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Der Israelit · 1926-07-08 · Heft 28 (8.7.1926) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 28 (8.7.1926)
Date
1926-07-08
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 15 Seite 3 8.: Justiz ' speziell aus chastidischen Kreisen gebildet, Tausende von Dunam erworben, um Kolonien, verknüpft mit dem Namen großer Führer, zu gründen. Dieses alles find nur kürze Pinselstriche von dem gewaltigen farbenreichen Bilde der ameri- ^fgwba- ^irr Vilb^ roelcl^es ou| ben ersten AugöNbliS blendet und noch vieles Unausgeglichene aufweist, aber die gewaltigen Kräfte, nicht nur materieller Art, welche in der amerikanischen Judenheit vorhanden sind, die Sehnsucht nach religiösem Lebensinhalten, die große Gebefreudigkeit, die schlichte jüdische Renaissance der Jugend, lassen die Hoffnung nicht unberechtigt erscheinen, daß die amerikanische Aguda nun, nachdem das Fundament gelegt ist, im Rahmen der Weltorganisation einen integrierenden. Bestandteil bilden wird und durch die Mitarbeit aller Gleichgesinnten jene Zeit angebahnt werden wird, wo über Meere hinweg jüdischer Wille und jüdische . Tat Volk und Land zu ihrer Wiedervereinigung nach Gottes Willen bereitstellt." Die erste Jugendtagung in der Schweiz. 10. und 11. Siwan 5686. Es bedeutet immer ein Großes, wenn Jugend sich zusammenfindet, um zu beraten über ihren Weg ünd ihr Ziel. Diesmal aber war es noch motu, Diesmal war m me erste Tagung, und u fei gleich PPH porn^erem beMetkl, £5 MUßtL ÜLM objektiven Beobachter auffallen, daß all die Kinderfehler, die sonst einer ersten Tagung anhaften, daß sie alle vermieden wurden. Dafür gebührt in erster Reihe den unermüdlichen und mutigen Vorarbeitern dieser Tagung Dank, die durchdrungen von der Erkenntnis, daß auch in der Schweiz ein weiterer Ausbau der. Agudas Jisroel erreicht werden muß, und begeistert von den Thoraideen manche Hindernisse überwanden, um diese Tagung zustande zu bringen. Der Lohn ihrer Mühe ist das restlose Gelingen der Tagung. Weiter aber gebührt Dank all den Zuhörern und Mitarbeitern, die sich bewußt des Ernstes dieser ßMWn, waPhast WöMüllöS zu schaffen, jede Anregung aufzugreifen, jeden Gedanken zu dem von der Agudas Jisroel gewollten Erziehungsziele, das heißt ganz nach der Thauro lebende Juden zu sein, in sich aufsogen, um ihn zur Tat werden zu lassen. Und nicht zuletzt gebührt Dank den anwesenden Führern und Rabbinen der Agudas Jisroel, die mit meisterhafter WschicklilWit der Iugknb Wege wiesen, Nie erfüllt von einem Verstehen für die Nöte der Jugend immer im rechten Augenblick das rechte Wort fanden, wenn es galt, neue Mittel und neue Wege zu finden für unser altes Ziel, wenn es galt, den belebenden Odem des Gotteswortes anzufachen. Was nun bot denn diese Tagung? Am Sonntag morgen um 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Schweiz. Jugendverbandes die Versammlung. Die verschiedenen Vertreter des Landesverbandes, der Kehillo Baden, der Palästina-Zentrale und des Keren Hathauro brachten warme Grüße und herzliche Wünsche für ein sutss Minnert -M MUMM Auffall einer Agudas Jisroel Tagung, ein Grundstein, auf detti sich nur Gutes aufbauen konnte. Nach der Begrüßung trat eine Pause ein, damit den zahlreich erschienenen Gästen und Mitgliedern aus vielen Kantonen der Schweiz Gelegenheit geboten sei, sich kennen zu lernen und miteinander Fühlung zu nehmen. Mittags um 3 Uhr erfolgte zunächst der Generalbericht des Vorstandes, der schon davon sprach, daß man im Jugendverband zur Erkenntnis karn. daß mehr zu leisten, daß eben durum diese Tagung einöernfen H, fH auszusprechen, darüber, was an den bisherigen Methoden zu ändern, welche Arbeitsgebiete neu zu erschließen sind und wie eine Neubelebung der Jugendgruppen möglich ist. Sofort nach dem Generalbericht ergriff Herr Rabbiner B r o m-Luzern das Wort zu seinem Referat „Thora, Keren Hathora und A. J.-Jugend". So groß der Beifall war, als der von der Jugend besonders verehrte Rabbiner das Podium bestieg, so schweigsam und von tiefem Ernst, gepackt lauschte die Versammlung seinen Worten. Herr Rabbiner Brom verstand es, der jüdischen Jugend, abgekehrt von allen Organisationsfragen, dazutun, wie eng Agudas Jisroel und Thorajudentum zusammenhängt, rpis alles. Streben nur einem, dem einen <0{eta gwgewer«i>e{ [ein &«rfr nötllliH Durchdringung mit dem Thoragesetz, der Lebendiggestaltung des Gotteswortes, der Verwirklichung der Gottesgesetze. Wenn das erreicht wird, so führte er etwa aus, dann ist ihm nicht bange darum, daß bev Keren Hathauro ideell und materiell durch die Aguda,Jugend gestärkt werden wird. Dieses Referat hat die Flamme der Begeisterung entzündet, den Willen zur Tat entfacht, und so war es selbstverständlich, daß rauschender Beifall dem' Redner für seine Ausführungen dankte.. In der Diskussion teilte Herr Sternbruch mit, daß in M o n t r e ux ein Haus mit 10 Betten für eine I e - schiwo zur Verfügung stehe und der Inhaber bereit ist. den Rosch »erpjl.egett. daß es der Schweiz in aller Kürze gelingen wird, in ihrem eigenen Lände eine Stätte des Thorastudiums zu besitzen. Frl. Betty Rothschild, die bekannte Führerin der Bes Jaacob-Schulen in Polen, streifte die Fragen der Mädchenarbeit und die Verpflichtung, sich am Aufbau der A. I. zu beteiligen. Herr Dr. Ullmsnn aus Hamburg mm auf Die mtwmüiQMl hin, der Forderung der Enippftiisterung des Keren Hathora auf das Schärfste entgegenzutreten. Die ganze Diskussion bewegte sich auf einem Niveau, das den Ausführungen des Referenten angepaßt. war. — Ein weiteres Referat hielt Herr Sternbruch aus St. Gallen, „Unser Weg", so war es betitelt. Der Redner trug mit begeisterten Worten und in einer feinsinnig durchdachten Art seine Gedanken vor, wie er glaube, daß die A. I. Jugend sein müsse. Das Prinzip des „Thora im Derech Erez" habe die Jugend dazu verführt, unter der Maske einer hohlen profanen Wissenschaft,, sich mehr und mehr vom Thorastudlum zu entfernen. Wir müssen dazu zurückfe()ren, fe memie er, vmjev rll ällM «IUI dem Quell des Judentums zu schöpfen, nur dann werde die Jugend ihr gestecktes Ziel gtt erreichen vermögen. Als Zeichen dafür, mit welchem Ernst und welcher Hingabe die Versammlung diesen Ausführungen folgte, setzte eine lebhafte Diskussion sogleich ein. Frl. Lewenstein, die unermüdliche Vorkämpferin der Agudas Jisroel-Jdee, beüfuffaffung. dsß m heute nur möglich fei, über die Beschäftigung mit dem Profanen zum Allein-Jüdischen zu gelangen und zwar indem man der Jugend vor Augen führen müsse, welch unreife und unreine Gedanken im Profanen sehr oft verwurzelt sind. Die Ausführungen des Herrn Sternbruch, daß andere Organisationen nach Frieden riefen, einem Frieden aber, der eben Unfriede sei, fanden starke Beachtung und veranlaßten Herrn Dr. Ortlieb aus Zürich, gegen diesen Gedanken zu polemisieren. Weitere Ausführungen erbrachten den Beweis, daß Herr Dr. Ortlieb Herrn Stern- Ln diesem Msarm menhang brachte Frl. Mannes-Jürich die wertvolle Anregung eines Führerkurses, da ein Aufbau nur dann möglich sein wird, wenn genügend Kräfte vorhanden sind, diese Aufgaben methodisch zu lösen. Herr Lipschütz-Basel, äußerte, daß wir nicht nur den Geist, sondern auch das Fühlen und Wollen mit Jüdischkeit durchsetzen müssen und verwies auf die Mustarbewegung. Herr Ullmann-Hamburg betonte die Notwendigkeit, dse ^rgge des Ck^eders mit in die Betrachtung ZU ziehen. Wenn heute auch diese Frage noch nicht spruchreif/ist, so wird sie doch eines Tages, ängepackt werden müssen. Auch dieses Referat mit der folgenden Diskussion zeigte den Ernst und die Reife der Tagung.. Am Abend gab es wieder einen Höhepunkt. In letzter Minute hatte zwar Dr. Leo Deutschländer sein Kommen absagen. müssen, doch in dankenswertester. Weise hatte Herr Rabbiner Dr. M ich als k i aus Karlsruhe die Vertretung übernommen. Was dieser erstattete, war ein die Tagung überaus förderndes und aus dem Alltagsleben herausreißendes Referat. Stilistisch anmutend wies er der Versammlung an Hand des Gleichnisses einer Eisenbahnfahrt nach, wie Uns ganze Leben sine MM ill. hei Der alleZ von dem Geist des jüdischen Volksideüls bssöölt sein muß. Er legte ferner dar, daß wir gerade aus dem Profanen heraus den tiefen Ideengehalt des Judentums aufzeigen könnten. Seine Beispiele und Erläuterungen waren ein eklatantes Beispiel dafür, daß ein ganzer Jehudi, nämlich ein Jehudi wie Dr. Michalski ihn uns vorlebt,, sich vor nichts zu scheuen braucht. Die Gefahr der Demoralisierung unserer Jugend durch unsere Zeit müsse bekämpft werden. Fast frenetisch zu nennender Beifall schloß sich an das Referat, und in allen Reihen spürte man Enttäuschung, darüber, daß Herr Rabbiner Dr. Michalski schon geschlossen hatte; man hätte ihm so gerne noch weiter gelauscht. So war 0er gange erste Lag der \5wgenk- Versammlung durchzogen von Gedanken UNd Aeuherungen, die deutlich erkennen liehen, daß ein starkes jüdisches Wollen die Schweizer jüdische Jugend ergriffen hat. In später Abendstunde bis in die tiefe Nacht hinein wurde dann noch in einem von der Versammlung gewählten kleinen Grenium die praktisch Ist f?sst?nhe Ufrbeil durchberaten. UUeiin lltäll die Ergebnisse dieser Besprechung auszählt, so läßt sie bei weitem noch nicht erkennen, mit welchem Ernst, mit welcher Konzentriertheit, und mit welch echter Thoraliebe sie geführt wurde. Die Abhaltung eines Führerkurses, Treffahrten, Presseabende, Jeschiwogründung, 'Propagandatätigkeit, Beschaffung geeigneten Lesematerials und noch manches mehr waren die Ergebnisse dieser ernsten Beratung. Am nächsten Morgen, nachdem zunächst in Baden, dank der Initiative' einiger Züricher Damen eine Mädchengruppe gegründet worden war, gab Herr Rabbiner Dr. Michalski noch überaus wertvolle methodische Ergärtgimgert jji* bert geplanten Qlrbettsgebteten. Schon lange vor Eröffnung Der Vollsitzung, nachdem vorher ein Schiur die männliche Jugend vereinigt hatte, strömten die Teilnehmer in den Saal. Es wurde zunächst die Generaldebatte eröffnet. Herr Ullmann aus Hamburg begründete die Notwendigkeit der Abhaltung eines Führerkurses, und Frl. Lewenstein erörterte die praktische Bedeutung und Durchführbarkeit dieses Planes. Die folgende, lebhafte Debatte ergaö für diese Anregung begeisterten Anklang, und zahlreiche Anmeldungen für den Kursus vom 1. bis 15. August unter Leitung bewährter jüdischer Pädagogen und Führer liefen schon während der Debatte ein. Eine weitere Resolution, die begeisterte Aufnahme fand, brachte den Wunsch der Tagung nach Gründung einer schweizerischen Jeschiwo zum Ausdruck, dessen pratkische Durchführung dem bewährten Jugendverbandsporstand in Gemeinschaft mit den Rabbinen übertragen wurde. Während dieser Aussprache gelan^teu «ötf> einige Heinere Resolutionen zur AnnayMk, so insbesondere die, die der Leitung der Agudas Jisroel-Weltorganisation vollstes Vertrauen ausspricht und die Bereitschaft, an allen Institutionen der Agudas Jisroel nach Kräften mitzuarbeiten. Den Schluß der Tagung bildete ein Referat des Herrn David Ullmann. über „Wir und Erez Jisroel". Infolge der bereits vorgeschrittenen Mittagsstunde mußte der Referent sich kürzer fasten als ursprünglich beabsichtigt war. Nachdem er versucht hatte, zu erfffiren, mor Das „Wir" sind, nämlich. Das „Mich der Priester", das heilige Volk, das erst heilig genannt wird, wenn es die Rolle des Priestervolkes unter den übrigen Völkern übernommen hat, dessen Aufgaben im Gegensatz zu den übrigen Nationen schon vor seinem volkhaften Dasein vorhanden war, daß folglich uns Erez Jisroel anders ist als den jüdischen Volksmasten, die sich dem Thoraideal abgewandt haben, ging er dazu über, der Versammlung vorzutragen, was A. I.

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