Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1925)
- Date
- 1925-12-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 14 Nr. 52 Es ist schwer, in scharf umrissenem Rahmen die Richtlinien der Arbeit dieses Dezernats festzulegen, die nicht einheitlich geleistet werden kann. Man muß den verschiedensten Strömungen und Verhältnissen der einzelnen Stadtgruppen Rechnung tragen; man kann kein Arbeitsnormalprogramm aufstellen. Um einen Ueberblick über die bisherige Tätigkeit der Gruppen zu erlangen, wurden Fragebogen ausgearbeitet und versandt, die das Dezernat über alles Wissenswerte informieren sollte. (Stellung zu anderen Organisationen, Art und Weise der Gruppenarbeit usw.). Durch die Zusammenfassung der Berichte soll ein Reorganisationsplan ausgearbeitet werden, der sodann den einzelnen Gruppen zugestellt wird. Um die Durchführung der Reorganisation zu verwirklichen, wird es wichtig sein, persönlich mit den Gruppen und deren Leitern Fühlung zu nehmen. In Form eines sogenannten Führertages, der in nächster Zeit in Frankfurt a. M. stattfinden soll, will man die interessierten Vorstandsmitglieder jeder Gruppe von führenden Persönlichkeiten der agudistischen Bewegung über die wichtigsten und elementarsten Probleme der Agudas Jisroel aufklären, damit es einem jedem der Besucher sodann möglich sein wird, auch an Hand schriftlichen ausführlichen Materials, das jedem übergeben wird, in seiner Gruppe Referate über die wichtigsten Tagesfragen im Sinne der Agudas Jisroel zu halten und diesbezügliche Diskussionen zu leiten. Die Zusammenkunft dieser jungen Agudisten wird sicherlich auch veranlassen, daß Erfahrungen über die geleistete Gruppenarbeit ausgetauscht werden und es ist bestimmt zu hoffen, daß einer Aufforderung zum Führertag eifrigst Folge geleistest werden wird. Eine weitere Aufgabe des Dezernats für Großstadtgruppen wird es fein, ein Presseorgan für die agudistische Jugend ins Leben zu rufen, in der sich dieselbe über die wichtigsten Probleme der Bewegung ausspricht und in welcher die Abonnenten über die neuesten Gruppennachrichten bestens informiert werden. Das lange Fehlen einer geeigneten Presse wurde schon lange als empfindliches Manko gerügt und soll nunmehr auch diese Aufgabe raschest ihre Lösung finden. Das neugegründete „Dezernat für Großstadtgruppen" (Briefadr.: I. Sänger, Frankfurt a. M., Rothfchildallee 38) rechnet bestimmt aus die Mitarbeit aller daran interessierten Kreise, da auch hier nur durch gemeinsames, energisches Handeln die vielen wichtigen Aufgaben gelöst werden können. Neues aus der Aguda-Jugendgruppe. Die Bibliothek unserer Kommission „B i k k u r Chaulim" ist nunmehr zusammengestellt. Zirka 200 Bücher, die uns von verschiedensten Seiten gestiftet wurden, werden im Laufe dieser Woche den Krankenhäusern zur Entleihung zugestellt. Wir bitten die verehrt, Leser dieser Zeilen nochmals höslichst um weitere Bücher - spenden. Die Exemplare sollen gut erhalten und guten Inhalts fein und werden im Hause auf Wunsch abgeholt. Das vorgesehene „M ussar"-Lernen beginnt nunmehr am Sonntag den 10. Januar 1926, nachmittags l/2 Stunde nach Beginn des Mincho-Gebetes (Friedberger Anlage) in den Räumen der Jugendgruppe. Weitere Interessenten wollen sich bitte an Herrn L. Kurzweil, Röderbergweg 43, wetiben, der über alles Nähere Bescheid weiß. In letzter Minute wird uns von städtischer Seite mitgeteilt, daß uns die für den geplanten und bereits festgesetzten Schwimmkurs reservierten Räume wegen Umbauarbeiten vor Mitte Februar nicht zur Verfügung gestellt werden können. Wir müssen daher zu unserem Bedauern den Schwimmkurs im Moment absagen, da es uns an sonstigen geeigneten Räumlichkeiten fehlt Anfang Februar werden wir die nötigen Schritte wieder unternehmen, da eine große Anzahl Mitglieder dafür Interesse hatten. Näheres alsdann an dieser Stelle. Diesen Freitag Abend (fr--*i fällt die gemütliche Zusammenkunft in den Räumen des Mekor Chajim ausnahmsweise aus. Der Sidrohoortrag findet wie immer statt. Ab Sonntag, den 27. d. Mts., s/«9 Uhr, finden wieder regelmäßig die beliebten Geschichtsvorträge des Herrn Red. S. Schachnowitz statt. Lhanukahseier im Waisenhause. Einen würdigen Abschluß der diesjährigen Chanuka- Feierlichkeiten bildete die überaus sinnige und besonders schöne Feier der hiesigen israelitischen Waisenanstalt für Knaben und Mädchen, deren Leitung auf letzten Samstagabend die dem Waisenhaus besonders nahestehenden Persönlichkeiten (Vorstand, Aerzte usw.) mit deren Familien zu einer stimmungsvollen Veranstaltung einlud. Nachdem Herr Verwalter Marx einige Worte der Begrüßung an die Gäste gerichtet hatte, sprach ein Zögling der Mädchenabteilung, die 14jährige Engelmayer, einen selbstverfaßten Prolog in dem die Gönner und Freunde des Waisenhauses unter Danksagung für das bisherige Interesse auch um Fortsetzung des Interesses gebeten wurden. Alsdann gab es in bunter Reihenfolge Tänze und Reigen, Gesänge und Vorträge. (Regie und musikalische Leitung in erster Linie Herr Marx.) Alles von den Zöglingen der Waisenanstalt einstudiert und dargestellt, und man darf wohl sagen, daß als Dilettantenvorstellung solche auf durchaus künstlerischer Höhe stand. Herr Verwalter Marx verstand es auch diesmal, mit Unterstützung von Fräulein Schwarzstein und Herrn Stein, denen am Erfolg auch gebührender Anteil gehört, den Waisen, die ja leider das Elternhaus Der Israelit_ vermissen müssen, mit dieser schönen Feierlichkeit eine echt jüdische Freude zu bereiten. Man wiederholte die Feier nochmals am Sonntag nachmittag für die Verwandten der Zöglinge und die Synagogenbesucher, wobei man infolge Raummangels davon Abstand nehmen mußte, einen größeren Kreis von Gönnern einzuladen. Jeder, der dieser überaus schönen Feier beigewohnt hatte, ging froh und befriedigt nach Hause und freute sich mit der Leitung des Waisenhauses ob des restlosen Gelingens diese Feier. Möge das Interesse, das bisher der Waisenanstalt von allen Seiten entgegengebracht worden ist, auch weiter in erhöhtem Maße bestehen bleiben, damit diese überaus wichtige Stätte jüdischer Erziehung auch weiterhin ihr segensreiches Wirken entfalten kann. Chanukahfeier im Hort für jüdische Mädchen. Die zahlreich anwesenden Freunde und Gönner konnten mit Rührung wahrnehmen, wie sehr unsere Bemühungen, Freude in diese beinahe 100 Kinder zählende Scyar zu bringen, von Erfolg gekrönt waren. Aber es war wirklich nicht leicht, in dieser ungewöhnlich schwierigen Zeit das aufzubringen, was unsere Schützlinge brauchen und sich wünschen; aber es ist uns wieder gelungen, und der Eifer und die Hingabe, mit der sie bei den Aufführungen unter Leitung unserer vortrefflichen Hortnerinnen ihre oft erstaunlichen künstlerischen Talente entfalteten, war die deutlichste Antwort auf die Ansprache unserer Vorsitzenden, die in eindringlichsten Worten die kleine Hörerschaft zu Fleiß, Wohloerhalten und Pflichterfüllung anspornte. Die Vorsitzende, Frau B e st h o f f, entwarf auch ein Bild von der Geschichte und der Entwicklung des Hortes, der vor dem Kriege mit 20 Kindern begründet, die schwere Kriegszeit überlebt hat und heute, mitten in der wirtschaftlichen Krisis, 100 Kindern Schutz und Obdach bietet und auch fachmännische Nachhilfe durch drei Leiterinnen. Sie dankte allen mithelfenden Instanzen, auch der Verwaltung der Volksschule für Ueberlassung der Räume. Ein eigenes Heim sei immer noch der sebnlichste Wunsch der Hortleitung. Dann gab es Kakao und reichlich viel Kuchen, den unsere Damen gestiftet hatten, und als dann endlich die Geschenkverteilung einsetzte, da war der Jubel besonders groß. Unseren Mitgliedern, den Damen sowohl aus der Nähstube wie der Mädchengruppe, die unsere Stoffe und Strickwolle zu so schönen Stücken verarbeiteten, sei unser Dank hierbei ausgesprochen. Möchte das allseitige Interesse weiter wachsen und uns ermöglichen, die sozialen und rein menschlichen Ziele im „Hort für jüdische Mädchen" weiter zu verfolgen, sie zu pflegen und weiter auszubauen. Großer Sijum in'der Thoralehcanftalt Jeschiwoh. In der Thoralehranstalt Jeschiwoh wird nach elfjährigem intensiven Lernen unter Leitung des Herrn Rabbiner wv zu Ende gelernt. Aus diesem Anlaß ist ein großes S i j u m f e st geplant. Das Fest wird voraussichtlich am 16. Schswat (31. Januar) in der- Frankfurt-Loge stattfinden. Es soll an diesem Tage auch ein „Verein ehemaliger Hörer der Frankfurter Jeschiwoh" gegründet werden, und sind alle Interessenten gebeten, jetzt schon ihre Adresse der Jeschiwoh-Verwaltung, Frankfurt a. M., Rückertstraße 59, bekannt zu geben. Soziale Kommission. Die Soziale Kommission der Aguda-Jugendgruppe bittet mit Rücksicht auf die ungeheure Not, die gesteigerte Hilfeleistung erfordert, ihr gebrauchte Kleider, Wäsche usw. zuzuweisen. Ablieferungsstelle Hanauer Landstraße 7. Bei Anruf (Hansa 3263) werden die Sachen irn Hause abgeholt. Ostjüdischer Unterstützun.qsverein Offenbach. Der ostjüdische Unterstützungsverein, Offenbach a. M., veranstaltet am 27. Dezember, nachmittags 5 Uhr, in den Festräumen des israelitischen Gemeindehauses, Goethestraße 1, ein Wohltätigkeitsfest unter Mitwirkung namhafter Künstler, u. a. der berühmten Künstler H. Lehmann -Berlin und M. Sakaschansky-Zürich. Isaak Haas rry- Eine starke Persönlichkeit von ausgeprägten Charaktereigenschaften, gefestigt in den Grundsätzen der Rechtlichkeit und Redlichkeit, der Gottesfurcht und reinen Menschenliebe, ging allzufrüh mit Isaak Haas von uns. Geschäftsfreunde des Verstorbenen sind ebenso in tiefe Trauer versetzt wie die vielen persönlichen Freunde, aber "icht zuletzt die vielen Institutionen, denen seine Liebe gehörte, die vielen Armen und Bedürftigen, die nie vergebens an feine Türe pochten. Es gab kein Wohltätigkeitsunternehmen und überhaupt keine gute Sache in Stadt und Gemeinde, die nicht in Isaak Haas einen warmen Gönner und Helfer gefunden hätten. Er zeigte auch, wie ein großes Geschäft sich bei strengster Sabbathaltund und idealer Auffassung von Arbeit und Erfolg doch ausbreiten und in die Höhe wachsen kann. Liebe und Hochachtung und tiefe Teilnahme spiegelte auch die überaus große Teilnahme an der Bestattung wider. Wegen der Chanukatage unterblieb von rabbinischer Seite eine Würdigung der hohen Verdienste des Verstorbenen. Es sprachen nur neben dem Teilhaber der Firma Grünebaum und Haas Vertreter der Frankfurt-Loge und des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens". Das Andenken dieser markanten Persönlichkeit, die lange Jahre weiten Kreisen als Vorbild und Muster tiefer Frömmigkeit und reichen Wohltuns gedient hat, wird unoerwischlich bleiben. n"33un- 24i Dezember 16L> Vereinskalender. Verein Mekor Lhajlm. Freitag abend, „ Mikro oortrag". Herr Julius Lewin. Samstag morgens nach Schul „Dinim", Herr Dr. E. Posen. — nachm. 3V4 Ubr im Vereinslokale, Melochim mit Maldim. Hnr Dr. M. Hvfmann. — nach Mincho „Kohelet", Herr Arnold Merzb ach. Sonntag morgen (auchMittwoch) avnnirrs/.Herr Red. S. Schachnowitz — vorm. 91/, Uhr (auch Dienstag) abend 61/« Uhr ..Gemoro*. Herr R. A. G. Posen. — abend 1/46 Uhr. Vortrag des Herrn Dr W. Hof mann über sie Dietätik im jüdischen Religionsgefetze. (tpjn Montag abend 7 Ubr (auch Mittwoch) „Gemoro", Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. - abends 8'/4Uhr (auch Donnerstag) „Gemoro", Herr Dr.E. Posen, Jeden Morgen Mischna- " Jeden Abend 8*/4 Uhr v"D-Lernen, Herr H. H alp ein I a brzei 1s-Stitln tt q eh : Montag' 28- Dezember. Sara Moos geb. Hirsch- Stiftung. 7;; Dienstag, z9. Dezember. Justizrat Dr. Rastali Hirsch-Stiftung. 7 Donnerstag, 31. Dezb. Aron Mosts Schwarzschild-Stiftung. Azuda» Jisroel-Juzendzruppe. Sonntag bis Donnerstag wie üblich. . Freitag nach Schluß der Synagoge Sidra-Vortrag. — 8 Uhr ahbs., Gemütliche Zusammenkunft. Lokal: Mekor-Chajim. Langestratze 18. raw. 10—11 Uhr morgens, prrrp mal, Herr Dr. Posen, Am Tiergarten. 10—U Uhr morgens, Yfiy 112'jp. Herr L. Kahn. — 12—1 Uhr mittags, ,wa, Herr Lehrer Hirfchberg. 12—1 Uhr mittags, "•»»r» rn. Herr H a Ipern. 12—1 Uhr mittags, Gruppe 6. Carl Zunz. — J l Uhr mittags, nm». — Vs4 Uhr nachmittags, rmo, Herr Halpern. — Uhr nachm., Gruppe 4, Herr Willi Strauß. — Vr4—W Uhr nachm., ms un» mm, Herr Dr. Hofma nn.'^- V-5 Ubr nacvm., mw, Herr Halpern. V28 -l/2i Uhr nachm, Gruppe 5, Herr Theodor Spieg el. — V^—Va4 Uhr nachm., min, Herr Josef Stern.-3-4 Uhr nachm., Gruppe 2, Herr Saul Munk. — 4—5 Uhr nachm-, Gruppe.!, Herr Jacob Landau. — 4—1/26 Uhr, nrq in'&t, Herr Leo S chnerb. 41/2—51/2 Uhr abends, rwp »an mm (nm), Herr L. Knrzweil. ^- V29-V2IO Uhr abends, Gruppe 1, Herr Jacob Landau. Von Sonntag bis Freitag täglich morgens v. 8—12 Uhr, (Sonntag von 9—12) Gelegenheit zum Lernen jeder Art. w *p 12—1, Herr Holpern. Von Montag vis Donnerstag allabendlich 8 Uht, usn amya. Aguda» Jisroel Mädchengruppe. Sonntag. V28—1/20 Hör Qbenös, n^sn, Herr Lehrer Hirscbb erg. — 1/29-10 Uhr abends. Literatur, He r Dr. Harry Abt. — abends s/*9 Uf)t Geschichte. Montag, V29-V2IO Uhr abends, Gruppe 7, Frau Dr- Rosenbäum, Grünestratze 42. — VB-r-i/M Uhr abends. Gruppe 9, Fräul. Bertha K atz; 9—10 Uhr abends, Herr S. Una, Kl.Obetmainstr. 30. - Dienstag, '/S—91/4 Uhr. trm, Herr Dr. Wegech. — 9V4—10Uhrabds., ‘wirnn, Herr Dr. Weger. Mittwoch, 1/29—V210 Uhr abds., Ausspracheabend (14 tägig), Redner wird noch bekannt gegedem-^- V29-10 Uhr abds., Handarbeitsabend, 14 tägig.' Fr eita g nach Schluß der Synagoge Sidra-Vortrag. — 8 Uhr abds.. Gemütlicher Heimabend. . u, natf, morg. nach Schluß der Synagoge.. Frl. Martha Markus. — ll—12 Uhr, niarr Herr Herm. Frankenthal. — 4—5 Ahr nachmittags, mm, Herr Lehrer Hirschberg,- — i/29—ValO Uhr abends. Gruppe 8. Frau Brünn. Kl. Obermainstraße 19.! veshamidrafch, Ostendstraße 1$. Gemoroschtur des Herrn Dr Ifaac Breuer, Sonntag vorm. V29 Hör. Montag, Mittwoch, Donnerstag abends V28 Uhr. Von Sonntag bis Donnerstag einschl. allabendlich von 3U-9 Uhr niDia 'oa, Herr Rabb. M Kurpel. Samstag nachm. 4 Uhr "Haiachischer VortraA" Herr Rabb. M. Karpel. Llwjoth Lhen-Verein. Samstag, nach Mmcho. 41/4 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, Midrasch. Herr Red. <p. Schachnowitz. Gekelzetten. tppi nar? Freitag Abend 4.05 Samstagmorgen 8.— - Samstag nachmittag 4.— Samstag abend 5.20 < Mochengottesdienst: Morgens 7.05 Nachmittags 4.— Tefilin-Legen am Morgen 7.05