Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1926-01-01 · Heft 1 (1.1.1926) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 1 (1.1.1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450388-2450389--72798-2530171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sPHwH1 h^'ipIlCh ieraurgegeben von det f«adeiergfiiif«li<a de'g Aguckar-Iisvoet im VesitfeSfaatf :\2. Jahrgang Frankfurt a. TN., \. Januar J926 / J5. Tebeth 5686 Nummer \ Söillft Du, daß sich in Erez Jisroel ein gesundes Wirtschaftsleben entwickelt Willst DU, daß in ErezIisroel ein jüdisches Gemeinschaftsleben im Sinne und Geiste der Tradition entsteht. Willst Du, daß Erez Jisroel zu einem Bollwerk des gesetzestreuen Judentums wird dann erfülle Deine Micht gegenüber dem Keren Hajifchuw dem Palästina - Ausbausond des thoratreueu Judentums I Postscheck-Ronto der Palästina-Lentrale der Agudas )isroel Amt Frankfurt am Alain Nr. 53900 Der Völkerbund für die Selbständigkeit der aschkenafischen Gemeinde in Jerusalem. Die „Jüdische Presse" in Wien schreibt in ihrer zweiten Chanukahrmmmer: Das Chanukahfest begeht die orthodoxe Judenheit in diesem Jahre nicht nur als Fest der Erinnerung, sondern auch als ein Wahrzeichen lebendigster Gegenwart. Aus dem historischen Boden Jerusalems haben sich in den letzten Jahren Kämpfe abgespielt, die ihresgleichen nur in den Zeiten der Hasmoner hatten. Die treuen Söhne des jüdischen Volkes, deren so wenig, ach so wenig in unserem heiligen Lande sind, mußten den Kampf gegen st^ie führen, die das jüdische Volk auf nichtjüdischer>Grundlage zusammenfassen und das jüdische Land auf nichtjüdische Weise aufbauen wollen. Die „Reinen", die „Frommen", die „Treuen", die „Wenigen" haben auch in unseren Tagen in einem greisen Schriftgelehrten namens Rabbi Chmm Josef Sonnenfeld ihren mutigen Führer gesunden, der vor der Moderne, vor der ins Jüdische übersetzten heidnischen Kultur nicht Knie und Haupt beugte. Es schien ein aussichtsloser Kampf zu sein. Aber die Anhänglichkeit an Gott, die Treue gegen das Gesetz, die Liebe zur Thora hat über alle Hindernisse gesiegt. Die Heldengeschichte der Makkabäer her Gegenwart ist wert, anläßlich des entscheidenden Sieges vor der höchsten moralischen Instanz der modernen Welt, vor dem Völkerbund, in knappen Zügen rekapituliert zu werden. Im vergangenen- Frühjahr wurde ein Gesetzentwurf über die Rechtsverhältnisse der jüdischen Gemeinden in Palästina publiziert, der die Herrschaft der Thora in ihrer ureigensten Heimstätte zunichte machen mußte. Lähmendes Entsetzen bemächtigte sich der Thoratreuen. Die fortgesetzten Versuche, die seit der zionistischen Herrschaft in Palästina in frivolster Weise gegen die jüdische Religion, gegen die uneingeschränkte Geltung ihrer Gesetze, gegen die Souveränität der Thora unternommen wurden, sollten durch diesen Gesetzentwurf einen „öffentlich-rechtlich" gesicherten Erfolg finden. Das Fehlen zureichender Sicherungen für die Erhaltung der jüdischreligiösen Werke in Palästina, dieser folgenschwere Mangel der Valfour-Deklaration, sollte gegen die Orthodoxie in Erez Jisroel in geradezu frevelhafter Weife mißbraucht werden. Was bisher nur Versuch war, sollte Gesetz werden. Dem. thoratreuen Reste und seiner Gemeinde sollte das Recht auf Selbständigkeit für alle Zeiten genommen werden. Der moralische Terror, den die zionistischen Machthaber unter dem Deckmantel der jedem Juden heiligen Einheit des jüdischen Volkes gegen die orthodoxe afchkenasische Gemeinde in Jerusalem entfalteten, ließ kaum mehr Platz für die Hoffnung, daß die jüdische Heimstätte in Palästina noch eine Heimstätte der Thora und' Gottesfurcht werden könnte./ Aber Agudas Jisroel war auch diesmal die Verkörperung der Aktivität innerhalb der Orthodoxie. Sie gab die Hoffnung nicht auf. Die ganze Fülle von politischem und diplomatischem Talent, von publizistischem Geschick und agitatorischem Mm, die Agudas Jisroel heute in so reichem Hgße besitzt, wurde ausgewendet, um die ZuküDt der Thora und die Interessen ihrer Getreuen in Jerusalem, also an entscheidender Stelle, zu retten. Rach jahrelangem Ringen ist nun diese'heilige Arbeit von vollem Erfolg gekrönt worden. Der Rat des Völkerbundes hat am Rüsttage des Chanukahfestes den Beschluß gefaßt, das bedrohte Recht der aschkenafischen Gemeinde und damit die Zukunft der Gesamlorthodoxie in Erez Jisroel zu schützen. Er nahm die Erklärung der Mandatsmacht, daß sie bereit sei, den Wünschen der aschkenafischen Gemeinde nach vollkommener Freiheit in allen religiösem Belangen in weitestem Sinne entgegenzukommen, einstimmig zur Kenntnis. Unter Hinweis auf die Artikel 2 und 15 des Palästmamandats nahm der Völkerbund die Erklärung des bevollmächtigten britischen Vertreters zur Kenntnis, daß die Mandatsmacht nicht beabsichtigt, sich in das religiöse Leben der verschiedenen Gruppen der Bevölkerung in irgendeiner' Weise einzumischen. Nach der Meinung des Rates verpflichten die Bestimmungen des Mandats die Mandatsmacht keineswegs, bloß eine einzige jüdische^ Religionsgemeinschaft anzuerkennen. DerRat des Völkerbundes hegt das Vertrauen, däßein alle Teile befriedigendes Arrangement gefunden werden wird und wird der weiteren Entwicklung volle Aufmerksamkeit widmen. /Es ist anzunehmen, daß diese frghe Botschaft fierall in Kreisen der Orthodoxie enthusiastische reude erwecken wird. Der große Tag von Genf wird als Siegesfest in großen Volksver- T fammlungen würdig begangen werden. Wir aber, die in der ersten Reihe der Kämpfer für das Recht der bedrohten Orthodoxie Erez Jisroels standen, halten es auch heute noch für unsere ernsteste publizistische Pflicht, unsere thoratreuen Brüder nachdrücklichst darauf aufmerksam zu machen, daß die Zukunft der Thora, die Rechte der Orthodoxie in Erez Jisroel bei äußeren Mächten, allein also auch beim Völkerbund, und mag seine moralische Kraft noch so groß sein, niemals vollkommenen Schutz finden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.