Antrag, ein besonderes Komitee für soziale Hilfsmaßnahmen einzusetzen, wurde nach eingehender Diskussion abgelehnt, wobei in Betracht gezogen wurde, daß gegenwärtig die Einleitung eines dösbldäVäii DtölläZ lllltüöglith sei un!> haß an\>erer|eüs der europäische Joint-Direktor Herr Dr. Bernhard Kahn wahrscheinlich ansehnliche Mittel aus Amerika zur Linderung der Not und für konstruktive Hilfe unter der Judenschaft Osteuropas erhalten haben wird. Ein internationales Hilfskomitee für die Marranen. London, 25, Juli. Während einer gemeinsamen Sitzung der spanischen und portugiesischen jüdischen Organisationen in London und der Anglo Jewish Association wurde ein „Internationales Hilfskomitee" für die Marranen in Portugal, die sich zur jüdischen Religion bekennen und wieder in die jüdische Gemeinschaft eintreten wollen, eingesetzt. Es wurde beschlossen, an die sephardischen Organisationen Europas und Amerikas wegen Mitarbeit heranzutreten. Es soll ein Rabbiner entsandt werden, der die Aufnahme derjenigen Marranen, die der jüdischen Gemeinschaft angehören wollennach den Vorschriften zu vollziehen haben wird. In Oporto sollen eine Synagoge und andere Kultusanstalten begründet werden, Nach der Festsetzung des Budgets wurden die Wahlen vorgenommen. Zum Präsidenten des KÜmitees wurde Mr. Edward Lumbrozo Mocattar zum Vizepräsidenten Leonard C. Montefiore, zum Schatzmeister Joseph Prag, zum Sekretär Paul Goodman gewählt. Es gehören ferner, »erti «om«e* «flj $ff BBII Ullnft reich Israel Levl. David Bueno de Meayuintü, Eir Francis A. Montefiore, Mr. O. E. d'Ävigdor Goldsmid, Mr. Elkan N. Adler und Mr. Lucien Wolf. Die Sitzung des zionistischen Aktionskomitees. Lond'on, 30. .Juli. In der Nachmittagssitzung des ersten Tages referierte Kaplansky über die landwirtschaftliche, Dx. Holpern über die städtische Siedlung, woraus eine vorläufige Debatte einsetzte. Rach den offiziellen Berichten — die Sitzungen finden hinter verschlossenen Türen statt — kritisierte Meyer Berlin das Verhalten des Kolonisations-Departements gegenüber den chasstdischen Siedlungen. Im allgemeinen scheint sich die Kritik in maßvollen Formen bewegt zu haben, da das allgemeine Gefühl vorherrscht, daß die Mißerfolge weniger das Ergebnis von Fehlern der Leitung als bev ii6 ermächtigen mtr-jschafllrchsrr urrh politischen Colonel Kisch erstattete das polittfche Referat, Viktor Jacobson dasjenige über die Tätigkeit beim Völkerbund. Ueber die politische Debatte läßt sich aus den offiziellen Berichten kein rechtes Bild gewinnen. Man muh in dieser Hinsicht die weitere Berichterstattung abwarten. Israel Zangwill gestorben. London, 1. August. Der Dichter Israel Zangwill ist heute im Alter i 62 Jahren gestorben. Zangwill war im Londoner East-End als Kind von s Rußland eingewanderten jüdischen Eltern geboren id wurde zum Dichter des Londoner jüdischen Ghetto. 7 war unter jenen, die Theodor Herzl in die Londoner Gesellschaft einführten und ihm halfen, den Grundstein zu legen für eine prozionistische Orientierung der englischen Politik, Als der 7. Kongreß das Ugandaangebot ablehnte und erklärte, daß das jüdische Nationalheim nur in Palästina errichtet werden könne, traten Zangwill und seine engeren Freunde aus der zionistischen Bewegung aus und begründeten die Jewish Territorial Organization (JTO.), deren Ziel es war, eine Bewegung für Aufbau eines jüdischen Staates in einem hierzu sich eignenden Territorium zu entfachen. Vor etwa einem?n9r? ZMgwlll me Auslösung öor 3XD. Den Dlchtökkuhm Zangwill^ begrundete fern Norncrn „Kinder des Ghetto", der später zu einem Drama umgearbeitet wurde und mit einigem Erfolg über die Bühnen ging. Es folgten „Tragödien des Ghetto", „Komödien des Ghetto", und der Roman „Der König der Schnorrer". Der I s tatli t Die Eröffnung der En-Fara-ivasserleilung nüch Jerusalem. Jerusalem, 16. Juli. Gestern fand in Anwesenheit des Oberkommissars Lord P l u m e r die feierliche Eröffnung der in der knr- Zötf RlÜUZäij ÜAH drei Mannten durch eine enqüfdje Firma hergestellten En-Fara-Wasserleitung nach Jerusalem statt. Die traurigen Erfahrungen des vorigen besonders wasserarmen Sommers und die bis dahin gezeigte Unfähigkeit der arabischen Stadtverwaltung, Abhilfe zu schaffen, veranlaßte die Regierung zu einem energischen Druck auf den Magistrat. Im Februar wurde der Vertrag mit der Baufirma abgeschlossen mit der Maßgabe, daß die Wasserleitung am 1. August eröffnet sein müsse. Die P.aukosten belaufen sich auf 52 000 Pfund. Das Wasser wird von der En-Fara- Quelle aus durch große Schöpfräder um etwa 500 Meter gehoben und nach Jerusalem geleitet. Nach einer Ansprache des Bürgermeisters und des Bauleiters, der kurz auf die tragische Geschichte der Jerusalemer Wasserleitung einging, hielt Lord Plumer eine Begrüßungsrede, in der er u. a., ein bekanntes Wort variierend, bemerkte, daß man die zivilisatorische Stufe eines Voltes an der Menge des von ihm benötigten Wassers messen könne. Er dankte der Stadtverwaltung und allen an dem Werk beteiligten Mitarbeitern. Es fiel auf, daß sämtliche Reden in englischer Sprache gehalten würdenohne daß eine einzige, wie früher üblich, iüs Arabische und Hebräische übe& tragest worden wäre. Die deutschen Ausgrabungen ......... ' SS e .zBxe «us gwwrest Mw, roiinten me Deut* schen Ausgrabungen jetzt wieder ausgenommen werden. Geh Konsistorialrat Prof. Ernst Sellin, der Ordinarius für alttestawentliche Theologie an der Berliner Universität, führt seine im Jahve 1914 in Balatü, südöstlich von Nablus, wahrscheinlich dem alten Sichern, unterbrochenen Nachforschungen weiter, an seiner Seite Prof. Böhl (Groningen). Pater Dr. Mader erhielt die Genehmigung, in dem großartigen, aber bisher rätselhaften Bauwerk nördlich von Hebron Grabungen vorzunehmen. Die Arbeiten bei Megiddo, wo König Josia im Jahre 609 der übl. Ztr. in der Schlacht gegen die Aegypter fiel, auf dem früheren Ausgrabungsfelde des Deutschen Pälästina- Bereins, setzen nunmehr die Amerikaner in umfassender Weise fort. Versonalien. CÖfflL 1. ülrrg. Qfrcfieüe hes oerj'tOfh?Jl?n Hermann tSfumenMjat würbe von der Negierung der StUdl-mrat Dr. Heß zum Mitglied des hiesigen Vorsteheramtes ernannt. Nentershausen (Krs. Rotenbg.), 2. Aug. Nach langem, chweven Leiden verschied am 19. Tamus im Alter von 75 Jahren Herr Moses Oppenheim. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der in Lehre und Leben auf dem Boden des altüberlieferten Judentums stand. Und in gleichem Geiste erzog er auch seine Kinder. Ein Neffe des Verstorbenen, Herr Lehrer Gans-Niederaula sprach an der Bahre namens der Familie Worte des Adscheids, des Dankes und des Trostes. Wie nm'B war er bestrebt, nicht nur in seiner Familie, sondern auch in der die überlieferten Traditionen aufrecht zu erhalten. Jahrelang gab er in der Synagoge nlnan^ frvrp^ t” und war telloertretender mip bv> Ein großes Trauergefolge, darunter viel Nichtjuden, gaben ihm das letzte Geleit. Zürich, 30. Juli. Von einem furchtbaren Unglücksfall ist eine der angesehensten Familien der hiesigen Israelitischen Religionsgesellschaft betroffen worden. Der 24jährige Ernst Harburg er fiel einem Autounfall zum Opfer. Trotz seiner jungen Jahre hat sich Ernst Harburger durch seine tiefe Innerlichkeit, seinen vornehmen Charakter und seine echt religiöse Gesinnung allgemeine Achtung und Liebe innerhalb unserer Gemeinschaft erworben. Bei der Bestattung zeichnete Herr Rabbiner Kornfein in ergreifenden Worten den Charakter des Heimgegangenen und versuchte die Familie aus dem Schatze des Gotteswortes zu trösten und zu erheben. Herr Oberrabbiner Dr. Lewen stein würdigte in erschütternder Rede seinen besonders geliebten Schüler, der in mm fur.gcn Leben mmr Sfiifsaßo als 3uBs «sch teftm Sönnen MM gswordsn ist. Möchten die trauernden Eltern in dem Gedanken an die auch in ihrer Unerforschlichkeit liebreiche Wallung des Höchsten Trost finden. n"3x:uv Vacha, 1. Aug. Ihren 90. Geburtstag beging in Rüstigkeit und Geistesfrische die Witwe E. Kahn dahier. Weinheim (Bergstraße), 1. August. Am vergangenen Schabbos konnte das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Herr Wolf Rothschild, in voller körper- _5. August 1926 sicher und geistiger Frische seinen achtzigsten Geburtstag feiern. Er wurde im Gottesdienst in entsprechender Weise geehrt. Dys Bezirksrabbinat zeichnete ihn durch Verleihung,bt5 Titels; Chower aus>, und Her Vorstand der Gemeinde übermittelte die.Glückwünsche und Grüße des Oberrats und der Gemeinde. . Herr Wolf Rothschild war-Schüler von Dr. Plato >*7, der in Weinheirn bis in die sechziger Jahre, des «srigen. MvrjuMM MM sin MMs MsüMMsülal Lüek ®F hat dort eine sehr gute jüdische Ausbildung evi)dttenr so daß er noch heute trotz seines hohen Alters weiter lernt und sich namentlich in der hebräischen Sprache durch ständiges Studium weiter bildet. Er ist ein lebendiges Beispiel dafür, in welcher Weise ein gründlicher Religionsunterricht fortwirkt und seine Früchte trägt. Möchte der heutige Religionsunterricht das erreichen, was in der schon fast vergessenen Plato'schen Erziehungsanstalt in Weinheim erzielt worden ist. Schlüchtern (Baden) bei Heilbronn a. N., 1. August. Die allgemeine Trauer ll'ixon P3 wurde letzten pn 7138t in der hiesigen Gemeinde noch vermehrt durch den Heimgang ihres langjährigen, verdienstvollen Vorstandes Jsak Bauernfreund im Alter von 68 Jahren. Besonders am Herzen lag ihm der Religionsunterricht und das Gotteshaus, wo er an den v'ni'3 mm selbst vorbetete. Am Grübe schilderten. Lehrer Bravmann von EppiNgensowie der Schwager Oberlehrer Erlebacher von Oberdorf die hervorragenden Tugenden und Verdienste des Verstorbenen.^ , - Fsiedev, 25. Juli. Die. feit, einiger.Zeit erkrankte Karoline Goldschmidt geb. Goldschmidt,. Ehefrau des Herrn Maier Goldschmidt, beging am 18t Juli rHs ihren 80. Geburtstag. Möge frommen Frau alsbald nüw-, n»'>Dsenden, damit sie im- Kreise ihrer Kinder und. Enkel und an der Seite, ihres Ehegatten einen noch recht langen Lebensabend.oerlÜbe. . V ........ .: . x , ^Vermischtes. Äroß-Krotzenbürg, 1. August. Am 25. Juli . d. I. beging die Gemeinde Groß-Krotzenburg b. Hanau a. M. das-.piiddrtjührige Beftehen ihrer SvN'llmm MM lliMl lkVWM Mi teiln^e , öer . BevölMUllg Mk > > MW voll Festrn statt. Nahezu sämtliche Häusev des Dorfes waren mit Fahnen. ünd Guirlanden. geschmücktt . is.r-'Machdejlst am BortaM:. ist Anwesenheit Herrn Rabbiner.Dr. Gradenwitz-Hanau ein. Festgöttesdienst. stattgefünden hatte, fölgte abends ein Kommers, an dem die Gemeindeverwaltung, der Turn-, der. Gesangs-, . der Krieger? und, sämtliche anderem Vereine durch Ansprachen und Vorführungen sich , beteiligten. Im Mittelpunkt der Feier des nächsten Tages stand ein akademischer Festakt. Nach Begrüßungsworten des Herrn Markus H i r s ch m a n.n,.als Vorsteher der Synagogengemeinde, ergriff ein Vertreter des Landratamtes Hanau das Wort, der den Landrat Kaiser, welcher selbst zu erscheinen, die. Absicht hatte, entschuldigte und betonte, wie sehr auf dem. Lande das Gotteshaus der Mittelpunkt des ganzen Lebens sei. Hierauf hielt Herr Rechtsanwalt Dr. K o r e f, als Vertreter des Vorsteheramtes der Israeliten in Hanau eine längere Glückwunschrede. Herr Bürgermeister N o l l hob das außerordentlich gute Einvernehmen der.christlichen und jüdischen Bevölterung M m hiiö ßtiD rttrs g^iior nnv berontt, wie werwoll ihm immer Die Mitarbeit der jüdischen Vertreter im Gemeinderat wäre. Herr Sichel überbrachte Glückwünsche der Synagogengemeinde Hanau. Der Rektor der christlichen Volksschule Groß-Krotzenburg betonte das enge Zusammenarbeiten und die gute Harmonie zwischen den beiden konfessionellen Schulen des Ortes und ihren Lehrkräften. Syndikus Erwin B a e r überbrachte die Glückwünsche des „Centra-l Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" und betonte, daß wir erst dann wieder zur Gesundung kommen, wenn überall in Deutschland eine solche Eintracht unter den Konfessionen und Ständen herrsche, wie sie sich hier zeige. Der Vorsitzende des Kriegervereins wies dar? auf hin, wie bedeutsam eine hundertjährige Geschichte sei. Hierauf hielt Herr Lehrer Schuster die abschließende Festrede. Unter den verlesenen Glückwünschen ist besonders der des zur Erholung auswärts weilenden Herrn Pfarrer Erbvon der katholisches Kirchengemeinde zu erwähnen. Anläßlich der Feier gab die Synagogengemeinde Groß-Krotzenburg eine von Herrn Dr. I. B e r b e r i chv erfaßte Festschrift heraus,, die eine auf gründlichen Arbeiten beruhende Geschichte der Synagogengemeinde Groß-Krotzenburg und ihrer Einrichtungen enthält. Jerusalem, 15. Juli. Unter großen Feierlichkeiten ist der Grundstein zum Bau der neugegründeten Jeschi- Das seit 1912 in Bad Homburg v. d. H. bestehende Taunus-Sanatorium ist durch den plötzlichen Tod des Herrn Dr. Siegfried Goldschmidt seines Gründers und Leiters beraubt worden. Wie wir hören, wird die Witwe des Verstorbenen das weithin bekannte UnterrrefjiTriere im <Sinnc bes 93cirE>Iiebenen^ unter Leitung erfahrenen Ärgtss weiterfufpen, so yqtz im VkMrbe reine: Störung erntritt. (Siehe Inserat.) Die siebente Lieferung des Kizzur mit punktiertem Texte und deutscher Uebersetzung ist vor etwa zwei Wochen erschienen und vom Verlage A. I. H o f - mann, Frankfurt a. M. den Abonnenten zugeschickt worden. Alle sieben Lieferungen, 225 Seiten, sind zum Gesamtpreise von Mk. 10.50 beim genannten Verlage zu beziehen. . „ f >?sWK

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