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Der Israelit · 1926-06-10 · Heft 24 (10.6.1926) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 24 (10.6.1926)
Date
1926-06-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 24 Seile 7 IS Juni 1SL6 neu Zwischenfall. Wie alljährlich üblich, strömten die jüdischen Scharen aus den Zionsberg zum 'Grabe des Königs David, dessen Jahrzeit nach der Tradition mit dem Feste der Gesetzgebung zusammenfällt. Am Grabe überfiel ganz ohne Grund ein junger Araber einen der jüdischen Beter und mißhandelte ihn. Während der Angreifer sich aus dem Staube machte, verhaftete die herbeigeeilte Polizei den geschlagenen Juden. Anwesende Juden, die «es wagten, für den Geschlagenen Partei zu ergreifen, wurden von den Polizisten gröblichst beschimpft und brutal aufs Polizeirevier gezerrt. Der Vorgang erinnert in kleinerem Maßstabe an die Vorkommnisse vom vorigen Jahre am Grabe von Schimeon Hazadik. Solche Ereignisse, an sich vielleicht unbedeutend, sind leider dazu angetan, bei den arabischen Rowdies das Gefühl gu erwecken, als dürften sie ungestraft den Juden den Weg zu ihren heiligen Gräbern versperren. Im Monat März haben, nach den offiziellen Verzeichnissen, 339 Juden Palästina verlassen, und im April war die Zahl der Auswanderer noch wesentlich größer. Die Auswanderung ist «eine Folge der wirtschaftlichen Krisis und der zunehmenden Arbeitslosigkeit. Der von Weizmann in Aussicht gestellte amerikanische Kredit für Handeltreibende und Handwerker fft ausgeblieben und wird noch länger ausbleiben, nachdem bekannt wird, daß Weizmann erst im Winter seine Amerikareise antriit. Soeben wird bekanntgegeben, daß die Regierung die Einfuhrzölle auf Baumwolle aufhebt, was von mW MUutlittz ffip W TsMindMis kann. Personalien. Eisenstadt (Burgenland), 26. Mai. Kurz vor Vollendung seines 60. Lebensjahres ist Leopold Wolf sen., Mitchef der Weingroßhandlung Leopold Wolfs Söhne in Eisenstadt, gestorben. Mit Wolf ist eine der angesehensten Persönlichkeiten des Burgenlandes und seiner engeren Heimat dahingegangen. Am Sonntag, den 16. Mai, fand unter außerordentlicher Beteiligung das^ Leichenbegängnis statt. Die Bevölkerung von Eisenstadt, das Landvolk der Umgebung und viele Trauergäste aus Wien und Oedenburg nahmen daran teil und alle Behörden waren vertreten. Auf dem Friedhofe hielt Landeshauptmannstellvertreter Leser eine ergreifende Ansprache, in der er die hohen Verdienste würdigte, die sich Leo-, D i J» Sn'Ulil pold Wolf um seineburgenländische Heimat, namentlich um Eisenstadt, erworben hat, die ihm ein stolzes Stück Kulturarbeit dankt. Ferner sprachen der Rabbiner von Eisen st a d t namens der Kultusgemeinde und der Verwaltung ihrer Wohlfahrtseinrichtungen und der Prokurist der Firma Leopold Wolfs Söhne, Zsiga Schönberger, für die Beamten- und Arbeiterschaft der beiden Firmen. Leopold Wolf wurde im Jahre 1866 geboren und trat nach Absolvierung seiner Studien, ansang der achtziger Jahre in das väterliche Geschäft, d. i. in die seit 1790 bestehende Firma Leop. Wolfs Söhne ein und brachte sie zur größten Blüte. Neben seiner geschäftlichen Tätigkeit entwickelte er seit jeher ein reges Interesse für die Institutionen seines Faches (Weinbau und Weinhandel), aber er betätigte sich auch rege aus allen Gebieten des lokalen, wirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen, Humanitären und politischen Lebens. Er wirkte eifrig als Mitglied der Gemeinderäte von Stadt Eisenstadt, Unterberg-, Oberberg-Eisenstadt und Eisenstadt Schloßgrund. Im Finanz- und Wirtschaftsausschüsse der Stadt war er von richtunggebendem Einfluß. Er war eines der eifrigsten Mitglieder der Kongregation des Oedenburger Komitates. Eine besonders rege Tätigkeit entfaltete er ferner als Mitglied der Oedenburger Handelskammer, welche ohne sein Hinzutun keine wichtige Entscheidung traf. Bis gur Schaffung der Genossenschaften nach den österreichischen Gesehen, leitete er mit. großer Umsicht als Präsident den Verein der Kaufleute und Gewerbetreibenden des nördlichen Burgenlandes. Die Erhebung Cisenstadts zur Hauptstadt des Burgenlandes ist zum großen Teil auf die Tatkraft Leopold Wolfs zurückzuführen. Auf humanitärem Gebiete wirkte er durch rege Teilnahme an allen lokalen und vielen auswärtigen Vereinen und war überdies bekannt durch seinen beispielgebenden Wohltätigkeitssinn und Freigiebigkeit, welche sich &ej jeöem 9lnlaj|e oyyenbarte. ^ya^Ireic^e <3c^uiy±xy±unjyeTi weisen auf seine biivungsfördernden Vestredungen hin, Die Armen der Stadt Eisenstadt waren stets der Gegenstand seiner munisizenten Fürsorge. Altengronau, 30. Mai. Unter außergewöhnlich großer Beteiligung von nah und fern wurde am 13. Siwan vnivi isio Raphael Ler» i von hier im 72. Lebensjahre auf dem hiesigen uralten Bezirksfriedhose zu ^nivrmap gebracht. Hervorgegangen aus einer berühmten Gelehrtenfamilie — schon der Großvater des iivm hatte hier nii2v^Vll'»vn2^v ausgeübt — war auch er ein seltener v'vv ni' und in seinem Fache ein Künstler, wovon die von ihm geschriebenen nun 'iov und hergestellten ein beredtes Zeugnis üblegen. Drei Generationen hindurch war er Verwalter des Friedhofes. Das damit verbundene n»n bv ion hiV’jm hat er weit über seinen Beruf hinaus im wahrsten Sinne des Wortes ausgeübt. Ebenso war ihm o'niirr nv22n bv ms» etwas Selbstverständliches. Sein bescheidenes, freundliches und entgegenkommendes Wesen sicherten ihm die Herzen aller, die je im Leben mit ihm zusammentrafen. Der durch sein Hinscheiden allgemein hervorgerusenen Trauer gaben in herzlich gehaltenen D'ison vor dem Trguerhause Lehrer Sulzbacher- Großbieberau, ein Schwager des Verstorbenen und auf dem Friedhose Lehrer Gundersheimer-Brückenau, aus hiesiger Gegend stammend, Herr Benjamin Münz für den Gemeindevorstand, und zuletzt B. Oppenheimer- Marktbreit, ein Schwiegersohn des Dahingeschiedenen Ausdruck. Sein unbestrittener mo ov möge den Hinterbliebenen für den schweren Verlust ein Trost werden. Langenselbold, 7. Juni. Herr Lehrer Ehrenr e i ch sieht am 17. d. M. aus eine 25jährige Tätigkeit als Lehrer der hiesigen Gemeinde zurück und ist nun nach 43 jähriger Lehrtätigkeit endgültig in den Ruhestand getreten. Briefkasten. Dr. I. N. Mit unseren Bekanntgebungen im Vereinskalender ist Ihrem Wunsche Rechnung getragen. Ploni Gers selb. Betrag Mk. 5 für R. M. b. H. eingegangen I. R. Ihre „Warnung" ist so unklar und unbestimmt gehalten, daß sie kaum ihren Zweck erreichen dürste. Zudem ist es ein Gebot der Billigkeit, daß man bei Erhebung von Anklagen seinen Namen nennt — wenigstens der Redaktion gegenüber. 2! nonjjm, Sira^Burg. Q3ctrag fllr 3£- 5K. ö. Angegangen, Im Somalidorf kauern unter Bastzelten aus dem grünen Rasenboden des Zoologischen Gartens schwarze Gestalten. Sie sind braun wie Schokoladentunke und zierlich wie Porzellanpüppchen. Weiter hinten hocken die Somalisprossen im Halbkreis um einen Schulmeister. Sie plärren nach Herzenslust, ohrenbetäubend. Ueberschrift: Abessinische Schule. Frauen flechten Körbchen und hübsche Spielereien, ein Mann sitzt am Webstuhl und läßt sein Webeschiffchen sausen, in der Waffenschmiede — kauen die Männer Süßholz und wärmen sich am Holzfeuer. Man muß das alles sehen! (Näheres siehe Inseratenteil.) I Für die Erhaltung Ihrer Kleidung gibt es nichts Besseres, als die regelmäßige chemische Reinigung. Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden beseitigt, dabei . werden die meisten Gegenstände wieder wie neu. Denken Sie bitte auch an die Reinigung oder das Auffärben Ihrer Vorhänge, Gardinen, Decken, Kissen, Teppiche, Handschuhe etc. Färberei §ebr. Röver Chem. 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