Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1926)
- Date
- 1926-06-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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der jj Von Rabbiner Dr. Kermann Klein in Merlin. . " II.; ' ' ‘; Die allgemeinste Fassung, in der das Gewissen den Willen Gottes verkündet, lautet: iiv 2iv n®sn»‘ tue das Gute und meide das Böse. Diesem Grundsatz genügt man stets, wenn man von dem Wunsche beseelt ist, nach bestem Wissen die gottgewollten Ziele der Wesen und Dinge zu achter*. «WJj» Solbfi- oder Nä^tenliebe^ die sich der Gotteskiehe unterorynet, das eigene oder fremde Wohl auf vernunftgemäße Weise zu erhalten oder zu mehren sucht, wer an der Hebung des Menschengeschlechtes, an dem Kulturfortschritt der Menschheit durch Verbreitung von Wahrheit und Tugend redlich mitarbeitet, der dient Gott und verherrlicht ihn. Die Ehre Gottes ist der höchste Endzweck unseres Lebens. Unzertrennlich mit ihm verbunden ist die allseitige Vollendung und Beglückung unserer MatUr. In asten Menschen wirkt der Trieb nach Glückseligkeit wie ein Naturzwang, so daß ihnen schlechterdings unmöglich ist, jemals in bewußter Absicht chm geradezu entgegen zu handeln. Daher kann die oberste SitstlchkeitSrichischnür das Streben nach Glückseligkeit nicht vom sittlich guten Handeln aus schließen, vielmehr muß das sittlich gute Handeln zum'Zielpunkte astes menschlichen Hehnens und HoffenS sicher hinfuhren. Dasselbe Ergebnis also, zu dem wir durch die Betrachtung des höchsten Endzweckes gelangt sind, werden wir gewinnen, wenn wir von unserer innereu Ehfghrung, nämlich von dem uns innewohnenden Drange nachi Glückseligkeit ausgehen. Denn das Nachdenken MSI« ihn bslsW uns. Last nur (Sott unser wahres Endziel, mithin der oberste Mgßstab unseres gesagten Strebens Und Verhaltens sein kann. Kn Glückseligkeitstriebe, der durch keinerlei endliche Güter und Genüsse befriedigt werden kann, also nach dem Besitze und Genüsse eines unendlichen Gutes zielt, besitzt der Mensch eine anerschaffene Richtung stuf Gott, dqshöchste Gut. Ast ihm Hat er ostherHe HichtschnurHust sein ^f r eie s Bost-! kommenheits- und' Glückseligkeitsstreben. Verweilen wir hei diesem Punkte^etwas langer. Der' Drynst Wch'WWMr MllüzhuH ürfst' BeseligNNg^ ist unfluStugoar, ustwrherstehlich und allgemein, er wirht fvie eine Naturmacht. Der Lebenswille ist nicht so stark undstastdhaftwie der Wille zur GlüEstlsgkeit,'jener kanst inHehestsüberbrstß üstl-! schlstgen, HW stexlaßt' auch den MglsickliWen-r den am Lehen Verzweifelnden micht. Der Selbst-! mordet sucht sein GlM in'Hk döstsverni^" " menen Glückszustande. 'Jener allbeherrschende GtMdDihö;"her!'-Me-nftMschlichbst Hände bewegt, zielt nicht auf die Befriedigung dieses oder jenes Wunsches, sondermauf die Beruhigung des g e s a m t e n StrebeNs. Er gleicht dem Heimweh des Kindes in der Fremde, das im Vaterhaus alles zü finden hofft, was sein Herz begehrt. Auch für den Menschen steht dies fest: Nur im Vaterhaus ist das reineGlück zu finden. Hienieden haben es auch die Glücklichsten der Sterblichen nicht gefunden. Jeder Genuß steigert die Genußbegierde und reizt den Durst nach Glück, nspxn ns mm mso fink; selbst die höchste und lauterste Lebensfreude gilt kaum als eine Abschsäb^zählüng äfrs %en Wechsel, älls üällkommene Besriedigung lautet. Der Seligkeitsdrang, dessen Unaustilgbarkeit und ausnahmslose Allgemeinheit durch das Völkerbewußtseifl aller Zeiten unleugbar bezeugt worden ist, ist nur als ein im Wesen des Menschen wurzelnder Trieb zu begreifen. Durch diese Tatsache wird das gesunde Denken zur Folgerung genötigt, daß auch hie Glückseligkeit erreichbar sein müsse, wenn die Welt nicht ein unlösbares Rätsel> darstellen soll. Denn g e r a d e dgrum ist unserer Natur jener' Trieb emgepflanzt worden, weil ihr dessen vollkommene Befriedigung als Ziel, als Ruhepunkt alles Wünschens und Hyffens gesetzt ist. Vergebens wären wir zu diesem Endziele bestimmt woxhen, wenn ups die natürliche Bewegung zu ihm vorenthalten geblieben wäre. Im Unterschiede von den vernunftlosen Wesen vermag der Mensch das unerschaffene unendliche Gut zu erkennen Md zu liehen, mithin zu besitzen und somit M jener Seligkeit teilzunehmen/ die Gott durch sich selbst genießt. In der Bestimmung zur vollkommenen Glückseligkeit also hat er die natürliche Richtung auf'das h ö chste Gut eMpfarigsnu-durH das allsin hiö allsöttigz Nollonhung seister Natur bedingt ist üsth bewirkt wirb. ist mithin ebenso notwendig zur Wonne in Gott, M'yVN uw nianb. wie zur Verherrlichung Gottes üwn geschaffen. Jene ist has 'Estd-! ziel oder der innere Endzweck, diese der! ä u ß e r e Endzweck der Menschen, der Estozweck im strengsten Sinne. Bejde' Zwecke hängest'aufs innigste zusammen: Pur der' Mensch rhsth glüA-- sich, der Gottes Verherrlichung als obersten Daseinszweck anerkennt und anstrebt. Gottes Ehre ’ darin, durch die Vollendung ' und Beglückung der MeNfchen'feine'Herrlichkeit ahf Mn-: 'Este zu ^fferrhaken? Dgher ist He Errei ies Endziels chnstM ud, Oe htzseWnH'Wl-'. chauUng Gottes von hör Erfüllung Äs obersten! Safeinszrveckes abhängig. Aster ändeHMtS ist! M.Mr wststesthlete/ Hnerfich hegfstMe MestW w\ MM, feinemMchopM Oe MmtMallche Äer-! Äkestdüng' ünd WlücksKMt u endliche Gut über alles schätzt und sucht, dient seinem höchsten Daseinszwecke. Kann aber der Mensch feine ihn beglückende Endbestimmung Mr durch das unerschaffene Seligkeitsgut erreichen, so ist öffenbar dieses für ihn her oberste Wertmesser bei der Schatzung und Erstrebung der geschäffenen Güter. Es kann ihm nicht freistehen, 'die', unwandelbare Ordnung umzukehren Md das höchste Ziel Md Glück in endlichen Dingen, statt in Gott zu suchen. Er ist vielmehr verpflichtet, jenes Gut, in dem er allein feine wahre Bestimmung, seine Bervollkomm- NUttZ üi lapp jü 8L?M8g. ÜBfif alles gu tjeben und durch diese Liebe sein gesamtes, im Glückseligkeitswillen wurzelndes Triebleben zu regeln. Ohne.Rücksicht auf das Sittengesetz nach Glückseligkeit züstreb en, ist sündhaft; auf hem Wege her' Pflicht und Tugend aber, mithin in der Unterordnung unter Z.en obersten Daseinszweck die Glückseligkeit zu suchen, ist sittlich gut. n osnia nirnV' niipffn i'i» marr^ setzt als selbstverständlich voraus, haß vvn oberster Daseinszweck sein muß. (Fortsetzung folgt.) Aeber eine yjMmMgeye Talmudstelle. Versuch von Rabbiner Dr. £. A. Rosenthal. Sets Et habent sua fata libelli heißt in jüdischer Fassung v>a'.mM"st"sshwa 'i>>n ^an- Man kann diese Wsthrnehmüng auch auf einzelne TalmUdsätze ausdehnest. Sv ergeht es vielfach den Mischnas Nästr V I—3V Obschön es weit schwierigere Zusammenhänge in der Mischna gibt, sind 'äetäde d i e s e Stellen von verschiedener Seite ÄL t-Ltsölhäst HMchtöt und vsvschisdsnttich Skörtert worden. In Nasir V1—3 enthalten die ersten Sätze Weihungen, oder sagen wir Gelübde und zwar ist äüfskeigender Ordnung:' Zuerst der geringe Unterschied der Farbe zwischen dem mündlich geweihten und dem tatsächlich als vorhanden sich herausstellenden Gegenstand, dann der stärkere Wertunterschied zwischen dem Gold- und Silberdestar; - endlich-her st ä r k st e : her Stoffitn t e rWi e.h zrhfschen MeÄr unh Oel. Das histhert hie Schamaiten ' sticht, diese irrigen Weihungen alshültig zu erklären, während sie bei oen Jilleliten ungültig sind. Die Hillestten wollen stpst' hre' GsttsHWstüg durch Heränziehen einer önfschiehen ä ht e r e n Halacha ermöglichen, wo all^s auf Irrtum des Weihenden' bekuht^ Es hat jemand - eist Nasirgelüböe' getan und die Opfer- ^iöreHhazü' .jst'stoMlstnmen' gesMWr ^Wejse belifstmt;!'nust hat hstr'Hhychäm per her Anfrage gs ganze Mlübde r äks gssetzlich ' nicht bindend husgehoben, und die Opfertiere werden als irrste en chch ^zuWtzck, dgß iorMluliche DeWng ungültig ist. Die SchgMaiten' senken aber