Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1926)
- Date
- 1926-07-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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22 H*ilU928 Der Ts rat) it Nr. 30 Seite 7 Unterhändluntzen ab, und die Delegation mußte sich zurückziehen/ Nachträglich empfanden beide Teile Natürlich Reue über diese der Sache wenig dienende Verschärfung der Situation, und män ist nach einigem Hin und Her zu einer Aussöhnung gelangt. Als äußeres Zeichen dieser Versöhnung hat der Gouverneur vor seiner Abreise gegenüber den berechtigten Klagen über die dauernde Zurücksetzung der Juden in der Jerusalemer Stadtverwaltung eine Korymission ernannt, die die Zustände in der Stadtverwaltung prüfen und organisatorische Abänderungsvorschläge machen soll. Gleichzeitig ist der auf jüdischer Seite am Meisten hervorgetretene Opponent Salomon zum Vizepräsidenten des Magistrats neben dem mohammedanischen Oberhaupt der Stadt ernannt worden. Es ist klar, düß die palästinensische Regierung einen den wirklichen wirtschaftlichen und finanziellen Leistungen der jüdischen Bevölkerung, ja sogar-einen ihrer Zahl entsprechenden Einfluß innerhalb der Stadtverwaltung nicht aüfkommen lassen will, weil man aus politischen'Gründen dem Arabertum die Präx>ate rxg erfjatiert möchte. FW sWt es so aus, als ob auch bei der Haltung der Regierung zur Einbürgerungsfrage ähnliche Erwägungen mitspielen, sonst könnte man nicht begreifen, daß von denjenigen, die das palästinensische Staatsbürgerrecht erwerben wollen, hohe Gebühren erhöben und den Kandidaten außerdem noch alle möglichen bürokratischen Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Allerdings genügen diese von der Regierung verschuldeten Schwierigkeiten nicht, 'um die erstaunliche Tatsache zu erklären, daß bisher von jüdischer Seite überhaupt erst 3300 Personen die Einbürgerung verlangt haben. Bei dem vitalen Interesse, das die Juden daran haben, ihre Rechte als palästinensische Staatsbürger bei kommunalen und politischen Wahlen geltend zu machen, muß die lächerlich geringe Anzahl der Einbürgerungsgesüche auffallen. Sie erklärt sich bei den politisierten und zionistisch organisierten Teilen der Bevölkerung aus dem Gefühle heraus, daß man als fremder Intertan unter dem Schutze der Konsuln ,und europäischen Mächte immerhin doch'besser aufgehoben ist, als in den Händen einer unter arabischem Einfluß stehenden palästinensischen Administration. Für die orthodoxen Juden kommt noch die Angst vor der zionistischen Oberherrschaft hinzu, die sich naturgemäß auf palästinensische Staatsbürger stärker auswirken kann, als auf diejenigen, die ihre fremde Staatsbürgerschaft beibehalten. Auf der anderen Seite spielen auch für die religiös-radikalen europäischen Elemente' bei dem Erwerb' der Staatsbürgerschaft gewisse Bedenken mit, die sich darauf gründen, daß der palästinensische" Staatsbürger hinsichtlich des Eherechts ufw. der rabbinischen Gerichtsbarkeit unterworfen ist. Damit wären wir bei dem heute im Mittelpunkt der politischen Ereignisse stehenden Gegenstand angelangt: dem Gemeindegesetz. Die Regierung hat es in dieser Angelegenheit jetzt mit vier verschiedenen Standpunkten zu tun: dem Waad Leumi, der Zionistischen Organisation, dem Oberrabbi n a t und der A g u d a s I i s r o e l. Außerdem scheinen auch die Bne Brith-Logen noch besondere Aenderungen zu erstreben. Zwischen der. Zionistischen Organisation und dem Waad Leumi ist ein nach außen hin zwar rasch abgeblasener, aber immerhin nicht zu verwischender Konflikt ausgebrochen, weil die Zionistische Organisation, ohne mit dem Waad Leumi Fühlung zu nehmen, die englische Regierung ersucht hat, das Gutachten des zionistischen Aktionskomitees zum Gemeindegesetz abzuwarten. Man ist innerhalb der zionistischen Leitung unzufrieden, damit, daß der Waad Leumi sich mit m m SlMtlts tnwsnsn geringfügigen Milderung des Zwangsprinzips übfindsn will! In der Tatsache, Laß jedermann das Recht hat, sich aus den Listen der jüdischen Religionsgemeinschaft (nur eine solche kennt das Gesetz, keine nationale Gemeinschaft) löschen zu lassen, erblickt man eine Preisgabe des zionistischen Prinzips. Man verlangt, daß jeder in Palästina lebende Jude der religiösen Zwangsgemeinschaft angehören muß, es sei denn, daß er aus dem Judentum (der jüdischen Religionsgemeinschaft überhaupt) ausscheidet Des weiteren soll aus den oben angedeuteten Gründen die Kompetenz der rabbinischen Gerichtshöfe beschränkt, und es sollen ihnen, wenn nicht Eherecht und Ehescheidung, so doch mindestens Erbschafts- und Vormundschaftsrecht entzogen werden. Die Forderungen der Agudas Jisroel sind bekannt. Sie verlangt, daß, nachdem die von ihr vorgeschlagene einh e i t l i ch e jüdische "Gemeinschaft auf Grund des Thoragesetzes von zionistischer Seite rundweg abgelehnt worden ist, nunmehr wenigstens den orthodoxen Juden das Recht gewährt werden soll, freie Religionsgemeinschaften auf Grund der programmatischen Grundlage des Schulchan Aruch zu errichten, und zwar je eine einheitliche in jeder Stadt. Diesen Gemeinschaften, sowie ihrem Zusammenschluß in einer Landesorganisation sollen genau die gleichen öffentlichen Rechte zustehen wie der zionistischen religiös-neutralen Gemeinschaft. Beide Gemeinschaften können zur einheitlichen Vertretung ihrer Tief erschüttert stehen wir an der Bahre unseres hochverehrten geistigen Führers und Lehrers unseres Gemeinderabbiners Herrn Rabbiner Dp. Salomon Breuer Vst der in den letzten Stunden des gestrigen Sabbathtages in ein besseres Leben abberufen wurde. Sechsunddreißlf? Jahre lanf? bat er seine überragenden Geistesgaben, sein tiefes, in der ganzen jii&HMSa TFSlf äSI^liltjllt^TLorawlssen. seine flammende fiereJsamLeil unJ die unbeugsame Energie eines von eisernem PlUckigejaiil und leuchtender Prinzipienlclarheit geleiteten Vf^iHenS in Dienst unserer Gemeinde gestellt, der sein liebevolles Sorgen und Mühen bis in die letzten Stunden seines irdischen Dasein zugewandt war. Mit der gesetzestreuen Judenheit des Erdenrundes beweinen wir in dem Heimgegangenen eine der großen führenden Gestalten des religiösen Gemeinschaftslebens der Menschheit und des Judentums und werden sein Andenken allezeit in hohen Ehren halten. Frankfurt a. M., 7. Aw 5686, Vorstand und Gemeinderat der Synagogengemeinde „Jsraelitische Religionsgesellschaft“. Interessen nach außen zusammengesetzt werden. Ueber die Forderungen des Oberrabbinates ist bisher in der Oeffentlichkeit nichts bekannt geworden. Die Wirtschaftslage hat sich nicht gebessert. Es herrscht große Arbeitslosigkeit, was aher schlimmer ist, auch ziemliche Ratlosigkeit. Die landwirtschaftliche Kolonisation ist, wenn man vom Plantageninsbesondere Orangenbau in den alten Kolonien absieht, über das Stadium höchst kostspieliger und unsicherer Experimente noch immer nicht hinausgekommen — sie muß zusammenbrechen, sobald die fortlaufende geldliche Unterstützung von außen aushört. Diese Tatsache ist durch den in den Konsum geflossenen Kapitalstrom der vierten Alijah nur vorübergehend vertuscht, aber nicht aus der Welt geschafft worden. Es wäre sehr zu wünschen, daß das jetzt in das Stadium eines praktischen Versuches im Großen tretende Sosk in s ch e Experiment einen besseren Ausgang nimmt, als die bisherigen. Vorerst hat es keinen Zweck, vor der Tatsache die Augen zu verschließen, daß nur die Fs r m her GZfyatixta. ^eroecdie Gatf>e i|£r weil in üen töirtftfjaftlidjen Tatsachen wurzelnd, geblieben. Wirksame Hilfe auf rationeller Grundlage könnte nur der Staat durch eine mit Anleihe-Mitteln durchgeführte Kolonisation größten Stiles leisten. Der Premier Transjordaniens für eine jüdische Kolonisation im Ostjordanland. Amman, 14. Juli. Der neuernannte Ministerpräsident Transjordaniens, Hassan Pascha, gewährte dem Vertreter der Palästinensischen Telegraphen-Agentur eine Unterredung, in deren Verlauf der Premier auf die Berliner Rede des Präsidenten der zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Weizmann, zu sprechen kam. Dr. Weizmann hatte, wie erinnerlich, in seiner Rede im Berliner Musikvereinssaal ausgeführt, Palästina sei ein kleines Land und könne schätzungsweise nur noch etwa 20.000 bis 30.000 jüdischen Landwirten die Möglichkeit zur'Landkolonisation geben. Der Arbeitsdruck in Palästina muß sich aber dahin auswirken, daß eine friedliche Kolonisationstätigkeit in den benachbarten Ländern, wie Syrien und Transjordanien, in Betracht käme. Unter Bezugnahme auf diese Ausführungen Weizmanns sagte Hassan Pascha, er stehe der Idee einer arabisch-jüdischen Zusammenarbeit und einer jüdischen Kolonisation durchaus freundlich gegenüber. Ohne jüdisches Kapital und jüdische Arbeit, setzte der Premier Transjordaniens hinzu, wird man weder Transjordanien noch Palästina aufbauen können. 1R£h&m& Rotieren. cehneVteller praktisch / hyqicn’isch KonUurrcnzlos pattntamtl. qe>ctx Von TAUTCNPEN IM CEBKiücH SwtTLKM AVrvbBXÜOLICH ANCHKAMtif Portofrei versende 'ITubefÜr ft-Mk.1,75 STUbenfür R.-Mk.b 6 * - 10.- 10 * - 16 Gegen Einzahlung auf mein . -— __— Postscheck-Konto Nr. 11947 Hamburg aH, Pa«*of fta/.<rsr<niir-F«9rif( Prell per . .. Tube Mb. 1.50 In unserem Verlage erschien vor wenigen Wochen: Portrait Sr. Ehrwürden Dr. Salomon Breuer Vst Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft Frankfurt a. M. Steinzeichnung 30/40 von Maler W. Taubert Preis. Mk. 6.— Das vorzügl. gelungene Bild ist die letzte Aufnahme des leider in dies, lagen dahingeschieden. Groben Mannes Sänger & Friedberg, Frankfm., AllerheilgeRslr. 81 ^'S Jung. WW, als Pensionärinnen in gut. jüdischen Hause in Frtfm. evtl, mit Erlernung des Haushalts. 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