Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1926-01-01 · Heft 1 (1.1.1926) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 1 (1.1.1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450388-2450389--72786-2530159
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1. Januar 1926 Frankfurt a. M., den -'ib.T-b-thssss 67. Jahrgang |H]| Ein Centralorgan tür das orthodoxe Judentum |[j9) V/// Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. 1 111 - —---^»4 na Abonnement ab Januar 18%: Deutschland 1 Goldmark monatlich; Ausland; Mertel» tahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Koste« des Stretfüand-Ber« fandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.-: Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; Frankreich IS Fr.; Belgien 15 Fr.: Holland8 fl.; Italien 88 Lire; Jugoslawien 78 Din.; Litauen 7.88 Lit.; Rumänien 888 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 5 Zloty; Schweiz 5 Fr.; Tscheche-Slowakei 85 Kronen; Ungar«50000Krone»; Dänemark 5 Kronen; Norwegen 5 Kronen; Schweden 8.56 Kronen. Einzelnummer dreißig Doldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 48 Soldpf. für die stebengefpalten« -""-A t zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzetgen nur 88 Pf. ' ' -- ' tzte Textseite 8.- Mk.; _..____ __j Tarif. Bet laufenden Inserataufträgen tarkfm. Preiserhöhung jeden. Vorbehalt. Inseratenannahme durch de» Berlag des Israelit T.m. b. Franks, a. M., Tr. Eschenheimer Straße 88. Tel. Hansa 5848 Sw. durch fämtl. Annoncen-Gxped. des In» und Auslands. Weinige Inseratenann. für Franks, eschäftsanzeigen: Jul. Schmidt, Langestraße 7, II. Platzvorfchrtften ohne Verbindlichkeit. Zahlungen direkt an de« Berlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19868. - Außerdem an: Postsparkaffe Wien Nr. 796l«--Poftsparkaffe«amt Budapest Nr. 18litt - Postscheckkonto Warschau Nr 198787. - Postscheckamt Zürich Nr. Vlll 7854- Snkaffo-Bank Rotterdam — Postscheckamt Amfterdam,Nr. 34 889 —Böhmische Unionbank in Prag —Banca Marmarosch Blank & Co. ht Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. - Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten sich ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. An unsere Abonnenten! Das Inhaltsverzeichnis für 1925 ist im Druck erschienen und sieht auf Wunsch unseren Abonnenten kostenlos zur Verfügung. Frankfurt a. TU. Verlag des „Israelit" G. m. b. H. An unsere jungen Leser un«l Leserinnen! Wer von Euch im Laufe des Monats Ianuar dem „Israeliteinen neuen Abonnenten für das Iahr 1926 zuführt, der bisher nicht abonniert war, erhält als Prämie ein fern gebundenes Hermon-Buch. Wir hoffen, daß Ihr Luch, wie im vorigen Iahre, bemühen werdet, den Leserkreis des Israelit kräftig zu erweitern. Dafür sollt Ihr auch im neuen Iahre manche schöne Kinderecke zu lesen bekommen. Frankfurt a. M. #edö^|fe„35radif “ G. m. b. H. Wir beginnen mit der nächsten Nummer wiederum mit der Veröffentlichung der beliebt gewordenen Buch-Beilagen, und zwar zunächst Rambam, hilchoth Deolh in der Uebersehung von Bernhard Iacobson. $vantfuvt a. rrr Verlrrg „SSmUt m» b. y Die Lehrerbildungsfrage. Köln und Frankfurt. Der Ernst der Lehrerbildungsfrage für die Zukunft der jüdischen Jugenderziehung in Deutschland ist in diesen Blättern durch eine ganze Reihe von Aufsätzen aus berufenen Federn der Oeffentlichkeit nahegebracht worden. Dabei mußte man angesichts der überaus langsamen Klärung der allgemeinen Regelung der Akademiefrage immer mit einer Reihe ganz unsicherer Faktoren rechnen. Nun scheint sich das Dunkel, das über dieser Frage schwebt, allmählich zu lichten. Man darf wohl annehmen, daß Preußen neben zwei evangelischen Akademien für Lehrerbildung (zweijähriger Lehrgang nach Ablegung der Abiturientenprüfung an einer Vollanstalt) eine katholische in Bonn und eine simultane in Frankfurts. M. errichten wird. Das Nächstliegende dürfte daher für die gesetzestreue Judenheit Preußens der bereits früher geäußerte Gedanke sein, in Verbindung mit der Bonne r.Akademie das jüdische Lehrerseminar in Köln zur Ausbildungsstätte für die jüdischen Volksschullehrer ins Auge zu fassen. Die guten Verbindungen zwischen Köln und Bonn würden eine Kombination räumlich wohl ermöglichen, während die Gewinnung der nötigen Stundenzahl für die Religionsfächer n e b e n dem Akademiebefuch gewiß Schwierigkeiten bereiten, aber doch wohl kein unlösbares Problem darstellen würde. Freilich sind wir darüber im klaren, daß derjenige jüdische Lehramtskandidat, der in den jüdischen Disziplinen kein vollendeter Stümper bleiben will, sich zu einer Verlängerung seiner Gesamtausbildungszeit um mindestens ein Jahr wird entschließen müssen. Dieses eine Jahr, das am besten zwischen Gymnasialbesuch und Akademie eingeschoben würde, müßte dem intensivsten Lernen sowie der Ausbildung im Kantorat, evtst in Schechita, sei es im Kölner Seminar sei es an einer Jeschiwa mit angepaßtem Lehrplan dienen. Auch diese Form des Bildungsgangs genügt aber nur dann, wenn die jungen Leute schon während der Gymnasialzeit sich eigen Fonds gründlichen' jüdischen Wissens erworben haben, so daß die Lehrerausbildung eigentlich schon mit dem vierzehnten oder fünfzehnten Lebensjahr beginnt. In diesem Zusammenhang wirkt es geradezu t r a g i j ch, daß grade in diesem Augenblick das so hoffnungsvoll begonnene Jawne-Realgymnafiumin Köln die Welt mit der erschütternden Nachricht überrascht, aus Mangel an Geldmitteln am 1. April seine Pforten schließen zu müssen. Eine solche Maßnahme zu einem Zeitpunkte, da diese Anstalt schon als Unterbau für die jüdische Lehrerbildung lebensnotwendig für die gesetzestreue Gesamtheit zu sein scheint, wäre eine Katastrophe, die unter allen Umständen abgewendet werden müßte. Die in jahrzehntelanger gewissenhafter Arbeit erworbenen und heilig gehaltenen Lehrerbildungstraditionen Kölns prädestinieren diese Stadt zweifellos vor allen anderen jüdischen Zentren auch für die Zukunft zum Mittelpunkt der Lehrerbildung für den gesetzestreuen Teil der preußischen Judenheit, und wir können uns denken, daß der allgemein religiöse, leichtfertiger Skepsis abholde Geist einer katholischen Akademie zu Bonn mit demjenigen der Kölner jüdischen Anstalt zu einer durchaus harmonischen Synthese sich vereinigt. Nichtsdestoweniger ist für später auch die Möglichkeit ins Auge zu fassen, inFrankfurt nicht nur liberale Lehrer — für diese bildet das Philantropin, das zur Vollanstalt ausgebaut wird, mit der simultanen Akademie als Fortsetzung die natürliche Basis —, sondern auch orthodoxe auszubilden. Dazu müßten aber vor allem die Mittel vorhanden sein, um auch die Realschule der Religionsgesellschaft zur Oberrealschule oder zum Realgymnasium zu entwickeln und alsdann an sie Thoralehranstalt einen ergänzenden Lehrerbildungs-Kursus anzugliedern. Weil die wirtschaftlichen Nöte der Zeit auf eine gleichzeitige Verwirklichung aller dieser Pläne wenig Hoffnung lassen, darum scheint es uns richtiger, daß alleKräfteaufdieErhaltungder,. Jawne"undihreorganische Verbindung mit dem umzugestaltenden Kölner Lehrerseminar k o n z e n t ri er t w e r d e n. Es wäre Sache des „ P r e u ß i s ch e n Lande s v e r b and esgesetzestreuerSynag o g e n g e m e i n d e n " die nötigen Verhandlungen mit der Stäatsregierung zu führen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.