Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1925)
- Date
- 1925-11-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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19 November 1925 Nr. 47 Seite 7 Der Israeli! Personalien. Nürnberg, 13. Nov. Nach säst 7 jähriger Krankheit verschied die allgemein beliebte Frau Ottilie Sichel geb. Levi, die Gattin des vor ungefähr 4 Jahren verstorbenen Dajon Sichel bn des langjährigen ersten Vorsitzenden der Agudas Jisroel, Nürnberg. In 36 jährige Ehe war diese seine, einfache und gebildete Frau ihrem Gatten in Freud und Leid stets eine treue Lebensgefährtin und eine^nnvrnm wahrsten Sinne des Wortes, deren Streben und Walten dem Wohle ihres Gatten und ihrer Kinder galt und auf die das Wort des Pfalmisten nnna in rrnaa bo anwendbar war. Ihr Sorgen und Mühen wurde belohnt damit, daß sie das Glück hatte, ihre Kinder als gute fromme Jehudim erziehen zu können. rrassr. Prag, 13. Nov. Dieser Tage ist in Karlsbad Rabbi Salomon Abeles im Alter von 98 Jahren verstorben. Rabbi Abeles war der Nestor der Rabbiner in Böhmen und genoß wegen seines hohen talmudischen Wissens und seiner tiefen Religiosität ein hohes Ansehen. Er nahm bis in seine letzte Lebenszeit lebhaften Anteil an jüdischen -Gegenwartsfragen, trat als Verteidiger jüdischer Rechte aus und stand dieserhalb in Beziehung zum Präsidenten Masaryk, der ihn sehr schätzte. Rabbi Abeles setzte sich auch warm für die Tätigkeit im Interesse des Ausbaus Palästinas ein. rraxm Briefkasten. et N. Nein. L. G. Betrag eingegangen und den gewünschten Zwecken zugesührt. H. G. in London. Ueber die Bedeutung des „Mögen Dowid» sind wiederholt Aufsätze im .Israelit" erschienen. Vermischtes. Frankfurt a. M.» 9. Nov. Man schreibt uns: „Es hat sich ein provisorischer Ausschuß gebildet, um einen S ch o - chetverband ins Leben zu rufen und zwar zur Hebung des' Schechitohwesens und zur Wahrung der ökonomischen Interessen der Schochtim. Der Ausschuß wendet sich an alle Kollegen, dieser Berufsorganisation beizutreten, denn nur mit vereinten Kräften wird es möglich sein, dem Interesse des Einzelnen wie der Sache selbst zu dienen. Wir bitten die Herren Kollegen, sich zu diesem Vorschlag zu äußern, bezw. Anregungen zu geben an Adresse des provisorischen Ausschusses, i. A. Chone Herzberg, Hegelstraße 12." Düsseldorf,' 1. Nov. Anläßlich der Anwesenheit des Reichspräsidenten von Hindenburg stand in den hiesigen Zeitungen folgende Notiz: „Das Aushängen und Tragen von roten Fahnen oder sogenannten Hakenkreuzfahnen aus Anlaß der Anwesenheit des Reichspräsidenten in Düsseldorf wird von den Behörden nicht geduldet. Desgleichen sind rote Armbinden oder Hakenkreuz-Armbinden unzulässig. Die Polizeiorgane sind angewiesen, gegen Zuwiderhandelnde einzuschreiten." Stuttgart, 1. Nov. Wie die Gemeindezeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs mitteilt, sind mit Zustimmung der Israelitischen Landesversammlung durch Anordnung des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs die Israelitischen Religionsgemeinden: 1. Aufhausen, OA. Neresheim, 2. Ernsbach OA. Oehringen, 3. Kochendorf OA. Neckarsulm, 4. Nordstetten OA. Horb aufgelöst worden. Das Vermögen der aufgelösten Gemeinden geht auf dis Israelitische Zentralkasse über. Die in Aufhausen ansässigen Israeliten sind der israelitischen Religionsgemeinde Oberdorf, die in Ernsbach der israelitischen Religionsgemeinde Berlichingen, Rabbinat Heilbronn, die in Kochendorf und Neckarsulm der israelitischen Religionsgemeinde Heilbronn, die in Nordstetten der israeliischen Religionsgemeinde Horb zugeteilt worden. München, 6. Nov. Die jüdische Gemeinde in Rothenburg o. d. Tauber beging dieser Tage die Jubelfeier ihrer fünfzigjährigen Wiedergründung, verbunden mil dem fünfzigjährigen Ortsjubiläum ihres Lehrers, Herrn Moses Hofmann. Herr Distriktsrabbiner Dr. H a n o v e r- Würzburg hielt die Festpredigt in der Synagoge. Am Abend des Jubeltages versammelte sich die gesamte Kultusgemeinde zu einer weltlichen Feier. Der ersteVorstand^ Herr Theodor Mann, begrüßte die greise Witwe H e y m a n n, deren verstorbener Gatte der erste Jude war, der sich im Jahre 1870 wieder in Rothenburg niederließ. Hierauf feierte er die Verdienste des Lehrers H o f m a n n. Mannheim, 3. Nov. Der in Argentinien (Buenos Aires) wohnhafte Dr. Isidor Rosen sucht seine Frau Hinde und seine 5 Kinder, die er seit 1912 in Deutschland zurückgelassen hat. Sie wohnten zuletzt bis August 1914 in Mannheim und sind wahrscheinlich nach Kopenhagen gegangen. Nachrichten bittet man an Nabb. Dr. Unna, Mannheim, gelangen zu lassen. Halberstadk. 11. Nov. Man schreibt uns: Eine besorgte Mutter vermißt ihren Sohn! Wer den Aufenthalt ihres Sohnes Herfch Rechtschaffen kennt, 40 Jahre alt, schwarz, groß gewachsen, krank, wird dringend gebeten, ihr sofort Nachricht zu geben. Auch Krankenhäuser wollen Auskunft geben. Auslagen werden gern erstattet. Frau I. Rechtschaffen, Halberstadt, Bakenstr. 34. Lowno, 10. Nov. Der Sijum auf ns« im Das Säumt der hiesigen Aguda nahm einen wunderschönen Verlauf und bildete einen Licytstrahl in der düsteren Krisis der Zeit. Der Das Iaumi wird hier täguch im großen „Neuen Beth Hamedrasch" unter ungemein großer Beteiligung gelernt.. Die Sijum-Feier fand im Talmud Thora-Saale statt bei Anwesenheit aller Thoragelehrten der Stadt, der Rabbiner von Slobotko und Alexot, der orthodoxen Sejmdeputierten und auswärtigen Gäste. Herrliche Hadorons und sonstige Thorareden wurden gehalten. Gewaltigen Eindruck hinterließ die Ansprache des Rabbi Schimon Merkel, der den Daf Iaumi regelniäßig leitet. Er wies auf die Bedeutung und die Leistungen der Agudas Jisroel hin, der die Thora Zentralpunkt ist, was sich auch im Daf Iaumi und im Sijum deutlich zeige. In animiertester Stimmung wurde ein Glückwunfchteleyramm an das Zentralkomitee in Wien abgesandt. Mit fröhlichen Gesängen gingen die Teilnehmer in später Nachtstunde auseinander. Newport. 35. Okt. Die Jüdische Telegrafenagentur hat im Wege einer Enquete festgestellt, daß in Newyork 17 Schlachthäuser existieren, die nach jüdischen rituellen Vorschriften arbeiten. Die jüdische Bevölkerung Newyorks gibt allwöchentlich ungefähr eine Million Dollar für Fleisch rituell geschlachteten Viehes aus. Locarn», 5. Nov. Nun hat auch das einzig in feiner Art ruhig schöne Locarno in Tessin (Schweiz) eine streng koschere, unter Aussicht des „Vereins zur Förderung ritueller Speisehäuser" stehende Pension. Auch ist dafür vorgesorgt, daß bei genügender Beteiligung Minjan gehalten werden kann. Näheres im Inseratenteil. frankfurter Berichte. Der große Sijum. Es wird noch einmal daran erinnert, daß der große Sijum auf „Schaß" des o"v-Vereins diesen Sonntag nachmittag % 6 Uhr m der Liederhalle, Langestraße, stattfindet und es wird erwartet, daß alle ''mib und min ’amn der Stadt sich an diesem Feste beteiligen. Den Hadron hält Herr Seminarrabbiner Dr. Neubauer--Würzburg. An anderen Darbietungen jeglicher Art wird es nicht fehlen. Nichtmitglieder oder Mitglieder, denen keine Karte zugegangen ist, erhalten Tischkarten an der Abendkasse. Jüdische Wohlfahrtspflege. Am Sonntag, den 8. November, fand in den Räumen der Zentrale für Jüdische Woytsahrtspslege unter dem Vorsitz des Herrn Rabb. Dr. I. H o r o v i tz eine gemeinschaftlich vom Landesverband für Jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau, der Zentralwohl- ^ahrtsstelle der deutwien Juden, Berlin und der Haupt- 'telle für Wanderfürsorge, Berlin, veranstaltete Provinzialtagung für die Provinz und den Freistaat Hessen statt, die aus der gesamten Provinz zahlreich besucht war. Auch die jüdischen Wohlfahrtsorganisationen der angrenzenden Gebiete hatten Vertreter entsandt. 'Die Tagung beschäftigte sich vornehmlich mit zwei Fragen, einmal mit der Frage der Organisation der jüdischen provinziellen Fürsorge, über die die Herren Dr. S e g a l l - Berlin (Thema: Die gegenwärtige Situation der jüdischen Wohlfahrtspflege) und Dr. Josef Frank -Frankfurt (Thema: Die Arbeit des Landesverbandes und die Fortbildung der provinziellen Wohlfahrtspflege) referierten, 'erner mit der Regelung der jüdischen Wanderfürsorge öwie der Bekämpfung des Wanderbettels, über welche die Herren Rudel -Berlin (Thema: Ueber die Organisation der Wanderfürsorge) und Dr. Beatus -Frankfurt (Thema: Ueoer die Tätigkeit der Beratungsstelle und ihre peziellen Aufgaben) sprachen. Die dargelegten Resolutionen, die auf strafferes organisatorisches Zusammenarbeiten der jüdischen Wohlfahrtspflege in der Provinz hinzielen, und die des ferneren bezweckten, eine einheitliche Organisation der jüdischen Wohlfahrtspflege im ganzen Reiche zu erzielen, fanden Annahme. Die noch notwendigen organisatorischen Arbeiten sollen auf einer dernnächjtlgen Besprechung in Marburg festgelegt werden. Neues aus der Agudoh-Iugendgruppe. Sonntag, den 22. November, veranstaltet die Jugendgruppe einen Ausflug von Herren in den Taunus (Tagesausflug). Näheres ist durch Anschlag im Vereinslokal erichtlich. Die Kommission hat eine Kranken- Bibliothek zusammengestellt und nimmt noch gut erhaltene Bücher guten Inhalts (jüdische und profane) entgegen. Die Lektüre wird auf Wunsch an alle jüdische Patiente r in sämtlichen Frankfurter Spitälern leihweise zur Verfügung gestellt. Auf Benachrichtigung der Jugendgruppe (Hanauer Landstraße 17) werden die Exemplare im Hause abgeholt. Ausspra«ye-Abend am Mittwoch, den 25. Novemver. Rege Beteiligung (Damen und Herren) erwünscht. Das allabendlich im Vereinslokal stattfindende a'iNv «an* Gebet ist auf Wunsch der Interessenten auf 8.30 Uhr präzise festgesetzt. Für den Schwimmkurs (bereits angekündigt) werden Anmeldungen nur noch bis 30. Nov. 25 entgegengenommen. Der Verwalter gibt nähere Auskunft. Marken und Telegrammformulare (Ablösung zn gunsten der Agudas Jisroel) sind neu eingetroffen und in sämtlichen jüdischen Buchhandlungen sowie im Vereinslokal zu haben. Vorträge im Liwjath-Chen. Die Vorträge im Liwjath Chen am Samstag im Hörsaale, Friedberger Anlage, füllen jetzt die Zeit zwischen Mincho und Maariw fast vollständig aus und bilden für den Winter eine vielgewünschte Fortsetzung der Sabbatausgangsvorträge, die der Mekor Chajim im Sommer veranstaltet. Gäste willkommen. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsale Friedberger Anlage .Mikroschiur". Herr Herz Halpern. Samstag morgens nach Schul »Dinim", HerrDr. E. Posen. — nachm. 31/* Uhr im Vereinslokale, Meiochim mit M.ckbim, HerrDr. W. Hosmann. — nach Mincho „Kohelet". Herr Arnold Merzb ach. Sonntag morgen (auchMittwoch) tHWimsa, Herr Red. S. Schachnowitz — vorm. 9H» Uhr (auch Dienstag) abend 6 7« Uhr „Gemoro", Herr R. A. G. P o s en. — abend 6 Uhr fällt der Vortrag wegen des »großen Sijum" aus. Montag abend 7 Uhr (auch Mittwoch) »Gemoro", Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. — abends 8'/<Uhr (auch Donnerstag) »Gemoro . Herr Dr. E. Posen. Mittwoch (Butz- und Bettag) abends 6 Uhr im Vereinslokal Langestratze 18. »Eröffnung der Gefchichtvorträge", (R. Israel Salamer, fein Leben und Wirken), Herr Red. S. Schachnowitz. Jeden Morgen Mifchna. Jeden Abend 8»/< Uhr v'V'Lernen, Herr H. Halpern. Agudas Jisroel-Jugendzruppe. Sonntag, 8—9 Uhr morgens, rninn V» 'Vi. Herr Leop Oppenheimer. — 1 Std. vor nm». Grippe 1, Herr Jacob Landau. — 6—7 Uhr abends, Gruppe 2 Herr Saul Munk. - 6-7 Uhr abends. Gruppe 6 Herr Carl Zunz. — 8-9 Uhr abesds, Gruppe 3 Herr Gerfon Schnerb. — 8-9 Uhr abends, tP*p33. wird bekannt gegeben. — '/ß—‘felO Uhr abends, Literatur, Dr. Harry Abt. — abends 3k9 Uhr, Geschichte. (Der Islam und fein Einfluß auf die jüdische Welt), Herr Red. S. Schachnowitz. Montag, 1ls9—1lil0 Uhr abends, Kjpxa Kaa ioöä, Herr Hirschberg (Hegelstr.). - yß-^hlO Uhr abends. Gruppe 3, Herr Gerfon Schnerb. — 'Iß— */sw Uhr abends, Gruppe 4, Herr Willi Strauß. Dienstag, 8-9Uhr abends, Gruppe 6, Carl Zunz. — 1/q9—VslO Uhr abends, pp INI» tnm, Herr Dr. W. Hosmann. — yß—7*10 UI)r abends. Gruppe 1. Herr Jacob Landau. — '/-9-i/,i0 Uhr abends. nx'2 inaa. Herr Leo Schnerb. — 1IS-1i2^0 Uhr abends, Schwimmkurs, Näheres wird bekannt gegeben. — 9—10 Uhr abends, Gruppe 5, Herr Theodor Spiegel. Mittwoch, i/*9-io Uhr abends, Turnkursus (Lehrer Friede), Realschule. Tiergarten 8. — 7*9—:‘MO Uhr abends, Aussprache-Abend 14täo.. 7-9—7s10 Uhr Orientierunris-Abend (4 wöchentl.) erstm. 4. Nov. — 9—10 Uhr abends, pan Herr L. Oppenheimer, Bärenstr. Donner'stag, */,9-*M0 Uhr abends, «m rw'La. Herr Hirfchb erg.Hegelstr. - 729 V2IO Uhr abends. Gruppe 2, Herr Saul Munk.— V29—V210 Uhr abends. Gruppe 3, Herr Gerfon Schnerb.— 4/29—V210 Uhr abends. Gruppe 4. Herr Willi Strauß. — VB-V^OUhr abends, xap xna Kiai (nrjno), Herr L. Kurzweil. — 2/49—10 Uhr abends, Gruppe 5, Herr Theodor Spiegel. Freitag nach Schluß der Synagoge Sidra-Bortrag, Herr I. S u l z b a ch. —' 8 Uhr adds.. Gemütliche Zusammenkunft. Lokal: Mekor- Chajim. Langestraße l8. E» ist ausschließlich Sache der Leser, die im 3nferafenfcil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren aber sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Hansa Gross Wäscherei vorm. Gobr. Vogel Spscaari 1382 u. 1383 Boyeostraße 8-14 jansfiabuNgs-IDSacfie nach Gewicht naß, getrocknet und gemangelt Dämon- und Herren-Bügolwäsche Abholung kostenlos