Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 16 (15.4.1926)
- Date
- 1926-04-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 16 Seite 7 ^1S.Mrt!.1926. ragenden Söhne starben im Weltkriege, wie die Vorgesetzten dem Vater berichteten „als religiöse Juden und tapfere Soldaten". Josua Flamm war viele Jahre Stadt- «nd Armenratsmitglied. Sein Ableben löste in der Gesamtbürgerschaft tiefstes Bedauern aus, wie solches bei der Beerdigung durch außergewöhnliche Teilnahme sich ehrend kundgab. Infolge der s n, Tage konnte der stellvertretende Distriksrabbiner, Herr Dr. Weinberg aus Neumarkt i. O., dem herben Verluste, den Stadt, Kultusgemeinde und das gesamte Judentum erlitten, nur in wenigen Worten Ausdruck geben, ebenso Herr Hauptlehrer Strauß auf dem Friedhofe in Ermetzhofen. v"2x:r>.; Schwabach, 11. April. Am nos's konnte Herr Distriktsrabbiner Dr. Salomon Mannes auf ein: 25jährige Tätigkeit als Seelsorger in hiesiger, sowie in den zum Distrikt gehörigen neun Kultusgemeinden zurückblicken. Seitens des Städtrates, der beiden Dekanate, der Schulbehörden, des Verbandes Bayrischer Israelitischer Gemeinden, vieler seiner Amtskollegen sowie vieler Freunde und Gönner wurden dem Jubilar teils schriftliche, teils mündliche Glückwünsche zuteil. Die Vorstandschaft der hiesigen Kultusgemeinde nebst Abordnungen der angegliederten Gemeinden überraschten den Herrn Rabbiner durch Ueberreichung einer Ehrengabe nebst künstlerisch ausgestatteter Glückwunschadresse. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, sein Amt noch viele Jahre in voller Rüstigkeit zu führen. •i»*? bs.-W’ •maV’i rrnnn roaV Butzbach, 12. April. Lehrer M. Fuld begeht am 23. April sein 25jähriges Amtsjubiläum. Basel, 8. April. Am ersten Peßachtage fand die feierliche Einführung des neuen Rabbiners Dr. Arthur Weil statt. EMt-t Mm OslNöiM-WäsjiMtsn unö gösolgl vom ganzen Vorstand betrat er die Stätte stttiSK HßllßJl Wirkens, von einem Boruch-Habo des Oberkantors begrüßt. Herr D r e y f u s -Brodsky hieß den neuen Rabbiner mit einem herzlichen „Scholaum Aleichem" willkommen und erinnerte daran, daß die Gründer der Basler Gemeinde Elsässer waren. Cr führte ferner aus: „Kaum sind, acht Tage vergangen, seit Sie hier an dieser heiligen Stätte Ihrem Vorgänger wunderbare herzliche Abschiedsworte nachriefen. Segensreich hat der Verstorbene 40 Jahre lang gewirkt, wir hoffen voller Zuversicht, daß auch Ihre Arbeit ebenso ersprießlich sein möge, haben Sie doch selbst an der Bahre des Dahingeschiedenen in heiliger Stunde gelobt, die Gemeinde in seinem Sinne weiterzuführen". Hierauf bestieg der neue Rabbiner die Kanzel, um zum ersten Mal zu seiner Gemeinde zu sprechen. Anknüpfend an das trpan -s -|bsu rri.i enp nms vhy imy nnx -jb?x sagte er u. a.: „Heilig ist auch mir diese Stätte, die ich heute zum ersten Male betrete, der Ort, an dem mein seliger Vorgänger während vier Jahrzehnten gewirkt hat. Ich bin mir wohl bewußt, daß ich eine schwere Aufgabe vor mir habe doch, was ich gelobt habe, werde ich auch halten, und ich mache es mir zur Pflicht, im Sinne Dr. Cohns weiter zu wirken und zu schaffen. Ich halte fest am traditionellen Judentum, wie es mich meine weisen Führer Oberrabbiner Dr. Weil, Colmar, Dr. Hildesheimer und Dr. Barth gelehrt haben." — Chorgesänge beschlossen die erhebende Feier. Men. 9. April. Mittwoch, den 9. Nissan, ist Mosche P o r g e s , als er wie alltäglich das rituelle Bad in der Mikwah vornahm, einem Herzschlag erlegen. Die Kunde von dem plötzlichen Hinscheiden dieses weit über die Grenzen des Landes berühmten Mannes verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch ganz Wien und tausende Menschen versammelten sich vor dem Jugendgruppenlokal der Aguda, wohin der Tote von der Sterbestätte gebracht wurde, um ihrem großem Schmerze Ausdruck zu geben. Jeder Einzelne wußte Wunder der Liebe und Barmherzigkeit, der Frömmigkeit und Arbeitszähigkeit des 42jährigen Baal-Teschuwa in schier unzähliger Zahl zu erzählen. Am 10. Nissan wurde Schimon Mosche Porges von über fünftausend Menschen zu Grabe geführt. Die jüdische Bevölkerung bestattete den Dahingeschiedenen in einer .3)-e r .3 s. r. a.e l it Weise, wie man nur die größten Zadikim auf ihrem letzten Wege geleitet. Mosche Porges entstammt einer Wiener Assimilanten- Familie und war JournpM^ von Beruf. Während der Kriegszeit kam er im Ieldd mit frommen Juden zusammen, lernte Rabbiner, DüHinski in Galanta kennen und fühlte sich von,dem hochwertigen Kulturleben dieser Menschen derart angezögen, daß er beschloß, mit seiner früheren Lebensweise zu brechen. Der schöne, kräftige junge Mensch mit seinen freundlichen Augen ließ sich Bart und Peoth wachsen und lernte zwei Jahre lang an der Jeschiwoh in Galanta. Nach Kriegsende kam er nach Wien und hier eignete er sich die Vorzüge der aus Polen zugewanderten Chafsidim an. Er wurde ein Mensch, der keinerlei Kompromisse kannte. Ganz abgewandt von allem Irdischen gab er sich ausschließlich dem Gottesdienste und einer großzügigen Wohltätigkeit hin. Es gibt keinen Zweig der Awaudoh und des Wohltuns, den er in der ihm typischen Weise nicht großartig pflegte. Waisen-, Jugend-, Säuglings-, Kranken-, Armenpflege, Organisierung von Sammeltagen, Befreiung aus Gefängnissen, Rettung jüdischer Kinder aus Händen Andersgläubiger, Versorgung der Mikwooth, Brith-Milah-Propaganda und deren Durchführung, Kampf gegen die Uebergrisse der Missionen, Aufklärung in Bezug auf die rituellen Bedürfnisie in Wort und Schrift und zahllose andere Werke innigster Judenliebe ließen den Mann weder zu Schlaf noch zu Speise und Trank Zeit finden. Der Mann, der von Niemanden Geld annahm, aber zur Bestreitung seines eigenen Lebensunterhaltes nicht genug Zeit aufwandte, war jahrelang wohnungslos, schlecht gekleidet und hungerte an all den Tagen, an welchen er nicht direkt fastete. Die Ermahnungen seiner MeuiM, mehr aus sein sig?nff smn r aa/tenf m°a*e er nicht verstehen, er kannte nur den Dienst für andere. Es sind wohl hunderttausende Juden, die von seinen Werken der Wohltat, von seinen optimistischen, innig frommen Worten Hilfe, Gottoertrauen, Lebensmut, Ratschläge und Trost erhielten. In seiner faszinierenden Weise hatte Mosche Porges größten Einfluß sowohl aus Juden als auch Christen und insbesondere bei den höchsten Behörden. Er wurde des öfteren vom Bundespräsidenten Dr. Hainisch, dem Polizeipräsidenten Dr. Schober und anderen prominenten Persönlichkeiten in Audienz empfangen und dank seiner durchaus ehrlichen und unumschränkten Hingabe erwirkte er bei diesen für die einzelnen sozialen Fälle, für die er eben intervenierte, stets das Vertrauen dieser Herren. Er war auch der Initiator und Organisator der großen jüdischen Sammeltage, die ungeheure Summen aufbrachten. -wrw. Sprechsaal. Knorr und Knubben. In Ihrem geschätzten Blatte befindet sich eine Artikelreihe „Knorr und Knubben" aus der Feder des Herrn Dr. E. Biberfeld, Berlin. Auf den Inhalt dieser Artikel, die sich ausschließlich mit der Gemeindeorthodoxie beschäftigen, werde ich an anderer Stelle eingehen. In Teil II. dieser Artikelreihe befindet sich ein Passus, der mich persönlich angeht und dessen Berichtigung bei der Schwere der in ihr enthaltenen Anschuldigung sofort und zwar an der Stelle, wo sie gefallen ist, vorgenommen werden muß. Es heißt dort: „Man kann fast sagen, daß die Führer der Gemeindeorthodoxie sich in diesen traurigen, verhängnisvollen Konzessions-Jdeengang förmlich hineingekniet haben; denn so und nicht anders muß man es doch wohl bezeichnen, wenn der Protagonist der Gemeindeorthodoxie gemeinsam mit dem Vertreter der Neologie der Repräsenrantenversammlung über einen von ihnen dahin geänderten Entwurf berichtet, daß „der Resormgemeinde für ihre Ausgaben eine Pauschalsumme überwiesen und die Einrichtung eines Gotteshauses der Reformgemeinde als dringend anerkannt wird." Es ist vollständig richtig, daß der hier wörtlich angeführte Passus, allerdings ohne Sperrsatz, sich in Nr. 3 des Gemeindeblattes befindet. Nur ist dessen Autor nicht. wie wan nach der Mitteilung des Herrn Dr. Biberfeld annehmen muß, meine Wenigkeit, sondern es handelt sich um eine Rede des Herrn Professor Türk, des Führers der liberalen Partei. Die Angelegenheit selbst ist zur Zeit auch in den Spalten des „Israelit" genügend erörtert worden. Die Mitwirkung der Gemeindeorthodoxie bei dem fraglichen Vertrage beschränkte sich darauf, zu verhindern, daß die von den Liberalen geplante Eingemeindung der Reform-Gemeinde oorgenommen wurde. Unser Widerstand erzielte, daß dieses Projekt endgültig beseitigt wurde, daß der „Reform" im großen und ganzen nur jener Betrag zurückoergütet wird, den ihre eigenen Mitglieder an Gemeindesteuer zahlen. In diesem Vertrage ist davon, daß die Einrichtung eines Gotteshauses der Reformgemeinde als dringend anerkannt wird, nicht mit einem Wort die Rede. Diese Bemerkung ist nichts weiter als die Privatmeinung des Herrn Professor Türk. Im Vertrage selbst ist ausdrücklich festgelegt, daß die Hauptgemeinde nicht verpflichtet ist, falls die Reform ein neues Gotteshaus baut, einen Beitrag zu leisten. Die gegenteilige Behauptung des Herrn Dr. Biberfeld ist um so unverantwortlicher, als in der gleichen Spalte der zitierten Nummer des Gemeindeblattes sich auch meine Antwort auf die Rede des Herrn Professor Türk befindet. Aus dieser geht hervor, daß die konservative Fraktion auch diesen, unter unserer Mitwirkung zustande gekommenen Vertrag, nicht aktzeptiert hat, sich vielmehr der Abstimmung enthielt, genau wie dieseauch seitens der Volkspartei geschah. Wir haben uns also bei dieser Gelegenheit aus die Rolle des Feuerwehrmannes beschränkt, der einen ausgebrochenen Brand nach ML^lichkert zu lokalisisrer, sucht. Das Zustandekommen des ^ertra^es m'i her ÜReform fonnien to!r, Let ÖAÜhandenen liberalen Mehrheit, nicht verhindern; wir haben aber verhindert, daß der Sonntags-Gottesdienst eine Einrichtung der Berliner Jüdischen Gemeinde wurde; er bleibt nach wie vor eine Einrichtung einer Prioatgemeinde, die von uns stets als außerhalb des Judentums stehend gekennzeichnet wird. Wenn wir für diese Tätigkeit den Dank in Angriffen ernten, wie sie hier vorliegen, so vermag uns das in der Ueberzeugung an der Richtigkeit unseres Handelns in keiner Weise irre zu machen. Moritz A. L o e b. Briefkasten. I. W. in K. Betrag für Abonnement eingegangen. Dr. Q. in W. Mark 10.— für R. Meier baal Hanetz eingegangen. Oberlehrer E. B. in SS. Wir haben Ihre Anfrage an den Autor der Erzüdlung weiter gegeben. der Ihnen die Auskunft direkt zugehen läßt. L. A. in Ettl. 1. Ja. 2. Beziehen Sie die tpTl von zuverläffigen Buchhandlungen unter Angabe des Zweckes. M. L in Fr. und Andere. Die gehässige Notiz in Nr. 14 des ..Hamburger J-raelitischen Familienblattes" unter Äem Titel Geschäft und Religion" ist uns nicht entgangen. Es verletzt den Geschmack und das religiöse Empfinden des Hamburger Blattes, daß im Annoncenteile des „Israelit" — für den die Zeitung k^ine Verantwortung übernimt — eine Firma ihre Peffachware unter der Ueberschrist mnwi na anpreist. Und in gleicher Nummer des Hamburger Familienblattes wird im Anzeigenteile er eite 16 mit Fettdruck, der der angepriesenen Materie entspricht, ein „F e r k e l m a r k t in Altona" angezeigt, ninvl na ist ein hebräischer Ausdruck und kann u. E. von Jemand, der sich hebräisch ausdrücken will, ohne Bedenken für profane Zwecke gebraucht werden. Aber „Ferkelmarkt" bleibt Ferkelmorkt. A. R. in M. Betrag richtig gebucht, bis 1. 4. 27. bezahlt. Ina Frühjahr Sparsamkeits-Gründen Den Vorhängej D«cb«»i TeppicL färben. Die Gegenstände läßt man aus _ hygienischen v-LLs- »a* KiaievsGavfloiobe. Girümenj k am Ulen »SLlUgSH OÖBf lassen sich fa<=t immer wieder wie neu hersiellen. Säeße»ei 8ebv. Növev cnenL Remlgungswcrltc Läden In allen Stadtteilen Euche f. m. Sohn, d. 6 Kl. d. Realsch. besucht hat, eine Lehrstelle alsBäcker nnd Conditor evtl. Polster, u. Tapezier M. Sohn ist 18 I. alt, von kräft. Etat u. v. gut Erzieh. Erw. ist Schabb. u.Iomt. fr. ebenso Verpflegung und Familienonschl. 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