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Der Israelit · 1926-05-18 · Heft 21 (18.5.1926) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 21 (18.5.1926)
Date
1926-05-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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AusWeff ut)i JLe(> Dllustrierle Beilage Osraefif zum Unsere Bilder. 1) Rabbi N a p h a l iHakohen (auch f>"2 genannt), ein bedeutender Gelehrter und Kabbalist, dessen tragische Lebensgeschichte in engen Beziehungen zur Geschichte des Frankfurter Ghetto steht. 1649 in Ostroho in der Ukraine geboren, kam er 1704 aus Posen, wo er mit 29 Jahren zum Oberrabbiner gewählt wurde, als Rabbiner nach Frankfurt a. M. und verblieb hier in seinem Amte bis 1711. Infolge des verheerenden Ghetto- Brandes (am 24. Teures), der seinen Slusgang vorn Rabbinerhause nahm, kam er uttleV tarn Verdächte Ä4Ü lässigen BrandstisMng ins Gefängnis. Man beschuldigte ihn, durch kabbalistische Beschwörungen die Brandkatastrophe verursacht zu haben. Aus den erst jetzt bekannt gewordenen kompletten Gerichtsakten ist zu ersehen, daß die Leidenszeit des Rabbi im Frankfurter Gefängnis viel schwerer war und viel länger gedauert hat, als Horowitz in seinen „Frankfurter Rabbinen" angibt. Erst einige Tage vor dem Peßächfeste wurde er gegen eine hohe Kaution, die die Gemeinde aufbrachte, ejitla||en, Der Ram gmz von hier nach Prag und von dort nach Posen und starb auf dem Wege nach Palästina in Konstantinopel am 24. Glut 1719. Eine Reihe von halachischen, kabbalistischen und Moralwerken, ebenso Gebete und Gedichte zeugen von der großen Bedeutung des Rabbi, dessen Frankfurter Erlebnisse auf Grund der neu aufgetauchten Akten noch demnächst eine Darstellung erhalten sollen. Das Bild, ein Werk des bedeutenden Malers des des Judenhasses und der Fürstenlaune. Das Bild mit der gehässigen Inschrift ist aus dem Urteile, richtiger Vorurteile der Zeit geboren. Lion Feuchtwanger und früher schon Lehmann (Neuausgabe Jbet I. Kauffmann vor kurzem erschienen) suchten die Motive in Romanen dichterisch auszuwerten. LS, 9lolna9sI' spricht für Die Verehrung, die der Rabbi auch in nichtjüdischen Kreisen genossen hat. Wir verdanken dieses Bild, wie die drei folgenden, dem bekannten Frankfurter Kunstantiquariat Max Ziegert, das uns in liebenswürdiger Weise die Originalblätter zur Reproduktion überlassen hat. 2) Süß Oppenheim, genannt „Jud Süß", war um die Mitte des 18. Jahrhunderts der jüdische Finanzminister des Herzogs Eberhardt Ludwig von Württemberg. Sein tragisches Schicksal war zum Teile. selbst verschuldet, zum größeren Teile ist er aber ein Opfer des Neides, I ÜÄr; - CT) i iBfiypnnm kamt Car ajjstj; i riiMinnw < J /. ,0 ys-y, Rabbi Naftali Kohn mit seinen Schülern. Aus dem Besitze des Kunstantiquariats Max Ziegert, Frankfurt a. M. 3) Wolf Heidenheim ist uns als der große Granimatiker und hebräische Sprachforscher wie als Begründer der Rödelheimer Druckerei bekannt. Geboren zu Heidenheim 1757, starb er nach einem Leben, das zur Segensquelle für Generationen wurde, am 17. Adar I 1832 in Rödelheim. Er war einer der Wenigen seiner Zeit, die sich der strengen Wissenschaft zuwenden durften, ohne das Vertrauen der alten Rabbiner zu verlieren. Heidenheim erfreute sich insbesondere der Freundschaft des damaligen Frankfurter Oberrabbiners Pinchas Horowitz des „Baal Haflooh". Heidenheim danken wir vor allem die geläuterten Gebeteausgäben. Seine Machsor- Ausgaben mit den kritischen Einleitungen sind an Klarheit und Schönheit bis heute unübertroffen. Eine endlose Reihe von wertvollen Büchern und Abhandlungen zeugen von der umfassenden Gelehrsamkeit Heidenheims und von seinem praktischen Sinne, aus dem Werke hervorgegangen sind, die (wie beispielsweise „Tik- - tim Sojer" für Thoraschrsibsr) für weite Kreise unentöe^rlrH (m&. 4) BeerDann, den die Inschrift als „Frankfurter Schutzjuden" bezeichnet. Es dürfte dies Beer Dann fein, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts einer der angesehensten Männer der Frankfurter Gemeinde war. Dessen Enkel, Beer Löb Dann, gestorben 1857, gehörte zu den Mitbegründern der Frankfurter Religionsgesellschaft. Die Familie, eine der ältesten Frankfurts, bezieht nach Dietz ihren Namen aus ihrem Stammhause „zurTan n e". Die Urahnen der Dt» sind in der in Frankfurt seit 1530 ansässigen Lewitenfamilie „Spira zum Rad" zu suchen. 5) Seligmann Schwarzs ch i l d zählt zu unseren Vesten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in den Jahren des schweren Ringens um die heilige Ueberlieferung in Frankfurt, das siegreich für die letztere mit der Gründung der Hirschgemeinde endete. Seligmann Schwarzschild, Sohn des 1834 verstorbenen Dajan Reb Mosche TtWsrgWK, s-r. 3»oj^e Batche, war einer Der Führer Sei Der Gründung der Gemeinde und er durste noch anderhalb Jahrzehnte ihre ersten Erfolge miterleben. Er starb im Alter von 76 Jahren 1864. Auch dessen Sohn, E m a n u e l Schwarzschild, machte sich in hervorragendster Weise um die Israelitische Religionsgesellschaft verdient. 6) Es wird weiten Kreisen eine große Freude sein, den hochverehrten Herrn Rabbiner Ehrentreu, München, hier in gutem Bilde wiederzusehen. Die Persönlichkeit Ehrentreus, zu den

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