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Der Israelit · 1926-04-09 · Heft 15 (9.4.1926) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 15 (9.4.1926)
Date
1926-04-09
Page
– (sequence 16)
Language
German
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;*5! -v Sette 4 Nr. 8 er 5 t d ll I Blätter S. GM MF Fragen, werde ich im nächsten Aufsatz Antwort geben. Möge aber diese Aussprache für beide Teile von Nutzen sein und möge die „östliche Krankheit" des erweiterten, heißen, treuen und allzustark fühlenden Herzens auch auf seine westlichen Brüder übergreifen, dann sind wir dem Frieden nicht mehr fern. Inzwischen danke ich Ihnen, sehr geehrter Herr Goldschmidt, für all Ihre Belehrungen, und Ihre freundlichen Grüße erwidere ich mit 2iv vi' nnvr? Wunsche aufs herzlichste. Montrour. den 18. März, rnn id-*] x Nachbemerkung der Redaktion: Wir überlassen es Herrn Goldschmidt, ob er eine Erwiderung für angebracht hält. Doch müssen folgende tatsächliche Irrtümer in dem vorstehenden Aufsatz richtiggestellt werden: 1. Der Vorstellung, als sei in Genf irgendwelches neue Recht geschaffen worden, sind „Israelit" und „Blätter" wiederholt entgegengetreten; Mandatkommission und Völkerbund haben hierzu keinerlei Macht. 2. Die Sonnenfeldsche Gemeinde hat v o r dem AmtZälitM REmsr« Kuks ßöstandonf sio Ist auch keineswegs identisch mit dem ungarischem Kolel, sondern besteht aus zahlreichen litauischen Mitgliedern. 3. Die Vereinheitlichung der Schechita ist ausschließlich daran gescheitert, daß die Kuksche Seite zwei von den Sonnenfeldschen Forderungen (gegenseitige Annahme jeder für erforderlich gehaltenen rem und Entlassung jedes von «i n e r her beiden Seiten für untauglich erachtetsn mm aolchmn zu müssen glauölk. Aussprache-Teil. Zentralverein und Aguda. Weim sich auch di: Redaktion mit dem unter obenstehendem Titel in 9!r. 6 bet Min erpneitcn Aiiiftl btzchichemeifc nicht ikntijijieren taiic, so dürste ein krirzK Wert der W) Mi ttsitldellich sein. Zunächst mutz rein tatsächlich sestgestellt Werden, — UM mit den Worten des Verfassers zu reden — daß die Mitglieder der MM« WeUen Mi«- gesellschaft noch nicht die Agudoh verkörpern. Der Hinweis auf diese entbehrt somit der Beweiskrast, wobei ununtersucht bleiben mag. ob der Umstand, datz ein Mel IklI DcrfClDtn Dem MMMW NW NNgfPN, auf prinzipiellen Erwägungen beruht oder auf einem bedauerlichen Mangel an Interesse für die Interessen der deutschen Iudenheit autzerhalb des eigenen Gemeindeverbands. Wird es doch — ich bitte angelegentlich, es nicht als einen Mißbrauch der Gastfreundschaft zu betrachten, wenn ich das in diesen Spalten auszusprechen mir erlaube — häufig empfunden, daß diese Angelegenheiten in dem innerhalb der genannten Gemeinde erscheinenden jDrgart mefji immer eine ausreichende Bö- Der Verfasser bemüht sich, eiüä JböüIüZlö Centraloerekns aufzuzeigen, die auf gelegentlichen Aeutzerungen von Rednern oder Publizisten beruht, und die er mit starken Anachronismen etwas willkürlich darstellt. Weil einmal ein Redner in einer Polemik gegen den Zionismus eine epigrammatisch zugespihte Formel geprägt, weil einmal irgend ein Publizist den 100 Jahre vor dem Lentralverein lebenden David Friedländer wegen vermeintlicher Verdienste um die preußischen Juden verherrlicht hat, weil schließlich in der Gründungsversammlung vor 33 Jahren ein Leitsatz ausgestellt wurde, von dem der Schreiber zu Unrecht behauptet, datz er die Grundlage der Centraloereinstätigkeit bilde, deshalb fragt ec, fettgedruckt, ob es nicht die unbedingte Pflicht eines jeden Agudisten sei, dem Lentralverein fernzubleiben! — Datz dieser Leitsatz vor 33 Jahren heute keineswegs mehr den Grundgedanken der Centralvereins- Dpbet| TDCnn er crucf» j’el&jtüeirjtciTxbtic^ nur bie polnischen Ausgaben ^mraitDcrcms für Uc deutschen Juden im Hinblick aus die sozialen und philantropischen Aufgaben anderer Organisationen kennzeichnen wollte, das weiß jeder, der die Arbeit des Centralvereins heute verfolgt. Und sehen wir nicht auch ber anderen Organisationen, datz die Wege, die bei der Gründung vorschwebten, im Lause der Jahre mehr oder weniger verlassen werden mutzten? Nimmt nicht Agudas Jisroel heute zur Erez Iisroel-Arbeit eine wesentlich andere Stellung ein als in Kattowih? (Nein! Red.) Heute haben wir es mit dem Centralverein zu tun, wie er heute arbeitet, und da ist zu sagen, datz die einfache Pflicht der Dankbarkeit und der Zusammengehörigkeit es gebietet, sich hinter die Leute zu stellen, die sich ttstz M Hamit MöuMiM UlMMii NgiW uns willig Bor schMieu Aufgabe uillcrzicUa, Angriffe auf das Judentum und seine Bekenner zurückzuweisen und sich für uns alle in die „Drecklinie" stellen. Und je zahlreicher und intensiver wir uns an der Arbeit des Centralvereins beteiligen, um so mehr können wir sie auch mit unserem Geist durchdringen. Können Angriffe auf Thora und Talmud nicht besser und wirksamer von denen zurückgewiesen werden, die das Rüstzeug hierfür besitzen? Warum tut man in unseren Kreisen so oft, als ob das alles uns gar nichts angehe? Tua res agitur! Autzerdem aber ist die Anregung des Verfassers eine elcnrentare Verletzung eines Grundgedankens der Agudoh. Es ist immer wieder betont worden, datz Agudas Jisroel der Betätigung ihrer Mitglieder in anderen Organisationen nichts in den Weg legen will, und es mutz mit aller Entschiedenheit gegen den Versuch protestiert werden, diesen Grundsatz zu durchlöchern. Es geht nicht an, bei jeder Gelegenheit gleich den längst 3U einem geiitwsn NiM? nadj ,;rein* sicher Tchewuug" aubMatzcu. mcnn posmvr Arvnt Man werden mutz. Die Leute, die nichts anderes wissen, als sich von Allem und Jedem immerfort zu scheiden, mögen, wenn sie daran Gefallen finden, allein - auf weiter Flur stehen; wer aber seine Brüder in dem uns allen ausgezwungenen Kampf, sei es durch die Tat, sei es nur moralisch, unterstützen will, wer sich nicht sagen lassen will ns iawn onto nvnbvb irra' samrrn für den heißt es: Die Mitarbeit im Central-Verein ist Pflicht! Jacob Cahn. Zentraloerein und Agudas Jisroel. Don Lllltvg <xmpcn. Der Schreiber des Artikels in Nr. 6 des „Israelit" glaubt, folgern zu müssen, datz man es ganz unbedingt als eine Pflicht eines jeden Agudisten betrachten mutz, dem C. V. fernzubleiben, und zwar will der Verfasser diese Einstellung herleiten aus einem der vier Leitsätze, die seit Gründung der erwähnten Organisation die Grundlage gebildet haben sollen. — In der Theorie hat der Artikelverfasser recht. Die Praxis — oder sagen wir, richtiger, die Entwicklung der Verhältnisse — hat, et* fmilidjenueife, gezeigt, daß - die Mehrzahl der C. M ist „liberal" eingestellt - der seinerzeitigen AellungiMmc nicht grsvlgt ist,' Obgleich die C. V.-Leilung sich, offiziell, ausschließlich, insbesondere der Abwehr des Judenhasses widmet, kann derjenige, welcher sachlich urteilen will, seststellen, das weite Kreise des C. V. sich aktiv, und zwar nn gegenteiligen Sinne des erwähnten Leitsatzes, betätigen; es sei, in diesem Zusammenhang, u. a., daran erinnert, datz an der gerechteren Behandlnng der Opjnbcn, (tu der Ansgeficking w dem Osten diese C. V.-Kreise maßgebenden Anteil an der Arbeit geleistet haben. Der C. V. beansprucht nur, als Organisation zur Ach d« nnftfentiftii Mn ju |fc W Aufgabe ist der Verein in umfassender Weise gerecht geworden. Gewiß, die völkische Welke ist nun etwas abgeebbt, und es bedarf daher gerade der ZusammenfllMg aun mm M Erzreichere Arbeit noch zu leisten. — Uebrigens, der erste Leitsatz ist, gemessen an der so überaus verschiedenen politischen Einstellung der C. V.-Anhänger nur von theoretischer Bedeutung. Der Kosmopolit will gewiß nichts davon wissen, daß er immer sein „nationales Denken und Wollen" betont, wie ein Programmpunkt des C. D. — § 1 — die Pflege deutscher Gesinnung fordert. — Der „mittelparteilich" orientierte deutsche Jude ist, zum mindesten, heutzutage Nealpazifkst geworden. Darum kann man üW BMiMil WlllllMil. Der IM; M bei Mündung des (L B. aufpfteilte PuM, lins Juben Deuifchr lands verbinde mit denen eines anderen Landes nichts mehr als die Nichtjuden Deutschlands mit denen eines anderen Staates gemeinschaftlich haben, ist eben durch die Verhältnisse illusorisch geworden. Wir Agudisten können nach Lage der Dinge — historiche Nückbslicke sind eben nicht mehr in vollem Umfange als Maßstab für die derzeitigen Verhältnisse zu verwerten —, dem C. V. ohne Bedenken angehören, denn er führt den Kampf gegen unsere Entrechtung, wider Haß und Lüge, für Wahrheit und Frieden. Ist die Bewältigung dieser so schwierigen Aufgaben nicht auch ein Teil — wenn auch in anderer Beziehung —, des Agudo-Programms? Darum muß ich dem Verfasser des Artikel in Nr. 6 widersprechen, und sagen: Hinein m den C. V., zum vereinten Streit gegen Haß und Verirrung! rotr ^Tcjub ificrt, beffeu urrgccrcljfei, ttt üöllör TtnjjPH tu erben irre ttttA Lctt QlfftmiLxrtiett „liberaler" und „national-jüdischer" Schattierung, baß alles Denken, Fühlen und Handeln einzig und allein nur unserer T a u r o unterstellt sein muß, ist selbstverständlich. In C. V. ist aber dafür der Platz nicht gegeben. Aus der Bewegung. Lodz. (AIPV). Die zweitägige Konferenz der polnischen Aguda-Frauenbewegung nahm einen durchaus würdigen Verlauf. (Fortsetzung des Berichtes aus Nr. 7 der „Blätter"). 3. <3t^jung yernb unter berrt oon Frl. Mvuvly aus Mlima statt- Es wurden detaillierte Berich te der Kommissionsoorsitzenden abgegeven und der Lagung eine Resolution vorgeschlagen. Es wurde beschlossen: 1. Der Sitz der Zentrale ist Lodz. 2. Die Oberleitung der Organisation ist eine siebengliedrige Exekutive. 3.. Der Zentralrat besteht aus 15 Mitgliedern. 4. Die Leitung des Zentralsekretariats wird Frredensohn übertragen. 5. Die Organisation trägt den Namen „Benoth Agudas Jisroel" und . hat in ständigem Kontakte mit allen orthodoxen Jugendorganisationen der Welt zu stehen. 6. Im Laufe des kommenden Sommers sind Führerinnenkurse in Lodz und Krakau abzuhalten. — Das Bees Iaakauw-Iournal wird das offizielle Orrgan der Organisation. — Jeder Ortsgruppe obliegt die Pflicht der Förderung orthodoxer Literatur. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, für Keren Hathora und Keren Hajischu« zu arbeiten. Nach Wahl der Exekutive-Mitglieder wurde die Sitzung geschlossen. Die Schlußsitzung der Konferenz wurde als allgemeines Meeting abgehalten und dieser gestaltete sich zu einer riesigen 9J2antfeftaitött her jühl- |d^en grauen. tSs beteiligten sich einige tnUs-lUb jübisch^ Frauen der verschiedenen Schichten der Lodzer Bevölkerung. Wien. Der gefchaftsführende Ausschuß der Agudas Jisroel hat gemeinsam mit dem Zentralpräsidium die nächste Zentralratssitzung für den 27. und 28. April nach Berlin einberufen. Wien. Anläßlich der Petzachfeiertage hat der Keren Hathora insgesamt dreißig Lehrhäuser mit Subventionen bedacht. Die Landesorganisation der Agudas Jisroel in der Schweiz hat nach Polen und Litauen eine große Menge Kleider gesandt. Sie hat ferner für die Ieschiwoth Wilno, Warschau, Radin, Kowno-Grodek, Lemberg, Deutsch-Kreutz etc. einen größeren Betrag überwiesen. Ebenso hat die französische und die holländische Hghvrsorgcmisatlon größere Beträte an bic Jeschruueth nach Polca uav Galizien üdrnoKftn, Agudas Jisroel in Stratzbourg hat das Ergebnis eines Purimfestes in der Höhe von einigen tausend Francs den Ieschiwoth überwiesen. Wie». Der X. internationale Kinderkongretz findet vom 4. bis 8. April in Madrid statt. Das Jugendamt beim geschäftsführenden Ausschuß der Agudas Jisroel ist zur Teilnahme an dem Kongreß eingeladen worden und wird einen Delegierten zu der Tagung entsenden. . Tel-Aviv. Univesitäts-Prosessor Franz Oppenheim er, einer der sühreirde» MoitÄitonieii mid «Soziologen abjbtoiert gegenwärtig eine Etnbrenretfe Palästina und ließ sich durch den f-es Wlrtjctzasisamles der Agudas Jisroel, Herrn Dr. Robert Weiß, eingehend über die wirtschaftlichen Arbeiten der agudistischen Palästinazentrale informieren. Herr Dr. Weiß, ein ehemaliger Assistent Pros. Oppenheimers, gab insbesondere Einblick in die Bodenpolitik der Agudas Jisroel, die dmch richiige Verteilung bet Brrnparzellen und ein generelles toiiifsredjt jede Bsbenfpelnlation Auch die zweämädige Anlage von Machne ^ISkve!. wie die Tätigkeit der ersten land wirtschaftlichen Kooperative, die agudistische Arbeiter in Machne JlllVH IJWVVU) Prof. Oppenheimers, eines Wirtschastssachversiänblgen von internationalem Range. Prof. Oppenheimer wird in den llächsten Tagen nochmals in den Emek Iisreel fahren uni) bxeje erSte ^itejuberf ofoTxxe einer emge^ettbätt tigung unterzirhen. Lodz. Auf Betreiben der hiesigen orthodoxen Arbeiterschaft hat die hiesige Stadtverwaltung Koscherküchen für die jüdischen Arbeitslosen eingerichtet. Hamburg. Am 28. Ador sprach Herr David Ullmann, Hamburg, in der Bremer Ortsgruppe über das Thema: „Jüdische Lebensanschauung — Agudas Iisroel- Jdee, Jüdisches Lebenszentrum — Agudas Iisroel- ^nrga-Txxfctifort^^- Der 9?efereni entwickelte zunälhft den Äebcxnkengnng. bnß MksÄL ÜStzMLllllWllMll M Agudas Jisroel-Jtzee rtzentlsch siüdf htstöklschö UUd theoretische Betrachtungen bildeten den Rahmen dieser Ausführungen. Im zweiten Teil beschäftigte sich der Vortrag mit der Bedeutung des Keren Hatorah. Die Frage der Entpolitisierung wurde ausführlich behandelt, und in geschickten Worten wußte der Redner die llnhaltbarkeit dieses Gedankens seinen Zuhörern ZU entwickeln. In der Diskussion stellte der Vorsitzende der Zionistischen Organisation verschiedene Anfragen, die jedesmal vom Referenten sachlich unter Beifall der übrigen Zuhörer widerlegt wurden. Eine Sammlung für den Keren Hatorah zeigte die Befriedigung des Zuhörerkreises. Spendenliste Aamdn-Snllvtfonds. Ansbach i dch. Begirrsraöäinat 1L. Bechbofeu: dch. Vezttksrabbinat so. Halberstadt: M. M. Hirsch 10, Frau Bachmann zum 5. Nissan 10. Oldenburg: Lehrer Meyberg 5. Sprendlingen: dch. Lehrer Kaufmann 5. Markenerlös. Brückenau: dch. Rosi Schuster z. Hochz. Stern-Klein (Sterbfritz 10,50; zur Hochz. Grünebaum) Rosenstock 10. Sammelbüchsen. Jchenhause»: dch. I. Gradmann 45.50. Sötcrnntjeim: bch. Sxgm. QCBürgBurcjer 62. Lnkwerkele Btiefmatfen. Weihmann-Köln, H. Lamm-Prag, N. Sonn--Wie«, G. Ehrentreu-Nürnberg, Max Hirschmann-Oslo, Dr. A. Feuchtwanger-Saloniki, W. N-A.

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