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Der Israelit · 1925-11-19 · Heft 47 (19.11.1925) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 47 (19.11.1925)
Date
1925-11-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Serie 10 Nr. 47 Der AsraeLi 1 ihrem Aussehen nach für Iuden gehalten werden. Diese Feststellung machte auf ihn solchen Eindruck, daß er nun ernstlich beschloß, seinem Stammbaume nachzugehen. Wochen und Monate verbrachte er mit dem Studium alter Familiendokumente, und das Resultat der Forschung war die unwiderlegliche Feststellung, daß seine Urvä'er wi.klich Juden waren. Während der große Teil seiner Familie zur Zeit der Inquisition den Feuertod auf sich nahm, hatte sein Uraln den Uebertritt zum Christentum gewählt. Das jüdische Aussehen hatte sich auf spätere Generationen vererbt. Diese Entdeckung veranlagte eine vollkommene geistige Umstellung des jungen Edelmannes. Mit grobem Fleiß vertiefte er sich nun in die jüdische Geschichte und W ssenschaft, besonders aus der Zeit der Inquisition. Sein Entschluß stand bald fest: Er wandte sich an sseine Eltern mit der Aufforderung, sie sollten zur Religion ihrer Väter zurückkehren. Sie lachten ihn zuerst aus, dachten wohl auch an ihre Ehrensteltungen, die sie als Juden nicht verlieren wollten. Gabriel: drang aber sehr in sie, und seiner Ueberredungskunst gelang es, sie dazu zu bestimmen. Bald gelangte ein Gesuch der Familie Kubalis an die Synode, sie aus dem Verbände der katholischen Kirche zu entlassen. Dieser Schritt erregte ungeheures Aufsehen in ganz Spanien und alle Zeitungen des Landes besprachen ihn in spaltenlangen Art'keln. Wie man sich erzählt, habe der König A fonso durch einen eigenen Abgesandten d'e Wahrhrit über den Fall Kubalis feststellen lasssen. Die Geistlichkeit machte natürlich Schwierigkeiten. Und da der Weg zu dem Ziele der Familie etwas langsam schien, verließ sie dieser Tage Spanien un'er Niederlegung all ihrer Aemter und Zurücklassung ihres Grundvermögens mit unbekanntem Ziele. Diese Erzählung hört sich zwar sehr romantisch an, ist aber eine wahre Tatsache, die sich dieser Tage in Sybilla in Spanien zugetragen hat. Uinderecke. Von Dr. 2. Kohn in Leipzig (Schluß.) Chanan war ein Tochrersohn der Omas (der oft mit Erfolg um Regen betete). Wenn in der Welt Regen nötig war, schickte man die Kinder des Lehrhauses zu ihm, diese faßten ihn an dem Saum seiner Kleider und sagten: „Vater, Vater, gib uns Regen!" — Da sagt er zum Heiligen, gelobt sei Er: „Schöpfer der Welt! Tu es doch um dieser willen, die noch nicht zu unterscheiden wissen zwischen einem Vater, der Regen geben kann, und einem, der es nicht kann." (Taanjt 23.) Gibt es Gerechte, so werden sie als Sühneopfer für ihr Zeitalter ergriffen — gibt es keine Gerechten, so werden die Kinder des Lehrhauses als Sühneopfer ergriffen. (Sabbat 33b). Vierhundert Synagogen waren in der Stadt Bitthera, in jeder waren vierhundert Kinderlehrer, von denen jeder je vierhundert Kinder unterrichtete. Als der Feind in die Stadt eindrang, wurden sie alle erstochen: man wickelte ihre Leiber in ihre Vücherrollen ein und verbrannte sie. (Gitt'n 58a). Es geschah einst bei R. Iosua, dem Sohne Chananias, daß er in eine große römische Stadt kam. Man sagte ihm, ein Kind von schönem Ansehen, mit herrschen Augen und wunderbaren Locken sitze im Gefängnisse. Da ging er hin und stellte sich an den Eingang des Gefängnisses und rief: „Wer hat Jakob dem Raube preisgegeben und Israel den Plünderern?" (Jes. 42). Da antwortete das Kind (aus dem Gefängnisse gleichfalls mit dem jesaianischen Vers): „Nicht etwa der Ewige, gegen den wir gesündigt, auf dessen Wegen wir nicht wandeln, und dessen Lehre wir nicht gehorchen wollten?" Da sagte er (R. Iosua): „Ich bin dessen gewiß, daß es ein großer Lehrer in Israel werden wird. Ich schwöre, daß ich nicht von hier weichen will, bis ich es um jeden Preis, den man dafür fordern wird, freigekauft habe." Es wird erzählt, daß er nicht eher wich, bis er es für eine hohe Summe freigekauft hatte, und es dauerte gar nicht lange, da war es ein öffentlicher Lehrer, geworden in Israel. Und wer war es? — Rabbi Jsmael Sohn Elisas. (Eittin dorts.). Was macht Gott in der vierten Stunde? — Er sitzt und unterrichtet die Kinder des Lehrhauses, denn so heißt es: Wen unterweist er in Erkenntnis, wen lehrt er Kunde? — Die Milcheittwöhn'en, die der Brust Entnommenen (Jes. 28). Wer hat sie früher unterrichtet? — Metateron (ein Engel). (Aboda Sara 3b.) „Eingepflanzt im Hause des Ewigen" (Ps.) das sind die Kinder in der Schule. Lieblich sind dcine Wangen in Perlenreihen, dein Ha*s in Schnüren (Schir-haschirim 1) (Midrasch Schochar-tob 92). — Lieblich sind deine Wangen in Perlenreihen, das sind die Schristgelehrten, die in Treue Kinder unterrichten — dein Hals in Schnüren, damit sind die Kinder selbst gemeint. (Midrasch Schir-hasch.). Als Gott Israel die Thora geben wollte, sagte er zu ihnen: Stellet mir Bürgen, daß ihr sie halten werdet. Sie erwiderten ihm darauf: die Erzvä'er sollen unsere Bürgen sein. Da sagte ihnen Gott: Eure Erzväter sind mir verschuldet und bedürfen selbst der Bürgen. Womit ist die Sache zu vergleichen? Einem Menschen, der Geld borgen kommt. Man sag-: ihm, geh, hole einen Bürgen. Da geht er weg und holt einen, der dem Verleiher Geld schuldet. „Was," sagt der Geldverleiher zu dem Leiber, „der. soll für dich bürgen? Ware er doch für sich selbst 911 i!" So auch sprach Gott zu Israel. Ihr stellt mir Bürgen, bei denen ich soviele Ausstände habe. Abraham hat sich verschuldet, denn er fragte: Woran werde ich erkennen? Isaak steht in meiner Schuld, weil er Esau liebte, den ich haßte, denn es heißt: Und den Esau hasse ich. Auch Jakob hat Schuld auf sich geladen, weil er durch die Worte: Verborgen ist mein Weg vor dem Ewigen (Jes. 40) an der göttlichen Gerech igkeil zweiseite. Ihr müßt mir bessere Bürgen bnngen — fuhr Gott fort — dann will ich Euch die Thora geben. So mögen unsere Proplelen unsere Bürgen sein, sagten bis Kinder Israel. Auch gegen sie habe ich Vieles einzuwenden, sprach Gott, .denn es heißt: Und die Hirten fielen ab von mir, und die Prophe'en prophezeiten beim Baal (Jerem. 2): und ferner heißt es: Wie Füchse in den Trümmern sind deine Propheten Israel (Ezech'el 13). Ihr müßt noch bessere Bürgen bringen, erst dann will ick) Euch die Thora geben. Israel führte nun Himmel und Erde als Bürgen an. Himmel und Erde sind vergänglich, wandte Gott ein. denn es heißt: die Himmel verqualmen wie Rauch, und die Erde zerfällt wie Gewand (Jes. 51), vergängliche Dinge eignen sich nicht zu göttlichen Bürgen. Als nun die Kindre Israel schon ganz verzweifelt waren, da sagte Gott zu ihnen: Ihr habt doch gute, unschuldige und unvergängliche Bürgen, wollt ihr mir denn diese nicht tel'en? Wer sind diese unschuldigen, unvergänglichen Bürgen? fragten die Kinder Israel ganz erstaunt. Eure Kinder sind es und wenn die mr euch bürgen und für euch einstehen wollen, dann will ich euch gern die Thora geben. Sogleich brachten alle ihre Kinder herbei und Gott fragte sie: Wollt ihr für eure Ellern Bürgen sein? Sie antworteten: Ja. Wollt ihr auch, wenn jene die Thora nicht halten werden, 'ür sie einstehen? Ja. Und Gott sagte ihnen alle zehn Gebote vor und sie bestätigten jedes Gebot mit einem „Ja", und jedes Verbot mit einem „Nein". So wisset denn, sprach Gott, auf Grund dieser eurer Worte die Thora gebe, denn so heißt es: Auf dem Munde der Kinder und der Säuglinge gründetest du die Macht (Pf. 8): und unter Macht versteht man die Thora, wie es heißt: Gott verleiht seinem Vo'ke Macht (Ps. 29). Darum, wenn Israel die Thora mißachtet, werden die Kinder dafür zur Verantwortung gezogen, denn es heißt: Vertilgt wird mein Volk aus Mangel an Erkenntnis ... und du vergaßest die Lehre deines Gottes, darum werde auch ich deine Kinder vergessen (Hosea 6). (Nach mehreren im Jalkut Ellezer unter dem Stichwort nllio zitierten Midraschstellen, dargestellt.) Mehr als alle andern von mir zitierten Stellen, wird Euch, meine lieben Freunde, diese letz'e von der Bedeutung überzeugt haben, die Ihr für das Judentum habt. Denn wenn Ihr es seid, denen wir die Thora verdanken, so seid Ihr es auch, die den Bestand der Welt garantieren, weil ja die Welt überhaupt nur wegen der Thora geschaffen worden ist, wie Raschi gleich zu Anfang seines Pentateuchkommen'ars nach dem Midrasch zitiert: inaa ui» n'wxn nmpw minn b'nwn rri?rr DVipn Aber eines dürft Ihr nicht vergessen: diese W'chligkeit und Bedeutung, legt Euch auch Pflichten auf, Ihr müßt Euch den Namen pi rra mpjn verdienen, und das könnt Ihr nur durch fleißiges Thorülernen erreichen. E, ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Wärest oh« sonstige Angaben rellgionsgesehllcheN Charakters auf ihre Zuverlässigkett zu prüfen. Südijchc grauen. Stellt in Euren Häusern wieder die alte bekannte rote Cfiaffo - Süchfc auf und werft jeden Freitag, nach dem Vorbild Eurer Müller und Großmütter, einen kleinen Betrag hinein. Verlangt noch heute die alte Challo-Büchse bei der Deutsch - k)oll. Palästina Verwaltung, Gr. Eschentzeimerstr 23, Frankfurt a. HT., Tel, Hansa 5842. I Helle Schaufenster sind die besten Kundenwerber Kostenlose fachmännische Beratung J. Gischler, elektrische Anlagen □r. Bocken hei merstr. 52-56, Tel. Hansa 5079 CAFE HANSELMANN KAISERGARTEN gegenüber dem Opernhaus Künstler-Konzerte 4—12 Uhr KOHLEN-« GASHERDE st-ahonäreu.transportable i KACHELÖFEN j I mitpatentHsuehgasbreiinung 1 | WASCHEREIM ASCHINEN j Esfilßl f/oritköftenkhoe/tJit Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das leu> eton S. Schachnowitz» Frankfurt a. M.: Inserate i. V.: t Sc: ß®* nowitz. ebenda. — Verlag ^Israelit", G.m.b.H., Frankrt M- Druck Hermon Verlags-Aktiengesellschaft, Frankfurt a- M.

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