Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1925)
- Date
- 1925-12-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2446951-2450337-2450384--72719-2529969- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- İzmir 1× ep/1047963
OCR text
Gntc JO Nr. 49 Der Asraerlt 3. Dezember 1828 dehnten Gebiets innerhalb kurzer Zeit gänzlich spamolisiert worden. Ihre Zahl kann beim vollständigen Mange! an verläßlichen statistischen Angaben genau nicht festgesteüt werden. In Serbien mit Mazedonien und Bosnien dürfte es aues in allem an die 30 000 Spaniolen geben; in Bulgarien beläuft sich ihre Zahl auf etwa 45 000, davon mehr als die Hälfte in Sofia. Griechenland mit Saloniki, Thessalien, Corfu und dem Epirus dürfte 85 000 Spaniolen, die Türkei mit Adrianopel, Konstantinopel, Smyrna, Anatolien ufw. zirka 120 000, insgesamt etwa 280 000 Seelen haben. Dazu kommen noch die Spaniolen auf der Insel Rhodos, in Aegypten, in Syrien und in Palästina. Mit insgesamt 350 000 Seelen ist ihre Zahl eher zu hoch als zu niedrig geschätzt. In den letzten Jahren, zumal nach dem großen Kriege, hat die Auswanderung nach allen Windrichtungen im großen Maßstabe zugenommen: Paris und andere Städte in Frankreich, Nordamerika und die spanischen Republiken von Südamerika ziehen die Spaniolen am meisten an, aber auch nach Palästina ziehen die Juden sehr gern; besonders unter den bulgarischen Juden greift die Auswanderung nach Erez Jisroel stark um sich. Will man die arabischen Juden von Nordasrika zu den Spaniolen rechnen, dann allerdings erhöht sich ihre Gesamtzahl auf über 600 000; denn Marokko allein soll an die 200 000 Juden zählen, und in Tunesien und Algerien dürste es mindestens 80 000 Juden geben. In Marokko sprechen zwar die Juden vielfach das Spanische, vielleicht korrekter als die Spaniolen der Balkanhalbinsel und der Levante, aber als Muttersprache gilt ihnen nicht das Spanische, sondern das Arabische, und aus diesem Grunde möchte man sie nicht zu den eigentlichen, zu den hundertprozentigen Spaniolen rechnen. Kleinere Gruppen und Gemeinden von Spaniolen findet man außerdem noch in Wien, Paris und im Süden Frankreichs, aber die Zahl ihrer Mitglieder ist so klein, daß sie kaum mitzählen. Auch in Altrumänien sind kleine Ueberreste von einst blühenden spaniolischen Gemeinden noch vorhanden, aber sie befinden sich in voller Auflösung und kommen numerisch nicht in Betracht. Aufrecht, ohne Ueberhebung, selbstbewußt ohne Anmaßung, haben die Spaniolen des Orients etwas von der spanischen Grandezza in sich bewahrt, die von jüdischer Schlichtheit und Selbstzucht wohltuend gemildert wird. Dies bezieht sich gerade auf die breiten Schichten der kleinen Händler, Handwerker und Arbeiter, denen Religion und Tradition noch etwas gelten, nicht jedoch auf die französierenden „Aristokraten", die mit ihrem religiösen Judentum auch alles Spaniolifche abgestreift haben und sich schämen, öffentlich spaniolisch zu sprechen. Da gerade diese wenig gewinnenden Typen, d»e sogenannten „besseren Leute" am meisten in der Welt herumkommen und bekannt sind, so gewinnt die Außenwelt leicht eine irrige Vorstellung vom Wesen der Spaniolen und bildet sich ein falsches Urteil über sie. (Schluß folgt.) (Die Oeffnung des Grabes Tutanchamon.) Aus Aegypten wird folgender Bericht verbreitet: Am 11. November ging man in Gegenwart aller zuständigen wissenschaftlichen und Regierungsinstanzen an die Bloßlegung der Mumie des Königs Tutanchamon heran. Die Arbeit erfordert die größte Vorsicht, da jede unsanfte Bewegung einen Zerfall der Leiche verursachen könnte. Zunächst mußten mehrere Schichten aus Wachs, die ganz versteinert sind, langsam entfernt werden, so daß es zu einer inneren Untersuchung der Mumie noch gar nicht kam. Indes wurden bei der Arbeit mehrere interessante und kostbare Gegenstände an den Tag gefördert, wie Halsketten aus kostbaren Edelsteinen, Ringe und Spangen, ein kurzes goldenes Speer mit Kristallgriff, ein goldenes Schwert und andere Schmucksachen von größtem historischem Werte. Die Untersuchung hat bis jetzt ergeben, daß der Einbalsamierte in jugendlichem Alter gestorben sein muß. Die Füße der Mumie stecken in goldenen Sandalen und die Zehen tragen goldene Ringe. Die an den Tag geförderten Gegenstände werden ins Museum nach Kairo überführt. Bis zur Beendigung der Untersuchung ist Jedermann der Zutritt zum Grabe streng untersagt Mische Wiegenlieder Rach „The Tevish Encyclopedia" mitgetellt tJOR Karl Darmsiädter (Ladenburg). Inter') Aankeles wigele Schteit a gilden tsigele^); > Tsigele is gefurn handlen Rozinkelach mit mandlen. Rozinkelach mit mandlen Sanen di bäste s'choire3). Iankele wet lernen Toire; Toire wet er leirnen; Briwelach wet er schraben, Zny a erlecher Jid Wet er af tomids) farblaben. Die letzten vier Zeilen kommen in Bestarabien in fob gender Fassung vor:- Lernen wet er Keseider«) A por Schures?), a por mailess). Moischinke wet paskenen schailes; Schalles wet er paskenen, Drosches wet er darfchenen. Eine andere Version (Suwalki) weist auf die künftige Heirat des Knaben hin. Du west lernen Teire, Teire, Teire, in KepeleH Kasche3), Kasche, in tepefe3) Puter*) mit breit8) schmirn. Der Tate mit der mäme soln verleben. Dir zu der chupe sirn. Firt men, firt men zu der chupe; Firt men, firt men, fun der chupe; Setzt men aruf eiben on°) In gold und in filber ongeton. Git men a schtikl fleisch. Sogt der chosn as die fleisch is heis; Schlof sche, schlof sche in dainem ru, Mach sche daine koschere eigelach zu; Mach sche zu, im esn ous; Kimt der täte un weckt dir ous, Sol er mi weken, wie er rvil. Ich el mir zumachen die eigelach Un schwaigen stil. Rumänische Version (Ausblick auf die Zeit des „Darmizwoh-Werdens). A giter in a frimer Id wet mir dus Kind blaben. Toire ziwe Maische morusche. Zi der barmizwe wet es sugn a druscho; Zi der drusche wet er sech schteln. Der futer mit der mrter wet unqueln; Gur dem ollem wet san drusche gefeln — Gur dem ollem, gur der Welt. Der futer mit der miter wet gibn nadn asach geld. Schluf sech ois gesint. Ich, dan miter; Bin dän beschltzer; < Schluf sech ois gesint. Der Schluf de giter Asm, wi a hiter, Schteit ba dir bis frü. Mit fan siigele Iber dan wigele. Deckt er dich schtil zi. Di schpilst sech af dan brift Mit dane hentelech imsist. Der Takt Hot ba dir ken wert; In mit di Fingerlech Ois di Klingerlech Piano in Konzert. Di west oisitein fün den wig, Hosti arbet genig, Far dir ungegrait atsind — Schtikn schicheloch, Laienen bicheloch, Schluf dermal, man Kind As s'wet weren a roit fleckeke Ois dan beckele; Wet men wissen dan main. Di west a Kik tun finden fat, Schtein junge lat. Rach geklait in schain. Dech weln übe. Presenten gibe, Solste sugn nain. Die eltern soln leben In nadn gebn Toisenten asach; Sech kischn in malechl Chusn mit der Kalechl. Mir weln sech frain glach mit ach; Di west gain a Kleid — Mit schlaires banait. Di west sech drein aher in ahi«; In sin dan windele, Man klain kindele, West wern a karmoün; Di west tantsn in sal As dem gepitsten pol; Di west unmachn a wind Demelst tarminju; Westi heisn daminju. Schluf dermal gesint, Di west tsi der chipe gain Ungetin schain. Demelst westi wern rain sin find. Di west sitsen bam tisch Schlus derwal, man Kind. Di west habn a Klains, A fans in a. schains; Di west üben wi ich üb dech; Di west im oiskischen jeder glidele West im singe dus lidele: Schluf sech ois gesint! I. Schlof ze, schlof, main taier Kind; Mach sche zu di eigelach gich un geschwind: Dain esn un dain trinken schte schein greit do. Mach sche zu di eigelach af etlechene fcho.y II. Dschades3) un bern3) i do umedum;*) Sei geien in drousn arum; Sei obn scheine meidelach weinendik gefunen, Obn sei gechapt8) un araingeworfen in brunen. III. Di sun is schon ufgegangn. Der hon°) Hot schon gekreit. Er samelt KeichesH zu dertrogn Was far der is ongegreit. IV. Di lewone is schon arousgegangn Fon ir gezelt; Asei heich sol dain masel fchainen In der ganzen Welt. Der takt Hot ba dir ken wert. Schluf, man seigele. Mach zi dus eigele, Schluf sech ois, man Kind. Die schlufst mit fraid. Di weist nit ken laid; *) hinter. 3) Zicklein. 3) Ware, y und. *) für immer. *) in der richtigen Weise. 0 Zeilen. 8) Stufen aufwärts (er wird vorwärts schreiten). 0 Kopf. 3) Brei. 3) Topf. *) Butter. 5) Brot. ®) an die Spitze von allen. *) Stunden. 3) Räuber. 3) Bären. 4) sind ringsum, ergriffen. ®) Hahn. T) Kraft. Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseraten» (eil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehllchen Charakters auf tzre Zuverlässigkeit zu prüfen. ZEIL 123' (Zeilpalast) KARL KISSINGER Herrenschneiderei Massanfertigung in höchster Vollendung Tel. Taunus 429 Hansa Gross Wäscherei vorm. Gebr. Vogel Spessarf 1382 u. 1383 Boyenstraße 8-14 Hauskaltungs-lVöseke nach Gewicht naß, getrocknet und gemangelt Damen- und Herren-Bügelwäsche Abholung kostenlos Auf die erstklassige rituelle Fein-Marinade Marke „Dogim" wird auch an dieser Stelle hingewiesen. Die Marinade wird an der Ostseeküste hergestellt. Bismarck- Heringe, Rollmöpse, Bratheringe, Geleeheringe, Heringssalat, Heringsfilet in Majonnaise-, Gewürz-, Senf-, Wein-, Remouladen- und Tomaten-Sauce. Zu beziehen durch die einschglägigen Geschäfte. Den Generalvertrieb hat Philipp Wo lff. Schwanen st raße 6. Unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Breuer. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das .Feuilleton S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: S Schachnowitz. ebenda. — Verlag »Israelit , G.m.b.H., Frany^rt w.M Druck Hermon Berlags-Aktiengefellschaft, Frankfurt a. M.