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Der Israelit · 1926-05-06 · Heft 19 (6.5.1926) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 19 (6.5.1926)
Date
1926-05-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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\2. Jahrgang Frankfurt a. AI., 6. Mm iyüt> / \jar öööö bw nntnöa pW 2vi» pisV vm bw nr-iWss pW kW Kesfsv ist eZ, in WDeneiett von ^rez ^i^ror^l zu wohnen, als in Palästen der Diaspora. (Midrasch Raba). helfet daher unseren Gl im und sDoalim, die nach Trez Jisroel wandern, um den verlassenen Boden des heiligen Landes mit ihrer Hände Arbeit in fruchtbare Aolonien umzuwandeln und dort ein der Thora geweihtes Leben erblühen zu lassen. Direktorium des Keren Kaftschnw. Attttähtttö-Slslls für Dsusschlänb: palästina-Lenttale äer MuSar üisrccl Jrankfurt am Main Postscheckkonto Frankfurt a. M, No 53 900. Der Frieden Jerusalems. Von E. R. Botschko. III. Das jüdische Herz. Endlich, nach bislßn Abschweifungen, die doch einigermaßen zur Kläruütz des, Problems beigetragen und viele zum NachdeiMn veranlaßt haben dürften, gelangen wir null zum Schlußkapitel: „das Verhältnis der Aguda zum Zionismus". Dieses Problem steht heute zwar nicht auf der Tagesordnung, doch zwingt mich Herr Goldschmidt durch seine diesbezüglichen an mich gerichteten Fragen, auch dazu Stellung zu nehmen. Herr Gottfried Goldschmidt versucht gleich am Eingang seiner Erwiderung, meine Gedankenzüge gleich Rabbi Hilel auf „einem Fuß" .zu skizzieren. Schade nur, daß Herr Goldschmidt in bissenr Moment mc^i roirfticfj Wj wfCdb Äcußcrung unser großer Rabbi HM bei dieser Gelegenheit tat. Er erklärte dem Heiden, der vom Rabbi den Inhalt der jüdischen Lehre „auf einen Fuß" wissen wollte, (d. h. in einem Wort alles skizziert) *p2 “jyiV mn*n *vim Wt KEnvs -p'Ki nVi2 rrnnn V2 it (Trakültrr"br>2^) „Die Nächstenliebe, die im wahren Frieden und wahrer Eintracht gipfelt, das ist der Inhalt und Hauptbestand der ganzen Thora, alles übrige sinb mir Begründungen." Auch Nabb! war von einem starten Herzenstrieb und einer Gefühlswallung ersaßt, und im heißen, treuen und guten Herzen sah er die ganze Thora vereinigt, wie es nach dem Soharspruch heißt: „nicht den „eis- ^lten" und harten Verstand allein wünscht der Ewige, sondern vielmehr das flammende, gute Mische Herz. Bei einer Enquete seiner Schüler pries Rabbi Jochanan feinen Schüler Rabbi Eliefer, der,das iV das gute Herz als die beste menschliche und jüdische Eigenschaft bezeichnet. Dies fei nur nebenbei bemerkt. {fr™ ThfM «Bcrflcfleia mm Ich mm SMschmivt in seiner Ekizzierung meiner Gedanken- Mge vollständig beipflichten. Die zionistische Kultur und Lehre ist giftenthaltend und schädlich, doch dürfen wir uns von den Zionisten als Juden und Brüdern nicht vollständig fttzWen! Seine Frage: „Um Himmelsv)'uen, wieso ist das möglich?" will ich di-^El ebenfalls auf „einem 8uß" Zer Sir!?!*!*“; beziehungsseife sein Gehäuse, ist gewiß unjüdisch oder ,?5ar antijüdisch, aber sein Inhalt, die Idee, die er ver- MM; RüSUHv »rH |ü». M NsstsiMI jüdischer Seelen aus dem Verfall der Assimilation, die ist gut. Das Gehäuse, die Form kann zerbrochen werden, während der gute Kern, der darin geborgen ist, uns doch dienlich sein kann. Dr. Isaak Breuer, der doch sicherlich keinerlei Zionismus-Sympathie verdächtig ist, dessen Logik wohl auch nicht durch „wogenden Kampf" zwischen Herz und Verstand zu kurz gekommen ist, schreibt in seinem „Nationalheim" folgendes: „Man mag über den Zionismus denken wie man will, aber auch seine schärfsten Gegner werden seine ungeheure Bedeutung in Israels Geschickte anerkennen müssen, denn ohne Zionismus Mm bis Bslfsm'bsklLVSttStt, mm tu tML bekundete nationale Heimstätte in Erez Jisroel gar nicht denkbar." (Wenn solche Worte von Botschko und nicht vom rechtsradikalen Breuer gekommen wären, hätte man ihm sicherlich von Frankfurt usw. tadelnd zugerufen: Zionist!) Paracelsus vergleicht den bösen Geist mit dem Feuer. Das Feuer ist unser größter Feind, haßt uns und begehrt uns zu verzehren. Doch dient uns das Feuer in allermannigfachster Weise: Es gibt uns Wärme und kocht uns die rohe Speise. Gott hat uns dis Möglichkeit gegeben. über ben gn wallen, Wf Feuer In Ue Äcwalt unferer Hände gelegt, so daß wr? nicht £ie Feindschaft des Feuers genießen, sondern wir es zu ' zwmgen Uahen, uns Gutes zu tun. Ächnlth spricht auch Mhe Im daß Gott den Teufel zwingt, auch gegen seinen Willen UNS Gutes' zu tun zum Zeichen, daß Gott alles Schekels und das Nachplappern hebräischer Laute, die er kaum recht auszusprechen vermag, sein jüdisches Denken und Fühlen bekundet. Soweit sind wir wohl einig, Herr Goldschmidt, denn das ist auch das Ziel hex Aguda, Mit ihrer zweiten Frage: „Was machen wir mit ben m£?rn?" glaubten Sie mich und meine Anschauungen gn M VLVgMHsr Wunsch und eine vergMHe Hoffnung i Agudas Jisroel ist ja wahrhaft keine Ehrengarde, noch viel weniger eine Gendarmerie des Himmels, welche die ganze Welt zu beaufsichtigen und unter ihrer Knute zu halten hat. Das ist sie nicht und soll sie auch nicht sein. Agudas Jisroel bildet eine Organisation für sich und will eine Zufluchtsstätte für alle Gleichgesinnten fein. Wer nicht mittut, ob er nun rechts oder links steht — schließt sich selber aus, und geht der Vorteile verlustig, die eine solche Organisation für sein geistig kulturelles Leben und für Das Leven feiner 5tinner üielei. Cr Mi nna Er ist aber gleichwohl nicht vom Klall Jsroel ausgeschlossen, so wenig ein Deutscher vom Deutschtum ausgeschlossen ist, wenn er nicht auf deutschem Boden wohnt. Herr Goldschmidt wird diesen Vergleich zu grotesk finden und allzusehr dem Herzenstrieb entsprungen; aber ich sage ihm nichts neues, nir» nt nn ermo *pm:r> naiKn* So lehrt uns eine niwv im Traktat n*2 riVna- Diese Lehre der Mischnah wird von Nascht, To^- fotr Sßarienuro unb SRambam folgendermaßen kommentiert; isii’ fl’jnsm v'sivn irrer iialiwr ’?a rm *]Vt m ’hn p vdpn m i"rv Sie Behauptung, daß nur die Frommen Anspruch haben zu preisen, und daß nur sie Gott nahe stehen und dadurch die Poschim aus dem Klall Jisroel auszuschließen sind, das kommt der bemeistert. Gutes und Böses sind ineinander ver-! Gottesverleugnung gleich. mengt, wir sollen aber verstehen, sie von einander zu scheiden, das Gute zu nehmen und das Böse liegen zu lassen. Auch die Weisen taten über Rabi Meter, als er jüdische Weisheit bei dett vom Judentum abgekehrten „Achar" lernte, den Spruch: pn? lpsWpi Wjk 12m y>k» '2-, -Wir bedienen uns nur des Inhaltes und die Schale werfen wir von uns." Mshslk füll m Ml M nswisson Dinoßn null) ouf böü Ztonlsmus «Ngewendet werden können? Damit bin ich nun bei der Kardinalfrage, die Herr Goldschmidt an mich richtet, angelangt, „was ich nämlich unter jüdisch denkender und jüdisch fühlender Judenheit, welche die Aguda sammeln soll, verstehe und wie ich dieses Rätsel lösen könne. Ob ich darunter die ganze Judenheit verstehe — wozu ich dann die einschränkenden Eigenschafts- »mm DemenD" UND jem® göbilluchö. Öd Kt' ab ich unter diesem begriff nur die Agudisten verstehen wolle, und wenn dies der Fall fei, was wir denn mit denandern machen sollen." Mit dieser Fragestellung glaubt mich Herr Goldschmidt in die Enge getrieben zu haben. Mit welchem Erfolg, mögen meine Ausführungen zeigen. Die Lösung dieses „Rätsels" dünkt mich nicht schwer. Ich habe wahrlich in meinem Aufsatz deutlich Umrissen, daß die Äguda deswegen in die Welt trat, um alle jüdisch Denkenden und Misch Fühlenden, unter dem Banner Gottes zu len lveffl‘4«n Worten des Herrn GolvschmM charakterisieren: Wer für sich und für das jüdische Volk die Verpflichtungskraft der Thora anerkennt, und nicht bloß durch das Zahlen des ISm Talmud finden wir eine weitere Stelle: X2v rr->2'? m->2 mna iWsk Piajrn -»lnn kV NI21N2) P’Q3 Kjnt 'KV NV'N' kVt d. h.: „Wenn einer einen schlechten Sohn hat, einen Posche, darf er ihn nicht enterben zu Gunsten eines andern, guten und frommen Sohnes, da auch der schlechte Sohn noch Gutes seinem motte bringen tamf." KgSskiVe wM lllllsi M OtamDam n pH» angeführt. So tolerant und rücksichtsvoll auch gegenüber denjenigen, die dem ni2Vv den Gehorsam kündigten, waren unsere großen Lehrer. Und das sind keine Midroschim-Zitate, Herr Goldschmidt, sondern nipivs ni2Vn geltende Gesetze, über öie auch wir Agudisten, oder gerade wir, keinesfalls hinweggehen können. Ich könnte Ihnen noch hunderte solche unb UMiche ZilM Drinßßn, Die ich nicht mto lem ^krich 2)^ Achduthblattes, sondern aus der Urquelle geschöpft habe, während meines 12jährigen Studiums in den litauischen Jeschiwos. Der weitere Pilpul, den Sie daran knüpfen, ist eine Jnkohärenz. Ebenso ist Ihre Anspielung auf die groteske Idee eines Eintretens der Aguda in den Zionismus oder umgekehrt deplaziert, daran denkt weder ein Agudist, noch irgend ein Zionist. IV. Das Gebot der Stunde. . Run jmm aller Dir ernnDc, Dag m st. wissen Dmgen doch eine Einheitsfront hergestellt wird. Wir müssen der Mandatarmacht und den übrigen Mächten zeigen, daß bei uns kein Bruderkrieg, sondern nur ein Jdeenstreit herrscht,

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