Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 27 (1.7.1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 27 Seite 6a 1.Juli1926 Sej I s r a e L i t er 5 erie tt-£ e fi iu re! Für Kinder von 6—'15 Sohren: gute Herren Kleine Erzählungen für die Jugend von Heinviek LinftSßltev. Preis in elegantem ' Geschenkband Alk. 1.80. Bilder u. Klänge ans indisch. Mit Unterhaltendes und Belehrendes für die Jugend von K. Ginstädter und K. Gchsenmann preis in eleg. Band Ulk. 1.80 Für die reifere 3ugend: Die Nestiasbrant. Die Geschichte einer verlorenen Hoffnung. Von 8. Sefiaefinoroiff. 454 Seiten. Auf feinem holzfreien Papier in vornehmem Geschenkband. Preis Alk. 4.50. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen sowie direkt von Hormon Deüfags-Mßengeseflsefiaff Frankfurt am Main. Postscheckkonto 57 233. <ÖsOsS3)<£iö^3>(^^ö^55><Ei!OBZEi)<£SÄ£3b<E^Ö^D^ö5Ö^ED<^äö^3>(^äö^3H^SÖ^3> Briefkasten. F. H. in S ch. Frs. SO für Abonnement eingegangen. 3. Gr. in Sch. Hier werden im Gebete keine Namen genannt, sondern unr*7» •»am önmn gesagt. Es patzt sich dieses der in der Schweiz alteingeführten Fassung an und wir halten sie für empfehlenswerter. M. Ob. Hier. Wir werden die Sache prüfen, obwohl wir nicht wissen, was die „Entdeckung" mit der ..Aufsicht" zu tun hat. Vermischtes. Breslau, 21..Juni. Der Erweiterungsbau der Alt- Ei l o g a u e r Synagoge in der Gartenstraße wurde feierlich eingeweiht. Der langjährige Rabbiner der bekannten Synagoge, Dr. Hamburger, hielt die Festrede und dankte allen, die zur Durchführung des Werkes ermafjnte ins&ejortbere gut slsistigsrr SBenußimg &6S ÖSF Oberkantor Weiß schlotz die Feier durch einen prächtigen Gesangsvortrag. Gersfeld, 22. Juni. Im einfach, aber sinnig geschmückten Gotteshause wurde die Einweihung eines neuen Sefer gefeiert. Nach dem Absingen einiger Psalmen wurden alle Thorarollen ausgehoben, die neuen nun 'isv hereingeholt und die nivpn wie am nun nnnr vorgenommen, worauf Herr Provinzialrabbiner Dr. Cahn- Fulda ein *par '»-Gebet für die Gemeinde sprach. Auf das Einheben der Thorarollen folgte das nm»-Gebet, und nun erreichte die schlichte Feier ihren Höhepunkt in der eindrucksvollen, tiefdurchdachten und doch volkstümlich gehaltenen Predigt unseres Herrn Rabbiners. Die Feier nahm einen erhebend schönen Verlauf. Nach Beendigung des Gottesdienstes vereinigte ein geschmackvoll zubereitetes Gastmahl einen großen Teil der Gemeinde in der Restauration des Herrn Grünebaum, wobei ebenfalls nun 'nai mit hebräischen Gesängen abwechselten. Hervorgehoben sei aus der Ansprache des Herrn Lehrers Katz, daß durch den Sammeleifer der Kinder selbst bei geringer Veitragsleistung schon der größte Teil des Betrages für das. *isd aufgebracht worden ist. Gar zu schnell verflossen bei solcher Anregung die Nachmittagsstunden und hinterließen in uns den nachhaltigen Eindruck einer rm» W nnpr- Paris, 24. Juni. Der Oberrabbiner von Frankreich, Israel'Levi, wurde aus Anlaß seines 70. Geburtstages zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Er war bisher Chevalier der Ehrenlegion. Fulda, 1. Juni. Am Sonntag vormittag fand in der hiesigen Synagoge eine GedächMisseier zu Ehren der gefallenen Soldaten unserer Gemeinde statt. Sie knüpfte sich an die Einweihung der Gedächtnistafel an der inneren Nordwand der Synagoge. Die Tafel ist aus schwarzem Marmor und verzeichnet in goldenen Buchstaben deutsch nnh hebräisch bte S^amen der 18 gefallenen Helden der fflemeIrtbe.. -Qu ber Steter töareii bitt (BiHBiHb4mttgftebem bte (Spieen bei: Zimtunb Müilarbehörben und Abordnungen der Krieger- und Frontkämpferoereinigungen (darunter der Stahlhelm) erschienen. Nach dem Chorgesang des Psalm 108, V. 18, 19 hielt Herr Provinzialrabbiner Dr. Cahn die Gedenkrede, die einen tiefen Eindruck hinterließ. Ferner sprachen Landrat Freiherr von Gagern, Oberstleutnant Scheffel, der mit anderen Offizieren in Uniform erschienen war, Studienrat Eschelbach, Beigeordneter Arnd, der mit Beigeordnetem Wißler den in Urlaub befindlichen Oberbürgermeister vertrat, Ferdinand Schuster und Gemeindeältester Dr. Herz. Chorgesang des Psalm *mb dm» , Vers 9—11 beendete die würdige Gefallenen-Gedächtnisfeier. , Berlin, 7. Juni. Die Jüdische Kinderhilfe, Berlin, Auguststraße 17, macht darauf aufmerksam, daß sie seit drei Jahren eine heilpädagogische Poliklinik für schwer erziehbare und psychopathische Kinder hat. Die Untersuchungen werden von dem Psychiater und Heilpädagogen Herrn Professor Dr. med. Schneerson unter Assistenz einer sozialen Fürsorgerin vorgenommen. Behandelt lvmn NM Ms WffsW iipd nervös kranke, sondern auch schwer erziehbare Kinder, bei denen infolge des ungünstigen Milieus Erziehungsschwierigkeiten entstanden sind. Für Untersuchungen wird vorherige Anmeldung und Rücksprache erbeten. Berlin, 9. Juni. Das Mütter- und Kinderheim des Frauen-Vereins der Berliner-Logen U. O. B. B., Berlin Nr. 31, Brunnenstraße 41, Vorsitzende Frau Minna Schwarz, hat laut Erlaß des Preußischen Ministers für Volkswohlfahrt, unter dem 6. Mai 1926 die staatliche Anerkennung als Säuglingspflegeschule erhalten. Die Ausbildung der Schülerinnen wird durch unsere bisherigen leitenden Aerzte, Herrn Dr. Stephan Steinharter und Herrn Dr. Josef Hirsch gewährleistet. Jährlich am 1. Oktober können 6 Schülerinnen eingestellt werden. Jeder Lehrgang dauert 2 Jahre. Am Schluß des zweijährigen Lehrganges findet als Abschluß die staatliche Prüfung für Säuglingspflegerinnen statt, nach deren Bestehen der Ausweis als staatlich anerkannte Säuglingspflegerin erteilt wird. Betzenrod, Post Steinbach (Rhön), 4. Juni. Man schreibt uns: Ich bitte Sie um Aufnahme folgender Notiz: „Es wird beabsichtigt, die gesetzestreuen Chaluzim in Deutschland zusammenzusassen. Diese Zusammenfassung geschieht nicht in Anlehnung an eine politische Partei und unbeschadet der Zugehörigkeit der einzelnen Chaluzim zu irgendwelchen Verbänden, zur Förderung ihrer gemeinsamen, insbesondere beruflichen Interessen (Berufsberatung, Stellenvermittlung usw.) Meldungen werden erbeten an Herrn Moses Unna, Dipl. Agr., Betzenrod, Post Sternbach (Rhön). «Rrotz ärotzenderg, 1. Jul!. Ate hiesige Aernetnbe sieht auf das hundertjährige Bestehen ihrer schönen Synagoge zurück, und soll dieser Anlaß am Sonntag, den 25. Juli, nachmittags festlich begangen werden. Das Fest wird bestehen in einer akademischen Feier in der Turnhalle und einer gemütlichen Zusammenkunft am Abend. Freunde der Gemeinde und auch auswärtige Gäste sind herzlich willkommen. Frankfurter Berichte. Ferienspiele. .. Der Hort für jüdische Mädchen, in erster Reihe eine Institution für den Winter, denkt nicht an Sommerschlaf, im Gegenteil, es soll sein Segen in erhöhtem Maße in die Ferienmonate hinausgetragen werden. Hundert jüdische Kinder von denen, die einer Ferienerholung auswärts nicht teilhaftig werden können, werden vom Horte in den kommenden Ferienwochen täglich von morgens 9 bis nachmittags 6 Uhr im T i v o l i g a r t e n auf der Darmstädter Landstraße (Endstation der Linie 4) zu F e r i e n s p i e l e n gesammelt werden. Die Ferienspiele sind in diesem Fall ein etwas weiter Begriff. Sie schließen ein: Lust- und Sonnenbäder, allerlei Spiele, Mittagsruhe je nach der Mittagessen aus dem jüdischen Heim, ein gutes Mittagessen aus dem Jüdischen Heim, ein kräftiges Vesperbrot mit Kakao am Nachmittag. Drei geschulte Leiterinnen sind für den Betrieb gewonnen. Die Strahenbahndirektion stellt morgens und abends Sonderwagen mit Fahrpreisermäßigung zur Verfügung, und ein Freund der guten Sache in unserer Stadt läßt mit seinem Auto unentgeltlich täglich das Mittagessen hinausbefördern. So arbeiten alle Faktoren mit, das Unternehmen zu einer Quelle der Erholung und Gesundung für unsere luft- und lichtarme Jugend zu gestalten. Die Idee der Ferienspiele ist nicht neu. Die Stadt, die von sich aus auf diesem Gebiete Hervorragendes leistet, bekundet volles Verständnis auch für dieses jüdische Unternehmen, das sich ungefähr dem städtischen anpaßt. Die Vorsitzende der jüdischen Frauenvereinigung, Frau H. B e st o f f, die seit dem vierzehnjährigen Bestehen des Hortes auch diesem in aufopferungsvoller Weise vorsteht. ließ es sich dieses Jahr ganz besonders angelegen bB äütst MltNZstt M btMSSN. M batz bte u^rerer^ä^rie^ Araber ntthl um ihre rvohlverdiente Sommererholung kommen. Ohne die großen Opfer zu scheuen oder von den natürlichen Schwierigkeiten sich abhalten zu lassen, machte sie sich mit ihren treuen Mitarbeiterinnen ans Werk, vom richtigen Standpunkte ausgehend, daß die Zeit der wirtschaftlichen Not uns keine Entlastung bietet, sondern im Gegenteil gesteigerte Verpflichtungen auf dem Gebiete des Wohltuns auferlegt. Es würde sich sehr empfehlen, daß Freunde der guten Sache sich einmal die Zeit nehmen, an einem der Ferientage hinauszufahren, um selbst Zeuge reiner Kinderfreude zu sein.