Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 9 (25.2.1926)
- Date
- 1926-02-25
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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. 25., geftruar V1926 Der Isr a e l i t Nr. 9 Sette 18 rrnd' fehr^oft"i>irekt'Iegendie a:eligiösen Interessen handelten. 1:"^' . v\ , Das Aebereinkommen in Warschau wird nicht ohne Einfluß auf die! ^unparteiische" Partei in der ganzen Provinz bleiben. Die" größte jüdische Partei hat Nicht bloß den Wewers geliefert, daß ein Ausgleich möglich sei, sondern sie hat an einem schlagenden Beispiel bewiesen, daß nur die Vereinigung aller orthodoxen Kräfte noch imstande ist, den grenzenlosen Machtgelüsten der .Zionisten einen Damm zu setzen. Uebrigens handelt es sich nicht bloß um Machthaberei und die Jagd nach Ehrenstellen. Der Charakter und das Wesen der Gemeinde als einer religiösen Institution ist im Spiele. Wenn sie bisher auf gesetzlichem Wege den Umbau der Kehilloh in ein weltliches Organ nicht durchsetzen konnten, wollen die Zionisten und gleich ihnen die sozialistischen Parteien de facto die Verweltlichung durchführen, wobei die Religion und ihre Anstalten, wie Schetfpfa die Geldmittel für die t> emteintltcfjen „nationalen" Iwelle hcrgebkn svllrn, „Wir sind nicht hergekommen," erklärte gleich in der ersten konstituierenden Sitzung der Vertreter der Poalei- Zion, „um mit ihnen (den Orthodoxen) friedlich mitzuarbeiten, sondern um ihnen das Leben zu verbittern und sie in ihrer schädlichen Arbeit zu stören." Welche Arbeit er und seine Gesinnungsgenossen bis tief ins bürgerlichzionistische Zentrum als schädlich bezeichnen, hat er in seinen weiteren Ausführungen gar nicht ins Dunkel gehüllt. Von der Tribüne der Kehilloh wurde der rücksichtslose Kampf gegen sie, gegen ihren religiösen Charakter erklärt. Die Warschauer Assimilanken fordern eine eigene Gemeinde. Warschau, 16. Februar. Die Vereinigung der „Polen mosaischer Konfession" überreichte heute der Regierung ein Memorandum, in welchem die Errichtung einer separaten Gemeinde für die Polen mosaischen Glaubens gefordert wird. Die Forderung wird damit begründet, daß die neugewählte und jetzt in Funktion getretene Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde jüdisch-nationalistisch gesinnt ist. Board of Deputies und die internationale Lage der Juden. London, 15. Februar. In der gestrigen Sitzung des jüdischen Deputiertenrates (Board of Deputies) berichtete zunächst Herr Lucien Wolf über die Lage der Juden in Rumänien, die sich, wie er feststellte, immer weiter verschlimmert. In Polen wird das Verhältnis zwischen den jüdischen Parteien und der Regierung immer gespannter. In Ungarn, sagte Mr. Lucien Wolf, wird eine hinterhältige Propaganda gegen die Beschlüsse des Völkerbundrates mit Bezug auf den Numerus clausus betrieben. Die Frage der rituellen Schächtung in Norwegen wird demnächst das dortige Parlament beichäftigen. Es besteht Gefahr des Verbotes der Schechita. Schritte wurden unternommen. Mr. Joseph Prag wurde per Akklamation zum Vizepräsidenten anstelle des zum Präsidenten gewählten Mr. d'Avigdor Goldsmid gewählt. , Es entständ eine Diskussion über die Fremden-Gesetze in England. Mr. Schiff teilte mit, daß die Frage der Einbürgerung Fortschritte macht. Leider hat das Innenministerium polnischen Rabbinern, die von jüdischen Kongregationen eingeladen wurden, das Einreisevisum verweigert. Auch 'Mr. Samuel Finburgh, Mitglied des Unterhauses, bestätigte, daß die Aktion der Einbürgerung befriedigend fortschreitet. Der Wasserkrieg in Palästina. London, 17. Februar. Das Richterkomitee des Geheimen Rates beschäftigte sich heute mit der Berufungsklage des Distrikts-Gouverneurs des Jerusalem-Jaffa-Distrikts und des Präsidenten der Jerusalemer Wasserversorgungskommission gegen die Entscheidung des palästinensischen Obersten Gerichtes, wonach die Regierung kein Recht hat, in Zeiten der Wassernot aus den Quellen des Dorfes Urtas Wasser für Jerusalem Heranzuschasfen. Der Geheime Rat entschied, daß das Urteil des Obersten Gerichtes Jerusalems in seiner Begründung fehlerhaft sei und daß die Behörden durchaus ein Recht haben, aus anderen Gemeinden Wasser für Jerusalem heranzuholen. Italien« Lehrstuhl für semitische Philologie. Rom, 15. Februar. Laut Beschluß des italienischen Unterrichtsministeriums wurde an der Universität Florenz ein Lehrstuhl für semitische Philologie geschaffen. Professor F u r l a n i, der hier als Autorität auf dem Gebiete der semitischen Sprachforschung galt, wurde zur Leitung dieses Lehrrstuhles berufen. Fvtinkrsieh. Ein Departement für jüdische Angelegenheiten. Paris, 14. Februar. Der französische Ministerrat beschloß, beim Ministerium für auswärtige Angelegenheiten ein spezielles jüdisches Departement zu errichten. Leiter desselben wird tmi Canot, m vlHMge Lcklkl bkZ KkkNstkMM für reilgwfe Angelegenheiten, sein. (33121.) Die Gemeindeordnung in Palästina. Jerusalem, 18. Februar. Der offizielle Regierungs-Anzeiger veröffentlicht soeben eine allgemeine Verordnung betreffend die religiösen Gemeinden in Palästina. Auf Grund dieser allgemeinen Verordnung ist der Oberkommissar bevollmächtigt, zu gegebener Zeit die Position der jüdischen Gemeinden in Palästina durch eine spezielle Verordnung zu regeln. In der allgemeinen Verordnung ist vorgesehen, daß die religiösen Gemeinden juridische Personen sind und Besteuerungsrecht haben. Ihre Funktionen sind aber auf rein religiöse Angelegenheiten beschränkt. (ITA.) Hafenemigranten nach Palästina. Jerusalem, 12. Februar. Von den ca. 3000 bis 4000 jüdischen Emigranten, die auf dem Wege nach Palästina in Konstantinopel und anderen Hafenstädten stecken geblieben sind, werden in Ausführung eines Abkommens zwischen dem Vereinigten Evakuations-Komitee und der zionistischen Palästina- Exekutive sobald als möglich mindestens 400 in Palästina zugelassen werden. Das Komitee gab der Zionistischen Exekutive eine Garantie für den Unterhalt dieser 400 Einwanderer während des ersten Jahres in Crez Jisroel. Die Einwanderer erhalten die Reisekosten und diejenigen, die ein bestimmtes Handwerk betreiben, Werkzeuge. Außerdem ist eine gewisse Summe für Anleihen ausgesetzt, die den Einwanderern die Niederlassung erleichtern sollen. (ITA.) Rebellenterror gegen den Oberrabbiner von Damaskus. Damaskus, 16. Februar. Der Oberrabbiner von Damaskus erhielt von dem ^ebellenkomitee ein Schreiben, in welchem er aufgefordert wird, sofort 500 Goldpfund für die Gemeinde zu erlegen, die der Rebellenkasse zugeführt werden würden. Sollte das Geld nicht bald zur Stelle geschafft werden, so wird ein räuberischer Ueberfall stattfinden. (ITA.) Ankunft der Delegation. N e w - N o r k, 8. Februar. Zu einer imposanten Kundgebung gestattete sich hier die Ankunft der Herren Jacob R o s e n h e i m, Naiyan Sondheimer und Leo W r e s ch n e r, die mit dem Hapag-Dampfer „Albert Ballin" am Sonntag Abend den 7. Februar hier landeten. Trotz der grimmigen Kälte, die hier schon seit beinahe zwei Wochen herrscht, waren doch Hunderte am Pier erschienen, um den Präsidenten der Agudas Jisroel zu begrüßen. Herr Rabbiner Dr. Leo Jung überbrachte den Herren offiziell die Grüße der Agudas Jisroel in Amerika. Auch viele Reporter der hier täglich erscheinenden jüdischen Zeitungen waren da. Die große Propaganda-Rede für Agudas Jisroel hält Herr Rosenheim am Samstag abend den 13. Februar in der Synagoge „Rodef Scholaum", worüber noch berichtet wird. Rinderecke. In jener Nacht ..... Von Lehrer Oskar Simons in Köln. Ueber Schuschan, der Burg, liegt tiefe Nacht; Kein Laut die Stille durchdringt. Achaschwerosch, der König, allein nur wacht, Und plötzlich auf er sich schwingt. Er kann nicht schlafen in dieser Nacht, Zu sehr die Gedanken sich jagen; Und hat sonst der Wein noch so große Macht, Heut' will ihm der Schlaf nicht behagen. WrsllWli fein Musch, such skkökmö fm fim Und im Hökzm Senkt er mit Grollen. Wohl spricht er's nicht aus, zu hart ist es ihm: Was mag Esther von Haman nur wollen?. Und sollte denn doch ihr Herze nicht rein, Ihre Liebe nicht ganz mir gehören? Nein, das kann, das darf nimmermehr fein! Das darf mir mein Glück, den Frieden nicht stören! Ihr Diener herbei, bringt das Königsbuch! Lest mir vor von vergangener Zeit: Von Persiens Segen, von Persiens Fluch, Von meines Reiches Herrlichkeit! Und also geschah's, und geschrieben man fand. Von Mordechai, der den König befreit; Durch ein Wunder gefügt hat's die göttliche Hand, Die uns beisteht zu jeder Zeit. „Welcher Lohn dem Mordechai wurde zuteil". Der König verwundert nun spricht; „Ihm, dem ich verdanke mein Leben, mein Heil, Den zu ehren war heilige Pflicht?" „Noch ward ihm nicht Dank, auch Preis ward ihm nicht". Erwidert die Dienerschar. „Wer ist denn im Hofe", der König spricht; „Schon graut der Morgen wohl gar." Und Haman so früh schon gekommen war. Damit heute noch Mordechai büßt. An den Galgen hängen wollt' er ihn gar, Weil nimmer er ihn gegrüßt. Und Haman zum König gerufen ward, Und der König Hub also an: „Wie kann ich belohnen auf Fürstenart Den, der mir Gutes getan." Haman bei sich im Herzen nun dacht: „Wer kann der Erkor'ne wohl sein! Jetzt Haman gilt's, jetzt gib gut acht. So ehrt der König nur Dich allein!" Und Haman, der nun des Stolzes voll, Zum König wohl also spricht: „Das Haupt eine Krone tragen soll, Hell strahle sein Angesicht! Ein Königsgewand bedecke ihn, Cr besteige ein königlich Pferd. Ausrufen soll ein Herold vor ihm: Sehet ihn, den der König geehrt." O Haman, dies Wort dein Fallstrick war. Nun hat dich der König erkannt. Du strebst wohl selbst nach der Krone gar. Nicht nur nach der Königin Hand! Dem Haman gerechte Strafe ward, Doch Mordechai zu Ehren kam. An dem Galgen, der für ihn errichtet ward, Haman ein Ende nahm. Wie alles kam, zu wissen euch dürft', Was geschehen in jener Nacht, So wisset denn: nicht Persiens Fürst, Der König der Könige hat gewacht! Jluf die Minute Adolf Matt Gr. Friedbergerstr. 43 Ecke Schäfergasse Uhren Juwelen Trauringe Gold- und Silber waren Gat eingerichtete Reparatur-W erkstätte Zum ersten Male in diesem Jahre wird auch das „Hotel Blum" in Oberhof i.Th. zu Pessach geöffnet sein. Alle Vorbereitungen sind getroffen, um den Gästen einen angenehmen Aufenthalt bei mäßigen Preisen zu bieten. Die Tannenwälder des Thüringer Waldes, rings um den Ort gelagert und ohne nennenswerte Steigung, laden zu erquickenden Spaziergängen ein.