Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 19 (6.5.1926)
- Date
- 1926-05-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Sette 5 tz. Mat 1926 Der Israelit ist Schöpfung. Und wie die notwendige Voraussetzung dieser zweiten Schöpfung die erste Schöpfung bildet, so ist für alle Zeiten die geschichtlich (erlebte zweite Schöpfung die Legitimation der -außerhalb geschichtlicher Erfahrung in der Einsamkeit Gottes stattgehabten ersten Schöpfung: Äisraels Volkstum ist geschichtliches Zeugnis der Weltschöpfung. Den Krallen der Machtstaaten entrissen, soll Gottes neue Schöpfung auf Schöpfungsstandort verbleiben. Die Geschichte dieser Schöpfung soll Wirklich Schöpfungsgeschichte werden: Nicht wie Adams Völker das Wirken des Gottes der Geschichte nur in geschichtlichen Schicksalen erleiden, sondern Schöpfungsziele bewußt bejahen und dem ®6Ü Sdv (BdfäityU, Um SchsWilgsgsschWs. üöwußt dienen. Der Offenbarung des Gottes der Schöpfung folgt die Offenbarung des Gottes der Schöpfungsgeschichte. Der.Weg von Mizrajim führt zum Sinai. — , (Schluß folgt.) Korrespondenzen auf Seile 4 der Beilage. Frankfurter Berichte. Lag B'ourerfeier der Agudas Jisroel Orts- und Jugendgruppe. In der düsteren Kette der Omertage leuchtet mit Lag B'omer ein heiterer Punkt auf. Den wollte die Aguda- Äugend festhalten und lud zu einer Veranstaltung, halb Fest, halb Vortragsabend, in die Aula der Realschule ein. Der Einladung waren so viele aus allen Kreisen und Altersschichten der Gemeinde gefolgt, daß der Saal bis auf den letzten Platz von Damen und Herren besetzt war. Mit herzlichen, kurzen Worten eröffnete der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Leopold Oppenheimer, den Abend und schon stand unser beliebter Oberkantor, Herr Benno P e i s s a ch o w i t s ch, auf dem Podium und fang mit ebensoviel jüdischem wie künstlerischem Empfinden eine wenig bekannte Hymne von Jehuda Halevi im hebräischen Urtexte. Die letzte Lag B'aomerminuten, d. h. die Pause bis zum Maariw-Gebete füllte Herr Julius Peisfachowitfch, der auch den Gesang begleitete, mit stimmnugsvollen jüdischen Weisen und Melodien am Klaviere aus. Nach dem Maariw-Gebete begann der zweite Teil mit einem Vortrage des Herrn Redakteur S. Schachno witz über die Stellung des dreiunddreißigsten Zahltages innerhalb der Omerzählung. An vier Bildern aus bedeutendsten Epochen der jüdischen Geschichte zeigte er die Wandlung, die myn/rvso in der Geschichte und Vorstellung des jüdischen Volkes erfahren hat. Wir begleiteten zitternd und zählend die Israel-Braut zum Trauhim-!iM UZ Sinai» Wik WM mm fj^ro ei"es 8^' lichen Volkes auf gesegnetem Vovcn mit den rrstrn Gerstenähren zum Heiligtum; Bar Kochba, Rabbi 'Akrba, mitsamt seinen 24 000 Jüngern, die Größe und die Tragik dieser letzten Kraftanstrengung jüdischen Heldentums, lebten vor unseren Augen auf und wir durchlebten zuletzt im Geiste noch einmal die traurigste aller Sefiraus, die Zählung der Märtyrertränen und Todesseufzer der „Heiligen und Frommen" am Rhein und Main. Lag B'aomer kündet heute weniger den Sieg der jüdischen Faust, als vielmehr den Sieg des jüdischen Geistes über die jüdische Kraft in der Geschichte. Der Lag B'aomerabend der Jugendgruppe wolle ein „Lager Israels" zeigen, aber nicht ein Kriegslager, wo jüdisches Heldentum sich gegen übermächtigen Feind erprobt, sondern ein Lager der friedlichen jüdischen Aufbauarbeit: „Machane Jisroel". Klein und winzig ist noch die Arbeit, ein Ansatz nur. Aber ein paar winzige Gerstenähren syrnbolisierten die jüdische Gesamtausgabe. „Machane Israel" ist ein Symbol für die Gegenwart und eine Hoffnung für die Zukunft. Wenn diese erste gesetzestreue .Kolonie im Lichtbilde an der Wand vorüberzieht, dann - sollten wir Omer wieder in der ursprünglichsten Bedeutung erfassen, als Garste, dem jüdischen Felde, aus der jüdischen Arbeit erwachsen. Damit war die richtige Stimmung geschaffen für die Lichtbilder, die aus der Geschichte und dem Leben und Treiben Machane Jisroels eines nach dem anderen an der Wand aufblitzten, begleitet von erklärenden Worten des Herrn Max Feuchtwanger, der auch in Einleitung und Nachwort d.er beste wirksamste Interpret für den Geist war, der heute unsere gesetzestreue Zugend beseelt, den Geist, der sich selber seinen Körper, seinen Rahmen nach alten jüdischen Voraussetzungen schasst. Der Abend hat dem zahlreichen Auditorium nach mancher Richtung hin Vieles gegeben. Liwjath Chen. Der Sabbatvortrag im Liwjath Chen findet .'diesen ’n-ipnn -ina '=> m» ausnaiimsrnsifs gemetnf<f)QfkgjY sslkt AN e £ o r eine öillrt&i WAÜ ÜDflÄjt im Hörsaale statt. Der Vortrag nach Mincho fälltöiesäZmal aus. Ein Sijum in der Schneiderschen Jeschiwa Die Schneidersche- Jeschiwa besteht trotz mancher inneren und äußeren Krisen, die sie" in letzter Zeit zu 7 überwinden hatte, nach wie vor und.befindet sich qualitativ womöglich in größerer Blüte als je zuvor. Dessen konnte man sich am letzten Sonntag überzeugen bei Anlaß des Sijums auf Traktat sy’sn' t«a* Die Jeschiwa hat seit einiger Zeit ihren Sitz in der Synagoge o’^nn man in der Schwanenstraße und dort nahm auch nachmittags um 4 Uhr so zu sagen der „akademische" Akt seinen Anfang. Neben den Bachurim, z. Zt. etwa 25, waren viele r>'»2n von Namen, besonders aus der östlichen Kolonie, als Gäste anwesend. Der erste vni, Rabbi Mosche Karpel, und nach ihm der zweite Dozent, Herr I u d e l e w i tz, hielten Hadranabhandlungen, wie sie in dieser Tiefe und Vielseitigkeit und die gesamte einschlägige Materie umfassenden Gründlichkeit heute auch im Osten nur noch an bevorzugten Stätten zu hören sind. Lebhaft bewegte Auseinandersetzungen mit den verständnisinnigen Zuhörern störten nicht die Abhandlungen, sondern belebten sie und verwandelten für Minuten das Lehrhaus in eine Arena, wo sich die geistigen Waffen scharf kreuzten. Ein tiefes Erlebnis für alle, die solche lsidenschaftlichsn Kärnpfs über rein geistige Dinge oberhalb urrfsrer 8!agssforgen nicht <^1041)91 ftttö. ÜiQCfj fllilhölllll schwerer Geistesarbeit oon zrver vollen SllittÄew man sich in das Haus des Rabbi Mosche Schneider, wo gedeckte Tafeln der Jünger und Gäste harrten. Da erklang noch manch schönes Wort der Rede und des Gesanges bis zur späten Abendstunde. Es war eine sinnige Lag V'omer-Feier, mit den weitesten Ausflügen in die fernsten.Bezirke unserer Geisteswelt. Die Schneidersche Jeschiwa, heute noch neben der Breuerschen der Stolz Frankfurts und Deutschlands, hat mit diesem Sijum wieder einmal glänzendes Zeugnis für ihre wichtige Aufgabe abgelegt. Mögen weite Kreise, denen die Interessen der Thora am Herzen liegen, sich ihr in Liebe zuwenden, daß nicht, was Gott verhüten möge, unser Geistesleben in Deutschland um eine bedeutsame Pflanzstätte rn ärmer wird. Agudas-Jisroel-Jugendgruppe. Im Schiur des Herrn Herm. Frankenthal (für Damen) wird ab Schäbbos den 8. d. M. Megillath Ruth gelernt. Der Orientierungsabend unter Leitung von Herrn Jo§l Sänger findet am Mittwoch, den 12. d. M., und zwar für Damen und Herren im Vereinslokal statt. Der Musiar-Schiur unter Leitung des Herrn B. Rachelsohn beginnt s. G. w. am Sonntag, den 9. d. M., abends 9—10 Uhr in der Wohnung des Dozenten, Zeil 2. Der Turnkurs der Mädchengruppe unter Leitung von Frl. Leopold soll am Mittwoch, den 12. d. M., abends von 8.30—10 Uhr beginnen. Genaueres, wo der Kurs stattfindet, wird rechtzeitig durch Anschlag im Vereinslokal bekannt gegeben. Anmeldungen an Frl. Martha Benjamin, Schwanenstr. 12 (Tel. R. 3139). In die Komission „Bikur-Chaulim" können noch Herren, die bereit sind, im Rahmen dieser Kommission Besuche in den Krankenhäusern zu unternehmen, Ausnahme finden. Anmeldungen an den Vorstand der Jugendgruppe. Agudo-Marken und Telegramm-Formulare sind neu eingetroffen und sind beim Verwalter und in allen jüdischen Buchhandlungen erhältlich. Der Agudo-Ausflug unter Führung von den Herren Max Una und Salomon Wolf findet am Donnerstas M li Mai MilliniMM) llllli. ircffnunn: r UU 25 Min. Hauptportal HauMahnhof mit Sonntagskarre 4. Kl. nach Cronberg. Wanderung: Cronberg—Feldberg- Saalburg—Homburg. Rückkehr ca. 8 Uhr. Starke Beteiligung erwünscht. Verein selbständiger israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender. Der Verein selbst, israel. Handwerker und Gewerbetreibender E. V., hier, hält am 10. Mai, abends 8% Uhr, im Cafe Hauptwache seine monatliche Mitgliederversammlung ab. Herr Rabbiner Dr. Ho r o o i tz spricht über das Thema: „W as muß der jüdische Handwerker für das Judentum tun? Ein Jubiläum. Herr Jakob Vesthoff feiert sein 50jähriges Jubiläum im Hause BeerSondheimer u. Cie. Herr Besthoff hat sich mit seinem reichen Wissen und der ihm eigenen Tatkraft auch um die Syn. Gem. Israelitische Religionsgesellschaft in hohem Maße verdient gemacht. Seine unentbehrliche Mitarbeit im Synagogenkomitee ist allbekannt und anerkannt. Er hatte auch eine Zeitlang seinen Sitz im Ge m e i n d e - rate und nimmt als Mitglied des Verwaltungsausschusses der Israelitischen V o l k s sch u l e an der Ausgestaltung unseres Schulwesens regen Anteil. Wir wünschen dem Jubilar eine Aera weiterer kraftvoller Be-' tätigung im Berufe wie im Dienste seiner Gemeinde. iüp Dntpyi nxn iy> Vereinskalender. Verein Mekor Ltzaji«. Samstag morgen nach Schul, Dinim, Herr Dr. Dr. E. P o f e n. — mittag 12l/4 Uhr in der Klaussynagoge nia« *>aas* Herr Prof. Weyl. — nachmittag 33/4 Uhr im Vereinslokale „Mikro', Herr Dr. W. Hofmann. — eine Stunde vor Nacht, „Der Segen der Tochacba", Herr S. Schachnowitz. S BWUKg MH morgen Bf,-] fiiüB, Ncdaklcur T. Tchuchnvwitz,— v»rm, sv-Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Mincho) „Gemoro*. Herr R. A. G. Posen. Montag abend 7 Uhr (auch Mittwoch) „Gemoro", Herr Nabb. Dr. Jos. Breuer/— abends 87iUhr (auch Donnerstag) „Gemoro", Herr Dr.E. Posen Jeden Morgen Mischna. Jeden Abend 8*/4 Uhr v*V-Lernen. Herr H. Halpern Iahrzetts-Stiftungen: Sonntag. 9. Mai. Dr. Israel Roos-Stistung. Montag. 10. Mai. Abraham Fürth- und Rosa Joseph geb. Mainz-Stiftung. *g«taf 3ifrttlOnientgruppe. (Die Lokalitäten Hanauerlandstratze 17 sind täglich ab Vü7 Uhr abends geöffnet, und Sonntag den ganzen Tag). Sonntag bis Freitag, 7—8 Uhr morgens pYinao, Herr Dr. Hofmann. — 8—12 Uhr. Gelegenheit zum Lernen, Herr Herz Halpern. (gemeinsam mit der Ortsgruppe). Sonntag bis naff» 12—l mittags Weltschiur *p 'ai'. Herr Herz Halpern. Sonntag, 8—9 Uhr morgens und Mittwoch 9 Uhr abends d'wtpb ay rrnrv Herr Leopold Oppenheimer. — 9—10 Uhr abends avia, Herr B. Rachelsohn. Zeil 2. Montag 07s MV ©ünniiffHB 8Yi U5r abends NV'L» »33 rrivi. Deir «Denn» Htrfchberg. Hegelstr. 13.-8l/2—972Uhr abds. Turnen (Realschule), Herr Lehrer Friede. — 83/4 Uhr und Donnerstag 8% Uhr Gruppe 2, Herr Jacob Adler. — 83/4—10 Uhr Gruppe 3, Herr Gerson Schn erb (auch Samstag 51/* Uhr). Dienstag und Donnerstag 8-9 Uhr Gruppe 1, Herr Ch. Jacobowitz (auch Samstag 27« Uhr). — 83/4 und Samstag 37& Uhr nap Kaa rnaa. Herr Dr. Hofmann. — 83/4 und Samstag 9i/2 Uhr. pplTp man, Dr. P osen, Tiergarten 42. — 83/4 u. Samstag 4 Uhr, njpa HerrLeo Schner £>.— 83/4—10 Uhr, Gruppe 4, Herr Leo Neuburger (auch Donnerstag 88/4 und Samstag 4 Uhr). — 83A—10 Uhr, Gruppe 5, Herr Ernst Adler (auch Samstag 3 Uhr). - 83/4-i0 Uhr, Stenographie. Herr Abr. Gut. natf» 10—11 Uhr, $np aiaa?» Herr Louis Kahn. — 12—1 Uhr mittags, ruwn. Herr Lehrer Hirschberg. — 3-4 Uhr. #aj? aaa mal, Herr L. Kurzweil. — 3—4 Uhr. *nai, Herr Herz Halpern. — 4—5 Uhr mittags, aan "n, Herr P-un. — 51/2-6V2 Uhr. aw.a maa. Herr Herz Halpern. — vor Nacht, Lernen, verschieden. Aguda» Jisroel Mädchen,r«ppe. Sonntag, 8—9 Uhr abends, .a^sri. Herr Lehrer H i r s ch b e r g. Montag und Mittwoch. 73/4—83/4 Uhr abds., Hebr. Sprache, Frl. Machtet. — 9—10 Uhr. Y'in, Herr S. U na, Kl. Obermainstr. 30. Dienstag, 872—972 Uhr, Stenographie, Herr Abr. Gut. — 83/4—10 Uhr, a^ra, (wird noch bek. gegeben). — 9—10 Uhr. aws? ’an, Herr Dr.Weg er, Zobelstr. 5. Donnerstag, 8ll2—9xh Uhr, a'N'ai, Frau Hilde Joseph. — 83/4—10 Uhr, Gruppe 6. — 83/4—10 Uhr, Gruppe 7. Frl. Berta Katz. natf, lOVs—72 Uhr, nanni .ai'nrr, Fräulein Martha Marcus. — 1174—12‘A Uhr. b^.aa, Herr msnösntvlli. a7iz®ö7fl Hör. ■oma Mir Lehrer Hirschbe-g. — 6—7 Uhr. N'VV'. Herr Arnold M e r z b a ch. 0"^.Verein vstendsirahe 1t Rabbiner S. Weber, rnaa' Da von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends nach T>as)a. Llwjalh Lhen-Verelu. Samstag, diesesmal eine Stunde vor Nacht in Gemeinschaft mit Mekor Chasim im Hörsaal §riedberger Anlage. „Midrasch". Herr Redakt. . Schachnowitz. 'V. 3. A. (Frankfurt a. M.) Montag, JO. Mai 1926. abends 87s Uhr im „Cafe Thierpark', Ecke Theobaldstr. und Schützenbrunnen". Sememestereröffnungssttzung. Wahl des Vorstandes u. a. Zahlreiches Erscheinen dringenst erforderlich. Gebetzeilen. ■ ■»npma ana riaw Freitag Abend 7.20 Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 5.— Samstag abend 8.45 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefilin-Legen am Morgen 3.20 Mochenkalender. vom 8.—18. Mai 1828. / vom 24. Jjar bis 2. Siwan 8886 Rausch Chaudesch benschen- Samstag Mai 8 mi 24 1«« Mauled, Mittwoch morg. 'n Ens Sonntag 9 ’nprn 25 UTottte^ 10 u Dienstag 11 27 Mittwoch 12 28 Donnerstag 13 29 svp *1152 nr> Freitag 14 1 ]Y>0 van Samstag 15 2 '1 p“)S