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Der Israelit · 1926-06-24 · Heft 26 (24.6.1926) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 26 (24.6.1926)
Date
1926-06-24
Page
– (sequence 19)
Language
German
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inFl92^ ihre, ThoxafrMden> WrigkeiWnd Uncklammerung, wurden eine Fraktion imthoralosen Zionismus und nannten sich „Ziöstistifche Fö-; deration Misrachi". ' : . : i -j/- w«r Kt ^weggirwnb bet thoratreuen Ueberläüfer? Nicht Mangel an Thoraliebe trieb sie, nicht Mißachtung des Gesetzes; nicht Leichtsinn bewog sie zur Trennung von dem Gesinnungsgenossen und zürn Uebertritt in das zionistische Lager. Edle Motive leiteten sie durchweg, aus menschlich schönem Gefühl folgten sie dem Fremdfeuer. Da war es zunächst chibas hoorez, die sie in den zionistischen Bannkreis zog. Da war es ferner ein Verantwortungsgefühl, die Angst, Erez Jisroel-Dinge in eine nur areligiöse Strömung geraten zu lassen, in Händen von nur Gesetzlosen gn se^en. Dcr war gMhksMtt Ulatton, Dem sie erlagen, eine Cinigkeits- und Einheitsfehnfucht, der sie sich Hingaben. Da war es allerdings auch ein zwar menschlich verständliches, doch immer verhängnisvolles Nichtbeachten der alten prophetischen Warnungen vor jeglicher Gemeinschaft mit Gesetzesübertretern. Es kam hinzu, daß im Westen ein Großteil gesetzestreuer Intelligenz sich während der Zeit neologer Uebermacht daran gewöhnt hatte, der Führung von Abtrünnigen zu vertrauen, eine Schwäche, die sich sogar auf emgetne SRctfcbirter tmb S^oracjetel^rte ÜDettrugi Dm'Osten wiederum entflammte unter wirtschaftlichem und politischem Druck ein Feuer, das an Sabatai Zwi-Zeiten erinnerte. Die Ueberschätzung demokratischer Grundsätze in Verbindung mit dem ebenfalls in der Welt üppig aufgeschossenen Nationalismus taten das Uebrige. In heilig geglaubtem Eifer brachten von unseren Thoratreuen nicht viele, aber viel zu viele ein eesch soroh dar, ascher lau ziwoh Hascheem. Und das ganze Haus Israel hat Grund, diesen Brand zu beweinen. „Eine Vereinigung von Zionisten, welche die Verwirklichung des. Basler Programms auf der Grundlage und W tzßZ neuen Mischen Gesetzes anstrebt", so nennt sich die Zionistische Föderation Misrachi. Dieses „Erstreben" ist echt und wahr, daran Eann nicht gezweifelt werden. Aber es ist kraftlos und von vorne herein zur Erfolglosigkeit verurteilt gewesen, weil sich der Misrachi mit Haut und Haaren bewußt und gewollt der areligiöfen Zionistischen Organisation verschrieben und ausgeliefert hat, wie von allen guten Geistern verlassen, mit einem traurigen Mangel an Thorastolz und Hoheit, schwach bis zur Haltlosigkeit. Wenn in einer alten jüdischen Gemeinde die thoraleugnenden Elemente durch Uebermacht der Zahl, M WrmiWM unö öS!? sszirlM LUllüüg <m ik Spitze kamen und Reformen schufen, dann kann man noch verstehen, daß eine gutjüdische Minderheit seufzend das scheinbar Unabänderliche über sich ergehen ließ. Jedoch von vorne herein aus freiem Entschluß, mit fliegenden Fahnen und Pulsen zu den Verächtern des alten überlieferten Judentums bedingungslos und freudig überzugehen, und das um Zions willen — das hat es noch nicht gegeben, das war dem Misrachi Vorbehalten. Als ob nie die Frage gestellt worden wäre: al meh owdoh hoorez? al oswom es taurosi! iltlD ölSfSR fslb^ oerforere glrrg^ well ble Thor« verlassen wurde, dieses selbe ganz und nur an die Thoratreue seiner Bewohner geknüpfte Land können Juden in einer die Thora ignorierenden jüdischen Organisation wieder zu ergangen hoffen? Nur mit unbeherrschter Gefühlsüberwallung, mit Verkennung auch der jüdischen geschichtlichen Erfahrungen wird die Haltung des Misrachi erklärlich. Es hatte doch der Seher Jehu den Chananja in göttlichem Auftrag den König Jehauschofot von Jehuda vorwurfsvoll gefragt, ob ein Zusammengehen mit dem König Achab von Israel denn denkbar wäre, w&n (Ehr. 2 19,2): und damals handelte es sich um eine Gr6llzDß?iEttAUll^ v?n inaus «Zileod gum israelitischen Reiche. Es hatte denselben Jehauschofot auf göttliches Geheiß der Prophet Elischa von Moreschoh vor einer Gei S ür L ß } s E £> e c skg i t x .—. i _;. _iiai i "> meinschaft mit dem israelitischen. König Achas- 'johu nachdrücklich mst den WptteN gewcM^' Jix 'tps "MX vv (C.hr, 2 2Ö;35); und damals kam der Vau einer Handelsflotte in Wtracht zu mm gsMrtts» tlltlltschastlichen Expedition nach Tarschisch. Trotzdem diese schwere, ernste Warnung: Wenn du Mit dem Achasjahu eine Gemeinschaft eingehst, reißt Gott dein Werk ein! Denn Jehauschofot war der Thora treu, und Achasjahu war ihr abtrünnig. Misrachi war der Thora treu, und die zionistische Führung war ihr abtrünnig. Vehißchabercho — poraz Hascheem es maassecho — auch der Misrachi mußte es erfahren. Hochwillkommen war es zwar der Zionistischen Organisation, auf ihn bei passender Gelegenheit Hinweisen zu können als Zeichen dafür, dasi auch frornrus Juden organisierte Zionisten sind; und was für welche! an Betätigungseifer, an Opferfreudigkeit, an Ueberzeugungstreue für den Zionismus konnten die Misrachisten wahrlich von keinem übertroffen werden. Auch wurden sie äußerlich respektiert, wie die Thoratreuen ja immer, selbst in Fesseln, Respekt einflößen; und in diesem Falle erwartete man obendrein, daß der Misrachi allmählich orthodoxe Massen herüberziehen werde. Doch sobald der Misrachi in aller Bescheidenheit im Namen der Thora eine Forderung stellte, würbe sr äls urtiec^uem sw^srrudeu unb ^KufP höflich wie bestimmt zurückgewiesen, um so bestimmter, je mehr sich herausstellte, daß die Judenheit in ihrer überwältigenden orthodoxen Mehrheit die Misrachi-Fraktion um der Thora willen allein ließ und alles eher als ernst nahm. Der Misrachi blieb macht-, und willenlos, wie an Beispielen nachgewiesen sei. 3Cauff $1.3. dftavfeen verwendet 31* S, SsfEgramme zu haben bei B. Rachelsobn * Bergmann # Walmnann * Sänger & Friedberg sowie bei dem Vorstand der Ortsgruppe Frankfurt am Main Das zeigte sich, als der Misrachi in seiner schwachen zionistischen Position einen Rückhalt an der Agudas Jisroel suchte und dieser ein Zusammengehen in Erez Jisroel anbot. Sofort schlug die Agudo ein und die Verhandlungen begannen. Ins Auge gefaßt wurde unter anderem die Gründung einer gsrnsinfawen ifyoraivettert Kolon!?. Mr biefe Änsiedlung, für Die ®eID unD Vorarbeiten auf beiden Seiten vorhanden waren, setzte die Agudas Jisroel sich in erster Reihe ein. Daran sollte erprobt werden, ob und inwieweit bei Wahrung der beiderseitigen Grundsätze ein Zusammenarbeiten auch zu andern Zwecken angehe. Allein der Misrachi erklärte eine gemeinschaftliche Kolonie als „einstweilige Unmöglichkeit", denn, so drückte er sich aus, „Siedlungen, wie sie der Misrachi erstrebt, müssen als Glieder des gesamtnationalen Gemeinwesens notwendig anders ausfshsn als Kolonien ber Slgttbc*^ bie fidj Ire ein nicht eingticDcrn fallen. ' Ueberc lasten wir es, so antwortete die Aguda, überlassen wir es doch der Zukunft, wie sich die aus Agudisten und Misrachisten bestehende Anfiedkung später zu einem etwaigen thoralos-nationalen Gemeinwesen stellen werde; warum soll denn eine solche noch gar nicht brennende Frage uns und euch heute schon kümmern? Doch der Misrachi blieb bei seiner Ablehnung. Für ihn blieb die Eingliederung in das thoralose Gemeinwesen ein unerschütterlicher Grundsatz. Er wollte zionistisch und gutjüdisch bleiben, thoralos und thoratreu, ein Widerspruch in sich, wie das ganze misrachisiifche Gelülbs, 'ti miss t»’*» Die SyaitfofigleU sich nnturnotmenDig auch ist jeDem weiteren KonflMsfalle. Die Universität in Jerusalem wurde vom Misrachi jubelnd begrüßt. Wird sie nicht neben .......Nr. 14 Seite 3 -anderen Wissenschaften auch die Wissenschaft der iThoraleugnUng lehren dürfen? Unerhörte Verdstchtigüng!. braust der Misrachi auf. Misrachi ist. gesetzesirsu, et mirb schon für konservative Dogellten Ta össchlictzt der Wiener Kongreß zu Gunsten der thoraleugnenden Wissenschaft. Misrachi verläßt gesetzestreu den Saal und kehrt zionistisch in den Saal zurück. Zur Assefath Haniwcharim in Jerusalem sollen auch Frauen wählen und gewählt werden. Zionistisch, wie der Misrachi ist, kann er nicht Widerstand leisten; gesetzestreu, wie der Misrachi ist, möchte er Rabbiner Kuks Veto gegen Frauenwahlen nicht unbeachtet lasten. Darum soll eine Volksabstimmung entscheiden. Die Nur-Thoratreuen lehnen sich dagegen auf. Misrachi ist nicht llttk tfjünmxü; ist am zilllststW! or UH Musn wählen und gewühlt werben und beteiligte sich selber munter daran. Misrachi ist vor allem zionistisch. Aguda verhandelt in London mit den zionistischen Führern, auch über das jüdische Gemeindegesetz in Palästina. Misrachi protestiert bei dieser Konferenz dagegen, daß die zionistische Exekutive in dieser Frage über seinen Kopf hinweg mit der Aguda verhandelte, protestiert insbesondere gegen die Freiheit der GemeindevilDaag, Die er für roiioionaiBiDsig mfiM. Aßlldll empfindet es «ls unwürdig, daß zwei gesetzestreue Gruppen vor dem Forum der zionistischen Exekutive über religiöse Dinge strittig verhandeln, spricht dies durch Führermund in der Konferenz aus und beantragt, die ganze Beratung über das Gemeindegesetz von der Tagesordnung abzusetzen, bis Misrachi sich mit Agudo wegen einer Verständigung benommen hat. Weizmann bittet, wenigstens zwanglos weiter zu verhandeln. Agudo willigt ein unter der Bedingung, daß über das „ob" des elementaren Menschenrechts der freien Gemeindebildung nicht mehr diskutiert werde. Die zionistische Exekutive akzeptiert die VbdsngMg, ttntz MiRMi sllgl siH schMMND Darein, Daß die zionistische Exekutive weiter direkt mit der Aguda über eine Angelegenheit verhandelt, in der nach seiner, des Misrachi, Ansicht die Aguda einen religionswidrigen Standpunkt vertritt. Misrachi ist in erster Reihe zionistisch. Wenn er überhaupt kämpft, wendet er sich gegen die Aguda, und das mit einer Leidenschaft, die im krassen Gegensatz steht zu seiner Unterwürfigkeit und liebevollen Nachsicht gegenüber zionistischen Sünden. Aus all dem ergibt sich: Misrachi besteht aus thoratreuen Juden. Als Gruppe zusammen g e f a ß t, ist er nicht thoratreu, sondern gikllistWr 6 d efflürt sich DU füllst llllsrßbÄe Widerspruch, nur so ist die stiroh minej ubej zu begründen. Darum ist der einzelne, dem Misrachi ungehörige Gesetzestreue als solcher zu bewerten und zu achten. Darum ist der Misrachi als solcher zu verurteilen. Beides fordert von uns die Agudo-Leitung. Im geistigen Ringen ist diese Doppelaufgabe schwer. Bei beiderseitig gutem Willen ist sie aber erfüllbar und wird es um so leichter, je mehr der grundsätzliche Gegensatz geklärt und die Auseinandersetzungsn barüksr entflßSrfi® lllUöell, tDäÄ« üeiswtrcmen. ift ber Jfip5* weggrnnb dieser Betrachtung. Aus der Bewegung. Leipzig. Anläßlich der Tagung des Verbandes traditionell-gesetzestreuer Rabbiner in hiesiger Stadt veranstaltete die A. I. Jugendgruppe gemeinsam mit dem Esra eine öffentliche Versammlung im Künstlerhause, dessen Saal die Menge der aus allen Kreisen der Gemeinde Erschienenen kaum zu fassen vermochte. Nach Eröffnung durch den verdienten Vorsitzenden, Herrn Dr. Jsak Halleman, sprach der Präsident der A. I. Weltorganisation, Herr Rabb. Dr. Pinchas Kohn-Wien, eindrucksvolle Worte über den Begriff der jvt«». im atr- UMilM. Biß ßhkW Assr» tek. Z--. M!4<-rm-K<r-r-- nü)ß linB 3INIbächsr--3ü!esl>crt>srT entstammten in herrliche Blüten vom Vaume der n-nn enthaltenden Ansprachen die Herzen der Hörer für nrri'i mm nans* Für den Esra sprachen das Mitglied der Bundesleitung Herr Dr. Eli E. Munk-Berlin und außerdem Herr cand^

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