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Der Israelit · 1926-01-07 · Heft 2 (7.1.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 2 (7.1.1926)
Date
1926-01-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2 Seite 5 7. Januar 1926 D r I s r a e l i t liefern vir einen eleganten Kneifet' mit Gläsern, Double ohne Fassung, der eigens für Nase und Gesichtsbildung hergerichtet wird. Es ist nicht mehr nötig, daß Sie sich mit schlechtpassenden Gläsern, falsch und schief sitzenden Kneifern behelfen, die Augen dadurch vernachlässigen und schädigen. Besprechen Sie sich mit unseren Fachleuten ohne Kaufverpflichtung, wir beraten Sie gut und bedienen Sie sehr preiswert. Lieferung für alle Kassen. Orthozentrische Kneifer-Gesellschaft, Opernplatz. Für die Reise Feldstecher, Operngläser von 20.— Mk. an. Schutzbrillen und Kneifer in allen Farben Lernen in Lehrerkreisen herrscht, sollen Anregung und geeignete Mittel gur 23ele6ung gewährt werden. Durcl^ SöFümDmig mit gleichgesinnten Vereinigungen, Fr. Vereinigung, Halberstädter Bund und niinn pp soll eine Bibliothek gegründet sowie D’iso zur Verteilung unter die lernenden Kollegen beschafft, werden. Der Gedanke, in Frankfurt alljährlich Ferienkurse zur intensiveren Fortbildung im Lernen, Behandeln von d->-> yvf pädag. Förderung sowie im mnn abzuhalten, wird sehr begrüßt. Auch die Wiedereinrichtung eines eigenen Preßorgans soll bald in Angriff genommen werden. Außerdem galt dem Wiederaufbau unserer H i l f s k a s s e die eingehende Besprechung der Kollegen. Die vom Herrn Vorsitzenden gemachten geeigneten Vorschläge fanden allseitige Zustimmung, und deren baldige Inangriffnahme unter Beteiligung weiterer gleichgesinnter Kreise werden mit G. H. eine gedeihliche Tätigkeit unserer Hilfskasse erhoffen lassen. Mögen dib Zweigoereine des Bundes sowie seine Mitglieder überzeugt sein, daß seine alten Ziele auch unter der neuen Leitung tatkräftig verfolgt werden, und mögen sie treu und mitstrebend dem Vorstand zur Seite stehen, um die jüdische gesetzestreue Lehrerschaft in Deutschland zu einigen und zu fördern. Die merke Iahreskonferenz der jüdischen Studentenvereine in Deutschland. Berlin, 30. Dezember. Im.großen Saal der jüdischen Gemeinde zu Berlin fand am Sonnabend abend die Eröffnung der vierten Jahreskonferenz der jüdischen Studentenvereine in Deutschland (Ostjüdischer Studentenveroand) statt. Der Vorsitzende, Herr Dr. M. G o l d m a n n , begrüßte die Delegierten und Gäste und teilte mit, daß auf der Konferenz 16 Vereine mit insgesamt 650 Mitgliedern vertreten seien. Bei der vorjährigen Jahreskonferenz waren 20 Vereine mit 1800 Mitgliedern vertreten. Der Rückgang der ostjüdischen Studentenschaft in Deutschland ist auf die schlechte Wirtschaftslage in den Heimatländern der Studenten, sowie aus die erschwerte Lebenslage und Studiumsmöglichkeit in Deutschland selbst zurückzuführen. Der Zuzug an Studierenden hat fast aufgehört. Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer hielt dann eine warme Begrüßungsrede, in der er die Leistungen der ostjüdischen Studenten und ihren hohen Idealismus rühmte. Herr Dr. W i s ch n i tz e r begrüßte die Konferenz im Namen des. „Hilfsvereins der Deutschen Juden", der dem Verband in den letzten zwei Jahren mehr als 70 000 Mark zugeführt habe. Der Hilfsverein werde mit Hilfe anderer Organisationen alles tun, damit die für das laufende Semester erforderliche Summe aufgebracht werde. Hierauf verlas oas Mitglied der Exekutive, Herr S ch e ch t e r, Begrüßungsschreiben. Herr Prof. Dr. Heinrich Löwe sprach über die Entwicklung der nationalen Bewegung unter der Studentenschaft und Herr Dr. Synagalowski über Studententum einst und jetzt. Ein Reichsverband der Deutschen Juden. München, 4. Januar. Am gestrigen Sonntag berieten hier Vertreter deutscher Landesverbände jüdischer Gemeinden und des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes über die Schaffung eines Reichsverbandes der deutschen Juden. Die Einladung zu dieser Versammlung ging vom Preußischen Landesverband und dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund aus. . Cs wurden die folgenden Beschlüsse angenommen: De Reichsverband der deutschen Juden soll baldmöglichst ins Leben gerufen werden. Zu diesem Zwecke Es ist ausschließlich Sache der Leser» die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. ZUCKERKJRANK& Aleuronat - Gebäcke von allen Autoritäten empfohlen MAGENKRANKE Rodenbach^ Grahambroi NÄ»WIMITTELjFÄBRiR FRIEDRICH GÜNTHER Verkauf Hermes weg 8—12 - Hansa 3862u.795 «owie in den Filialen, der Brotu. Keksfabrik Osthafen G. m. b. H. treten Delegierte der bereits bestehenden Landesorganijationen mit dem Z>eutjcfj=^sraetitijcfjen Gemeindebund zusammen mit Dem Ziele, alle Deutschen JuDen Der Reichsorganisation anzugliedern. ~ Andere Gemeindeverbände, insbesondere der Halberstädter Gemeindebund, sollen sofort zur Mitarbeit an der Vorbereitung aufgefordert werden. Der Ausschuß soll aus drei Mitgliedern des Deutfch- Jsra utifchen Gemeindebundes, drei Mitgliedern des Preußischen Landesverbandes, aus zwei Mitgliedern des Bayerischen Landesverbandes und aus je einem Mitglied der anderen Vereinigungen bestehen. Die von den Verbänden gewählten Vertreter handeln im Aufträge ihrer Verbände. -uer Ausschuß tritt im Büro des Deutsch-Jsraelitiscyen Gemeindebundes zusammen. Gemeinde-Wahlen. Würzburg, 5. Januar. Am Sonntag, den 3. Januar, fanden hier die Wahlen zur Gemeindeverwaltung statt. In der bisherigen, vor 6 Jahren gewählten Verwaltung hatten die Orthodoxen 8 Sitze, die Liberalen 8 Sitze, die „Mittelpartei" 2 Sitze. In diesem Jahre war es der allgemeine Wunsch gewesen, um einen Wahlkampf zu vermeiden, eine Einheitsliste auszustellen, und zwar in der Zusammenstellung, daß die Orthodoxen 7 Sitze, die Ostjuden, die diesmal einen eigenen Kandidaten aufgestellt hatten, während sie das vorige Mal mit den Orthodoxen zusammengegangen waren, 1 Sitz erhalten sollten, wogegen die Liberalen ihrerseits auf einen Sitz zugunsten der Mittelpartei verzichtet hätten. Das Kompromiß scheiterte daran, daß die Liberalen einen Kandidaten aufgestellt hatten, der in Mischehe lebt. Diese Liste war für die Orthodoxen nicht annehmbar. Die Wahl, die daraufhin stattsinden mußte, war ein voller Erfolg der Orthodoxen. Das Ergebnis war: Orthodoxe 8, Ostjuden i, Liberale 6, Mittelpartei 2 Sitze. Das 18. Mandat fällt entweder den Liberalen oder der Mittelpartei noch zu, was im Augenblick noch nicht entschieden ist (was aber für die Einstellung des Gemeindeparlaments nicht von großer Bedeutung sein wird). Es verdient erwähnt zu werden, daß der Wahlkampf von allen Seiten sehr vornehm und mit der größten Sachlichkeit geführt wurde. Das Ergebnis der Wahl hat der Würzburger Orryodoxie gezeigt, was bei einer zielbewuhten Arbeit, die sich von faulen Konmpromissen sernhält, erreicht werden kann. ltngcum« Landeskonferenz der ungarischen Inden. Budapest, 28. Dezember. Bekanntlich hat die Delegierten-Konferenz der ungarisch-jüdischen Gemeinden, die aus Anlaß des 125jährigen Jubiläums der Pester Israelitischen Kultusgemeinde in Budapest zusammengetreten war, eine Resolution angenommen, in der gegen die ausländische Einmischung in die Angelegenheit des Numerus clausus protestiert und erklärt wurde, der Kampf für die Aufhebung des Numerus clausus-Gesetzes sei eine innere Angelegenheit der ungarischen Juden. Nachdem nun Graf Klebelsberg diese Resolution als' Mittel benutzte, um eine der Regierung günstige Entscheidung des Völkerbundsrates zu provozieren, nach seiner Rückkehr jedoch von seinen Genfer Versprechungen deutlich abrückte, machte sich unter der ungarischen Judenheit Enttäuschung und Entrüstung bemerkbar, so daß das Landeskomitee sich gedrängt sieht, in den nächsten Tagen nach Budapest eine neue Vertreterkonserenz der Gemeinden einzuberufen, um über die nunmehr einzuleitenden.Schritte zu beraten. Das Programm dieser Konferenz lautet: „Der Kampf gegen den Numerus clausus". Pelcn. Steiger-Tkachklänge. Warschau, 29. Dezember. Der Jüdische Klub hat. mit Unterstützung der Fraktionen der Sozialdemokraten und der von Thugutt geleiteten „Wyswolennie" eine Interpellation im Sejm ein: gebracht, die sich mit den ungeheuerlichen Mißbräuchen von Polizei und Staatsanwaltschaft im Untersuchungsuerjatjren gegen ©teiger beschäftigt. 9ta cfj einer eingeyettDen «schilDernng Der llngeyeuerlMeiten in Dem Progey gegen Mikietin und die Lemberger Juden werden dann an den Justizminister die folgenden drei Fragen gestellt: 1. Sind dem Minister die geschilderten Tatsachen und der gesamte Zustand der Akten in den Prozessen gegen Jäger, Kornhaber und Glasermann, sowie gegen Steiger bekannt? 2. Was gedenkt der Minister zu tun, um aus dem Gerichtswesen jene Personen zu entfernen, die das Vertrauen der Bevölkerung zu der Justiz und zur Rechtsordnung dieses Landes dadurch untergraben, daß sie selbst, die zu Hütern des Rechtes bestellt sind, die Gesetze mit den Füßen treten? 3. Wird der Minister die Schuldigen zur gerichtlichen Verantwortung ziehen? Lemberg, 29. Dezember. Es stellt sich heraus, daß die Lemberger Polizei zur Zeit der antisemitischen Ausschreitungen nach Steigers Freilassung sehr brutal gegen einzelne jüdische Passanten vorgegangen ist. Der jüdische Schriftsetzer Gerber wurde, als er vor dem ihn verfolgenden Pöbel flüchtete, von der Polizei aufgegriffen, in ein Arrestlokal gesteckt, wo er 7 Tage-lang festgehalten und während dieser Zeit von Polizeiorganen schwer mißhandelt wurde. Er liegt jetzt krank darnieder. Unter den Ukrainern in Lemberg werden Haussuchungen und Verhaftungen vorgenommen, die im Zusammenhang mit dem am 5. September 1924 versuchten Attentat gegen Präsident Wojciechowski stehen. Annahme des Aremdengefehes. Warschau, 1. Januar. In seiner Sitzung am 31. Dezember abends nahm der polnische Sejm das Gesetz wegen Beschränkung der Rechte der nichtpolnischen Staatsangehörigen an. Durch dieses Gesetz werden die Juden, denen der Nachweis der Staatszugehörigkeit zu Polen schwer ist, betroffen. Die Vertreter der nationalen Minderheiten, insbesondere die jüdischen Parlamentarier, wandten sich mit aller Schärfe gegen die Annahme dieses Gesetzes. Die jüdischen Deputierten führten in großangelegten Reden alle dem polnischen Staate aus diesem engherzigen Gesetze entstehenden Schäden vor Augen. Alle ihre Anträge wurden aber abgelehnt. Vor dem Zusammenschluß der jüdischen Gemeinden Galiziens. Lemberg, 1. Januar. Die Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Lembergs beschloß die Einberufung einer Konferenz aller jüdischen Gemeinden Galiziens mit dem Doppelziel, eine einheitliche Wahlordnung für alle Gemeinden auszuarbeiten und einen Zusammenschluß der galizischen jüdischen Gemeinden herbeizuführen. «Cnglan^. 3oint Foreign-Committee und der ungarische Vumerus clausus. London, 29. Dezember. Der letzten Sitzung des Joint Foreign-Committee (englisch-jüdisches Komitee für auswärtig^ jüdische Angelegenheiten) lag ein Bericht Lucien Wolfs über die bekannte Völkerbundsentscheidung in der Sache des ungarischen Numerus clausus-Gesetzes vor. Wolf sieht die Sache günstig an. In der Entscheidung wird ausdrücklich bemerkt, daß die Abänderung „in nächster Zukunft" erwartet wird. Wesentlich sei, daß Ungarn sich verpflichtet hat, das Gesetz in Einklang niit den Bestimmungen des Trianon-Vertrages zu bringen. Die Entscheidung des Völkerbundsrates ist insofern für die Juden günstig, als sie ein Diktat vermieden und der ungarischen Regierung Gelegenheit gegeben hat, sich ohne Unterwürfigkeit und mit Würde aus der Affäre zu ziehen. So wird auch ein Ausslammen der Volksleidenschaft in Ungarn vermieden. Aus diesem Grunde ist die Entscheidung als zufriedenstellend zu betrachten, doch wird das Joint Foreign-Committee den Fall im Auge behalten. — Der Bericht wurde angenommen.

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