Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 26 (24.6.1926)
- Date
- 1926-06-24
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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IMaiiav fjeramgegeBen von dcg JCondc80B9oniffltion 6er Ügudas-Jisgoef in Dcuffcfilond J2. Jahrgang ~~ Frankfurt a. M., 2\. )uni (926 / \2. Tammus 5686 Nummer H Tätigkeitsbericht »iS Stotti »u üanii^atgamfatinn vii Agudas Jisroel in Deutschland für die Zeit feit dem letzten Delegiertentag. 1. Als erste Ausgabe hat der Delegiertentag vom 10. und 11. Februar 1924 dem Vorstand die Anstellung eines hauptamtlichen Vorstandsmitgliedes gesetzt. Nach vergeblichen Verhandlungen mit drei Persönlichkeiten sind wir mit einem Herrn einig geworden.' Dieser bemühte sich vom 1. Juni 1924 an sechs Monate lang. Dann wurde das Verhältnis gelöst, nachdem für Gehalt und Reisespesen, und zwar nach Abzug eingebrachter Geldbeträge, über 7000 Mark veraus- ZM mvm, shus Äsß EWlgs hLmoMav geworden wären. Geldmittel für die Fortdauer des Versuches hatten wir nicht mehr. 2. Der Keren Hathora, dessen Leitung in Deutschland die letzte Delegiertenversammlung nach Hamburg zu übergeben beschloß, hat bald danach seine Tätigkeit ausgenommen. Wir standen seitdem mit Hamburg in ununterbrochener Fühlung, waren viele Monate lang in fast täglichem Brief-Austausch, dem sich mehrfach mündliche Besprechungen anschlossen. Einzelbericht wird der Tagung wohl von dem Vertreter des Landesdirektoriums erstattet roerben. Die große Tätig- Kit Des Heren Halyvru tft öuOtm häufig durch Berichte in den Aguda-Blättern zutage getreten. Für die Fülle von Arbeit der Herren in Hamburg und die an Selbstentäußerung grenzende des hauptamtlichen Direktorium-Mitgliedes reicht kein Wort der Anerkennung aus. 3. Die des weiteren beschlossene Resolution über die Achduth-Gründung wurde von den Aguda-Blättern, sowie durch eine in Massen verteilte Broschüre veröffentlicht und hat zuletzt auch zu einer ausführlichen Bearbeitung geführt, die an die Gruppen geschickt, später in den Blättern abgebrudi mürbe unb eine freundlich gehaltene journalistische Aussprache mst der Ächduth-Seite zur Folge gehabt hat. 4. Mit einem ferneren Beschluß verlangte die vorige Delegiertenversammlung, daß die Jugendorganisation in den Rahmen unserer gesamten Tätigkeit geleitet werde. In langen freundschaftlichen Verhandlungen haben wir auf die Jugendorganisation einzuwirken versucht, ohne ihrer Selbständigkeit zu nahe zu treten. Erreichen wollten wir, daß Kölns bisherige kostspielige Haupttätigkeit. der ReligionsunLerricht auf Landsststt LZ« OsisrUZlänZ. imä Hessen, dem naturgemäß dafür zuständigen Keren Hathora überantwortet werde. Dafür sollte, so meinten wir, die Leitung der Jugendorganisation sich zunächst ausschließlich auf die Hebung der Jugendgruppen werfen, um diese, die zum größten Teile in die Lethargie der Ortsgruppen verfallen sind, agudistisch zu rüsten und zu beleben. Der Vorstand der Jugendorganisation hat sich noch nicht dazu entschließen können, die Fürsorge auf dem Lande ganz einzustellen. Dagegen besteht jetzt zu unserer Freude aus freier Entschließung der Jugend-Leitung ein Dezernat für Großstadtgruppen, dem vom ersten Tage seines Bestehens an unsere volle Mitarbeit zuteil wurde. 5. Ein anderer von uns seit Jahren verfolgter Plan, Orts- und Jugendgruppe eines und desselben Platzes überall zu einer Gruppe zu vereinigen unt. bemg?Tnäfj yj? VkMndsHNfttN der Lanvssnnd Ingmdorganislllionen zu gemeinsamer Leitung zusammen zu schließen, hat noch nicht den Beifall der Jugendorganisation. Doch halten wir den Plan für gut. Unter der Teilung leiden beide Organisationen, von der Vereinigung zögen u. E. beide einen erheblichen 3lu|en. Der Gedanke wird dem neuen Warart zur WeNerversolgnng angelegentlich empfohlen. 6. Die Delegierten-Verfammlung hat gewünscht, einen Teil der Geschäfte der Landesorganisation den Gruppen an anderen Orten zuzuweisen. Für eine Arbeit fand sich in der Tat eine willige Gruppe; sie hörte aber bald nach Beginn auf und ließ unsere Erinnerungen unberücksichtigt, so daß wir uns selbst damit befaßten. Das Interesse in den Gruppen ist noch nicht auf der Höhe, die erforderlich ist, um ihnen Arbeitsgebiete zuzuteilen. Doch zeigen sich Fortschritte, so daß diese Idee im Auge behalten werden sollte. 7. Beschlüsse Wv ©elegierten galten dev Tätigkeit für Palästina. Beide Angelegenheiten hat die Palästina-Zentrale in die Hand genommen, da sie in jeder Gruppe ihre eigene Kommission hat. Die Tätigkeit der Palästina-Zentrale konnten wir uns nicht laufend veranschaulichen. Sie hat durch die Einsendung von Tagebuchblättern und Sitzungsprotokollen dankenswert das ihrige getan, um uns zu informieren. Wenn dies dennoch nicht glückte, so liegt es an dem großen Umfang ihres Betätigungsbereichs, der ohne ständige persönliche Fühlungnahme nicht zu überblicken rp. Dcr überdies die ^crlci^tina-^entrct^e d^r „rlguvas msroki"' in ü ß ui] ly ln n b* m' me« jsnige der Gesamt aguda umgewandelt worden ist, so hat sie aufgehört ein Bestandteil der deutschen Landesorganisation zu sein; sie untersteht vielmehr dem G. A. der Gesamtorganisation. 8. Mit dem G. A. standen wir in unausgesetztem Verkehr, der sich für uns in den denkbar erfreulichsten Formen bewegt hat. Wir behandelten keinerlei belangreiche Angelegenheit, ohne den G. A. über die einzelnen Phasen unterrichtet zu halten. Die Frankfurter Sektion des G. A. m Ssr Pkifvn vvn Herrn Nvfenyeim svs gar Durchschriften aller Briefe von Bedeutung. Dankbar muß hervorgehoben werden, daß wir eine immer bereite kluge Beratung gefunden haben. In den seltenen Fällen einer Meinungsverschiedenheit wurde nach Ansicht des G. A. gehandelt. Dank sei bei dieser Gelegenheit auch den Herren Rabbinen Klein-Nürnberg und Biberfeld- Berlin ausgesprochen für wertvolle Fingerzeige, die wir auf Ansuchen von ihnen erhielten. 9. Die MnDmMättsr. Dis oeraDö zur Mt Dor letzten Delegiertentagung Mne Blätter mehr, sondern nur Spalten waren und deshalb unmutige Beurteilung fanden, sind in der Berichtsperiode wieder gewachsen und haben einen Stab regelmäßiger und gelgentlicher Mitarbeiter, sowie eine reichliche Stoff-Reserve. 10. Der Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel arbeitet in seiner geräuschlosen, segenvollen Weise weiter. Er hat neuerdings infolg der wirtschaftlichen Nöte große Mühe und Sorge. Dem, was von Hermann Schwab vor zwei Jahren vorgetragen worden ist und in dem braunen Heft nachgelesen werden kann, ist im übrigen kaum etwas hinzuzufügen. 11. Die von uns auf Veranlassung des G. A. aufgenommene Aktion für zerfallene Ritualbäder in Rußland hat in Deutschland 5000 Mark er- Sie von Dem Wiener ©. 2l. iyrer Dos stimmung AUZefÜhrt werden sind. Jede weitere Sammeltätigkeit unterließen wir, um diejenige der Palästina-Zentrale, des Keren Hathora und der Jugendorganisation nicht zu beeinträchtigen. 12. Gegenüber den Ormsby Goreschen Genfer Aeußerungen über die palästinensische Agudas Qisroel unb die A^c^kencrsi^c^e Gemeinde in Bernsalem har die Ortsgruppe Berlin durch eine mehrfach mit der.Beratung beschäftigte Redaktionskommission eine wirksam und vornehm lautende Entschließung verfaßt, die wir allen Ortsgruppen empfehlend nachsandten, nachdem unser Entwurf schon abgegangen war. Ein Teil der Gruppen hat sich die Berliner Fassung zu eigen gemacht, eine Anzahl anderer zog unseren einfacheren, kürzeren Wortlaut vor, obwohl wir selber den Berliner als eindrucksvoller befürwortet haben. 13. Die von der Delegierten-Verfammlung an-. genommene Satzung der Landesorganisation bedurfte noch der Bestätigung des Rabbinischen LrnMZratZ. Die mrnnrDWn Demi yllböv Ws Genehmigung schriftlich erteilt. Des ferneren hat der Rabbinische Landesrat das ebenfalls vom letzten Delegiertentag beschlossene Statut für die Ortsgruppen gutgeheißen. Die beiden Satzungen fanden auch die Zustimmung des G. A. und find rechtskräftig geworden in dem im Halberstädter Heft vom 10./11. Februar 1924 abgedruckten Wortlaut. , Das Statut der Jugendorganisation, über das wir mit dieser seit zwei Jahren in Aussprache stehen, ist bis auf einen noch strittigen Punkt feetigge^ellt. ° li Dis von m LsttdAZsrZänisätibn a« Me Gruppen bisher ausgegangenen Referate betrafen: 1. Aguda-Politik, 2. Achduth, 3. Die Ueberparteilichkeit und Entpolitisierung des Keren Hathora, 4. Von der jüdischen Nation und den Nationen, 5. Misrachi, 6. Lern- und Gemeinschaftspflicht. In Bearbeitung ist ein Merkbuch für Agudisten, das nach Fertigstellung dem neuen Vorort zugehen wird. Die Erweiterung des Aguda-Verständnisies und die Vertiefung des Aguda-Gefühls macht nur langsame Fortschritte. Man kann das bedauern, barf ab?r sitz DarüDer munDern, noch ISS manDen Der Schuld daran zeihen. Der Erziehungsprozeß des ganzen jüdischen Volkes vollzieht sich in langen Golus-Jahrhunderten. Die Agudas Jisroel will ihn fördern, beschleunigen helfen. Dazu gehört neben unverdrossener Arbeit auch Geduld. Das Interesse, so meinen wir beobachtet zu haben, wächst schneller nach jedem Erfolg, der der Agudas Jisroel befchieden wird. Ein jeder dieser Erfolge ist nicht so sehr ein Sieg der Organisation als vielmehr ein (Steg ber Sbee unb wirkt jidj als [Pfffjfr unseren Mitgliedern aus. Doch hol noch nichts vermocht, die Ortsgruppen zu geistiger Eigenarbeit zu bringen. Auch hier ist Zeit und Geduld erforderlich. 15. Für den Augenblick bedenklich ist, daß die Kassierer einiger Gruppen in der Einziehung und Ueberweisung der Beiträge und Kopfsteuern lässig und unordentlich sind. Einer verstieg sich zu der tragikomischen Bemerkung, in heutiger Zeit seien 5 Mark jährlich zu viel verlangt, gleich 42 Pfg. im Monat. Ein anderer hat die schon eingezogenen Kopfsteuern und Beiträge zu Fürsorgezwecken in seiner Gemeinde verwendet und meinte treuherzig, eine größere Mizwoh hätte die Aguda mit dem Gelde auch nicht tun können. Als wir dazu eine andersgerichtete Ansicht äußerten, meinte der Herr Vorstand: wenn wir mit seiner Kasseführung nicht einverstanden seien, dann Mpe man ja. Don iBoroin auflsfm. Den MütJie er sich. aus. Eine andere Gruppe machte sich's bequemer: sie zahlte im vorigen Jahre gar nichts und ließ alle Aufforderungen ohne jegliche Antwort.