Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1925)
- Date
- 1925-12-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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66. Jahrgang. «r ' i w» v 3. Dezember 1925 Frankfurt a. M., den Nr. 49 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Januar 19H4: Deukschtänd 1 Eolbmark monatlich; Ausland. Vierte!» tahrpretse (entsprechend dem deutschen Iülandsprets tuzüaltch Kosten.des Strelfband-Ber» sandes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; Frankreich 18 Fr.; Belgien 18 Fr.; Hollanv * fl.; Italien SO Lire; .Jugoslawien 7V Di».; Litauen 7.80 Sit.; Rumänien SM Sei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder S Zloty; Schwei, 8 Fr.; Tschecho-Slowakei S Krone»; Ungarn SVV0V Kronen; Dänemark S Krone»; Norwegen 8 Krone»; Schweden 8.80 Kronen. Einzelnummer dreißig Goldpfennige Der Israeli! erschein! jeden Donnerstag Inkerate 40 .Toldpf. fui ote stedengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 80 Pf. Die 73 mm breite Reklamezetle: legte Terlseite 1.80 Mk.. vorletzt» Textsette 8.— M!.; Thiffregebühr in tzöhe eine» vopp. Fernbrtefs ortos. Rabatt «ach Tarif. Bet lausenden ÄnserataufrrLgen tarifm Preiserhöhung tederz. Vorbehalt. Inferateaannahme durch den Berlag des Israelit $. m. b. g.. Franks, a. M.. Gr. Eschenheimer Straße B, Tel. Hansa 8A8 ga>. durch sämtl. Annoncen-Exped des In- und Auslands. Alleinige Inseratenan». für Franks, es^äftsan,eigen' I«1 Schm'dt Langest 'atze 7, ll. Platzvorschriften ohne Verbindltchket. Zahlungen dir-'' den Perlai, auf Poftsch Warschau Nr 180787. - Postsch»cka-»t Zürich eckkonto Frankfurt iMarn- Str t»«ux. - Auherdt an. PofttpartaN» Wien 78«"8 ^tparlassenamt Budapest Nr 18484 - Postscheckkonto Nr. Vlll 7884 — Inkasso-Bank Rotterdam - Postscheckamt Amsterdam Nr. 8« 888 — Böhmisch« Uni inbank in Prag — Banca Marmarosch Blank & Co. in Bufqresi Filiale des Wteni>> Banks>?r«'tn«, in Agram. _ Rabbimsche Kundgebungen zur Frage des Frauenwahlrechts. Der „Waad leumi" in Jerusalem hat nunmehr die Neuwahlen zur Delegiertenversammlung auf anfangs Dezember festgesetzt nachdem der „Misrachi" seinen Widerstand gegen das Frauenwablrecht bedingungslos aufgegeben hat und die Beteiligung an.dem Wahlakt ohne jede Einschäntung, obgleich F.auen nicht nur wählen, sondern auch gewählt werden, empfiehlt. Angesichts dieser Sachlage gewinnt die nachfolgende Kundgebung, die uns zur Veröffentlichung zugehl, besondere Bedeutung und At.ualität: -715? 1 '1^1 Vy na'xyan nymn ii'Vx nyia p"my a^anma anrnan atat Ve? nV»wn ’VmV m *nwn mmsn ans aain dh yavnV ‘a'Vytz? nywn -man 'laiaa a'tyjV a'inaai av? anVinn a^masn D«nn Vy 'pn uama my jxa mmV rrin naia1?^ vxi »ö’Vvw a*wsa V"a a'xxta mx-nman-'Vvtt nxa n naVn mna Vy aysn iinnn pn ’b Vy 'a mVia yrnnV jnmV aiax kVi mnaV xV mat aiv? nwxV nV i*»k 'pn »lim öyar» yawn Vai 'linsn noiaa inan1? •aiö aana i’Vy :av>n aiann Vy uxa »jnan vxa Vxrny D«n .fan lao ö"n»a -sna nN»L> *1'8» .penn p"sin 'prxn *]or» «ponn nsT 21 -iy"ia j»Vt naVts? -»"35? B»i&p3»s p"pa <©npn mnwn nmo ft Vniya arna -8’aoVa naa-in 7ms *rr>i nm p"pi -rax Uebersetzung. Aus der heiligen Stadt Jerusalem erreicht uns die betrübende Kunde von dem Meinungsstreit, der dort in Verbindung mit der Frage des Frauenwahlrechts bei den Gemeinschafts-Institutionen herrscht, gerade in dem Augenbua, dg es doch gälte, das Gepräge unserer heiligen Lehre dem Gottlob in rascher Entwicklung sich neu entfaltenden jüdischen Gemeinschaftsleben auszudrücken. Obgleich es überflüssig ist, sich von seiten der Thoragelehrten noch einmal mit der halachischen Klärung dieser Frage zu befassen, finden wir es doch erforderlich, öffentlich zu erklären, . daß auf Grund des Din Thora den Frauen weder aktives noch passives Wahlrecht bei Gemeinde-Institutionen zusteht. , . .. I Wer auf uns hört, werde des Segens teilhaft. Israel Meir hakohen, Verfasser des „Chofez Chajim". Meir Simcho hakohen in Dwinsk. Josef Rosin, Rabbiner in Dwinsk. Dr. S a l 0 m 0 n Breuer, Rabbiner in Frankfurt a. M. Menachem Mendel Sack, Rabbiner in Riga und Vorsitzender des lettischen Rabbinerverbandes. Nicht vom rein halachischen Standpunkte, wohl aber aus dem Geiste der religiösen Tradition äußert sich ferner im folgenden Rabbi Chajim Oser Grodzenski in Wilna, dessen ernste Mahnung zur Selbstbesinnung iiires E'ndrucks auf manchen schwankenden Mrs achi-Wäi)ler in Erez Israel gewiß nicht ve.fe.,len wird. Rabbi Grodsenski schreibt: nun riyt ’ayr awV anaaw ’tt 'iiVxiy nrr?x nn' nnt£?i mjrapa nvrnaa B’w nwnnwn nata irr nVnpn runana annain. onaarr ay iw pmift •ni^npn ^2? ’^an ayia *?a aiixi ai ^a it na iai nt ’nabaa nwnp 'nnoam nmnn mn mai int» ynr» nao ynv» nmn *taai »ia» nitnjsn mai mnoi ^12?' dj? .Vrtmv'a nsta yawz s1? mr?rr »ni niä nairrn mbnpn baa a^atm maipnn ^aa iksöi aiarr i2?s /na*»:s ‘jbo aa miaa mnp’i nmaa a'Vi D’omn moat aonm npnitn nntaya hina1? iposrnn ]n,2?5?aa naia1? i’n mnasn u«Bsn *w« n^anm nwy^i n^npn rvnoia p’tnn1? ^an naiD^> ]nvr>oaai ^as -nt^n kstn by )msan ’nm .a^Tn^i a'an^ maio runana ö’nam ay nm nianniymy mmn it sb •mtotpn msns isna naanan ua mTn-* m^np nrsa arr rr'pV rwt nn^n mi'nnrrn a'iva it ^aiany iv'iant a'Liisn 'i' tk f mv pn -anyn naji a'aan njr'n'>a ntt K’ytn^i *»j^inn tiv' nbnpn arr vosrrib a»rriin nao 'aai ^a ai^npn arr. awy1? -naipa ’ann |aan i^»a ’nn Vkiz?’ ay arr vavnb ’ a’snn n^rr 'bn asa a’ian ^aa narr^ nixai nma 'Va ai'airr^n no’ vh* iya2?' rr^r nna asfa •\bm kV rrVn am -Vx-ny aiapwn anV -n'vava ay/awna'» rrVi n'naiV ayn ,naixa VafanV nspn Vx rnpni ja anjaaan amarr D'snT’n »n*iia 'nata? n ay Vints?' ay ^n ja kV Vax tw' K'nvnmay a'aai vxa nxa -nyx nntan axt^a xV asm 'Nina atVxiyV ara r»x anV -naixa! uv* Vin' 'ti .a'iaVa aiVnpn *noa u'aiani ii'aiaxlamyiy aa2?na aaxa n'onV a'yian aVa mna mm jiaa aV •nm tpnx aax n 'aava 'a -iyrni in'a'i jix .xiV'ri "arns" iVva n"rnia n av aaim aaian •■’poaynxiÄ nny a^n Uebersetzung. Nachdem mich meine geehrten Freunde gebeten haben, meine Ansicht auf Grund der Auffassung der Thora über die beständige Beteiligung der Frauen an Wahlen und ihr gemeinsames beratendes Zusammenwirken mit gewählten Männe r n in der Leitung der K e h i l l a oder in der Leitung von Gemeindeverbänden zu äußern, muß ich meinem Erstaunen Ausdruck geben, daß eine solche Frage üb','kaupt gest.Üt wird. Je^er. der nur irgendwie thorakundig ist, weiß, daß das gegen den Geist der Thora und der Ueberlieferüng verstößt, gegen die Heiligkeit des jüdischen Volkes, den Begriss des jüdischen Znius sowie gegen die Gepflogenheiten des jüdischen Volkes von Grfchlecht zu Geschlecht von Anbeginn an. Allerdings gab es zu allen Zeiten in allen Gemeinden bedeutende, wertvolle Frauen, die, obgleich sie ihre ganze Ehre im Innern ihres Hauses fanden, sich für sich allein mit Wohltätigkeits - und Liebeswerken beschäftigten, mit jenen Aeußerungen des Erbarmens, durch das sich unsere Mütter von Alters her auszeichneten und mit denen sie in beispielloser Hingabe zum Besten der Gesamtheit, zur Ausrechterhaltung der Gemeinde-Institutionen, zur Beglückung des Ganzen und der Einzelnen zu ihrem Ruhme wirkten — aber mit Nichten ist es der Weg der Thora, daß Frauen sich in Gemeinschaft mit Männern an der Leitung der Gemeinden beteiligen. Wenn man in einzelnen Gemeinden in den Tagen des politischen Umsturzes während der letzten Jahre die Zäune der jüdischen Sitte niederrih und Verwirrung eintrat, so geschah das ohne Wissen und obne Zustimmung der geistigen Führer. Es gewann damals die Macht der Revolutionäre die Oberband, wl.lche die Gemeinde auf weltliche Grunolage stellen und ihr den religiösen Inhalt rauben wollren. Sie gedachten die Gemeinden zu profanisieren, ebenso wie die Schulen. Es sind dieselben Kreise, die die Gemeinschaft des jüdischen Volkes als eines Ganzen auf den Nationalismus gründen wollten ohne Thora und Mizwos indem sie sprachen: „Allen Völkern ist Israel gleich". Sie haben niemals den Rat der Thora verlangt, horchen niä.l aus die Anschauung ihrer Jünger und rechnen nicht mit ihrer Rechtsordnung. Sie lassen sich von anderen Anschauungen leiten, die der Ueberlieferuna radikal widersprechen. An alldem hatdas jüdische Volk, das Volk Gottes, haben die Hüter derThora,keinerleiAn üj i l. Diese wissen, daß diese Thora, für die wir durch Feuer und Wasser gegangen sind, die Grundlage unserer Volksexistenz bildet. In ihrem Denken ist für Fragen, wie die hier gestellte, von denen unsere Väter und unsere Lehrer in der Organisation ihrer Gemeinden niemals etwas gewußt haben, kein Raum. Gott möge den Irrenden einen neuen Geist einhauchen, sie von ihren Jrrtümern befreien, damit sie erkennen und sich dessen bewußt werden, daß die Rechts-