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Der Israelit · 1926-03-11 · Heft 11 (11.3.1926) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 11 (11.3.1926)
Date
1926-03-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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?5> Settel Nr. 14 DerJsraelit 29 MLrz 1938 feines Besuchers. Dann aber zogen sie diese langsam zu sich heran, während die zitternden Lippen vor innerer Bewegung kaum die Worte zu formen vermochten: „Eure Mutter war meine selige Schwester. Ihr Andenken sei zum Segen!" Wollen wir nun schildern, was dieser Entdeckung folgte? Wer vermöchte überhaupt, die Gedanken und Gefühle wiederzugeben, die die Herzen der Beteiligten in jener Stunde durch- Bank-Kapital, wo der jüdische Einfluß weit geringer ist, als man vielfach glaubt. Unter den Trägern der sechs größten Einkommen in Amerika (John D. Rockefeller, Andres Carnegie, Ruffel Sage, W. A. Clark, G.. I. Gould, I. Pierpont Morgan) befindet sich kein einziger Jude. Unter den 12 Männern, die die höchsten Jahreseinkommen in den Vereinigten Staaten beziehen, befindet sich nur ein Jude. Otto 'S). Kahn, und dieser rangiert erst an neunter Stelle. Unter den 12 reichsten Männern der Welt befindet sich überhaupt kein Jude. In Deutschland liegen die Verhältnisse nicht anders Schon im Jahre 1912 hat der Herausgeber der „Jahr: bücher der Millionäre", Dr Rudolf Martin, festgestellt, daß unter den 12 reichsten Preußen, deren Vermögen mehr als 50 Millionen Mark betrug, nur drei Frankfurter Berichte. Oberkantor D. Peissachowitz. Zu seinem 25jähr!gen Amksjubiläum. Am ersten April sieht Herr Oberkantor B. P eiß achowitz auf ein volles Vierteljahrhundert seiner Amtstätigkeit an der Synagoge der Israelitischen Religionsgefellfchaft zu Frankfurt a. M. zurück. Als Mensch und als Kantor, als Freund und Meister des jüdischen Gesanges gleich beliebt und geachtet, darf er diesen Tag nicht als Abschluß, sondern als Beginn einer neuen Aer« mm (ms Sn|^lcnt Cü jj’T; . EM ES? ES? anSbAettfAitle in Sdmiutitnb (Sut(ettatt). strömten? Und wer all den Wegen folgen, die der Geist des Jünglings in der Folge unter der Leitung seines auf ungarischen Jeschiwaus herangebildeten Oheims einschlug, bis er endlich auf deutschem Boden wieder öffentlich zum Judentum zurückkehrte? Wir wollen uns mit einigen Feststellungen ' tatsächlicher Natur begnügen. Der junge Mann nahm die Lehre des Judentums leicht und willig auf, denn sein Herz war jüdisch geblieben. Ein breiter Strom kindlicher Liebe verband ihn mit der Vergangenheit. Besonders gefiel ihm, daß keiner seiner Lehrer von ihm verlangte, die Gefühle der Dankbarkeit, die er gegen alle hegte, die ihm je Gutes erwiesen hatten, zu wandeln. Nur seinen Beruf vertauschte er, indem er sich dem eines Gymnasiallehrers zuwandte. Schon nach wenigen Jahren fand er eine geeignete Anstellung. Seine erste Ferienreise führte ihn in ein österreichisches Gebirgsdorf. In seiner Begleitung befand sich ein würdiger Greis. Am Ziele ihrer Reise angekommen, suchten sie den jüdischen Friedhof auf. Dort standen sie lange und schweigend an einem einsamen Grabe. Bis endlich der Jüngere flüsterte: „Mutter, siehst Du? Dein Salomo — ist Jude." Die Legende von der jüdischen Herrschaft in der Weltfinanz. Herr Dr. Richard L e w i n s o h n, Handelsredakteur der „Vossischen Zeitung", läßt demnächst unter dem Titel „Jüdische Weltfinanz", bei Hoffmann u. Campe eine Schrift erscheinen, in welcher er durch eine eindrucksvolle Zusammenstellung von Tatsachen und statistischem Material den erdrückenden Beweis dafür liefert, daß die Behauptung einer jüdischen Vorherrschaft auf international-finanziellem Gebiet ein Märchen ist. Das internationale Kapital befindet sich in arischen, und nur ein verschwindend geringer Prozentsatz in jüdischen Händen. Das gilt nicht nur für das Industrie-Kapital, das fast ausschließlich „judenrein" ist, sondern auch für das jüdische Namen waren, darunter zwei Angehörige der Familie Rothschild und ein Mitglied der Familie Speyer. Der damals reichste Jude in Preußen und zugleich in Deutschland, der Frankfurter Baron Max von Goldschmibt-Rothschild stand mit 107 Millionen Mark erst an vierter Stelle; Freifrau Mathilde o. Rothschild mit 76 Millionen an siebenter, Kom- Oberkantor B. Peissachowitz. merzienrat Eduard Beit v. Speyer mit 76 Millionen Mark an achter Stelle. Seither haben sich die Verhältnisse sehr gewandelt. Während das Vermögen von Krupp und der anderen arischen Industrie-Magnaten sich vervielfachte, hat sich das Vermögen der Rothschild- Familie stark vermindert. Daß das Erbe von Stinnes inzwischen sich verflüchtet hat, ändert nichts an der Tatsache, daß der typische Ausbeuter der deutschen Not in der Kriegs- und Nachkriegszeit ein Arier war. erfolgreichen Wirkens sehen. Begabt mit etttät! Mächtig volltönenden und zugleich weichen und wohlklingenden Bariton-Baßstimme und im Besitze einer gründlichen Schulung, unterstützt von reichem, musikalischem Empfinden, wurde er zum besten Interpreten des traditionellen Frankfurter Chasonus. Er verstand es aber, darüber hinaus, innerhalb der von Nigun und Minhag gesetzten Grenzen eine kantoral schöpferische Arbeit zu entfalten, den alten Nigunim Leben einzuhauchen, daß man den Vortrag, bei vollendeter Technik, als Altvertrautes begrüßt und dennoch immer dabei von einem neuen Reize angelockt wird. Herr Benno Peissachowitz ist 1878 in Kopil bei Minsk geboren. Früh die Eltern verloren, kam er ins Haus des Großvaters, der Rabbiner und Leiter einer Jeschiwah war. Dort wurden seine Stimme und seine musikalische Begabung bald erkannt, und bedeutende Chasanim ließen sich seine erste Ausbildung angelegen sein. Mit achtzehn Jahren kam er mittellos« nach Berlin, wurde Lieblingsschüler des Prof. Saydemann am Sternfchen Konservatorium und erwarb sich rasch in Berliner Kantorenkreisen eine gewisse Popularität. In jugendlichem Alter von 22 Jahren erhielt er die ehrenvolle Berufung als Oberkantor der Israelitischen Religionsgesellschast nach Frankfurt a. M., nachdem er sich vorher schon in Berlin erfolgreich betätigt hatte. Allen Lockungen und Versuchungen der Bühne widerstehend, folgte er doch der Neigung seines Herzens, die nach dem jüdischen Omud in einer gesetzestreuen Gemeinde ging. Nachdem Peissachowitz hier die Synthese zwischen seiner Kunst und der Tradition auf dem Gebiete des Synagogengesanges vollkommen gelungen war, setzte er sich mit großer Ausdauer an die Arbeit, das Frankfurter Chasonus in Noten niederzulegen, und daraus ist ein großes Kompositionswerk entstanden, das den Frankfurter Nigun, vom Wochentags-Adon Olam bis zu den höchsten Festgesängen lückenlos umfassend, im Besitze der Gemeinde Israelitische Religionsgesellschaft ist. Mit der Errichtung der neuen Synagoge Friedberger Anlage 1907 konnte die Stimme Peissachowitz's in ihrer ganzen Stärke, Schönheit und Klangfülle zur Geltung kommen. Noch bis zum letzten Jahrzehnte arbeitete er hier an seiner Weiterbildung und zählte zu seinen Lehrern u. a. auch den Prof. Meschart. Wie als Kantor, ist Herr Peissachowitz nicht minder als Mensch beliebt und überall gern gesehen. An der Seite seiner Gattin, einer Tochter des bekannten Oberkantors der Berliner Adaß Jisroel, Dubowski-^r und im Kreise lieber Kinder, führt er ein Haus, in dem sich Freunde und Bekannte stets wohl fühlen. Möge es ihm gegönnt sein, in ungeschwächter Kraft noch weitere Jahrzehnte seine Kunst in den Dienst der Gemeinde zu stellen, zur Weckung tiefer Andacht im Sinne des imirri 'k nr.

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