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Der Israelit · 1926-03-25 · Heft 13 (25.3.1926) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 13 (25.3.1926)
Date
1926-03-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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fr :i uiS 28.-Märr 1926. D er Äs tot Iit Nr 13 ®jem 7 fo unbedeutend, ,daß -das Rabbinat vpm nahen Hegenheim ays .du.chRab Mosche.rmann bm mitre'waltet wurde 4A »1895 hie Gemeinde mit 150 Mitglieoe.n berttts ihr« ersten selbständigen Geh oersuche wagen zu dürfen glaubte, lieh sie -sich von Hildesheiner .Hi, den jungen Cohn empfeh^n, und der Vierundzwanzigjährige gewann bald schon unit -seiner äußeren Erscheinung, mit seinem sicheren Auftreten, mit seinem sonnigen Wesen, das Kraft und Wärme .ausströmte, aller Herzen und Seelen. Der junge Rabbiner imponierte den Alten und Lernenden mit seinem tiefen jüdischen Wissen, das durch fleißiges Studium im Kreise Anderer nach Vervollständigung strebte, nicht minder war aber der Eindruck, den sein immenses profanes Wissen auf die Modernen und au' die Jugend ausübte. Sein Wort von der Kanzel herab wirkte zündend, aber mit der Sicherheit des Fachgelehrten beherrschte, er auch das Katheder, wenn er es betrat, um in wissenschaftlichen Vorträgen oder solchen aus dem jüdischen und allgemeinen Geistesleben Jung und Alt, Juden und Pichtjuden zu belehren. Aber Cohn begnügte sich mit hem Wirken in der Distanz, die zwischen Kanzel und Katheder aus der einen und AuditoriM auf der anderen Seile naturgemäß entstehen, nicht. Er arbeitete von Mann zu Mann, von Mund zu Mund und bereitete sich 'so mit kluger Voraussicht und in emsiger, zielbewußter Arbeit einen Boden vor, auf fdem er-fest und sicher, ohne-Wanken und Schwanken verharren konnte, als in - her Folge andere Winde hereinbrausten und seine Positionen, die Positionen von Thora und Emuna in. dieser zweitgrößten Gemeinde der Schweiz zu erschüttern suchten. Wer diese Jahre des Kampfes, wie Schreiber dieses aus nächster Nähe miterlebt hat, der muhte in dem. was in den letzten Jahren in Basel (die Gemeinde zählt heute über 500 Familien) erreicht und verhütet wurde, ein wahres Müntzer erblicken. Dieses Wunder -mag in der unverbrüchlichen Kraft des Thorajudentums begründet fein. Der Hüter an dieser Kraftquelle, daß sie nicht getrübt werde und nicht versiege, war Rabbiner Dr. Cohn. Das neologe Element unternahm immer s«d immer wieder meue Vorstöße, und es verfügte über Rabbiner Dr. Arthur Cohn b"Xh die Macht, über den Faktor, der an erster Sielte die Lebensbedingung einer Gemeinde sichert, das Geld, es bestand aus den besten Steuerzahlern. Wie der erprobte Feldherr, arbeitete Cohn in diesen Jahren nach zw er Richtungen: nach vorne gegen den eindringenden Feind, um das Ganze in seiner Ganzheit und Reinheit zu erhalten, aber ebenso intensiv nach hinten, um für alle Fälle einen sicheren Port für den Rückzug und die Rettung der bedrohten Fahne zu gewinnen. Damals gründete er das Veth Hamidrasch, in welchem täglich gelernt und auch gebetet wurde, damals lieh er sich einen hervorragenden jungen Thoragelehrten aus Ungarn kommen, dem er neidlos, nur der Sache dienend, zu der Ehre und Stellung verhalf, die dem Vertreter der Thora zukommen, und damals gründete er den Schaumre Thora Jünglings- und Männerverein. Das waren die Reserven im Hknterlande, die ihn deckten, die ihm den Rücken sicherten. Der Kampf nach vorne wurde aber mit den Waffen des Geistes und der wahren priesterlichen Liebe ausgcf fochten, mit einer Unentwegtheit und einer Lauterkeit des Herzens, die den Feind entwaffneten, durch Belehrung, durch Erbauung, durch Einwirkung von Mund zu Mund — Injn vw» pa vis® '2?ivv 2'v.i o'2ii 'nx -]Vn i w»2i mVcn inian ivpu' niini, — durch Begeisterung und Weckung von Liebe für die Thora, nicht zuletzt durch Entfaltung einer umfassenden Tätigkeit auf allen Gebieten der sozialen und philantropischen Arbeit, die den Rabbiner in den Mittelpunkt des Gemeindelebens stellte und auch den Exponenten des neuen Geistes die Wahl zwischen der Orgel und ihrem Rabbiner nicht schwer machten. Schon nach wenigen Jahren ruhte der Kampf, und die Institutionen, die aus diesem hervorgegangen waren, zeigten ihren vollen Segen in Jahrzehnten des schönsten Friedens. Alle Hemeindeinsiltutiönep, ei.schli.stich der neuerrichteten, des Sp i tals und der W a i sen an stal.t , blieben unter Aufsicht des Rabbiners in ihrer ungcgetrübten traditionellen Reinheit und Vortref lichkctt. Das Beth Hamidrasch 'unter' "Leitung des Herrn Rabbiner und des Herrn Schwarz bildete sich zu einem Horte des Thorastudiums heraus, in dem allabendlich die beiden genannten Lernvereine für Männer und Jünglinge ihr Heim hatten und am Sabbaihnachmittag viele Dutzends beim Lernen beisammen sahen. Die andere Seite, die dem Rabbi in früheren Zeiten soviel zu schaffen machte, gab willig und freud ig d a s Ge ld zur Erhaltung dieser Einrichtung her, und wenn der Herr Rabbiner am Sabbäih nach Schul das Katheder des Hörsaales betrat (es geschah dieses bis zum letzten Jahre allsabbatlich), da sah er zu seinen Fühen fast die ganze Gemeinde,'in den v o r d e r sie n Re i he.n diejenigen, die früher die Führer im Kampfe gegckn ihn und sein E haltungsprogramm waren. Es wäre eine Lücke in der Charakteristik dieses Mannes, wollte man nicht die persönliche Liebenswürdigkeit erwähnen, mit der Dr. Cohn Jedermann ent gegenkam, die Gastlichkeit, die jeder Fremde, jeder Bachur, jeder Student, kam er woher auch immer, im Rabbiner- Hause zu Basel, wo auch eine liebenswürdige, gleich geartete Gattin waltete und Kinder in Liebe zu Thora und Menschen heranblühten, fand. Heber Basel hinaus suchte Rabbiner Dr. Cohn die jüdischen Werte in der Schweiz zu sichern und gründete den EesetzestreueN Verein' in der Schweiz, der regelmäßig Konferenzen in Bafel abhielt. ' Unvergeßlich werden allen .Mitgliedern die Stunden bleiben, die man bei solchen Gelegenheiten im gastlichen Rabbinerhause verlebt hat. Und auch dem Vkii?’ bbs im ganzen war sein Sinn in Liebe und Sorge zugewandt. An der Wiege des politischen Zionismus in Basel stehend, konnte er aus nächster Nähe seine Entwicklung verfolgen und eine zeitlang mit hof'ender Seele dessen Gebrechen als überwindbare Kinderkrankheiten zuwartend aufehen. Er begrüßte den ersten Kongreß unter dem Ausdruck von Erwartungen, die er a"er n'cht e füllt sah. E: hatte in Gemeinschaft mit dem Badener Rabbiner während dieses Kon greffes eine längere Aussprache mit Herzl und Rordau, die seine spätere ablehnende Haltung, auch gegen dM Mis"achi, bedingte. Ms aber 1911 die Debatten und Beschlüsse des Kongresses zur Auflösung des damaligen Misrachi führten, schrieb er den denkwürdigen Artikel im „Israelit", der neue Wege wies und mit ein Anstoß war zur Gründung der Agudas Jisroel-Weltorganifation. Rur äußere Umstände waren es. die sein akti"es Mitwirken an der Agudaberoegung, mit der er seelisch auf das engste verbunden war, verhinderten. Man hätte hoffen dürfen, Rabbiner Dr.. Cohn noch weitere Jahre auf seinem Posten, wie er sich ihn geschahen hatte, zu sehen. Hatte er doch nur. ein Alter von 65 Jahren erreicht. Aber vierzig davon fallen auf den ununterbrochenen, treuen und au'opferungs-'ollen Dienst am Judentum der Thora. Möge diese Arbeit Früchte tragen, für seine Gemeinde, für das Judentum der Schweiz und der Welt. Und mögen seine Angehörigen und wir alle in diesen reichen Früchten unseren Trost finden. 1112 ii2i ii'. Nürnberg. 21. März. Wie wir erfahren, begeht Herr MBinet Di. Mllülirs Wm 25jäl)liges Am1sjudll«rrmt (RtillMHM Dl Mannes hat sich im Bierteljghrhunde-t fernes rabb!- nischen Wirkens als feste Stütze des th'ratreuen Judentums bewährt und hat auch auf dem Gebiete der Jugenderziehung zu Tauroh und Emuno Hervorragendes geleistet. Möge der Jubilar mit ungeschwächter Kraft in eine weitere Aera fegensvollen Wirkens eintreten.!Vtw 1122V1 mmn 1122V Neuhof bei Fulda, 21. März. Frau Jettchen L e v i, geb. Stern, begeht am 1. April in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag, Königsbach, 17. März. Herr Jonas Daube feiert heute seinen 79. Geburtstag in körvetticher und geistiger Frische inmitten seiner Kinder und 27 Enkel. An den vergangenen wnin w»' waren es 50 Jahre, daß er ununterbrochen als nVon Vs2 an den hohen Fest- und Feiertagen funttioniert, und dabei die ganze Gemeinde im Banne hält. Ebenso ist ihm die Freude besch'eben, seit Jahren seine Söhne als nVvn'Vv2 wirken zu sehen, und zwar nnsa üpV* Seine Gattin, die ihm aus dem geschichtlichen Beisingen hierher gefolgt ist, feiert am kommenden 13. Nissan den Verhältnissen nach in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß entbieten wir dem geschätzten Ehepaare unsere innigitcn Wünsche für ein ferneres Wohlergehen, srjnay* Vermischtes. Düsseldorf, 9. März. Am Sonntag den 7. März veranstaltete der Jüdische Madchenbund gemeinsam mit dem Israelitischen Jugendverein Chrw'ath Bachunm eine Purrm-Feier, verbunden mit Bibliitheks-Einweihung, zu welcher sich ca. 400 Personen zusammenfanden. Rach der Festrede des Herrn Rechtsanwalt Dr. Emil Lichtigfeld begann das reichhaltige Programm. Aus der Fülle desselben sind besonders die von Frau B. Marr einstudierte Kindersymphonie von Haydn, die meisterhaften Gesangsvorträge des Herrn Oberkantor S. Sof'e, aus Köln, das mit großem Beifall ausgenommene Bestspiel: „Der Weg der Treue" sowie die glänzend^' Ausführung eines Lustspiels hervorzuheben. Die. Feier bedeutete einen gewaltigen lkrfolg sürfdke beiden hier erst feit kurzer Zeit bestehenden orthödore» Jugendvereine, und ist ein Zeichen des unter dem Rabbinat unseres allrerehtten Herrn Rabbiner Dr. Weyl immer mehr anwachsenden jüdischen Lebens und Geistes in unserer Stadt. Die hiesige religiöse Jugend hat Mit dieser wohlgelungenen Feier bewiesen, daß sie ihye Ideale in der Heilighaltung und dem Studium unserer 'ipn mm erblickt. Hannover, 22. Febr. Das Kindererholungsheim der Zion-Loge auf Norderney nimmt für die Monate Mai, Juni und September d. Js. noch Anmeldungen entgegen. Der Verpflegungssatz beträgt pro Tag und Kind Mk. 5.— und. wird, falls nötig, noch ermäßigt. Diese Monate sind für erholungsbedür.tige und rekonvaleszente Kinder nach dem Gutachten unserer Äerzte wegen des besonders heilkräftigen Klimas an der See sehr zu empfehlen. Eine Lehrerin und Oberlehrerin stqht Unserem Heim zur Verfügung, so daß durch Unterricht im Heim Sch ul rersä umnisse ausgeglichen werden können. Es wird gebeten, alle Anfragen unter Bei.ügung von Rückporto an die Verwaltung des Kinderecholungsheimes der Zion-Loge, Hannover, Rathenauplatz 14, 1. zu richten. Druckfehlerberichttgyng. Im ersten Teile des homiletischen Artikels: „And unsere Häuser errettete Er" muß es 1. Spalte, Zeile 13 heißen: kämpfen und ringen zu fallen zu innerer Reinheit. Sprechsaal. Zur Beachtung! Vom Rabbinate der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. wird uns mitgeteilt: Es dürste wohl allgemein bekannt sein, daß ma» Salz, Mandeln, überhaupt Dinge, die nicht eigens für nvs hergestellt'werden, vor nvs belesen muß. De« genannten Gegenständen si.td häufig Getreidelörner, auch Brotstückchen beigemengt, die, wenn sie am nvs in eitet Speise gefunden würden, den ganzen Haushalt Chomez machen könnten. Man belese solche Dinge selbst dann, wenn man sie von jüdischen Händlern kauft, denn der Händler ist selten imstande, dies gründlich zu besorgen. Weniger bekannt ist, daß man auch getrocknete Zwetschen (Pflaumen) belesen muß. Man darf solche Zwetschen allerdings nur effen, wenn sie unter verlas licher Aufsicht getrocknet wurden. Werk jedoch diese Zwetschen größtenteils vom Auslande bezogen werden, so ist es schon häufig vorgekommen, daß, trotz aller Vorsicht, aus dem Transporte Eetreidekörner in dir Säcke schlüpften. Deshalb belese man auch UNÄr Au,sicht hergestellte Zwetschen. Das Belesen soll — wenn irgend möglich — vor dem Feste geschehen; jedenfalls jedoch vor dem Abwaschen der Früchte. Briefkasten. R. R. Der 19. Jjar 3682. N. K. in Plauen. Die Versicherung führt den Namen: Neichsverstcherung für Angestellte. Eine- Msicksverstcherung für Beamte gibt es nicht, da die «seomten la vom startf «»**««* Q«f ÄUdöllkhllU Mit) ©tnt£rDliS6?nW-9?erforguitg aiiä4stellt sind. L. Strin N. Nein, weil noY? warn vorhanden ist. St. in B. Der Geburtstag ist am 27. Aw. Die Barmizwo fällt auf rwi 'S R. 1000. Der Junge, der am 12. Januar 1914 geboren ist, wird am Barmizwo. her andere, der am 14. Oktober t9U geboren ist, am 'ar. Frankfurter Berichte. Die Generalversammlung der Synagogengemeinde „Israelitische ReUgionsgeseÜschaft^. Die Generalversammlung der Gemeinde fand nach ordnungsmäßiger Einberufung am Sonntag den 21. Mär^ nachmittags in der Aula der Realschule der Jsraelttischen Neligionsgesellschast statt und war von den EemeinVemitgliedern überaus stark besucht. Der vom Gemeindesekretär verlesene Bericht (er wird im Auszuge in d.ep nächste» Frankfurter Beilage wiedergegeben werden) entrollt ei» Bild emsiger Arbeit und steten Aufstieges trotz der Rot der Zeit, die selbstverständlich die Bilanz der Gemeinde >tark beeinflußt hat. Eine Diskussion knüpfte sich an de» Jahresbericht nicht an. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: In den Vorstand wurden die Herren Raftali Schwabacher und Jsaac Wolfs wieder-, Herr Albert Mainz neugewählt; in den Gemeinderat wurde Herr Leopold Schwab wieder- und Herr Dr. Hermann Oppenheim e r neugewählt. Schlußfeier in der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft. Sonntag Vormittag 10.30 Uhr waren in der Aul» der Schule Eltern der Schüler und Freunde der Schule in großer Anzahl versainmelt, um den Abschied der Absolventen von der Schule in weihevoller Stunde nist;u feiern. Lhirgesänge, Schülero chfter und Singpiele, vorttefjlich vorgetxagen von Schülern und Schülermnen der unteren Massen, leiteten die Feiestein und 1J r- : i;; r j iw; I; ins f, ü i! v si il l j;

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