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Der Israelit · 1926-02-11 · Heft 7 (11.2.1926) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 7 (11.2.1926)
Date
1926-02-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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11. Februar 1926 Seite 6 Nr. 7 Die Schechita untersteht der Leitung zweier Kommissionen, von denen eine, die Kaschruth-Ko m - m i s s i o n, sich aus 6 Rabbinern zusammensetzt, welche in gleicher Zahl und Weise durch Oberrabbiner Rgbbi Chaim Sonnenfeld und sein Beth Din, wie durch das Obetrabbinat Kuk zu wählen sind. Die Kaschruth-Kommission ist beiden Rabbinaten gegenüber verantwortlich. In Fällen von Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Rabbinaten ist nicht Stimmenmajorität ausschlaggebend, sondern jedes von ihnen behält die Entscheidung innerhalb seines Kreises in der Hand. -Die zweite Kommission setzt sich ebenfalls aus 6 Mitgliedern zusammen, die |?cnritcitxfdp oorc Seihen Setiert geroäfjtt jtnb. <£s her einen Seite iein Vetorecht zu bezüglich der Wühl «ns der anderen Seite. Die zweite Kommission hat lediglich Finanz- und Verwaltungsobliegenheiten, während alles, was Kasfchruth betrifft, von der Kafchruth-Kommission geordnet wird. Ueber die Zuverlässigkeit eines Schochets oder eines Aufsichtsbeamten entscheidet entweder die Stimmenmehrheit der gesamten Kaschruth-Kommission oder die Einstimmigkeit der drei Mitglieder der einen Partei innerhalb der Kommission in Uebereinstimmung mit dem Oberrabbiner und dem Beth Din dieser Partei. Vorschläge in Kaschruth-Sachen, die von den Mitgliedern der einen Partei im Einvernehmen mit dem Rabbinat gemacht werden, dürfen keiner Opposition auf der anderen Seite begegnen. Die Schochtim des Waad Hoir Hoaschkenafim bleiben in ihrem Amte, bei der bisherigen Besoldung. Dagegen muß jeder neu anzustellende Schachet die Autorisation von beiden Rabbinaten besitzen. Im weiteren werden durch die Bestimmungen die finanziellen Fragen, die Einnahmen und die Verwendung der Gelder aus der Schechita geregelt. Bei Nichteinhaltung der Bestimmungen durch die eine Partei steht der anderen Partei das Recht zu, eine eigene Schechita einzurichten. Eine Abschrift des Abkommens geht der Regierung zur Bestätigung zu. Personalien. Köln a. Rh., 4. Februar. Es ist eine herrliche Frucht jüdischer Erziehung, wenn ein Jüngling nicht allein mit >.r Lust der Jugend den Ernst des Alters vereinigt, ndern auch im irdischen Leide die Lebensfreude in seiner rust rege hält. Solch ein Jüngling war der im blühen- ■ n Alter von 17 Jahren am 28. Tewes verschiedene manuel Wolf, dessen frühes Ableben alle, die ihn unten, in tiefe Trauer versetzte. Der Schwung seiner .. rele war. eine unbeschreibliche Liebe zur Tauroh und r heiße Drang, sie unentwegt in die Tat umzusetzen. > war ein Erlebnis, zu schauen, mit welcher Dankrfelt er an jemen Ottern 3£&ie' fjrattet her c»rr seit früher irr die Gebiete der" Trrrrroks rgeweiht. Wie schritten sie gemeinsam im Lause der . chre von zarten Pfaden zu steilen Höhen, auf deren lichtumspieltem Gipfel er im letzten Monde seines kurzen Lebens selbständig in der rri», von pv'z lernte und die gerade erschienenen rvaiirw von Prof. Dx. Hoffmann laÄ Und neben diesen Wissenszweigen, deren Studium die Schärfe des Verstandes erfordert, fesselten sein edles Gemüt die alten und ewig schönen Midraschim unserer Weisen; und als sollten ihn diese unverwelklichen Blüten jüdischen Geistes in die Ewigkeit geleiten, hat er mit ihnen hinieden von der Tauroh, die ihm ans Herz gewachsen war, Abschied genommen. Von Schwäche übermannt, vermochte er sie nicht mehr selbst zu lesen und nahm sie aus dem Munde seines Vaters, der in ihm schon einen Freund und Mitträger gleicher Lebensaufgabe sah, mit aufmerksamem und freudigem Sinnen in sich auf. Alle seine schönen Gedanken, die innige die ihn beim Gebete durchdrang, sein Lerneifer in der Schule, seine Verehrung der Lehrer, die Tugenden, die ihn zu einem geweihten Menschen gestalteten, die Liebe zu seinem älteren Bruder und nicht zuletzt die Liebe zu seiner Großmutter, deren selten gearteter fürsorglicher Güte er so wesensverwandt war — aU dies stellte eine Ausstrahlung seines emsigen, von Pflichtfreude erfüllten Taurohlernens dar. — Was wunder, daß ihm bei seinem Heimgange eine Ehre zuteil wurde, die sein jugendliches Alter vergessen lleß. Von der '■>-£ bis zum Ausgange der nw gelangte täglich in tief empfundenen Worten die innere Vollkommenheit zum Ausdruck, die er sich trotz der Kürze seiner Lebensdauer erworben. Und wie er selber sich stets in wahrer Liebe mit seinem Schöpfer verbunden fühlte, so geleitete ihn Gottes Liebe auch hinieden übers Grab hinaus, indem seine irdische Hülle ihre Ruhestätte an der Seite seines uns im Kriege entrissenen Onkels fand, der den gleichen bürgerlichen Namen trug und dessen unverlöschliches Charakterbild sich ebenfalls , aus der idealen Harmonie des jüdischen Ernstes und der jüdischen Freude zusammenfetzte. rraswi. Heilbronn, 7. Februar. Frau Therese Wollende r g e r, Witwe des vor 13 Jahren verstorbenen Lehmann Wollenberger in Heilbronn, feiert am 14. Februar ihren 8 ö. Geburtstag. 8 Kinder, 19 Enkel und 8 Urenkel nehmen an diesem Feste teil. Der Jsr.ae l i t .... .... .. ... .vf . Die BestüttunH des Sighefer R'ebben V"XT* ' I: .T,. M a r m ar aj &UQ.1) e t , 21. 3anuari Jn 'N ff 8 y"K'a rply ist vor ünigen Tagen auf Rückreise' von Wien, 'wo er Aerzte konsultierte, nach Marmaros Sighet der berühmte Sigheter Rebbe C ha jm Hers ch e l T e ist el b a u m im Alter von 47 Jahren gestorben. Zur Bestattung waren mehr als 23 000 Juden aus ganz Karpathorußland und den angrenzenden Ländern, sowie 64 Rabbiner eingetragen. Der 15 j ä h r i g e S o h n des Verblichenen, S a l m a n Leib, wurde am offenen Grabe als Nachfolger des Rebbe aüsgerufen. Gleichzeitig wurde er mit der Tochter eines anderen Großrabbiners vermählt. Es wurde ein Kuratorium aus drei Oberrabbinern eingesetzt, > die den jungen Rebben für sein Amt vorbereiten sollen. EHajpr war eia Urentel von Rabbi Moses Triielbaaw, brr unter Hem Namen „Jismach Mosche" berühmt geworden ist. Der Verstorbene war Mitglied der Räbbinerkommission der trassylvanischen orthodoxen Landeskanzlei. Hersfeld, 8. Februar: Am Montag feierte im Kreise seiner Kinder, Schwiegersöhne und Freunde der emeritierte Lehrer Moses Nußbaum der feit Gründung der jüdischen Volksschule 1878 bis 1918 als Lehrer hier fungierte, seinen 70. Geburtstag, an dem die gesamte hiesige Gemeinde teilnahm. Eine Menge Schüler verdankt ihm ihr jüdisches und profanes Wissen und viele ll'vn-'V. besonders aus dem Lehrerstande, wurden sowohl theoretisch wie praktisch von ihm ausgebildet. Der Jubilar wurde seitens der Gemeinde, vieler Schüler und Freunde durch Geschenke und Glückwünsche geehrt. .^•>r n’-uFjn n*>v» Iosbach (Kreis Kirchhain), 8. Februar. Ihr 70jähriges Bestehen beging die ^n-:.-Fabrik von Isaak Steinf e l d (Inh. Faist) dahier. Aus kleinen Anfängen heroorgegangen, hat sich die Firma zu bedeutender Höhe emporgeschwungen. Ihre Fabrikate werden bis weit über die Provinz Hessen-Nassau hinaus versandt. Hersfeld, 8. Februar. Jm 88. Lebensjahre verschied hier der Senior der hiesigen jüdischen Gemeinde, Metzgermeister Joel N u ß b a u m. In fast 38jähriger glücklicher Ehe mit seiner ihn überlebenden Ehefrau führte er ein musterhaftes Familienleben und versäumte bis kurz vor seinem Hinscheiden selten den Besuch der Synagoge. Er war einer der Gründer der jüdischen Gemeinde Hersfelds, wo in hessischen Zeiten keine Juden sich niederlassen durften. An seiner Beerdigung nahm die ganze Metzgerinnung mit der historischen Jnnungsfahne teil. msin Dieburg, 9. ffefmiav. Wie wir erfahren, ist die hiesige Synagoge von der Behörde als baufällig bezeichnet worden. Die schwere Aufgabe, "einen Neubau Herstellen zu lassen, (Umbau ist nach fachmännischem Urteil unzweckmäßig) ist die vornehmste Sorge der Gemeinde bzw. ihres Vorstandes. Sprechsaal. Gemeindepolitik und Rabbinerstellung. In Nr. 6 des „Israelit" stellt ein nicht genannter Einsender eine Reihe von Fragen, zu dem Artikel „eines norddeutschen Rabbiners". Der Herr Einsender braucht nur den Artikel aufmerksamer durchzultzsen, um datÖUS SU gairrticfpk BßfllSfMjjtiSi! Ü&di? OlAiiüän&tgfetl: IJlreu|l(^en Landesverbandes gefetzestreüer Synagogen-Gemsinden zu sprechen. Diese Frage wurde vor Jahren schon erschöpfend behandelt und klargestellt und wird wohl heute auch nur von Leuten aus Nord- und Süddeutschland gestellt, die sich bisher wenig oder garnicht mit gemeinde-politischen Fragen beschäftigt haben. Der Rabbiner wollte vielmehr, wie es nach seinen Ausführungen deutlich erscheint, klarlegen, warum „wir Gesetzestreuen in Preußen im Gegensatz zu Bayern auf unsere Selbständigkeit in einem besonderen Verband so großen Wert legen" müssen. Und diese Notwendigkeit wollte er „heute nur durch die Hervorhebung des Unterschiedes zwischen den innerpolitischen jüdischen Verhältnissen in Preußen und Bayern beleuchten und zwar nur in einem Punkte: die Stellung der religiösen Autorität in den jüdischen Gemeinden, das ist ihr Rabbiner, und in selbstverständlicher Folge auch die Stellung der Rabbiner in den jüdischen Verbänden". Wir wissen dem Herrn Rabbiner für die Beleuchtung der Frage von dieser Seite besonderen Dank, weil er hier als Rabbiner nicht etwa pro domo spricht, sondern den primären und unüberbrückbaren Gegensatz der Prinzipien der beiden Gemeindeverbände vom Standpunkt der Orthodoxie aus bei der Wurzel packt: unbedingte Unterordnung unter das Primat der Thora gegenüber einer Thora - Grundsätze nivellierenden Demokratie. Das übrigens „scheint" nicht nur die Ansicht des Herrn Verfassers zu fein, sondern er sagt das unzweideutig in dem interessanten Schluß seiner Ausführungen über den Plan eines Oberrabbiners. Eine andere Frage >.st allerdings die, ob das bisher mögliche Zusammengehen der orthodoxen bayrischen Rabbiner mit den Neologen in der Rabbinerkonferenz auf die Dauer möglich sein wird. Wir möchten glauben, daß darin eine ungeheure Gefahr liegt und daß es ein Spiel mit dem Feuer ist, wenn man sich in unserem Zeitalter der Demokratie weiterhin aus die „bis in die letzte Konsequenz durchgeführte Achtung der rabbinischen Autorität" verläßt. Wir hoffen, daß uns der „norddeutsche Rabbiner" bald in einem weiteren Artikel darüber seine Ansicht kund tun wird. Ein Süddeutscher. Vom übersetzten „Kizzur Schulchan Aruch", A. I. Hofmann-Verlag, Frankfurt a. M , ist die vierte Lieferung erschienen. Briestasten. R. T. in F. Das dürfte ein Irrtum des Korrespondenten sein. Am «offenen Grade" wird keineswegs Kaddisch gesagt, vielnrrehr,anch da, wo es auf dem Friedhofe? geschieht, erst mach Muffchichtung des Grabhügels. S. R. Sie führen Klage über einen Verein in Frankfurt a. M., der bei Eröffnung eines Balles die Melodie des ..Kol-Ridre" zum Tanz aufspielen ließ: und schreiben: Es bedeutet eine Ungeheuerlichkeit für jeden Juden, die heiligen Klänge, deren Widerhall am Jom Kippur unsere. Seele erschauern läßt, auf dem Tanzboden wiederfinden zu müssen. Die Lvnk, vis wis gtffitin&E MkllM Uliv oeicoenot DÖffnung auf Die Derzeit der lauschenden Andüchligeu wirken, müssen wir neben den sinnlosesten Tagesproduktionen duldest. . Wenn derartiges bei Andersaläubigen vorkommt, so ist dies als außerordentliche Intoleranz uns gegenüber zu verwerfen. Geschieht oies aber bei einer jüdischen Feier, für deren Verlauf Juden verantwortlich find, so ist m. E. eine solche Selbsterniedrigung nicht genug zu verdammen." — Sie haben vollkommen recht, doch schreiben Sie nicht, um welchen Verein es sich handelt. L. L. in San albe. Betrag eingegastgen. Frau F. F. Oberlauringem Spenden für angegebene Zwecke eingegangen und weitergeleitet. Lehrer W. in R. Erstere sollten Sie sammeln, für letzteres gilt: r»» 127WV bsv R. M. E. in W. Das Schriftstück ist uns von einem Frankfurter Herrn, der zum Verwandtenkrsife von Rabbiner S. R. Hirsch gehört, zugegangen. G. M. und Andere. Sitz des Waisenfonds der Agudas Jisroel ist Halberstadt, alle Anfragen sind an Herrn Hermann Schwab zu richten. Zahlungen an Direktion der Diskontogesellschaft, Berlin, Postscheckkonto Rr. 1260. E. A. Es geschieht leider auch anderswo. Ideal können wir den Zustand nicht nennen, In solchem Falle ist doppelt aus peinlich genaue Aufsicht zu achten. Familiennachrichten. Varmizwo: Raphael Rudi, Sohn des Herrn Provinzialrabbiners Dr. Gradenwitz, Hanau a. M. 'S N3V. " ■ . Hochzeit: Fräulein Grete Lieben. Tochter des Herrn Samuel Lieben f. A., Prag, mit Herrn Simon Mai, Spaon. Trauung 16. Februar. Jüdisches Rathaus, Prag. Verstorben: Wolf Abraham Wolff, 68 Jahre. Aurich. — Joseph Löb 3. Philippsburg (Baden). 70 Jahr alt. Hansa Grosswäscherei vorm. Gebr. 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