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Der Israelit · 1926-06-24 · Heft 26 (24.6.1926) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 26 (24.6.1926)
Date
1926-06-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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2'4 IM 1926 > D er Israelit . Nr^ 26 Seite 7 Alfred Rosenfelder war eine ausgesprochene jüdische Frohnatür, entsprungen aus innerer Ausgeglichenheit, aus jüdischer Charakterfestigkeit. Kaum der Schule entwachsen, hätte er Gelegenheit, seine geschäftlichen Fähigkeiten in einer hiesigen großen Firma zu entfalten, suchte aber dabei unablässig an seiner geistigen Vervollkommnung und an einer Vermehrung seiner jüdischen Kenntnisse zu arbeiten. Er nahm Teil an Kursen und lernte mit Freunden und unter Leitung bewährter Meister, getreu dem Weisheitsspruche *wn nupi n-t mry. Der Krieg führte ihn für einige Jahre von hier weg. An der Front und in der Gefangenschaft hatte er all die Schrecken der wilden Jahre miterlebt und miterlitten. Und er kam nach Friedensschluß heim, heil an Körper und an Seele. Wie Jakob konnte er von sich sagen msa. -"'ini vna pV d» Er brachte sein Bestes, sich, seinen jüdischen Menschen wieder und konnte wieder da ansetzen, wo er damals abbrechen muhte. Er fand den als braven Menschen und Jehudi hier noch in aller Erinnerung stehenden Vater nicht mehr am Leben und war nun der Trost, das Glück der Mutter und der Schwestern. Ein großer Freundeskreis umgab ihn mit Liebe. Mit einer herrlichen Stimme und viel Kunstsinn begabt, diente er mit dieser Kunst als' eifriges Mitglied des Synagogenchores seiner geliebten Gemeinde. Nun riß die Saite, plötzlich, unvermittelt,-auf Gottes unerforschlichen Ratschluß, eine Bestätigung des Waisen,wortes i'wrr tso tnt pn-is- Es ist schwer für diese Tragik eines jungen Menschenlebens, einer um. die schönsten Hoffnungen beraubten vaterlosen Familie ein anderes Wort des Trostes zu finden als das, welches aus den Trostspender in den Höhen über uns verweist. Die Bestattung am Mittwoch vormittag ging unter starker Teilnahme vor sich. In - der - vollgefüllten Friedhofshalle der Israelitischen Religionsgesellschaft sprach nach einem kurzen Abschiedsworte im Namen der Familie aus dem Munde eines Onkels, des Herrn Rosenfelder aus München, Herr Hugo Bondi den Dank des Synagogenkomitees an den Verstorbenen aus, speziell für seine aufopferungsvolle Mitarbeit zur Verschönerung unseres Synagogengesanges. Für den Synagogenchor selbst überbrachte dessen Vorsitzender, Herr Hermann Bauer, die letzten Grüße. Herr Dr. Oppenheimer dankte für die Markus Horowitz-Loge und zuletzt dankte noch Herr Dr. Hamburger als Freund dem Freunde für alle erwiesenen Zeichen Her Llkbk unD Dann trugen u,rr Alfred Nnfenfelder zum frühen Grab«, mw dkm -ik Vlnrne des Trostes im höheren Sinne erfpriefen mag für die schwer getroffene Mutter, die Schwestern und den großen Freundeskreis. rrasjn Frau Mirjam Strauß mr- Im Alter von erst 53 Jahren wurde eine fromme, liebe Frau aus dem Kreise ihrer Familie und ihrer Freunde jäh gerissen. Wer das Haus David Strauß in der Langestraße kennt, weiß, wie sehr dort neben dem Fleiß und der Tüchtigkeit auch der Geist der Frömmigkeit, der Redlichkeit und Göttesfürcht sein Heim hat. Und nicht zum geringen Teil hat die früh Heimgegangene zur Erhaltung dieses guten Geistes beigetragen. Stand sie doch ihrem Manne tapfer zur Seite und ging mit ihm in all seinen idealen Bestrebungen. Neun Kinder, davon drei Söhne, wurden in diesem Hause in gut jüdischem Sinne erzogen, besonders ließen es sich die gleichgearteten Eltern angelegen sein, den Söhnen eine jüdische Bildung mit ins Leben zu geben. Mit fast übermenschlicher Geduld, ohne leiseste Klage, trug die Frau die rasch und unerwartet über sie gekommene tückische Krankheit, bis zuletzt, da sie mit eine Gute Nacht- Gruß an ihre Kinder sanft hinüberschlummerte in die ewige Ruhe. Die Beerdigung zog trotz der ungünstigen Zeit am Freitag nachmittag einen sehr großen Kreis von Freunden und Verehrern der edlen . Fau an. Nachrufe mußten mit Rücksicht auf den nahenden Sabbat unterbleiben, aber ihr Andenken wird in ihrem' Kreise lebendig bleiben und ihren Kindern stets voranleuchten, rrasan Seine Söhne. Ein jüdischer Film macht wiederum, von Amreika kommend, die Runde durch Europa und hielt auch Einzug in fünf Lichtspieltheater Frankfurts. Was die Welt nicht alles ..jüdisch., nennt? Truhen Akten (flrnn-iern an &er OBdHÄ Üflf/J) einander an unserem Auge ppvbel. 8ln bißchen Rührung, ein bißchen Amerikanismus, pikant gewürzt mit einer Dosis Wilwest und stark verzuckert mit senttmentalen Momenten aus kleinen Familientragödien, im ganzen eine Mischung, die nichts weniger als gesund ist. Aber im Mittelpunkt steht S ch i l d k r a u t, der Unsterbliche. Und wie er all dieses spielt, das macht chm keiner bald nach. Man braucht sich nur ein weniges hinweg zu denken, und der Film könnte überall gespielt werden, auch da, wo man nie einen Juden gesehen hat. Ueberall, wo Eltern den Ehrgeiz haben, ihre Kinder in höhere Lebenslagen hinein und hinauf wachsen zu lassen, bleibt die Tragiö der Entfremdung zwischen Vätern und Söhnen nicht aus. Im Kreise der jüdischen Emigranten ist dieses Bestreben der Eltern zur „Aufzucht" merklicher denn anderswo. Erklärlich: Man möchte den Kindern all die Dornenwege, die man selbst gegangen und noch geht, ersparen. Vielleicht blüht auch die Hilfe mit den Kindern. Es kommt aber die Enttäuschung! Hier haben wir einen krassen, grellen und stark vergröberten Abklatsch eines traurigen Kapitels der amerikanischen Erziehung. Vergröbert fast ins, Groteske durch die starken Uebertreibungen und. die wilden unwahrscheinlichen Episoden. Der alte David jagt den einen Sohn aus dem Hause, weil er vom Zeitungsträger zum Boxer avancieren will, der andere Sohn aber, der mit dem Gelbe des Bruders ausgebildete Rechtsanwalt, ist der Stolz des. Vaters. Und dieser verleugnet den Vater, während der andere, der Äusgestoßene, sich in der Arena schlägt, um dem Vater die nötigen Kurmittel zu verschaffen. Natürlich erfolgt, zur Freude aller Zuschauer, die Aufklärung und die Aussöhnung. Und die Moral der Geschichte: Laßt euere Söhne Meisterboxer werden. ... In Amerika sind solche Szenen mehr oder weniger aus dem Leben gerissen, d. h. aus dem gemeinmenschlichen Leben, das auch den Juden, wo sie in Massen leben, nicht fremd sein kann. Hier, in den Zentren Europas, so etwas als s p e z i s i s ch I ü d i s ch e s zu zeigen, ist Are Sünde gegen die Wahrheit und hat auch seine Gefahren. Der Film ist so wenig jüdisch, wie etwa die großen politischen und Sensationsblätter Amerikas schon deswegen jüdisch sind, weil sie in der. jüdischen Mundart: geschrieben sind. Agudas Jisroel Jugendgruppe Frankfurt a M. Der Vorstand der Agudas Jisroel Jugendgruppe hat eine Propaganda-Abteilung gebildet, deren Aufgabe es ist, materiell für die Gruppe zu werben. Es ist geplant, im Vorraum des „Agudoh-Heimes", Hanauerlandstr. 17, ein Verzeichnis von sabbatgeschlossenen Betrieben aus einer künstlerisch ausgestatteten Tafel anzubringen. Firmen, die für die Aufnahme im Verzeichnis Interesse haben, belieben sich an Herrn Ludwig Katz, Röderb^rgweg 71, Telefon Hansa 5038, zu wenden. I Dßs rveiterM werden dieser Tage dutch die Propan gända-Abteilüng vornehm ausgestattete Notizbücher zum Verkauf gebracht, die durch sämtliche Mitglieder der Propaganda-Abteilung des Vorstandes der Jugendgruppe zu beziehen sind. Neues aus der frankfurter A. I. Iugendgruppe. In 14 Tagen beginnt ein neuer Stenographie-Kursus. Junge Leute, die sich beteiligen wollen (Kosten Mk. 3.—J belieben sich im Vereinslokal zu melden. Wir machen nochmals besonders auf unsere Mitteilung betr. des vom Großstadt-Dezernat der A. I. I. O. neu erschienenen Korrespondenzblattes aufmerksam. SSMe bereits rc>ieberf>ott tritigeietli,. f>Iet£»£ betr ftumfutS ÖfF A> y}f Gunb des Ccsva audj rDelierljiH Der Schiur des Herrn Dr. Merzb«ch findet erstmalig wieder am Schabbos, den 3. Juli statt. In der Agudas- Jisroel Mädchengruppe findet am Mittwochden 23. Juni, abends y2 9 Uhr, im Vereinslokale, Hanauerlandstraße 17, ein gemütlicher Heimabend statt, an dem Frau Dr. E h r m a n n über ihre Amerikareise sprechen wird. Gäste herzlich willkommen. Die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Jüdischen Turnerbundes Frankfurt a. M. Am Sonntag, den 6. Juni, fand die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Jüdischen Turnerbundes Frankfurt a. M. statt, deren Hauptverhandlungsgegenstand die Annahme des Vereinsstatuts bildete,. Zunächst gab ein Mitglied der provisorischen Leitung, Herr Gabel, der Versammlung einen kurzen Ueberblick über die Entstehungsgeschichte des Vereins, und nach kurzer Debatte, in der noch Verschiedenes zur Sprache kam, trat die. Versammlung dann in die Beratung der Statuten ein. lieber die durch den Vorsitzenden des Abends, Herrn Carl Hamburger, der Versammlung im einzelnen genau begündeten Statutenvorschläge entspann sich nunmehr eine lebhafte Diskussion, in deren Verlauf einzelne Paragraphen in einigen Punkten abgeändert wurden, resp. Zusätze erhielten; das Statut fanv jedoch in seinen wesentlichen Teilen volle Billigung der Versammlung und wurde am Schluß in der endgültig festgelegten Fassung einstimmig angenommen. Die wesentlichsten Paragraphen, die die Oeffentlichkeit interessieren dürften, seien nachstehend kurz inhaltlich wiedergegeben: § 2 (Zweckparagraph) stellt fest, daß der Jüdische Turnerbund Frankfurt a. M. als gesetzestreuer jüdischer Turnverein es sich zur Ausgabe macht, der jüdischen Jugend eine Möglichkeit zu bieten, sich in einem jüdischen Kreis kllich Wsss Ui Turnens sowie anverer Lewem Übungen körperlich ZU SelÜchttgöN. § 4 bestimmt, daß der Verein in politischer Beziehung vollkommen neutral ist und auch seinen Mitgliedern im Rahmen des Vereins jede politische Propaganda untersagt. § 5 bestimmt, daß alle Veranstaltungen des Vereins in jeder Hinsicht dem Religionsgesetz entsprechen müssen, und die Mitglieder des Vereins auf das religiöse Empfinden ihrer Turnbrüder in jeder Hinsicht Rücksicht zu nehmen haben. Die Leitung hat die Pflicht, darüber zu wachen, daß jede nichtreligiöse Beeinflussung 'unterbleibt. Aus § 6 ist ersichtlich, daß der Jüdische Turnerbund Frankfurt a. M. das Prinzip vertritt, sich an öffentlichen Wettkämpfen nicht zu beteiligen, in einzelnen Fällen jedoch an Veranstaltungen jüdischer Vereine nach Lage der Umstände teilnehmen kann. 8 11 bestimmt, daß in die Leitung nur gesetzestreue Vereinsmitglieder gewählt werden können. Nach Annahme der Statuten wurde die Leitung per Akklamation durch die Versammlung bestätigt. Vereinskalender. Verein Alekor Ehajim. Samstag morgen nach Schul. Diniim Herr Dr. E. Posen. — nachmittag 3% Uhr int 95er* einslokale ,Mikro", Herr Dr. W. Hofmann. — eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr H. Halpern. Sonntag morgen (auch Mittwoch) awn rmi2, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — vorm. 9y4 Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Mincho) »Gemoro*. Herr R. A. G. Posen. Montag und Mittwoch abeno 7Uhr »Gemoro", Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. - abends (auch Donnerstag) 81/* Uhr ,Gemoro", Herr Dr. E. Posen. Jeden Morgen Mischna. Jeden Abend 8»/« Uhr v^v-Lemen. Herr H. Halpern. Johrzeits-Stistungen: Sonntag, 27. Juni. Eva Friesländer geb. Strautz- Sttstung. Montag, 28. Juni. Max Munk-Sttftung. Dienstag, 29. Juni. Lehmann Weil-Sttftung. Mittwoch» 30. Juni. Josef Kösterich-Stistung. Donnerstag, 1. Juli. 'Loeb Schwab-Stistung. Kf«ta, Ii»r«el-J«>end gruppe. (Die Lokalitäten Hanauerlandstraße 17 sind täglich ab Vs7 Uhr abends geöffnet, und Sonntag den?anzen Tag). tag. 7—8 Uhr morgens Kim J'YrniO, Herr Dr. Hofmann. — 8—12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen, Herr Herz Halpern. (gemeinsam mit der Ortsgruppe). Sonntag bis rim 12—1 mittags Weltschiur *n 'vl', Herr Herz Halpern (gemeinschaftlich mit Ortsgruppe). . Sonntag, 8—9 Uhr morgens und Mittwoch 9 Uhr abends -b'^its ap niirv Herr Leopold Oppenheimer. — 9—10 Uhr abends ivl», Herr B. Rachelsohn. Zeil 2. Montag 8VZ und Donnerstag 8% Uhr abends rw'rs «22 Kirn. Herr Herm. Hirschberg, Hegelftr. 13. — 8V2—9y2 Uhr abds. Turnen (Realschule), Herr Lehrer Friede. — 8SU Uhr und Donnerstag 8*/4 Uhr Gruppe 2. Herr Jacob Adler. - 89/j-io UM fflniDne St ®stt ©stm Schnöd Um© Samstag 51/0 Uhr). Dienstag 8-9 Uhl (auch Samstag2*/s—3l/sU8r) Gruppe 1. Herr Ch. Jacob owitz. — 83/4 Uhr und Samstag 3*/* Uhr rwp «22 Kirn, Herr Dr. Hofmann. — 83/4 und Samstag 9Va Uhr, t'nl'j? Kim, Dr. Posen, Tiergarten 42. — 83U u. Samstag 4 Uhr, nx'i Kim, HerrLeo S chnerb.— 83/4—10 Uhr, Gruppe 4, Herr Leo Neuburger (auch Donnerstag ö8/4 und Samstag 4 Uhr). — 83/4—10 Uhr, Gruppe 5, Herr Ernst Adler (auch Samstag 3 Uhr). — 83/4—10 Uhr, Stenographie. Herr Abr. Gut. Mtf, lö—11 Uhr. jrt? ns'!*, Herr Louis Kahn. — 12—1 Uhr mittags. niEia, Herr Lehrer Hirschberg. — 3-4 Uhr, K»v Km Kim, Herr L. Kurzweil. — 3—4 Uhr, Kim, Herr Herz Halpern. — 4—5 Uhr mittags, bik »n. Herr Pu n. — 5V2-6V» Uhr. ai2tt msa, Herr Herz Halpern. — vor Nacht, Lernen, verschieden. A>uda» 3i»roel Mädchenir«ppe. Sonntag, 8—9 Uhr abends. r6s>ft, Herr Lehrer Hirschberg. Montag und Mittwoch, VU—83U Uhr abds r Hebr. Sprache, Frl. Machtet. — 9—10 Uhr, *pfl, Herr S. Una. Kl. Obermainstt. 30. Dienstag, 8lh—Qlh Uhr, Stenographie, Herr Abr. Gut. — 83/4—10 Uhr, b’J’I, (wird noch bek. gegeben). - 9—10 Uhr, iew nn, Herr Dr.Weger, Zobelstr. Donnerstag. 8V2--91/2 Uhr. B’K’ai, Frau Hilde Joseph. — 83/4—10 Uhr, Gruppe 6. — 83/4—10 Uhr, Gruppe 7, Frl. Berta Katz. €» ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inserate«, teil enthaltenen Empfehlungen, rilueker Waren oder fonftiie HngaDrn rkNIHMMMichm Lßlltlttmr ms ZuverlofMm zu prüfen. FÜR DIE REISE! Prismenfeldstecher Photo-Apparate und Zubehör Kompasse und Höhenmessbarometer Reisethermo- und Barometer Autou. Schutzbrillen Schlesicky > Slröhlein G. m. b. H. Telefon H. 2208 Kaiserplafz 17

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