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Der Israelit · 1925-11-19 · Heft 47 (19.11.1925) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 47 (19.11.1925)
Date
1925-11-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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fieraiisgegeBenpondeg fondesoggonifofiondegflgudos-Jispoef in PeiiffeBtond n Jahrgang ^rcmffurt a. TN., 19. November 1925/2. Aislew 5686 Nummer 23 Die n^urr-Arbeik in der Stadt. (Würzburger Referat.) Von Wolf S. Jakobson in Hamburg. (Fortsetzung.) Ich darf hier gleich die ganze Linie kurz markieren, indem ich dann die einzelnen Etqppen nochmals betrachte: von 3—6 Jahren Kindergarten der von 6—15 Jahren n"n der von 15—18 Jahren .-a'ff' Besuch, veranlaßt durch — das ist die Richtlinie für Knaben, die Mädchen haben ebenfalls den Kindergarten der .rmtf zu besuchen, jedoch hat bei ihnen ein dem n"n der Knaben entsprechender Unterricht erst etwa mit dem 12. Lebensjahr einzusetzen, wobei für beide, Knaben und Mädchen, Voraussetzung ist, daß sie eine jüdische Schule, sei es Volksschule, sei es höhere Schule, besuchen. Die Einrichtung eines Kindergartens durch •>"«' wo immer das nur möglich ist, hatte ich für außerordentlich wichtig; ebenso wie man ihn in Lehrerkreisen so sehr rühmt als Vorschule für die richtige Schule, in der den Kindern die wichtigsten Voraussetzungen für eine gedeihliche Wirkung der Schul-Subordination sowie Kameradschaftssinn, Ordnung und Aufmerksamkeit und Fleiß und Pünklichkeit spielend beigebracht werden, so ist er von nicht zu unterschätzender Bedeutung in seiner Beeinflussung der Kinder für die Schule des Lebens. Nicht etwa, daß die Leiterinnen des Agudokindergartens im agudistifchen Sinne auf die Kinder wirken sollen — wenn für die Kinder des Esra dies Problem (u. E. leider) noch nicht geklärt ist, so ist es wohl für die Erziehung dieser Kinder noch kein Problem —, wohl aber sollen sie im gutjüdischen Sinne auf die Kinder wirken. Ob die Kinder das Märchen von „Schneewitchen" oder von "r\nbw" hören, ist ziemlich gleichgültig, ob sie deutsche oder hebräische Volkslieder singen ist letzten Endes nicht entscheidend, wenn ich diesen auch den Vorzug geben möchte, daß man sie aber peinlichst anhält, keine Frucht ohne ro-a zu essen, daß man gemeinsames Frühstück mit Waschen und irxia einleitet, mit „Bentschen" abschließt, die Knaben im Garten nicht ff an '1^2 spielen läßt, daß man am Freitag und entsprechend am msröen ganzen Unterricht auf raff oder v"' einstellt, daß man, nicht mit betonter Aufdringlichkeit, sondern mit selbstverständlicher Natürlichkeit die Kinder alle Dinge als Juden und n u r als Juden erleben läßt, das macht den jüdischen Kindergarten so notwendig, das macht weiter den Agudokindergarten — gleichgültig, ob die rrn* ihn selber eingerichtet oder ob er als privates Unternehmen von agudistisch eingestellten Persönlichkeiten geleitet wird. — zum wichtigen Erfordernis: daß der raff etwas anderes, ganz anderes als der Sonntag ist, das versteht ein 4—öjähriges Kind schon, ebenso kann man dem Kind schon, wenigstens oberflächlich, beibringen, daß das aro Off rr^ff eman Vds «Sim den Grundzug jüdischer Einstellung bedingt. Der Kindergarten der '"it muß so wirken, daß das 6jährige Kind eins besitzt: apv' .pitt' den Stolz darauf, daß es Jude ist. Und nun, sage ich, beginnt der Unterricht in der von der einzurichtenden n"r>- Ich betone nochmals, daß ich davon ausgehe, daß die Kinder die gesetzestreue jüdische Schule besuchen, die wir G. s. D. in fast allen Städten haben, so daß der jüdische Unterricht in der n"n der Agudas Jisroel nur den der Schule ergänzen und vertiefen soll; die Frage, was. an Orten zu geschehen hat,, wo keine jüdische Schule ist, ist zu bedeutsam, als daß sie nur im Rahmen dieses allgemeinen Referats gestreift werden kann. Es gilt in Bezug auf diesen, den Schulunterricht ergänzenden, jüdischen Unterricht, der über die ganze Schulzeit zuerstrecken hat, das gleiche, was wir vom Kindergarten der n^rr sagten: nicht das ist wesentlich, daß ■>"« ihn gründet oder leitet, sondern das ist entscheidend: daß der Einfluß, den dieser Unterricht in geistiger und selischer Beziehung ausübt, ein echt jüdischer ist. Menn Zweck und Ziel des Unterrichts rmn und nKT» ist, wenn y^n nicht um seiner Sprache, sondern seines Inhalts wegen unterrichtet wird, dann muß es nicht oder rmnn ppder Zweig von "'K' der sich speziell mit Erziehungsangelegenheiten beschäftigt, sein, die diese r>"n leiten, im Gegenteil, vielleicht ist da Zurückhaltung die größere Leistung: deo Nff'->SN bv "aff Vnpn tp nffmn by -aff n^apff — Agudas Jisroel hat sich nur darum zu kümmern, daß ein solcher Unterricht eingerichtet, von möglichst erstrangigen Lehrkräften erteilt wird, daß er von der ganzen Jugend besucht und für den Unbemittelten, ja auch den Minderbemittelten, kostenfrei erteilt wird. Sie hat dafür zu sorgen, daß jedem Vater und, was noch wichtiger scheint, jeder Mutter es klar wird, daß durch den jüdischen Unterricht, den die Schule erteilt, allein das Kind kein Volljude werden kann, daß alle jüdischen Schulleiter, sofern sie ns-> bw iiv’B-'F)’ nicht höher stellen als Dff *?ff ibnw diesen Ergänzungsunterricht fordern, ja, wenn ich von meiner Heimat sprechen darf, selber einrichten. Dieser r>"n-Unterricht muß also alle Kinder umfassen — und diese Sorge ist m. E. d i e Sorge der •>"8-, — denn von diesem n"n Unterricht hängt alles ab. Was unterrichtet werden soll? Diese Frage ist m. E. so zu formulieren: Was unterrichtet werden sollte! Denn die Meinung, die wir zu diesem Thema äußern, wird unsere Lehrer kaum veranlassen, die bisherige Methode zu ändern. Sicher ist aber, daß die heute allgemein übliche Methode, eine Methode, wie sie auch in den n"n unseres rrnnn pp geübt wird, weder dem Rat des twn p rnirr» entspricht, noch mit der diesbezüglichen Vorschrift des nsn mv> sich deckt r('T p"o i"v-> 'o)* Heutzutage wird allgemein in den ersten Jahren hebräisch Lesen gelehrt, dann ffviN' dann *"«n und ffaiN' nrjffo 'iom und schließlich navin ay »nav- Jene Vorschrift: ma1? ffbffb a-?s daß man den Unterricht dreiteilt, dabei pn einen breiten Spielraum einräumt, wird überall wenig beachtet, denn die Kreise, die pn der Sprache 'vegen lernen, gehen uns, wie schon erwähnt, nichts an. Der Unterricht soll also, wenn möglich, über alle Gebiete sich erstrecken, ja in den ersten Jahren ym und nrjffa park bevorzugen. Selbstverständlich soll er in möglichster Fühlungnahme mit den patschen Lehrern der Schule erfolgen, das vertiefen, was sie infolge der wenigen, zur Verfügung stehenden Zeit nur andeuten können. Sein Ziel sollte sein, daß der Junge, wenn er seine Realschulbildung abgeschlossen, d. h. in den meisten Fällen seine Schulbildung überhaupt beendet hat, imstande ist, eine mittelschwere in»*' au* ein leichtes maoin allein zu lernen. Und in diesem Stadium hat brriff' rrm wieder eine außerordentlich wichtige Aufgabe zu lösen: dafür zu sorgen, daß der Junge jetzt nicht ins Geschäft, auch nicht auf die höhere Schule kommt, sondern auf die npff'' auf der er drei Jahre verbleiben sollte. Selbst, wenn sich an dem Ort eine ra^ff-» befindet, dürfte es sich empfehlen, daß er eine auswärtige ra°>ff'> besucht uno zwar dre ersten Jahre eine deutsche, die beiden weiteren Jahre eine außerdeutsche. Und diese Aufgabe ist nach verschiedenen Seiten hin von der rmn in Angriff zu nehmen: sie muß zuerst den Jungen und dann dre Eitern für diesen Plan, der allerdings heute nicht mehr so absurd ist, wie er unseren Eltern oft noch geschienen, gewinnen, sie muß, unter Berücksichtigung der geistigen Art und der gesundheitlichen Veranlagung des Knaben, die geeignete .irpff' aussuchen, sie muß, und das scheint mw ungewöhnlich bedeutsam, dafür sorgen, daß er dort ins richtige Milieu kommt und da heimisch wird und sie muß, falls es sich um einen unbemittelten Knaben handelt, die Gelder für seinen m^ff' Aufenthalt aufbringeti, öies unter Inanspruchnahme öes.mnr? p; oder örtlicher Organe. Daß auch ein einzelner Agudist auf diesem Gebiete außerordentlich viel leisten kann, zeigt die Tätigkeit unseres Hirsch Merkin in Leipzig, den ich in diesem Zusammenhang rühmend zu erwähnen als eine Pflicht agudistifcher Dankbarkeit erachte. Da aber leider die Mehrzahl, weniger der Kinder als der Eltern, die sich so schnell vom bisher gültigen Schema, „auf die Schule folgt die Lehrlingszeit oder das Abitur", nicht losmachen können, für den m'ff' Besuch doch noch nicht zu gewinnen sein wird, gilt es für den Jüngling, der der Schule entwachsen ist und im Geschäft den Gefahren einer allzu materialistischen Auffassung, in der höheren Schule dem Einfluß sogenannter wissenschaftlicher Aufklärung ausgesetzt ist, Sicherungen zu schaffen. Ob Agudas Jisroel selber diese amirff' die das fortführen, was in der n"n begonnen wurde, einrichtet, oder ob sie die Jünglinge dena'-iiv'ff des „Lernvereins" wie -aasn ynn wm Tipa oder wie sie heißen mögen, und zu denen die besten Beziehungen zu unterhalten jede Agudas Jisroel Jugendgruppe sich angelegen sein lassen wird, zuführt, ist ebenH? belanglos, wie die Erörterung der Frage, inwieweit gemeinsam mit dem Esra oder durch den Esra die bisher umschriebenen Aufgaben zu erledigen sind. Von Belang ist aber, daß die Agudas Jisroel dafür sorgt, daß kein einziger schulentlassener Jüngling, kein einziger Gymnasiast ohne den jüdischen, in den Entwicklungsjahren so besonders entscheidenden Unterricht bleibt. Sowohl die Aguda muß genaue Listen der jungen Leute führen, als auch der Dozent der verschiedenen Kurse, eine gemischte Kommission aus Vertretern des Chefs und der ma* muß die einzelnen Chefs bearbeiten, daß diese die jungen Leute nicht nur abends rechtzeitig entlassen, sondern sich darum kümmern, daß ihre Lehrlinge auch zum TWff gehen. Jeder Chef, auch der unfromme, vom christlichen, der oft nach dieser Richtung hin besonders entgegenkommend ist, nicht zu reden, hat ein Interesse daran, daß der junge Mann seine Abende in würdiger Weise verbringt und nicht in Zirkeln, die die Bande der Sittlichkeit und Moral lockern. Verständige Chefs wird man auch dafür gewinnen können, daß sie dem jungen Mann gestatten, morgens, vor der Geschäftszeit zu „lernen". Daß solche Beeinflussung der Jugend nicht ohne das jüdische Elternhaus ausgeübt werden kann, ist selbstverständlich. Kommt der junge Mann mit 18 Jahren aus der na'ff' ist ist es gelungen, ihn zu Hause beim „Lernen" zu halten, dann ist er geistig wohl so weit gefördert, daß er der Erziehungsarbeit der Agudo entraten kann: nsir6 im ruaff p» tm Sinne jener «ava^: np' rr^iraa vffx N,,r,n,,v Was nun die Mädchen anlangt, so sind sie im Kindergarten genau wie die Knaben zu behandeln, jedoch braucht m. E. der ihnen in der jüdischen Schule erteilte Unterricht erst von ihrem 12. Lebensjahr an durch privaten, durch die max oder sonstwie zu organisierenden Kursus ergänzt zu werden. Und wir ließen das Wort na^an iv'a v's nöff) rv^sn mb i^rra min im nn auch noch für noch ältere Mädchen gelten, wenn sie durch die Schule, durch den Literaturunterricht

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