Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 6 (4.2.1926)
- Date
- 1926-02-04
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 4 Nr. 2 D er I s r aelit 4; Februar 1926 wollte zeigen, wie auf dem dunklen, tränengedüngten VSoben ber Not bie P^lcrn^e ber 3Jtejjia&je^n|ud^t jo üppig Aus diesem soll ö?v N«hmen für ü«s Motiv gezimmert werden. Das Grundmotio heißt aber: Unberechenbar, unbegrenzt nach oben und unten ist der Jude, im Guten wie im Bösen. Seine Güte und Größe ist so maßlos wie seine Gesunkenheit in die tiefste Tiefe geht. Ist der Rahmen gelungen? Ist das Motiv echt und hat es in den Personen des Stückes seine Interpreten gefunden? Was die Not, wenn sie am höchsten ist, in dieser Beziehung kann, wie da die Sehnsucht zu Erwartungund diese zur letzten Erfüllung wird, wie da eine Fata Morgan« von Erlösungsglrich auf GsM-s enssteht» das haben Jarob Wassermann in seinen „Juden von Zirndorf",' Max Brod und zuletzt auch Schachnowitz in seiner „Messiasbraut" zu zeigen gesucht. Man muß schon im Rhythmus der Sprache, im Aufeinander der Bilder und Szenen den hochgehenden Puls der fiebernden Zeit vernehmen. In Büchern, die Hunderte von Seiten haben, wiro es einem Schriftsteller von Talent nicht schwer sein, den Widerhall solcher Volksströmung auf die Plätte zu bansten. Allein mit wenigen Akten und Szenen eine Volksbewegung in der Form eines abendfüllenden Stückes auf die. Bühne zu stellen, konnte höchstens eineist Hebbel gelingen Dazu gehört mehr als ein paar Bilder in der Synagoge^ irn Lehrhaus Md auf dsm Fkisdhsf. Li» paar? KaMllHüffL Md LiwäL gespielte Ekstase. Was badet überlastet, abgerichret unb zugefpitzt ist, zerstört die Illusion. , Nunmehr das Grundmotiv. Nicht zu leugnen, daß ähnliche Gedanken über die Extreme in der jüdischen Natur auch im Talmud hie und da wiederkehren. rry iiwiys» u. v. m.) Auf das reale.Zeitlehen angewandt, und gar im Rampentichte dex öffentlichen Schaustellung, bekönlmssn aber solche Motive ein. .anderes.-Gesicht. Vielleicht soll man künstlerische Erzeugnisse nicht unter Oppartünii'ätsrückst'chten wertest, hisslleHt ist es Sache des Mutes, Wahrheit stststerb.tümt äüszusprechen. Abet dann entstände stsm Autor hie Mlicht, die b e i den Extreme an zwei Typen von gleicher Kraft zu veranschcrulichey. Gr zeigt uns aber nur den einen, den elenden Kramer und Schuft, der feine betörten Glaubensgenossen oüfffiäM HM Ml er VM M (Bntön MtMmzuMtM? StBJQ öfi» Nütztzj. iiV itttschlüssiß, ein malikenber und schrvanEendex Greis, zwischen Gsarrben und Zweifel nachtwaHelt? Etwa den Pinchas, den hartherzigen Familienväter, der fein Kind in den Tod jagt? Von den drei als Kraftgestalten gedachten Personen ist es nur eine, in der ein echtes Feuer lodert, aus der eine Kraft verzehrend loht. Und alles, was aus tiefem, ehrlichen Impuls des Autors geboren ist, ist in das Wesen dieseseisten, des P a f t a l i, hineingelegt. Er sprüht Flammen, gebärdet sich wich, reißt hin und redet, redet. Was er eigentlich will, weiß keiner recht, er selber am wenigsten. HJlan mst§ nur föntet. iiag er aus Verärgerung gegen &en l!el»lasen Haler, aus Sfierfctüerrtng gegen sein fioü ben Weg gum anderen Glauben gefunden hat. Was er ober mit diesem neuen Glauben unter den gedrückten, früheren Volksgenossen anzufangen gedachte, bis zur Stunde da der Ausweg des Opfertodes kam, ist nicht klar. Kenner des Ostens und des Geistes im Osten haben nur eine von den vielen Gestalten wiedererkannt, Pinchas, den Gabbe, mit seiner nüchternen Härte und strengen Unerbittlichkeit. Einen Schacherer aber, der das erschwindelte Gold unter Grabsteinen vergräbt, gibt es mt L^jten nid^ ebenjoioenig einen üiabbi^ Oer in |ein.em siteu&en wanEtnö gemacht wird durch «inen hergelaufenen Träumer, und nachdem er schon deutlich gehört hat, wo dieser hinaus will, immer noch eine Glorie über seinem Haupt sieht. Einen Kofakengeneral, der hinter der Synagogentöre mit den innen versammelten Juden verhandelt, ihnen Ultimatum stellt, statt einfach mit einem Kolbenstoß die .morsche Tür einzuwerfen und seine Bedingungen zu diktieren, schon ganz und gar nicht. Dys sind Fehler, die, aus Unkenntnis des Milieu entsprungen, die Echtheit beeinträchtigen. Der ganze letzte Akt ist zugestutzt und berechnet, klug angelegt auf den Opfett'od des Naftnli. Das tnpäjt wüf, isjsMfM Seimes Theater. •" Man darf bei alldem einen tiefen Ernst, der in manchen Szenen erschütternd ans Herz greift, dem Stücke nicht absprechen. Ist aus einem Suchen heraus geboren, dem kein Finden geworden ist. Ob aber das Gänze auf die europäische Bühne gehört? Keiner — weder Jude noch Nichtjude — ging ganz befriedigt von dannen. Vereinskalender. Weloe Freitag abend. „Mikrooortrag". Herr Lehrer . Ochsemann. Samstag morgens nach Schul „Dinim", HerrDr. E. Posen. — nachm. 374 Ubr im Dereinslokäle. Melochim mit Molbim, HerrDr. W. Hofmann, — nach Mincho „Kohelet", Herr Arnold Merzbach.— abends 87s Uhr, ,Rambam". Herr B. Rachelsohn. Sonsttag morgen (auchMittwoch) öffnirixa, Herr Red. S. Schach nowitz — vorm. 97« Uhr (auch Dienstüg) abeM Uhr „Gemöro*, Herr R. A. ®. 95ofe.tt- ^ibätb 6 UBr, @err Ql Saffira übe» ,Wie fsll «aä fite W Montag abeno 7 Uor (auch Mrtttvpch) Memoro", Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer, - abends 8'/z Uhr (auch Donnerstag) „GemoroHerr Dr. E. Posen, Jeden Mokaen Mttchna ' Jeden Abend 8»/« Uhrv^-Lexnen, Herr H. Holpern I 0 h rz etts-St ist ung eü: D ienst a g, 9. Februar. 'Simon Ältmann-Stiftg. Mittwoch, 10. Febr. David Frankenthal-Stiftg. Donnerstag, ^1. Fehr. Sarah Rosenbaljyr-S.tftg. Sonntag, 8-^9 Uhr morgens, rfiinri w, Herr Leop. Oppenheilster. — 1 Std. vor nm». Pruppe 1, Herr Iücoh Lqndau. — ß—7 Uhr abends. GrÜVve 2 Herr Säul Munk. — 8—7 ilhr abettbs, önmufi 8 Satt MI 3«»i — 0—0 UP Gruppe 9 Herr Person Hchnerö. — '(id—^tlQ Uhr abends. Literatur. Dr. Harry Ab t. Montag, 7s9—7*1° Uhr abends, kjpxö R33 R*ia;u Herr Hirschberg (Hegelstr.) — 7s9^7,i0 Uhr abends. Gruppe 3, Herr Kerfon Scbnerh: — 7z9— 7-w Uhr abends,'Gruppe 4. Herr Willi Strauß. Dienstag, 8-9Uhr abends, Gruppe6, EarlZünz. — '/s9—7U0 Uhr abends, pp> isna ipm, Herr Dr- W. Hofmann. — 7r9—7-10 Uhr abends. Gruppe 1, Herr Jacob Lgndau. — 7s9—7si0 Uhr abends, nX'2 *nm. Herr Leo Sch ner b. — »-io ut^v «venös, f, DM Thrssvr Gpiesrl« Mittwoch, */ü9—10 Uhr abends, Turnkursus (Lehrer Friede), Realschule, Tiergarten 8. — 7*9—7*10 Uhr abends, Aussprache-Abend 14 täg., — 9—10 Uhr abends,?sn HerrL. Oppen heimer, Bärenstr.7 * Donnerstag, 7,9-7-10 Mr abends. «22 Ri») RV'XS, Herr Hirfchberg.Hegelstr. - ' VL-V-lO Uhr abends. Gruppe 2, Herr Saul Munk.— 729-7210 Uhr abends, Gruppe 3, Herr Gerson Schuerb-— l/L—7-1Ü liht abends. Grnooe S)on WM Strsuß. _ YL-'MO Uhx Nyp {fil’a.io)» Herr £. ß.ujstvM — 749-10 Uhr abends, Gruppe s, Herr Theodor Spiegel. Freitag nach Schluß der Synagoge Sidra-Bortrag. — 8 Uhr abds., Gemütliche Zusammenkunft. Lokal: Mebor-Chajtm. Langestraße l8 nnv, 10—11 Uhr morgens, pvrop Rias, Herr Dr. Posen, Am Tiergarten. — 10—11 Uhr morgens, stiip fN^iV lip'p. Herr L. Ka hm — 12—1 Uhr mittags. N2V». Herr Lehrer H ir f chbe rg, 12-1 uor ÄUllos. m* w. DM V ll lv ern. - jrüppe 4, Herr Willi Strauß. — Uhr nachm., anm, He^ Dr. Ho Wann. 7- 724—VK Ubv nachstl.. Herr Hg Ip ern. yß. -724 Uhr nachm, Wuppe 5, Herr Theodor S p iquel. — 7S—7s4- Uhr nachstn., min. Herr §ofef Stern. — 3-4 Uhr nachm., Gruppe 2, Herr astl Muy k, — 4—5 Uhr nachifl.. Gruppe i, Herr. Jacob L anda ü. — 4—t/L, Uhr, hm ll!, _ 'QL#"'"™ KOP, «äi-iriä'iÄoK e . V2Ö - 72,0 Uhr abends, GWppe. Lststdau. ' - Don Sonntag bis Freitag täglich morgens v. 8t-12 Uhr, Gelegenheit zum Lernen jeder Art Hetr Herz, Hülp er n. geweistj'am mit d^er ' A'gudas- Zisrvel-Örtspruppe,' fernes taglW obw 12^ l'Uhr Soff: Jaümi-Schiur gemeistfaw Mtder Ortsgruppe. — 4 Herr Jacob S 0 n n 1 a $,*0—y&Wc abend Hirfchbertf. - u^lO'Uhr He.r Dr. Harro Abt. Monis g, BMhn § % W«. Litera 729-7310 Ml llVMZj GIWM " - 8-M IW Mnös^ Obermainstr. 30. . , Mer wsrh noch bekannt gegeben. /2S-M Uhr abdsi, Handarbeitsabentz, 14 täW. Dynsterstag, avends- Uhr; Wuppe 7; Mau Pp Rösenbaum, Grünestraße 42. ' ' Fr eitza g nach Schluß der'Synagoge Sidra-Dortrag. — 8 Uhr abds.. (SemütlAer Heimabenh. ' ' - naj.» naUMM-erSynagLge.j^?Ryz-ni?RR Frl. Marfha M ar kns. —14^1^ Uhr^tiigR 'vstsj Hexr Hexm. Frankenttzal. — 4—6 Uhr nachmittags, min. Herr Lehrer Hirf ch berg. ÄA »rmrsi UMM 8, WM MMN n I W. DvclMlliilsttllßk m ‘ ’ : Vesßamldrasch» Ostendstraße Iß. Gemoroschiür des Herrn Dr Äfaac 'B teue r. DoNntaa vorm:' iW Uhr.'Montags Mittwoch, Donnerstag abends 7^8 Uhr. - - Don Sonntagvis Donnerstag einfchl. allabendlich vön 748^9Uht Nip7N 'öa, Herr- Räbb. M. Kürpek " Äwjaitz LjW-VereiL Samstag, 4 UHPNachmtttEgach Mincho im Horsäät Friedberger Anläge.' MiVtasch-Dorträg- Herr'Red. S. Schach No witz: '' stlWWW. . Freitag Abentz 5.— Lamstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.— Samstag abend 6.15 ' A)ochengottesdienst: Morgens 6.45 . Nachmittags 5.— ltefilin-kegen am Morsen 6.35 Jamiliennachxlckiken^ Barmizwo: Simon Fvrmävn, Zögling der Israel Waifenanstalt, Schab.bos'inti'. Watfenhaüsfynagoge. — Heinz Joachim, Sohn des Herrn Dr. Adolf Katz, Kettenhofwetz 130.- Synagoge Unterlindau. — 13 Februar, Israel, Sohn der Frau Du Lorsch, Ostendstratze 1v. Synagoge Friedberger Anlage. ' - wireine für has EsteeL flojcum, f lSeMt ««S aall. ' BesaldunsssiitzLn. (Bi ff. Bewerbungen an die Schulleitung, Bieberftr. i, Dar Kuratorium. In Bremen fehlt ein jüdischer Schlachter und Wurstmacher. Solidem u. orthodor. Manne bietet sich r»ril>_ Weit.) iiircb Irr GemeindezS GartenftraW 8. Junger Mgnstl irchaus lücht Kaufmannol^ u.WenhxavchestrMj fi auf kleinerem Platz zwecks spÄerev!Mnhetrai.:Schäbb. und Jomt. geschliffen. Off: unter 19379 an die Gcxp. Junger Kaufmann der Lack- und Farbenbranche, bisher als Lagerist und Reisender tiititz gewesen,- sucht flch in ausbaufähiger in - gleicher oder anderen öh «ifKiiisfni BTT, unter 19^8 an X>ie Sucde f nt. Sohn, 15 I. alt, nt. guten Schulzeugn, Stenogr u. Maschinenfchr. Lehrstelle Eintr. kt. sof. erfolg. Off. u. A. 115 a. d. Ann.-Büro I. Schmidt, Langestr. 7. Madem. ged Kaufmann (Bollakadem) mit größerem Vermögen, sucht Mir Beteiligung an aussichtsreichem Unternehmen. Off. unter F. B. SL 6692 an Rudolf Moffe, Frankfurt a. M. Suche für meinen Sohn, welcher das Reifezeugnis für -Öfeerlefuntoa'5a eine mit eleganter Wohnung in Frankfurt a..M. sucht eine intelligente religiöse Hau«lame bis zum Alte.r von 30 I. 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