Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 27 (1.7.1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Nr 27 Der Israelit einem litauischen Städtchen erhalten, in dem ihn der Ortsrabbiner anflehte, ein jüdisches Mädchen, das sich hieb befinden sollte, zu retten. Ob es dieses Mädchen sei? Wie konnte ich es wissen? Ich bemühte mich heute, den Namen zu erfahren, und es war vergebens. Heute früh lasen sie aber in der Restauration aus den Morgenzeitungen, daß auf Aussage eines deutschen Matrosen in einer Hafenwirtschaft die Polizei einem Mädchenhandel auf die Spur gekommen sei und auch Verhaftungen vorgenommen hätte. Es waren auch Namen genannt, aber der Name war nicht dabei. Ich lief wieder zum alten Rabbiner, erkundigte mich nach dem gesuchten Namen im Briefe aus Litauen, und erfuhr, daß es sich um eine N e i s e l e , die Tochter eines Schneiders in Burki handelt. Stimmt der Name, und ich sehe schon, es ist so, dann haltet mich nicht auf, lasset mich eilen zum Rabbiner, daß er sofort das Nötige veranlasse. Er wird gleich hier sein mit der Polizei." „Polizei!" bebte Feige, immer noch in alter, eingefleischter Angst, und hielt die Frau zurück. „Und was macht die Polizei mit uns", fragte Milka. „Man hat Euch Angst gemacht mit der Polizei. W lkMk Bi II SRf kn geTl<I" f°- Sct Y mmwi PoliM, Polizei! Aber m ift nur Augsv macherei. Die Herrschaften fürchten selber die Polizei und gehen ihr in weitem Vogen aus dem Wege, glauben aber, ihre Opfer mit diesem Worte Niederhalten zu können. Die Polizei tut Euch nichts und läßt Euch frei, sobald sich gute Menschen finden, die sich irgendwie für Euch verbürgen." Nun konnte Frau Fradel nicht mehr warten. Es war keine Minute mehr zu verlieren mit Frage und Antwort. Sie riß sich los und stürzte davon, als galt es, die Feuerwehr zu alarmieren. (Fortsetzung folgt.) Die rituelle Zulässigkeit therapeutischer Mhr- und Orgaupräparake. Auf Anregung der Generalversammlung des Bundes gesetzestreuer israelitischer Kultusgemeinden in Bayern hat die Borstandschaft eine Schrift über die medizinischen Organ- und Nährpräparate und ihre rituelle Zulässigkeit erscheinen lassen. Die Schrift hat zum Verfasser Herrn Sanitätsrat Dr. F. Münz in Bad K i s s i n g e n , der bereits früher im Jahre 1904 eine Abhandlung ähnlichen Inhalts im „Israelit" veröffentlichte, die alsdann als Einzelschrift erschien. Der Verfasser stellt in der neuen Arbeit in übersichtlicher, prägnanter Weise die wichtigsten modernen medizinischen Präparate je nach ihrer Abstammung und Zusammensetzung aus animalischen, vegetabilischen oder mineralischen Produkten zusammen, indem er in jedem einzelnen Fall den religiösen Gesichtspunkt, auch für den Genuß an den Pshachtagen, betont und nuf die Möglichkeit eines rituell zulässigen Ersatzes hinweist. Herr'Sanitätsrat Dr. Münz gibt wohl in den einzelnen Fällen die Zusammensetzung und rituelle Bedeutung der Präparate an, überläßt aber die Entscheidung über die lr-tzte» Snbes beit religiösen Instanzen. Jyruevejje her autorUaUaen!8sdiruiunz lllld dö? mählichsten Verbreitung dieser so wichtigen Cchrifl wurde dieselbe mit Zustimmung des Verfassers dem Arbeitsausschuß der halachischen Kommission bei der traditionell gesetzestreuen Rabbiner-Vereinigung, Vorsitzender Herr Dr. Meier Munk in Berlin, zur Begutachtung vorgelegt, dessen Anerkennung und Billigung sie gefunden hat. Der Bund bayr. gesetzestreuer israelitischer Kultusgemienden glaubt mit der Herausgabe dieser Schrift sich ein Verdienst um das gesetzestreue Judentum erworben zu haben. Die Schrift ist gegen Voreinsendung von Mk. 0.50 beim Schriftführer Herrn Lehrer Hirnhcimer in Höchberg bei Wrzburg zu beziehen; bei Mehrbezug tritt namhafte Crinößigung ein. Wir glauben mit diesen Zeilen die jüdische Oeffentlichkeit aus diese so wertvolle und interessante Schrift aufmerksam machen zu sollen. Dijukim af halauroh. Aller Ortet real sich der Eifer zum Tkmralernev; insbesondere bel ben sich die Sckab oa-Sckiurlm w'eder. >^a i'k es mit Dank zu begrüßen, baß von „Dijukim al halauroh von Rabbiner Dr Wolfs hi Köln ein we'ttres Hell erschienen in. Diese Erklärungen bilden säst eine unericköpfstche Fundgrube he rlicker Gedanken sowohl für den Lehrer beim Unterricht, a s auch für den Privatmann, der fick selbständig in den Inhalt der Tlora vertiefen will. In einfacher, leicht verständlicher Sprache, zeigt der Verfasser uns, wie die Worte der Thora für alle Zeiten und Verhältnisse geschrieben find. Besonders wertvoll aber werden die Erklärungen dadurch, daß sie den Vorwürfen der Bibelkritik nachgehen und sie in gl -nzender Weise aus ihr nichts zurückführen. Einfache Leute lasen die Hefte in einem Zuge durch und erklärten, das fei ihr schönster „Aumeg Schabbos« gewesen. Die Unterstützung der Herausgabe der weiteren Hefte dieser Dijukim" sei deshalb allen ans Herz gelegt. Am einfachsten geschieht dies durch Bestellung beim Verfasser in Köln, Hohenstausenring 14. A. G. C. (Köchst verrvundertich!) Die „Welt am Montags berichtet über einen Regimen tsappell in Wesel am Rhet', bei dem Ludendorff und andere deutschvölkischen Größen sich ihren Judenhaß wie üblich vom Herzen redeten. Das wäre weiter nicht befremdlich Interessant, ist aber die Mitteilung, daß „mährend der Vertreter des katholischen Klerus der Ovation für Ludendorff taktvoll sernblieb, zum allgemeinen Befremden der hiesige R ab bin als Verweser an der Festtafel saß und daher einige antisemitische Aeußerungen des Generals zu hören bekam'. Stimmt das? AinOsrscks. Von Israels Wanderung. Von ITC. Schloß, in Diersburg. Die Geschichte Israels ist nichts anders als ein Wandern von Land zu Land, von Welt zu Volk; die Ausdrücke 12m ixo'i sind uns in ihrer tiefen Bedeutung für die „heutige Zeit" leider nicht fremd: wie vieler Jammer, wie vieles Wehklagen tönt aus ihnen auch heute noch an unser Ohr! Wie vieles Blut floß bis auf die heutige Zeit nicht aus jenen Zügen! Die lauten Töne des Vorbeters — tyo-i — sie wunderten und lagerten, dringen tief in unser Herz; unser Kopf senkt sich in qualvollem Nachdenken, ein Seufzer entringt sich unserer Brust. um irw'i Israel brach auf aus der Wüste Moab und lagerte in Palästina; es entwickelte sich zu einem mächtigen Volke, das sich dort 850 Jahre erhielt; Priestertum, Prophetentum und Königtum gingen einst in herrlichster Weise aus ihm hervor. Aber „Jefchurun wurde feist, schlug aus, verließ seinen Gott"; seine Würde schwand; es sank von Stufe zu Stufe. Seine Propheten hatte es verlassen, trotz aller Ermahnungen und Verheißungen derselben; sie standen im Banne ihrer gottlosen Führer und Könige, welche den Untergang des Volkes herbeiführten. um --m. Nebükadnezar, der babylonische König, brauste gegen Israel heran, zerstörte den Tempel und führte das Volk gefangen fort. Gar oft wechselte es seine Oberherrschaft, kam unter Babylonien, Aegypten, Syrien und Rom. — Noch einmal leuchtete Judas Stern; es erhob sich, schlug seine Feinde und Be-' dränger in heldenmütiger Gegenwehr. Noch einmal bildete es ein selbständiges Volk, das sich mit seinen Priestern und großen Männern um seine Fahne und sein neu aufgerichtetes Heiligtum scharte. — ' um Vv-ri Streit und Zwiespalt, Meinungsverschiedenheiten schwächten das Volk; grenzenloser Parteihaß führte zum zweitenmal seinen Untergang herbei; Rom, herbeigelockt durch den inneren Unfrieden im Volke, kam und zertrat den letzten Rest jüdischer Selb-' siändigkeit, und am 9. Aw kam so Israel zum zweitenmal unter fremde Herrschaft, mußte wieder seine „ewige" VXßcirtberurtg antreten. - "---i '77^1 Der fpridjtöörtltd) gerooT-ijene ..era'ge erfcljeini: Hilf ÖÜF Bildsläche, er zieht von Stabt zu Stabt, von ßdrtb Zu Land, von Volk zu Volk in seinen trostlosen, traurigen Wanderungen: er seufzt und klagt unter den Donnerschläaen göttlichen Strafgericht. Soll man alle Länder und Städte, alle Völker aufzählen, mit denen Israel in seinen Wanderungen in Berührung kam, alle die großen und kleinen Tyrannen nennen, welche es in grausamer Oual imlerwchten! Nur eines bleibe nicht unerwähnt, die Wanderung Israels aus Spanien, die grausamste "ach der Zerstörung Jerusalems. Ein Trost, eine Stütze ill ihm aber in seiner schwersten Zeit geblieben, seine Thora, seine heilige Lehre, die ihm seine grausamsten Feinde nicht nehmen konnten, sie ist ihm ein lebendiger Traum, ein Trost bis auf den heutigen Tag geblieben. -,•>-7.1 Während Israel in ununterbrochener Wanderung begriffen war, erfüllte sich an Israels Feinden das Strafgericht Gottes, die Vergeltung: die alten, mächtigen Reiche Persien, Babylonien, Syrien. Nom u. a. sanken und Israel wandert weiter, von Ost nach West, non Süd nach Nord. Einen Lichtblick, eine zeitweise Erlösung und Befreiung aus bitterem Joch brachte in manchen Ländern die sogenannte Emanzipation, die gesetzliche Gleichstellung der Juden. Aber noch ist uns der Erlöser nicht erschienen, noch umtost uns der Haß blutgieriger Feinde, noch schlaaen die Wellen grenzenloser Anfeindung an unser .Schifflein. l.tJuli 1926 Zur Zeit der Vertreibung deb Juden aus Spaniern lebte ein großer Lehrer, Rabbi Abraham Saba, er wem Augenzeuge und Leidensgenosse jener Zeit; krank und elend flüchtete er nach Fez in Afrika. Dort verfaßte er seinen Kommentar. Als er zu unserem heutigen Wochenabschnitt gelangte und 42 Mal die Worte um wou? las, da beruhigte sich fein Herz. Wahrlich in diesem Verzeichnis liegt Trost und Hoffnung für uns: Wenn Gott unsere Vorfahren durch die Wüste geführt, mit Speise und Trank versorgte, gegen Schlangen und Skorpionen geschützt, so wird er auch uns nicht verlassen. Er, der Israel zerstreute, er sammelt es wieder! Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Daren oder sonstige Angaben religionsgesehtichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. L. BARBARINO Frankfurt a. M. INHABER A. STERN gegründet 1887 Cigaretten CIGARRKN Tabake feinste Hamburger und Bremer Fabrikate Import von Havana-Cigarren und -Cigaretten Kaiserstraße 7 Kaiserstr 81 H“sa 3351 Zeit 88 Ysraanü nasli auswärts Mechanische und DRUCKLUFT Teppich - Reinigungs » Gesellschaft m. b. H. »MEDRUVA« früher Meder’s Teppich-Reinigungs-Werk Telefon Hansa 4642 Bergerstrasse 149 Anerkannt beste Entstaubung - Chem. Reinigung - Kunststopferei - Entmottung von Teppichen und Möbeln mit Zyclon-Gas. Lagerung während der - erienreise gratis ggfumaaHMB Grosswäscherei { | v©rm= 6ebr. Vogei | Spessart 1382 u. 1383 Boyerastrafile S-14 j | ' ßanLkaltiwgs-WSsrLe i nach Gewicht >' ' naß, getrocknet und gemangelt r Damen-' und Herren-Bügelwäsche Abholung kostenlos Es ist sehr erfreulich, daß zu Beginn der Sommersaison in Grindelwald, also im schönsten Teil des Be rner Oberlandes, ein Hotel mit streng ritueller Küche eröffnet wurde. 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