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Der Israelit · 1926-04-09 · Heft 15 (9.4.1926) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 15 (9.4.1926)
Date
1926-04-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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,.'-.-1-^ -■>'•..'•> - -j> V>r. i l«t l V<^’‘v.^'^'-t''r,i'--'N£'; ‘ Der Isra e l i t .Gottesdienstes sich mit der Bürgermeisterei ins Benehmen zu setzen." Was tun? Die Synagoge kann nicht mehr repariert, sie kann nicht mehr umgebaut werden; sie ist nur einzig und allein Bauplatz, auf dem eine neue errichtet »erden mutz. Dies aber kostet Geld, vieles Geld! Wie dies üblich, ging ich und noch andere Gemeinde- Mitglieder zu befreundeten Stellen, von denen Hilfe zu erwarten war und erhielten zusammen ca. Mk. 12.000. War dies für die heutige Zeit ein schöner Erfolg, so bleibt immerhin noch ein mindestens vierfacher Betrag, den wir zusammenbringen müssen, ohne die bedeutende Summe, dre die Gemeinde draufzulegen bezw. selbst auszubringen gezwungen ist. Ich ging von dem Gedanken aus: Viele wenige geben ein Viel; vereinte Kräfte führen zum Ziel! und bat m einem kurzen, aber überzeugenden Zirkularschreiben versuchsweise über 300 Stellen (Einzelpersonen), die als ideal und verständnisvoll anzusprechen waren; verständnisvoll und hilfreich schon durch ihre Zugehörigkeit zu verschiedenen jüdischen Korporationen, die aus besondere Beachtung Anspruch erheben, appellierte an das Zusammengehörigkeitsbewutztsein und bat um eine bescheidene Spende. L>cis SJcjutiai nat rtxe^r als tlägtxc^; SDoxt 300 Offnen schien e Pftträg? im gnnM Ml. iS.—, M?nn nur Jeder mir Mk. 5.— gesandt hätte, so wären ca. Mk. 1500 eingegangen. Wo, so frage ich, wo ist das jüdische Herz, das sonst so gepriesene? Heißt es nicht: rn bv norm xb Kann man kalt und unberührt bleiben, wenn man wahrheitsgetreu einen solchen Fall vorgetragen erhält! Denkt jeder nur an sich selbst? Zuzugeben ist, datz jeder Einzelne heute mehr Last hat als sonst: aber dessen ungeachtet lassen Theater und Kinobesuch nicht nach, und die Vergnügungsplätze «erden nach wie vor frequentiert. Wenn nur jeder Einzelne einen Theaterbesuch schwinden ließe und den Betrag dafür meinem bezw. unserem hervorragend guten und idealen Zweck zuwenden würde, wäre uns geholfen! Die gesammelten Erfahrungen sind tieftraurig und beschämend.' Vielleicht öffnet diese kleine Betrachtung manchem unserer Glaubensgenossen die Augen, greift an sein Herz und trägt dazu bei, auch seine Börse zu öffnen. Die gefl. Zuwendungen bitte an das Postscheckkonto 61385 Synagogenbaufonds der Israelitischen Gemeinde Dieburg bei dem Postscheckkonto Frankfurt a. M. richten zu wollen. als Meister zu zeigen hatte. Das Werk soll ja einführen, Durst und Lust und Begeisterung und Verständnis für Hirsches Ideen wecken. Wir glauben, daß wer dieses Buch zur Hand nimmt, gerne zu vertiefendem Studium von Hirschs Schriften schreiten wird. Lehrer werden es mit ebenso großem Nutzen zum Vorbereiten für den Unterricht verwenden können wie die Schüler zur Vertiefung und Wiederholung des beim Unterricht Gehörten. Zn gleicher Weise wird es sich zweifellos zur häuslichen Lektüre sehr eignen, sei es, wenn der Vater mit seinen Kindern allsabbatlich die mio durchnimmt, sei es wenn die Zugend sich selbst fortzubilden wünscht. Zn seiner schönen, knappen und dennoch leichtverständlichen Sprache wird das Buch sicherlich vielen ein treuer Wegweiser werden. Wir müssen es uns versagen, aus der Fülle des Wertvollen auch nur eines herauszuholen. Wir wollen nur bemerken, datz es ebenso genußvoll ist, die ins Einzelne gehenden Darstellungen aus o'vsvo mit seinen Rechtsordnungen zu lesen, wie den Gedanken nachzuspüren, die aus den heiligen Symbolen des pvv strömen. Es ist Hirschifcher Geist, der aus dem Werke mit Wärme zu uns spricht. Das schön ausgestattete Buch, das, ohne Schriftvers und Ilebersetzung zu bringen, sich als eine pietätvolle jetfejianfet^c ^ur^ar&cxtung ÄontnteulflrS in gs-tz?u ,g«gen und prägnanter ^nrm f>arftellf, eilt» hält am Schluß als wertvolles Anhängsel ern hebräisches und deutches Sachverzeichnis, alphabetisch geordnet, das dem Lernenden es ermöglicht, sich in die einzelnen Begriffe, die ihm das rn'in-Wort vermittelt hat, zu vertiefen, indem Kapitel und Vers angegeben sind, wo weitere Seiten dieses Begriffes enthalten sind.— Die Seitenüberschriften erleichtern das - Auffinden der einzelnen Stellen in angenehmer Weise und machen es für den Schulgebrauch recht geeignet. Für diesen ist noch em besonderes Vokabularium mit Anmerkungen beigegeben, das dem Schüler, der eine gute Vertrautheit auch nur mit den allernötigsten Gesetzen des Hebräischen besitzt, es ermöglichen soll, jeden Vers aus der min selbständig zu übersetzen oder das in der Schule Erlernte zu wiederholen. Vokabularium und Anmerkungen haben die Ilebersetzung Rabbiner Hirschs zur Grundlage. Wir wünschen dem fleißigen Werk eine ^echt große Verbreitung. Ze mehr es in Haus und Schule einziehen wird, umso segensvoller wird es sich in diesen Pflanzstätten des Heranwachsenden Geschlechtes erweisen. Möge das Buch eine solche Ausnahme finden, datz der Verfasser, dessen Lebensarbeit aufs Engste mit der Jugend verbunden ist, sich zur Herausgabe der übrigen Teile des Pentateuchs angeregt fühlen. HI Abraham Loeb. Literarische Notiz. min ’Pöin nvvn. Pentateuch für Schule und Haus. Einführung in den Pentateuch-Kommentar Rabb. S. R. Hirschs Vst nebst Vokabularium und Anmerkungen von Dr. Joseph Breuer; zweiter Teil: nivv ivv. Verlag von Z. Kauffmann, Frankfurt a. M. Wie „die Lehre Gottes allumfassend ist und der Seele Antwort gibt," so bietet naturgemäß jeder Kommentar aus unsere nvinpn nun in hervorragendem Maße Gelegenheit, die Grundwahrheiten, nach denen jüdisches Leben sich zu entfalten hat, darzustellen. In welch TTietjterl^ayter 5EE>eij’e feinen ooit hsrligtt Ehrfurcht vor <5ottesOTDri un» t>en ’ins» bin getragenen Kommentar verfaßt hat, Wie unendlich groß die Fülle der Erleuchtung und Belehrung ist, dre aus seinen Erläuterungen zur min gewonnen. werden können und gewonnen werden, darüber erübrigt sich jedes Wort. Saaten des Lichtes und der. Erkenntnis für jegliches Geschlecht strömen aus ihnen hervor! — Der Versuch nun, Schule und Haus in diesen Kommentar einzuführen, muß als ein außerordentlich verdienstvolles Werk bezeichnet werden. Diesen Versuch hat Dr. Joseph Breuer unternommen, und wir können mit freudigem Gefühl hinzufügen: dieser Versuch ist ihm in dem vorliegenden Werk durchaus gelungen. Der Verfasser hat zunächst das nivv nso bearbeitet, weil es, wie er im Vorwort betont, infolge seines mehr gesetzlichen Charakters besser als das erste Buch der nun einen Einblick in die Anlage der weiteren Teile ermöglicht. Es ist ihm hierin nur beizupflichten. Dennoch bot sich dem Verfasser reichlich Gelegenheit, aus der Hirsch'schen Ideenwelt die tragenden Grundbegriffe der jüdischen Lebens- und Weltanschauung herauszuarbeiten. Wir. brauchen nur auf die Erlösung aus öiiü», auf tpo m nynp «ruf den naw aui min jnvauf die Mannaspende, «ruf die Versündigung beim goldenen Kalb, auf den Bau des pv»' auf die bpv-Lehre . hinzuweisen, um derzutun, wreviel Anknüpfungspunkte sich für eine Bereicherung jüdischer Welt- und Lebensanschauung dem «us dem Gottesworte Schöpfenden darbieten. Die Art nun, wie Dr. Joseph Breuer feine Aufgabe gelöst hat, verdient volle Anerkennung; man fühlt aus jedem Wort nicht nur seine große Vertrautheit mit der Ideenwelt S. R. Hirschs r'Si, sondern sein tiefes Eingedrungensein auch in die Worte unserer Weisen b"\ heraus. Ein Buch, das für Schule und Haus bestimmt ist, das also Lehrern und Schülern, Eltern und Kindern etwas bieten will, ist kein leichtes Beginnen, denn es muß in seiner Sprache und seiner Ausdrucksform dem Gereiften Geistanregendes zu sagen wissen und gleichzeitig «uch der Psyche des erst zur Höhe Emporklimmenden gerecht werden. Hierin verdient das Werk besonders lobende Anerkennung, namentlich wenn man sich ver- «•aemoartfat^ b ofy bet SJerfaffer xrt ber ©G^tattflitlQ Frankfurter Berichte. Jubiläum des Oberkantors Peifsachowih. Am Vormittag des ersten Peßach-Tages fanden sich Vorstand, Gemeinderat, Mitglieder vieler Kommissionen und viele Freunde des Herrn Peissachowitz in dessen Wohnung ein, um mit einer würdigen Feier das 25jährige Jubiläum des beliebten Oberkantors zu begehen. Herrliche Chorgesänge des Synagogenchores unter Leitung des Herrn Neumann eröffneten und beschlossen den feierlichen Akt. Es sprachen im Namen des Vorstandes Herr Jacob R o s e n h e i m, für das Synagogenkomitee Jjerr ÖU0D slknöi «ns fim &en gogenchor. 3m Namen des «Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes" überbrachte Herr Kantor Leoy kollegialen Gruß. Der Jubilar dankte in kurzer Ansprache für die Worte und Zeichen der Liebe. Die Feier trug sehr herzlichen Charakter. Vom Liwjath-Chen. Die Vorträge im Liwjath-Chen finden jetzt allsabbatlich im Anschluß an Mincho (5.15 Uhr) im Hörsaale, Friedberger Anlage, statt. Für diesen Sabbat hat sich der Dozent (Herr Red. S. S ch a ch n o w i tz) als Thema „Zur Einführung in die Vätersprüche" gewählt, und sollen auch in den folgenden Vorträgen bis mviov die ra 'pia, vornehmlich die Agadoth und Midraschim, die als Unterlagen und Illustrationen für die Sprüche der Väter in Betracht kommen, behandelt werden. Verein krias Hathauro. Unsere diesjährige ordentliche Generalversammlung findet am Sonntag, den 18. April cr. im Lokale des „Mekor Chajim", Langestraße 18, vormittags 11 Uhr pünktlich statt. — Wir weisen gleichzeitig daraus hin, daß alle diejenigen Personen, die am Samstag Morgen dem Gottesdienste nicht beiwohnen können, das Leienen nachmittags 3 Uhr in der Klaus, Ostendstraße, bei uns hören können. Neuanmeldungen und Anträge sind zu richten an Emil Schwarzschild, Palmstraße 11. Provinziattagung des Jüdischen Frauenbundes für Hessen und Hessen-Nassau. Am Montag, den 12. und Dienstag den 13. April findet hier die Provinzialtagung des Jüdischen Frauenbundes für Hessen und Hessen- Nassau statt. Referate werden gehalten über „Erziehungsfragen in Stadt und Land" von Irene Darmstädter, „Hauswirtschaftliche Erziehung" von Bertha Pappenheim, „Erziehung zur sozialen Arbeit" von Ella Werner. Außerdem ist die Gründung eines Provinzialverbandes für Hessen und Hessen-Nassau vorgesehen. Am Dienstag, den 13. April findet Besichtigung der Woblfabrtseinrichtunaen des Jüdischen Frauenbundes statt. ‘ Nr. 15 Seite 7 Vereinskalender. Verein Mekor Ghajlm. Samstag nachmittag 3% Hör im Vereinslokal' „Mikro", Herr Dr. W. Hofmann. — ein Stunde vor Nacht, -Midrasch", Herr Josep' Sänger. Sonntag (auch Mittwoch) morgen av.i riirr», Her Redakteur S. Schachnowitz. — vorm. 9*/*Ut ,Gemoro", Herr R. A. G. Posen. Montag abend 7 Ubr (auch Mittwoch) „Gemoro Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. - abends 8*/<lU (auch Donnerstag) „Gemoro", Herr Dr.C. Pose: Jeden Morgen Mischna. Jeden Abend 8*/» Uhr v*vLernen, Herr H. Halpern Johrzeits-Stiftunaen: m», 10. April. Joseph Wallach-Stiftung. Sonntag, 11. April. Abraham Sender-Sttftung. Freitag, 16. April. Jacob Katzenstein-Sttftung. A>»da» Ji»roel-Ju>endgruppe. Sonntag. 8—9 Uhr morgens, muin hx wx Herr Leop. Oppenheimer.— 1 Std. vor Gruppe 1. Herr Jacob Landau. — 8—9 Uhr abends. Gruppe 3 Herr Gerson Schnerb. »MEDRUVA« mech. Druckluft -Teppich - Reinigungs- Gesellschaft m. b. H. Wer: MEDER’S TEL. HANSA 4642 BERGERSTR. 149 Enfsfaubung - Chem. Reinigung - Kunststopferei - Lagerung - Entmottung mittels Zyklon-Gasverfahren Erziehungsfragen. Noch sind die furchtbaren Wirkungeil des Weltkrieges auf allen Gebieten zu merken; ganz besonders tiefeinschneidend sind aber seine Wirkungen und Folgen in Bezug auf die Erziehung und geistige Förderung der Jugend. Gar manches Kind ist führerlos geworden und hat hierdurch in seiner Leistungsfähigkeit nachgelassen. Welches Glück ist es daher für manches Kind, das in den meistens überfüllten Klassen der städtischen Schulen nicht seine Kräfte voll entfalten kann, in dem Schulzirkel eines Internats verpflanzt zu werden, in dem ihm jene gewissenhafte, individuelle Aufmerksamkeit zuteil wird, die seine schlummernden Kräfte voll zur Entfaltung bringen, sein Selbstvertrauen heben und festigen. Das seit 26 Jahren in Frankfurt a. M. bestehende, best rennommierte Israelitische Knabenrnstitut, Schülerheim Frankfurt, Trutz 47, hat auch in diesem Jahre glänzende Resultate bei seinen Zöglingen aufzuweisen. So bestanden sämtliche Zöglinge ihre Abiturientenprüfung an den öffentlichen höheren Lehranstalten und auch die Erlernen, die vielen Gymnasiasten und Realschüler, die des Nachmittags unter fachmännischer Aussicht ihre Schularbeiten ansertigen, fanden beste Förderung und erreichten ihr Klassenziel. Das Schülerheim mit seinem trefflich geleiteten Internat wirkt segensvoll wie ein Schulsanatorium, dessen UffWllM ff lfl, Cpfnjjrftn^an&Iung in Heiner. ÜMcmHIszMcln THulsHwierigreiten der Kinder zu überwinden. Gar oft werden für die Kinder Jahre gewonnen. Der bewährte Leiter des Instituts, Herr P. Klibansky nimmt Anmeldungen für das neue Schuljahr Trutz 47 entgegen. Die Töchterbild ungsan st alt und Haushaltungsschule von Maria Marcus wird ab April nach Montreur-Chillon (franz. Schweiz) verlegt. Es gelang der Leiterin, ein für ein Pensionat ideal schön gelegenes Anwesen zu pachten, das etwas erhöht, direkt an der Genfersee-Promenade, gegenüber dem im See gelegenen Schloß Chillon liegt. Das Haus hat 25 Räume, große Terrassen, Balkons, es hat eine herrliche Aussicht aus den See, und die Alpen, Bad, Zentralheizung. Garten, Tennisplatz. Die Zimmer sind so, datz zwei junge Mädchen ein Zimmer teilen. Die Lage des Hauses, das Klima, die gute Luft, bürgen dafür, daß die jungen Mädchen in gesundheitlicher Beziehung keinen geeigneteren Pensionsaufenthalt finden können, nennt sich doch gerade diese Gegend mit Recht die „Schweizer Riviera". Die Straßenbahn hält vor dem Hause, Bahnhof Deytaur — aus dem allerdings nur die Personenzüge halten — ist wenige Minuten entfernt. Die jungen Mädchen sollen im täglichen Umgang die französische Sprache beherrschen lernen und in ihrem richtigen Gebrauch durch eine Französin (gepr. Lehrerin) unterwiesen werden. Heber das sonstige Ilnterrichtsprogramm, sowie alles Nähere gibt der Prospekt Aufschluß. Wir weisen hierdurch auf das Inserat der Schwester Eva Lewenstein hin, betreffs Eröffnung eines Erholungsheimes für Kinder in St. Moritz. Die jahrelange Tätigkeit als Krankenpflegerin der Schwester Lewenstein und ihre jüdische Zuverlässigkeit bürgen für die gänzliche Erfüllung der Ansprüche, die heute einem jüdischen Kinderheim in den Alpen gestellt werden können. Die fünfte Lieferung des „K i z z u r" mit punktiertem Texte und deutscher Ilebersetzung ist erschienen und an die Abonnenten versandt. Alle fünf Lieferungen sind beim Verlage A. I. Hofmann. Frankfurt a. M.. zu beziehen, [f: i;> 032258^83^46

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