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Der Israelit · 1925-10-29 · Heft 44 (29.10.1925) · page 18

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Seile 4 Nr. 21. Der Israelit B l s r 1 e r 29. Oktober 1928 Möge unsere Stimme hineinschallen in die Wüste, möchte es uns gelingen, den Weg zu bahnen auch in der Einöde, dann haben wir versucht, beizutragen, datz sein großer Name gesegnet wird. (Fortsetzung folgt.) Die Bezirkstagung in Mergentheim. Wenn auch in der Regel die Leiter eines wie immer gearteten Unternehmens dessen Bedeutung hervorzuheben bemüht sind, so ist damit nicht erwiesen, daß ihre Sache wirklich groß ist. So geht es auch mit Tagungen. Damit aber sollen diejenigen der A. I. I. O., insbesondere der große Delegiertentag in Würzburg (2—4 August 1925) keineswegs in ihrer Bedeutung herabgesetzt werden. Es steht außer Zweifel, daß solche Tagungen machtvolle Kundgebungen des Lebens willens der Aguda-Jugend nach außen hin darstellen. Nur ist es mit dem Willen zum Leben allein nicht getan. Das Wichtigste einer Organisation ist ihre Lebens mö g l i ch k e i t; diese ist erst erwiesen, wenn der bekundete Lebenswille sich in der praktischen Gruppenarbeit auswirkt. Nachdem nun bei den großen Delegiertentagungen sinngemäß das Hauptkontigent der Teilnehmer von Seiten der Delegierten der einzelnen Gruppen gestellt wird (die naturgemäß den von ihnen vertretenen Gruppen das denkbar beste Zeugnis ausstellen), der größte Teil der Mitglieder jedoch, der durch feine Anwesenheit Arbeitswillen mit heim brächte, dabei fehlte, läßt eine solche Tagung, so imposant sie sich auch präsentiert, keine Rückschlüsse auf den wirklichen Wert der Organisation zu. Es blieb den verschiedenen Vezirkstagungen der A. I. I. O., die seit der Errichtung der Bezirkssekretariate zustände kamen, Vorbehalten, die wirklichen Arbeiter innerhalb der Gruppen d. h. die einzelnen Mitglieder auf den Plan zu rufen. Wenn diese Vezirkstagungen mit ihren 150—200—300 Teilnehmer an äußerer Ausmachung ihren großen Schwestern, den Delegiertentagungen, auch nachstehen mußten, so waren und sind sie mehr geeignet, die Kräfte der Organisation zu enthüllen. Neuerdings hat man den Kreis noch enger gezogen, hat man, wie es in Mergentheim am 18. Oktober der Fall war, die Mitglieder eines kleinen Kreises gesammelt und nur annähernd hundert erreicht, und das muß als ein Erfolg gebucht werden. Diese kleineren Zusammenkünfte sind keinesfalls Zeichen rückläufiger Bewegung, etwa dergestalt, daß sich die Organisation keine großen Tagungen mehr leisten könnte, sondern im Gegenteil Zeichen innerer Festigung, indem die einzelnen Mitglieder der Gruppen dadurch dazu gelangen, die auf der großen Tagung ausgegebenen Anregungen in Arbeit umzusetzen. Der Bahnhof Mergentheim bot am 18. Oktober ein für diese Saison hier ungewohntes Bild regen Treibens, als die Züge aus allen Richtungen — aus Edelfingen, Creglingen, Archshofen, Niederstetten, Markelsheim, Jgersheim, Weikersheim, Künzelsau kamen und die „Schwarzen" heranführten. Bald hatten diese sich in den gemütlichen, für den Tag besonders geschmackvoll hergerichteten Räumen des Hotes Fechenbach gesammelt. Nachdem das Präsidium, bestehend aus den Herren Rabbiner Dr. Kahn-Mergentheim, Oberlehrer Oberndorfer- Niederstetten, Lehrer Ottenfoser-Markelsheim, Michael Leoi-Niederstetten, Stern-Niederstetten am Vorstandstisch Platz genommen hatte, eröffnete Herr Markus Posen mit 'Worten der Begrüßung und des Dankes an alle Erschienenen die Versammlung. Er ging des Längeren auf Sinn und Zweck der Beratungen ein und gab am Schluß der Hoffnung Ausdruck, datz ein harmonischer Verlauf der Tagung die Opfer an Zeit, die die Teilnehmer für die A. I. gebracht hatten, wettmachen möge. Während sodann der erste Referent, Herr Rabb. Dr. Kahn, sein Thema: „Warum sind wir Agudisten?" den gespannt lauschenden Hörern entwickelte, konnte man an ihren Mienen sehen, daß der Vortrag tiefen Eindruck hervorrief. In der ihm eigenen nüchternen, streng präzisen Form erwies Herr Dr. Kahn die Notwendigkeit der Agudas Jisroel, indem er an Hand von Beispielen zeigte, wie es heute einem Menschen, ob jung oder a.., unmöglich sein dürfte, ohne Agudas Jisroel auf dem gesetzestreuen Standpunkt zu verharren. Nachdem sich der rauschende Beifall gelegt hatte, erhielt der nmReferent, Herr Oberlehrer Oberndörser-Niederstetten, zu seinem Referat „Rabbi Jochanan den Sakkai" das Wort. Vorher ließ er nach einigen einleitenden Worte mebrere Kinder im Alter von 6—10 Jahren (aus der Jungmannschaftsgruppe Niederstetten) in ganz origineller Weise Aussprüche von Rabbi Jochanan ben Sakkai zum Vortrag bringen. Die Kinder sowie ihr Meister ernteten starken Beifall. Kaum ein Thema wäre geeigneter für einen Aguda-nortrag. Wollte er auch im großen und ganzen nur ein Lebensbild des großen Lehrers entwerfen, so stellte er doch in den Mittelpunkt seiner Ausführung den bekannten Wunsch Rabbi Jochanans ben Sakkai an den Römerkaiser auf Erhaltung des Lehrhauses. Die Rückschlüsse für die Agudo-Jugend liegen auf der Hand. Reicher Beifall folgte auch dieser Rede. Herr Oberlehrer Wißmann-Künzelsau, der gleichfalls sin Referat übernommen hatte, hat im letzten Augenblick leider abgesagt, so daß nunmehr die Aussprache ausgenommen wurde. Zweistündige Dauer und rege Beteiligung bewies das Interesse, das den Referaten gezollt wurde. ^ervorgehoben seien die Reden der Herren Lehrer Ottensoser- Markelsheim, Michael Leor und Stern-Niederstetten, Heidelberger-Mergentheim. Auch die Referenten griffen in die Diskussion ein. In seinem Schlußwort suchte der Vorsitzende^ einen Ausgleich zwischen verschiedenen oorgebrachten Wünschen. Auch schlug er die Wahl eines Vorstandes der Gruppe Groß-Mergentheim vor, der Vertreter von allen anwesenden Gruppen umfassen sollte. Dieser Vorstand solle für die Belange jeder einzelnen Gruppe des Kreises in umfassender Weise zu sorgen haben. Die anwesenden Herren Rabbiner und Lehrer hatten rv* in dankenswerter Weise bereit erklärt, je in Zeitabständen an einem dritten Orte für alle Gruppen Lernvorträge zu halten. — Auch bei dem später einsetzenden gemütlichen Beisammensein kamen alle' Teilnehmer auf ihre Kosten. — P. — Aus der Bewegung. Marburg a. L. In unserer Jugendgruppe hat die Agudoh-Vewegung neuerdings wieder einige Erfolge zu verzeichnen. Wir verdanken dies hauptsächlich der Begeisterung, die unsere Teilnehmer an der Würzburger Tagung von dort mitbrachten. Seit Jahren bestehen schon dank der großen Bereitwilligkeit unserer Dozenten, die uns stets zur Seite stehen, regelmäßige T'nach- und Dlnlm-Schkurim, die in der letzten Zeit noch durch einen M'lochim-Schiur des Esra ergänzt werden. (Hier arbeiten Esra und Agudoh eng zusammen, und ein Erfolg des einen ist auch ein Erfolg des anderen.) Am Simchas- Taurob-Abend versammelte sich ein Teil der Jugend des Ortes in engerem Kreise zu einer wahrhaft jüdischen Feier (einschließlich chassidischer Tänze). Die Feier hinterließ bei den Teilnehmern tiefen Eindruck und begeisterte aufs Reue für die Tauroh und ihr Studium. Auch die in Würzburg angeregten Raufch-Chaudefch-Veranstaltungen sollen nunmehr regelmäßig stattfinden. Die erste vereinte Sonntag, den 30. Tischri, außer den Mitgliedern der Gruppe auch noch einen größeren Kreis von Mitgliedern der Gemeinde, die interessiert den Berichten über die Bundestage (wir veranstalten diese Abende gemeinsam mit bem hiesigen Esra) und im Anschluß daran den geselligen Darbietungen lauschten. Am Sabbat wird regelmäßig in gutjüdischer Weise Szudo Schlischis abgehalten. Eine Schöpfung der allerletzten Zeit sind die Tauroh-Sonntagnachmittage, die alle vier Wochen die lernende Marburger Jugend bei den verschiedensten Schiurim den ganzen Nachmittag Zusammenhalten. Wir können, wenn auch nicht in so reicher Fülle wie manche große Gruppe, doch ein verhältnismäßig reichhaltiges Programm ausweifen, zumal da außer diesen Einrichtungen noch einige öffentliche Vortragsabende mit auswärtigen Rednern in Aussicht genommen sind. Hamburg. Dr. Leo Deutschländer, Direktor der Keren Hathora-Zentrale, hat am 12. Oktober in der Aula des Wilhelmsgymnasium in Hamburg einen Aussehen erregenden Vortrag über „Geist und Grundlage des Keren Hathora" gehalten. Seinen Ausführungen folgte ein dicht gedrängtes Auditorium mit größtem Interesse und dankte dem Redner mit reichem Beifall. Wien. Am 22. Dezember beginnt in Danzig die Tagung des Zentralrates. Die wesentlichen Punkte der Tagesordnung dürften fein: 1. Etatberatung, 2. Organisatorische Fragen, 3. Bericht der Zentrale und der einzelnen Landesorganisationen. 4. Beratung über die Frage der Erfassung der gesamten Jugend für das Aguda-Jdeal. Spendenliste Erez Jisroel. Alsfeld: Josef Rothschild 1. Berlin: Gebr. A. und G. Rosenberg 1, Jul. Hecht 10, dch. Dr. Siegfr. Stein 46,85, Sophie Weil 2. Biebrich: Lehrer Sulzbacher 10. Bielefeld: S. Alsberg u. Co. 10, Danzig: L. Nachmann 11. Darmstadt: Rabb. Dr. Jul. Merzbach 75, I. L. 6. Dinslaken: dch. Dr. Rothschild 6. Frankfurt a. M.: I. Ettlinger 3, Nathansen 5, Frau Königshöfer^ 2. Homburg a. L>aar: Hch. Leoy 6. Leipzig: Max Eitinger und Frau 10, Wilhelm Haller 2, Frau E. Harmelin 5, Martin Levin SO. Leipzig Dölitz: Walter Rosenhein 3. R.: R. R. 10, R. R. 5. Schwabach: durch Dr. Mannes: Rabb. Dr. Mannes 17, Feuchtwanger 9, S. Feuchtwanger 3, Graf 5, I. Mannes 2, Spielmann 0.50, Otto Feuchtwanger 3. Schweinfurt: Albert Keller 1. Sprendlingen: dch. Lehrer Kaufmann 10. Straßburg: M. Müller 10. Stuttgart: I. Wolf und Sohn 3. Nürnberg: dch. M. Klügmann 8,57, für Hofchanoh Rabbohlernen 20. Bielefeld: Jul. Meyer 1. Rosch Chaudesch Spende. Darmstadt: 5. Dinslaken: 5. ' Leipzig: 50. Nürnberg: 132,50. Oberlauringen: 6. Treuchtlingen: 20. Rabbi Meier bal Hannetz. Danzig: dch. L. Nachmann 1. Schaare Zedek-Hofpital. Danzig: dch. L. Nachmann 12. Keren Hajischuw. Alsfeld: dch. Hugo Rothschild 5. Dinslaken: dch. Dr. Rothschild 5. Frankfurt a. M.: Abr. Kirschbraun 2. N.: N. N. 5. Matnas Jad. Frankfurt a. M.: Jul. Einstädter 5. Oldenburg: dch. Lehrer Meyberg 9,90. Schillwerk und Kriegswaifenfonds. Frankfurt a. M.: Max Kulp 30. Danzig: dch. L. Nachmann 23. Aguda-Hauptfonds. Creglingen: Benjamin Oberndörfer 5. Dorndorf: N. Ullmann 5. Freiburg: Jos. Dreyfuß, Minjan,Spenden 25. Gütersloh: B. Eisenstein 10. Haiger: Herm. Strauß 5. Halberstadt: Dr. med. Auerbach 5, M. M. Hirsch 30. Kettwig: Felix Müller 10. Bad Kissingen: Hotel Ehrenreich 20. Mannheim: Alfred Kalter, Aufrufspende 5, Sigmund Würzburger, Wettgewinn 10. Pforzheim: Louis Reutlinger (dch. JsraeM 17. Pfungstadt: Moritz Mainzer 5. Sontheim: Julius Picard 10. Alarkenerlös. Brückenau: Feuchtwanger-München dch. Rost Schuster 10. Frankfurt a. M.: Fritz Strauß 4. lersfeld: Lehrer Katz 30. Karsruhe: Jakob Altmann 50. Mainz: Jugendgruppe 10. Mannheim: G. Dreyfuß 15, Sigmund Würzburger 3, derselbe grüßt die Würzburger Tagung 2, Hugo Simon 25, Nußbaum u. Simon 12,50. Mergentheim: Dr. Kahn 13,50. München: Arthur Feuchtwanger 5. Nürnberg: B. Birnbaum 2, Josef Goldschmidt 4,50, Klugmann 0,70. Schwabach: Rabb. Dr. Mannes 7,40. Sammelbüchsen. Cassel: Uhrmacher S. Nußbaum 48. Halberstadt: 96. München: Arthur Feuchtwanger 11,27. Bad Nenndorf: Pension Adler 12. Schwabach: Bleicher 8, Feuchwanger 1,50, Mannes 5, Herz 1. Frauenhilfe. Halberstadt: dch. Dr. Schlesinger 68, Esragruppe 3, Frauengruppe 129. Keren Hakhora. Frankfurt a. M.: Von der Hochz. Albert Hofmann— Jda Strauß 3. Clul 28,60. Halberstadt: Dr. E. Hirsch 300, I. Nußbaum 250, Frau Dr. Abr. Hirsch 1500. Hamburg: M. .fi. Maselow zu Malli Goldsteins Verlobung 10. Landesdirektorium des Keren Hathora in Deutschland. Alsfeld: Sammlung des Herrn Marx Stern, Lauterbach 5. Archshofen: I. Rofenheimer 20. Baisingen: Herm. Kahn 10. Breslau: Marcus Pinczower 50. Vurgpreppach: dch. Distriktsrabb. Kiffinger 5. Cassel: Bertha Hahn 100. Darmstadt: Sammlung dch. Rabb. Dr. Wassermann 50. Jngenheim: Hotel „Sandmühle" 22,70. Delmenhorst: M. Neugarten 5. Duisburg: Sammlung M Strauß 14,90. Frankfurt a. M.: A. Mainzer, anl. d. Geburt einer Tochter 5, N. N. 3. Efchwege: Sammlung dch. Rabb. Dr. Vaßfreund 136,90. Gleiwitz: Vertrag durch Synagogengemeinde 30. Guxhagen: Sammlung der A. J.-Jugendgruppe 42,55. Gerolzhofen: H. Reuter 15. Hersfeld: 1. Büchsensammlung dch. den Schüler Joses Hahn 55,56. Hamburg: M. Löwenberg u. C. Schragenheim anläßlich der Verlobung ihrer Kinder Irma und Bunno je 10, Jakob Goldschmidt 5, Berl Weißberg 5, Br. I. Schragenheim 3. Leipzig: Siegfr. Sachs anl. der Geburt einer Tochter 5. Mannheim: Gemeinde-Sammlung 100. Mergentheim: Rabb. Dr. Kahn 6,10. Memmingen: Naphtali Weiß 5. Marburg: A. J.-Jugendgruppe 10. München: Familie Emil Stiefel, Rausch Hasch. Abl. 10. Neustadt: Synagogen-Gemeinde 60. Nürnberg: G. Ehrentreu, Beitrag 4. Quartal 15. Ober-Seemen: Sammlg. a. Brismiloh Oppenheimer 6,80. Oberhof: Hotel Blum 16, B. Zeitlin 50. Bad Reinerz: Villa Sanfcuci 2. / Schwabach: Sammlung Rabb. Dr. Mannes 20,90. Tann (Rhön): Synagogen-Spenden, gef. d.urch Lehrer Müller 72,30. Züllichau: Emil Hagelberg 3. Entwertete Briefmarken. Max Moritz-Altona, Frieda und Salie Rofenberger-Laupheim, Moses Müller:Göttingen, Hugo Simon-Mannheim, V. I. Abrahams-Haag, G. Ehrentreu-Nürnberg, Hugo Lamm-Prag.

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