Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1926)
- Date
- 1926-07-22
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2446951-2450388-2450418--73334-2530737- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 Nr. 16 geben, als wenn ihm die Sehnsucht seines Lebens, seine Kinder unter die Chuppa zu führen, versagt bleibt, und er es nicht verhindern kann, daß die Kiüder, für die er sich zeitlebens aufg'eopfert und denen er die denkbar beste Erziehung gegeben hat, zur Selbsthilfe greifen, sich über die Traditionen des Elternhauses hinwegsetzen und fahnen- TlHöjtig Wkrbkiii M M vieZ kein vercingeiler Fall, sandsi'll m sich U\Uv fast alltäglich ballziehender Vorgang. Zehntausende Familienväter und Witwen sind durch Krieg und Inflation vollständig verarmt, die zur Versorgung der Töchter angesammelten Gelder sind wertlos geworden. Die Sorge um die Zukunft der Töchter nagt am Herzen der sorgenden Eltern. Viele Töchter — und nicht immer aus den schlechtesten Familien — verlassen den Glauben der Väter und legen ihr Schicksal m dis HSnds vsn UnöspLgläuöiZS», unbekümmert darum, welchen Gram und welchen Kummer sie hierdurch ihren größten Wohltätern auf der Erde, die bisher Alles für sie geopfert, bereiten. Haben wir schon vor dem Kriege über die erschreckend große Anzahl von Mischehen von Seiten beider Geschlechter geklagt, so hat sich dieses Uebel durch den männermordenden Krieg uüd seine wirtschaftlichen Nachwirkungen, noch bedeutend verschlimmert. 12 000 jüdische Männer', bavuniet: TO rmvcrhcEatcte, haben ihr Leben für das Vaterland hergegeben. Die wirtschaftliche Not und die Unmöglichkeit einer Existenzgründung macht es vielleicht ebensoviel jüdischen Männern zur Unmöglichkeit, ein Familienleben zu gründen. Laut Statistik hatten wir in Deutschland bereits vor 1914 einen Ueberschuß des weiblichen Geschlechtes zu verzeichnen. Es muß also mit Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, daß Mindestens 15—20 000 jüdischen Mädchen die Möglichkeit zur Verheiratung unterbunden ist. 15—20 000 jüdische Mädchen zur Ehelosigkeit — 10 ODO „zur ExisrenzlosiMt Mlltteilt. W sind dies fürwähr bei der verhältnismäßig geririgen jüdischen Bevölkerung erschreckend hohe Zählen. Es wäre verkehrt, hier Vogelstraußpolitik zü betkeiben, sondern wir müssen dieser der Judeüheit Deutschlands drohenden Kalamität mutig ins Auge schauen. Die Lösung dieses schwierigen Problems sollte die Lebensaufgabe unserer Soziälpolitiker sein, und ist wohl des Schweißes der Edlen wert. Es fragt sich nur, rvelche Schritte zu ergreifen sind, um die Zukunft unserer ünyersärgten Müdchfs, kmjgkrmHkn sMrguffkllkn, pU Zulassung und Ausbildung der Frauen zum gewerblichen Leben kann nur in sehr beschränktem Maße erfolgen, weil in den meisten gewerblichen Unternehmungen Ueberschuß an Arbeitskräften vorherrscht. Tagtäglich hören wir, daß männliche und weibliche Arbeitskräfte häufig sogar Familienväter auf die Straße gesetzt werden; es kann daher keine Rede davon sein, noch weitere weibliche Arbeitskräfte einzustellen. Vesser sind wohl die Aussichten in Berufen, die der weiblichen Arbeitskraft und Natur entsprechen, z. B. Näherin, Stickerin, Handarbeitslehrerin, Putzmacherin, Krankenpflegerin, Kindergärtnerin usw. Allerdings sind Frauen schon in starkem Maße in diesen Bernsen tätig. Ob und rvisrneit?i?ig?ifwig rrsvlgsn kann, mutz natürlich von Fall zu Fall geprüft werden. Die Beschäftigung im Haushalt entspricht ebenfalls der weiblichen Art. Ob hier eine weitere Inanspruchnahme aussichtsreich ist, möchte ich jedoch bezweifeln. Denn sicherlich ist auch hier die Nachfrage nicht gesteigert, sondern eher vermindert worden, da infolge des wirtschaftlichen und finanziellen Rückganges unseres Mittelstandes viele Familien, die seither 1 oder 2 Mädchen beschäftigten, sich mit einer Zugängerin begnügen. Auch ist die Beschäftigung im Haushalte eine zeitlich kkschrünm, d« kkl ykisnrMknvkM Aller Sie Mädchen nicht mehr als Dienstboten Derwendung finden können. Einzelne Ausnahmen bestätigen nur die Regel. Wo wir also Hinblicken, finden wir verschlossene Türen! Und doch muß etwas Durchgreifendes geschehen, sollen unsere Mädchen D e el Israel i ® 115 t t er nach dem Tode ihrer Eltern nicht moralisch und sittlich verkommen. Ich denke gn die Neugründüng vost Altersheimen und PftüNdnerhäüftrn oder an.Erweiterung der seitherigen. Zw^ifMös ist die Erhaltung dieser Anstalten mit großen Kosten verknüpft, und ist es ja "eine unleugbare Tatsache, daß die wenigen bereits bestehenden ANflalW Vieler Ml mit nriWn mkuniärm Schwrsr'igköilött zu kämpfen haben, Und ftotzbem muß hier Wandel geschaffen werden. Die Ehre unseres Judentums, unsere Arewuspflicht legen uns diese Bürde auf. Wenn das Inland versagt, muß das Ausländ helfen! Kol Jisroel arewim seh loseh. Aus der Bewegung. von dsr ÄdriMoa di Tirana" mit der österreichischen Landesorgamsation errichtete Versicherungsbüro weist äußerst befriedigende Resultate auf. Auf Grund eines am Sonntag, den 11. Juli gefaßten Sitzungsbeschlusses wird nunmehr an die Errichtung einer Versicherungsabteilung in Polen, Tschechoslowakei und Deutschland geschritten. Wien. Eine Reihe Pariser Juden haben an das Zentralbüro der Agudas Jisroel in Wien ein eindringliches Schreiben gerichtet, in welchem die Zustände des religiösen Lebens der Pariser Juden genau charakterisiert werden und mit schmerzlichem Empfinden lestgestellt wird, daß den ansässigen und in großen Massen zureisenden Juden in keinerlei Weise die Möglichkeit gegcm MrD, im Sinnt km lüDiidjen irnDitton in teßon. Es mangöll ätt dev prmrtlvsten Institutionen und darf daher kein Wunder nehmen, wenn die Juden, welche mit ihrem Lebensunterhalt stark beschäftigt sind, haltlos in den Massen der Großstadt verschwinden. Um diesen. Assimilationsprozeß aufzuhalten und den sich danach sehnenden Juden eine Richtung zu geben, die dem Geiste des Judentums würdig ist, appellieren die Briefschreiber im Namen ihrer Gesinnungsgenossen an die Agudas Jisroel, baldigst eine Delegation dahin zu entsenden, um etwa nach dem Muster Antwerpens das Gemeindewesen zu organisieren. Besonderes Augenmerk legen sie auf die Schaffung eines geeigneten Schulsystems. Ein prominentes Mitglied des Zentralbüros der Atzüdäs Jisröel äußerte einem Mitarbeiter des Agudaim ZtissmMlWng mit Der Pariser MM solgenvermatzen'. Seil Der vor ca. zwei Jahren eingetretenen Immigration der Ostjuden wird diese Frage von Seiten, det in Betracht kommenden Faktoren eingehend. stüdiert und liegen bereits Äurchführüngspläne in konkreter Form hin. Selbst die notwendigen Pädagogen, die selbstverständlich französisch kennen müssen, smd bereits namhaft gemacht und .entsprechen den dortigen lokalen Verhältnissen. Zur Inangriffnahme dieser hochwichtigen Arbeit konnte es bishei deshälb nicht kommen, weil die notwendigen finanziellen Mittel nicht vorhanden waren, denn zu einer einwandfreien . und absolut sicheren Bearbeitung dieses großen Kulturkomplexes bedarf es eines Vorschusses großer Mittel, um immhM Weier mm solche gnMniilllien zn schaffen. Die. Dem QuDentuiii Don DauernDem Nutzen fein werDm und die schließlich , aus einen solchen ökonomischen' Stand gestellt werden könnten, daß sie sich aus den eigenen Erträgnissen erhalten können. Zürich, Der schweizerische Landesverband der Agudas, Jisroel sowie des Jugettdverbandes der Agudas Jisroel in der Schweiz haben einen ergreifenden Aufruf für die schwer notleidenden Schulen in Polest erlassen. Der Aufruf selbst hat in weitesten Kreisen gezündet. Die Aguda war in der Lage schon in der ersten Woche Nach dem Erscheinen einen größeren Betrag für das Bees JaakaUw-Schulwerk zur Verfügung zu stellen. Antwerpen. In Anwesenheit von Dr. Joel Pollak fand die Generalversammlung der Agudas Jisroel statt. Rabbiner Dr. Joel Pollak referierte in, umfassender Weise über die politische und wirtschaftliche Lage der Agudas Jisroel. - Sein eineinhalbstündiges Referat ttiurde rrrrt großer Begeisterung zur Keuutrrts genotnmen. SU -»urie fcejdjlofein TflHfQMgf^fTIl Biölsko. 9. Juli. Am Sonntag, ben 15. Tatnus beging die hiesige Agudas Jisroel .Jugendgruppe eine Siumfeier im Rahmen des Daf-Jomi auf r-ams Die Feier wurde in dem herrlich dekorierten Festsaal nachmittags 4 Uhr durch den Aguda-Chor unter Leitung des Herrn Ehr, Wolf eröffnet, worauf der Ehrenpräsident, Herr Jsak Rapaport den Anwesenden für ihr Erscheinen dankte. Der Leiter des Daf-Jomi-Schiürs, Herr Rabbiner Moses Stern, hielt eine tiefdurchdachte, geistvolle Droscho, worauf der als Gast anwesende Herr Rabbiner S. Rapaport, sowie der Schwiegersohn des Bialer Raw, Herr Israel Lewartow Ansprachen hielten. Während des Festmahles referierte der Vorsitzende der Jugsndgrupps. Sy&vr Th. B. SBolf, üfeer hie Bsth-Jacr-?äillß-§chiliäst. BU 6chlußre^s tzlsll &er fielloerfre* Unbe Äor-jltzerrde, Jjerv Satomöh gegen Mitternacht, trennte sich unter chassidischen Ridukim die vierhundertköpfige Versammlung. 7' . < L“&V -■■■ *j'äT’; '22. Juli 1926 Spendenliste Atten tzathorä. : Frankfurt a. M.: G, B,. Verlobung .Sichel-Gold-' mann 11,45, Hirsch-Lohr 10, Dr. I. Posen 4, H. Kanter-Bierstatt 20, Erich Kahn;5, Frau Johanna Stern zum ehrenden Andenken an Adolf . Stern 25, Moses 3teis=|,exIbrontx 10( Ätrrl 0^|ertTTT^ 5(, jjjfj ÖSHSTI? hsyth 3« ^I M. s. Tohms" Mj'. 18. 23, DüchM' FlMb Löweitlhal 52,20, Leop. Kausmann-Sprendimgen 3, Hem. Oppenheimer-Hanau 5, Grünebaum-Hanau 5, Cmll Stern 3, Barmizwoh Marcel Oppenheimer 50, Jacob Sttautz 50, M. Stern-Crainfeld 3, Dr. Kahn-Mei:genthestn 5, zur Erinnerung an Frau Gella Rothschild. 25, DirÄtor Herzberg 20, Lenor Helft 25, Adolf Bauer-Gedern 3, Dr. Kahn-Mergentheim 9, Leop. Käufmann-Sprestdlingen 3, Julius und Elsa Werner z., B. M. ihres Sohnes Otto 25, Jul. Schuster-Gr. Krotzenburg 10, Hermann Bodenheim er z. Hochzeit s. Tochter 20, Bar Mizwöh ÄNciL Heinrich . 21,50, . Villa Äsprrcr-Sodeix 12, <Errtctn. ßöb -stzgtn« s, dch. Lrop. KaufmaM» Sprendlingen: Mesenberg 2, Daniel Hetz 1, und Leop. Kaufmann 3, Barmizwoh ©utmanh , 10, NN. 175, NN. 175, NN. 150, Hochzeit Wertheimer 40, Jul. Scheurer 4, Sal. Stiebe! 20, H. Weinberg 10, Katz-Salmünster. 10,. Jos. Rosenthal 5, G. B. Hochzeit Ehrentreu-Heckscher 80, Verlobung Flörsheim-Ackermann 10, L. Kaufmann- Sprendlingen 3, Moses Reis-Heiihronn 4, May 50, dch. Jul. Schuster-Er. . Krotzenburg: . Jos. Walter 10 und Sal. Waller 3, War Joseph. 3, M. Prager 3, Eman. Löb 5, S. Oppenheim-Rhma 41,50, Hochzeit Zunz-Ephraim 8,20, A. Lewis 5, Jenny Wolfs-Vegesack 5, I. L.-Gr. Krotzenburg 2, Ad. Jac. Gans 5, Leonhard Weis 5, I. Besthofs ans. s.. 50jährigen Geschäftsjiibiläuxrrs 20, <8. 33. 3a3rcj^ner»CEjJ^räfrix 89 j <5. B. Hochzeit Vär-Gut schu>« sZl WvM und 122,00, S. Levy-Kühlsheim 3, G. B. Brismiloh Josef Rosenbaum 27,50. Hamburg: Dr. Jos. Lohn 5, G. B. Abraham Heckscher 50, Julius Philipp 10, Dr. Baer 2, S. Bari 3, Jsr. Heimann 5, Jo,. Hermann 5, Dr. Lewin 2, Jos. Altmann-Karlsruhe 3,05, Abr. Cohn 5, Sim. Cohn- Frankfurt 2; Paul Möller u. Co. 5, Siegfried Salomon- Frankfurt 5, Hermann Bauer I 10, Hermann Bauer II 3, Dr. Jul. Baer. 5., N. Gotthold 6, Frank.2, Jonas Strauß 25, Josef Magnus jr. 15, Emil Cohn 10. Hardheim: Lehrer W.ertheimer 30. Wiesbaden: Reg.-Bez. 10. Berlin: Jos Ury 10. (Semetttbe Öaulerfcati): beb. Öet^rcr 901. Steril 50,50- Psisstzrling, Erich Neiß, Lothar Schiss. . Gemeinde Trier: Ergebnis f. Liste 1. Sammler: Rudolf Ermann, Walter Böstem, Wily. Altmann, Walter Strauß, Else Fisch,«Rüth Joses, Ilse Faber, Regina Göbel, Ellen Levy, Margarete Blum, Ellen Jtikoös, Elisabeth Grünert, Hermine Loeb, Birkenfeld, Alföns Jäkohs, Restee Kahst, Fre.üdestburg, Sophie Hirschy.rn,, Malta Wolf, Wüw.erü; Sulümit und Debörate Atkerstiänst^ Hernieskeil; Cllh FräNkel, Hilde. Jösdf, Amälie Bettistgest Arnold Marx, Josef Levy, Herta Gtunert. Regensburg: dch. Äd. Rosenblatt 83.. nt Mfgffsli SktzEr MkWn Mwvchann. 19.10. Sammler: Siegfried Stcrm . ' Gem. Essenheim: dch Mainz m dch. Lehrer GolÜing 6. K. H. K. Hersseld: 36. K. H. K. Breslau: Sammler: David Jedwab, Häynei Caro, Edith Falk. 175. , , Gemeinde Wüstenwchsen: dch. Lehrer Gündersheim 10. ' Sammlerin: Käthe Gundttsheim. I Gemeinde Oberthulba: Ergebnis f. Liste 2. '; Sammler: Ludwig Distelburger. . K. H. K. Berlin: 2. Rate 353. . . ,, K. H. K. Halberstadt: Ergebnis.s. L.- 1.. - cr- Sammler: . Frl.. Mirjam Auerbach, Frl. Fannys Goldschmidt, Herr Lehrer Lundner.. i Westheim b. Haßsurt: d. Lehrer L. Kahn (Bayern) 10.80. K. H. K. Fulda: 78. 7 -7 Hechtsheim b. Mainz: dch. Lehrer M. Kahn 5. Quakenbrück: dch. Lehrer Trepp 25. Darmstadt: dch. Rabbiner Wassermann 25. B«k>enk>aüsen' b. Dcrrrrr^tcihtr bdjj,. Qe&rer 5. ^¥Q| ^ustzli tzch, Lshlds K, Sf?i 7i LarmftaM: CrgeSMs f. Spendenliste 1. Sammlerinnen: Pepi Zwitter, Klara Freüöenberger, Johanna Freudenberger: Lathen (Ostsr.): dch. Herrn M. . de Bries 9.50. Norden: dch. Herrn I. Aschendorff 13. Hannover: K. H. K.. 245. Beuchen: K. H. K. 2. Rate 41. Schwabach: dch. Rabb. Dr. Mannes 3. Rate 4.50. Leipzig: K. H. K. 300. Papenburg: Jsr. Gemeinde dch. Gemeindevorst Arün Heß 21. Matz: K H. K. 91. Nürnberg: K.H.K. Ergebnis s. Liste 1 und 2. Name der Sammler: Feodor Theicheimer. Jrrna Xaöjauor, Kurt Flamm, Emil LanDau, Moll MMsu,. Lift Hsifdsi«», KSirsls NÄWE'7 Csttzzi» Klein, Martha Hetz, Hilde Kotzn, Martha Flamm, Judith Wechsler, Manfred Heinemann, Konrad Gugenheimer, Mali Ansbacher.