Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 9 (25.2.1926)
- Date
- 1926-02-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Z$ Seitens» Nr. 9 25. Februar 1926 Der F s r a s l i t Einem anderen Scribenten stellte Rabbi Eisele das Zeugnis aus: ,33Vi'^> ,33oy.3 3'7N.3. was sonst höchstes Lob ist, in diesem Falle aber etwa den Sinn hatte, daß er das Papier in seinen Urstoff (Lumpen) wieder verwandelt hat. * * * Man beklagte sich beim Rabbi über einen reichen Mann, der wohl Krüppel und Kranke unterstütze, arme Gelehrte aber lieblos aus dem Hause weise. Rabbi Eisele fand es ganz begreiflich: „Wenn dieser Geizhals nämlich die Kranken zu Gesicht bekommt, überfällt ihn die Angst, er könne einmal vom gleichen Schicksal betroffen werden. Was hat er aber beim Anblick eines Gelehrten zu befürchten? „Von der Krankheit ist er für alle Zeiten bewahrt. ..." Funk-Heil. Von Dero Bedinget. Am Tifcho b'Av sprach im Rundfunksender eine Religionslehrerin über „das Drama in der modernen Literatur" und am Simchas Tauro über C. F. Meyer. Wiederholt auch sprach sie am Schabbos. Darauf bezieht sich das Poem. Wer schleppt sich so mühsam die Straße entlang, Mit leerem Magen und Kinnaus-Gesang? Es ist eine Jungfrau. Ins Herz sie traf Der Tifcho b'Av. Die lechzende Zunge klebt ihr am Gaumen: Sie fastet. Schwer lastet auf ihrer Seele Jerusalems Fall. — Tifcho b'Av! Die Jungfrau schleppt sich zum Rundfunksender, Und jenen Müttern der Vorzeit vergleichbar, Die schrieen zum Himmel beim brennenden Tempel „Ein furchtbares Drama, schrecklich und grausig zugleich" — So schreit sie mit knalligem Ton Ins Mikrophon „Ueber das Drama unserer Zeit." Ein Moaus Zur für Purim.'' (Einblattdruck der Frankfurter Stadtbibliothek. Mitgeteilt von Aathan Mamöerqer, Buchhändler.) *m T1S7Ü imiyo nr nmm nnwo nra imV : -pn^ irno' rvu irvu ■>» nv wo: nnf rrijn nVa npan ny 3y Wan1? iani nj?iy 3ipa i3*p8a n^i33n i3pi ntontp p; yon njn» 3aa iSHt toi :nto» paj? n*v tfj?3 tk ’»3a 7i3a «plan p ’aaK tfpy nsr asn toi nnaip'3 iTiisai Y8tp3 'ISA D83 y'n» ivip 3371 i'3a to l'I^Iyi :»'pip.3 SIN B3?j#3j? yi3T -jWn nyiatfn tf’n ij'nW n»j?3 aipa nywto 'apa» 'yyy 3157 Tiy» nniito .383 'y^'38 n'a stay rrnn rpy otfi nao» f'a.I nvV npia» 3v ay 3»i |’?a Ti? liii 3Wa :nara^ la'to ’38'a,3 W'3p. 3'33 'yvj?V ab qw aai '313.31 (*8ab 831 'yan8 ii'.1; 'a 'Hyo» pn» ]'?i 'naanw oy»a re baanf pnytfia apaw' *]ioV 'to i8?pa a'ar; a'aatfn '»'? '78 'D"7pv niain ixaai a'aatfi Tiia” itoVi Am Tage der Trauer rundfunkte man also. Doch am Tage der Freude schwang sich die Jungfrau Erneut empor zu lichteren Höhen. Während man tanzte zu Ehren der Thora, Des Todes des großen Propheten gedenkend. Funkte sie prompt zur Geburtstagsfeier Des C. F. Meyer. - Ja, noch mehr! Wenn der Sabbat beginnt. Durch die Luft sie spinnt - Ihre feinen Fädchen; Und bevor er geendet Sie schleunigst sendet Gewichtige Reden. - Es reichen die Tage der Woche nicht aus. Den Sabbat nimmt sie zur Hilfe. Und diese Rundfunkbeteiligung Ist ihre Sabbatheiligung. , Die innige, sinnige Maid, Spricht häufig zu unserer Zeit, Den Äther stilvoll durchquerend, Schabbos und Jontof verklärend, 1 Neuland entdeckend, Kulturen beleckend, Von Dingen redend, Die fremd ihr find Wie der Tifcho b'Av. / , Wann wieder sie spricht? Ich weiß es nicht. Vermutlich — ich zitt're — Zu Kol nidre, Ueber Parfifal f.- Und den heiligen Gral; Oder am Purim Ueber die Ruhr im .;; Nsandsrtal. Funk-Heil, du Vor deinesgleichen behüte Der liebe Himmel uns. Doch darf einen guten Rat ich dir geben Fürs Leben? : 0, sprich und schreibe nicht gar so krumm Fürs Publikum. Es rächen die Sünden der Feder Sich früher oder später, '' Und daß zur Unzeit du gefunkt, Ist sicherlich ein wunder Punkt. So schweige denn! Dein Schweigen gefällt Der jüdischen Welt. Funk-Heil alleweil! Ny^N .3318 '3 nyin n?V?p ]'8i |ia38 ’aa |iain in? :nyntf nyi apni a'3M iniaai »’3»83b 03 NV^I ,33’3 '33 (**,33'3a toK :a'333i 3'tp‘a iy?p rr"yi3 'i t]’»D “i"n5 rrs v"v (•• (* Purimspieler im Amsterdamer Ghetto. *) D?r> Berfasssr i>er zlsrnlrc^ ZälMZMM PllZ rodie des Chanukkaliedes NIL 71S» ist Eabrrel Polak, gest. 1869 als Schulvorsteher in Amsterdam. Der Autor, bekannt durch eine Reihe wissenschatflicher und belletristischer Schriften in hebräischer und holländischer Sprache, vor allem aber als Uebersetzer der Gebete ins Holländische, hat die Parodie im Jahre 1849 bei David Proops in Amsterdam auf einem Folioblatt drucken lassen und seinen Freunden und Bekannten gesandt. (Vgl. Literaturblatt des Orients S. 182.) Nach einem in der Frankfurter Stadtbibliothek befindlichen Exemplar hat L. Löwenstein das Gedicht in dem von ihm herausgegebenen Blättern für jüdische Geschichte und Literatur (Jg. 3, (1902) S. 15 bis 16 neu gedruckt. Da aber auch diese Blätter heute nicht mehr im Buchhandel zu haben sind, wird dieser Neudruck manchem willkommen sein. Zwei Anekdoten von einem Ein Maggid kam in eine Stadt, wo man nicht viel Verständnis für Thora und Moralreden hatte. Seine Anhänger wünschten unbedingt eine Rede, was aber der löbliche Vorstand strikte verbot. Nach vielen Verhandlungen erklärten sich die hoen Herren in der Gemeindestube damit einverstanden, daß der Maggid rede, aber unter der Bedingung, daß er keinen einzigen Possuk zitiere. Nun war am Sabbat, die ganze Gemeinde in der Synagoge versammelt, auch die Gemeindegewalttgen auf ihren Ehrenplätzen, alles aufs Aeußerste gespannt, wie der berühmte Maggid ohne Possuk auf der Kanzel ferttg werde. Dieser fing an, eine Geschichte zu erzählen: „Einstens bat mich mein Freund, zu ihm zu Tische zu kommen. Ich sagte: „Ich getraue nicht recht zu Deiner Türe hineinzugehen, da stets große Hunde davor sind, die mich, wütend anfallen." Darauf der Hausherr: „Meine Hunde/ sind abgerichtet, daß, wenn ihnen ein bestimmter Bibelsatz entgegengerufen wird, sie sich sofort beruhigen" und er teilte mir den Possuk mit, der dazu, dienen sollte, die: Hunde zu zähmen. Wie ich aber zur besttmmten Stunde mich der Türe meines Gastgebers nähern wollte, fielen mich die Hunde mit einem wüsten Gebell an, daß ich mir nicht zu helfen wußte. Der Hausherr rief zum Fenster hinaus: „So sage doch den Possuk." „Ja," gab ich zurück, „wenn mich doch aber die Hu den Possuk gar nicht sagen lassen." . . . Die Herren von der Ostwand verstanden und verschwanden, worauf der Maggid in seiner gewohnten Art mit Possuk seine Droschoh halten konnte. Ein anderes Mal passierte es ihm in einer anderen Stadt, daß ein hochmögender Parnes die Bekanntmachung des Maggid in der Synagoge Herunterreißen ließ. Trotzdem war die Synagoge gefüllt und der-Maggid begann wie folgt: „Als ich neulich zu meiner Familie nach Hause kam, lag meine Frau krank zu Bett und ich muhte die Speisen für den Sabbat stlbst bereiten. Ich ging zu dem Metzger und der empfcchl mir, eine Zunge zu kaufen, da sie am leichtestem M kochen ei. Da ich mich aber in solchen Dingen nicht auskenne, öat ich den Fleischer, mir aus einen Zettel, genau die Zubereitung aufzuschreiben. Ich klebte den Zettel an die Zunge und ging nach Hause. Auf der StrcH.e kam mir aber ein großer Schlächterhund entgegen, der das Fleisch roch und mir nun die Zunge aus der Hand reißen wollte. Ich fetzte mich zur Wehr und es gelang ihm nur, den Zettel abzureißen, mit dem er davon lief. Ich aber dachte:: „Was nützt es dir, dummer Hund, daß du den Zettel abgerissen. Die Zunge bleibt mir doch. . . Und er benutzte nun die Zunge, nicht: gerade zur Erbauung des „Abreißers", der für den Spott nicht zu orgen brauchte. *nn 'B’33ya 8^»a |rrVty ^y 'B’3pn a'iya rinii naiVa ♦nrrpaa miyp Vy 'B'iyia v»n b'itö rmyoV •B'3V7 nnatfa lo^ynn rnm 'min ’^a ,ttwd ^>3K '.3318 8^a jraa '.33ian 33,3» wpa pb vnatya oyai 3on 3v8 .rnmna aab pairft 'inVa lawV Vy 3iyai '1111833 13333» 83318 V'8 »p -1713171 y»V7p ',301/3» Q'SOKJna ,3»P /33.31 ',3»rft» 7131371 iy»V.31 D’3S T’y 3V8 tor •D'liya 71133 ,3T '33.3 '3S1? 3331??N»V 301» )'K 7iy3 )’8 B8 »nDDna 3*]n om 13333» 83318 By p3S,3 :3»8'1 '1’3'ptöty i»t ‘jo y38N '»y ]y '7757» T’J7,3 pb '710310» JTiy3 ♦nS3 118331? ,TiT blb B'sa lypn abia '»'378 1^57 "33.3 'N^ .^Ipl E. Agulnik, Bad Kreuznach.