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Der Israelit · 1925-09-10 · Heft 37 (10.9.1925) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 37 (10.9.1925)
Date
1925-09-10
Page
– (sequence 24)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 18 einzelnen Gruppen, die an der Universität interessiert sind, und zwar Baron Edmund Rothschild, Oberrabbiner Kuk und die Misrachi-Organisation mit diesem Beschluß sich abfinden werden. Es sind zwar Superkluge unter uns, die da glauben, daß die Opposition dieser Faktoren von vornherein beseitigt worden sei, die da glauben, daß der Zionistenkongreß, und besonders sein Präsident, Herr Sokolow, den Baron Edmund Rothschild, den sie 30 Iahre lang aufs heftigste befehdeten, nur deshalb anläßlich seines achtzigsten Geburtstages als einen Zionisten, ja als den Zionisten, ja noch mehr), als einen Ehaluz gefeiert haben, um ihm angesichts dieser überwältigenden Lobhudelei die Möglichkeit eines heftigen Protestes gegen einen Beschluß eines ihn so demütig feiernden Kongresses, zu nehmen. Vollends am Schlüsse des Kongresses wurde in der Form einer sinnvollen Ehrung Baron Rothschild bedeutet, daß sowohl er wie auch die zionistische Organisation sich wohler fühlen würden, wenn er nicht in den geistigen Bezirken des judaistischen Instituts seinen Einfluß geltend macht, sondern sein Interesse und sein Geld der zu seinen Ehren zu stiftenden landwirtschaftlichen Fortbildungsschule zuwendet. Was wiederum Rabbi Kuk, der anläßlich der Gründungsfeier, die hebräische Universität in einer ebenso langen wie warmen Ansprache, die in einem förmlichen Schechojone ausklang, uns die Misrachi-Organisation betrifft, so glauben diese' Klügler, daß die 5000 Pfund, die das neue Budget für religiöse Angelegenheiten bestimmt, welcher Betrag durch den Misrachi im Einvernehmen mit dem Oberrabbinat zu verwalten ist, hinreichen wird, um lebe ernste Aktion gegen den bibelkritischen Beschluß des Kongresses von dieser Seite hintanzuhalten. Wir hoffen, daß diese Klügler nicht recht behalten werden. Wir glauben nicht, daß selbst nur einer dieser drei Faktoren sich durch Geld oder höfliche Äußerlichkeiten von seinem Standpunkte wird abbringen lassen. Rabbi Amiel hat noch am 29. August, also 24 Stunden vor der Forderung des Kongresses nach Bibelkritik, in einer öffentlichen Kongreßrede sich als Vertreter des Misrachi scharf gegen die Bibelkritik gewendet. Er hat es tief beklagt, daß seine zionistischen Gesinnungsgenossen das einzige Dokument, das uns das Land zusichert, vernichten. Er zitierte Wolfssohn, der gesagt hat, „mit. der Bibel sind wir von Erez Israel gegangen, mit ihr kehren wir dorthin zurück." Er berief sich auf England, von welchem wir Erez Israel bekommen haben, weil es ein Bibelvolk ist. Er schloß mit einem feierlichen Appell: „Wir sollen das einzige Dokument, das uns geblieben ist, nicht zerreißen." Der XIV. Zionistönkongreß hat mit seiner Resolution die Zerreißung dieses Dokumentes beschlossen. Wir hoffen, daß in dem Abwehrkampf gegen die Folgen dieses Beschlusses nicht nur jene Orthodoxie auf den Plan tritt, die in richtiger Erkenntnis der Kulturtendenz der zionistischen Organisation außerhalb derselben blieb, sondern auch jene thoratreuen Söhne des jüdischen Volkes, die bisher sich über die wahre Tendenz dieser Kulturarbeit täuschen ließen. Es geht um das Ganze. (Iüd. Presse.) Die Jewish Agency-Resolution. Die vom Zionistenkongreß angenommene Resolution zur Agency-Frage lautet: In der Erkenntnis, daß es wünschenswert ist, eine wirksamere Zusammenarbeit aller Juden herbeizuführen, die gewillt sind, an dem Wiederaufbau des jüdisch-nationalen Heims in Palästina im Geiste der Balfour-Deklaration und des Mandates teilzunehmen, und in der weiteren Erwägung, daß zu diesem Zwecke erwünscht ist, die Grundlage der Jewish Ageny zu erweitern, und in der weiteren Voraussetzung, daß bei jeder Maßnahme, als unverrückbare prinzipielle Grundlagen gelten sollen: a) dauernde Verstärkung der Alijah; b) Auslösung des Bodens als Volksbesitz,' c) landwirtschaftliche Kolonisation auf Grund der jüdischen Arbeit; d) hebräische Sprache und Kultur; erklärt der Kongreß folgendes: Der Israelit Blätter Resolution 1: Der Kongreß würde die Errichtung eines Councils der erweiterten Jewish Agency in Palästina unter folgenden Bedingungen begrüßen: a) Der Council der Jewish Agency, welcher, wenn volländig, aus ungefähr 150 Mitgliedern befielen soll, soll zur Hälfte aus Vertretern der Zionistischen Organisation zusammengesetzt werden und zur anderen Hälfte aus Vertretern jüdischer Gemeinschaften aus verschiedenen Teilen der Welt. b) Die Methode, durch welche die verschiedenen Gemeinschaften ihre Vertreter bestellen werden, soll in jedem Falle durch Uebereinkommen gemäß den örtlichen Verhältnissen festgelegt werden, und soll soweit als möglich die Form demokratischer Wahlen haben, c) 40 Prozent der Sitze, die anderen Körperschaften als der Zionistischen Organisation zugesprochen wreden, sollen für die Juden der Vereinigten Staaten reserviert werden. 6) Die Verteilung der übrigen Sitze, soweit sie nicht der Zionistischen Organisation zuerkannt sind, soll durch Uebereinkommen zwischen der Zionistischen Organisation und den verschiedenen in Frage kommenden Gemeinschaften geregelt werden, e) Die Mitglieder der verschiedenen Organe der Jewish Agency können in ihrer Abwesenheit nur durch ständige Ersatzmitglieder vertreten werden. Resolution 2: Bis zum Zusammentritt des nächsten Zionistenkongresses werden die zionistischen Vertreter beim Council bestehen aus den Mitgliedern der Exekutive und des Aktionskomitees, zusammen mit weiteren Vertretern in solcher Zahl als jeweilig erforderlich find; diese letzteren sind in gemeinsamer Sitzung der Exekutive und des Aktionskomitees zu bestimmen. Der nächste Zionillenkongreh bestellt die zionistischen Vertreter beim Council durch direkte Wahl. Resolution 3: Der Kongreß autorisiert die Exekutive mit der Errichtung des Councils auf dieser Grundlage vorzugehen und eine Versammlung des Councils einzuberufen zur Beratung zur Annahme einer Verfassung, welche den Charakter eines Uebereinkommens zwischen der Zionistischen Organisation und den betrefesnden jüdischen Gemeinschaften haben soll. Diese Versammlung soll jedoch nicht einberufen werden, bevor die Exekutive verständigt worden ist, daß außer den Vertretern der Zionistischen Organisation nicht weniger als 50 Mitglieder des Council bestellt wurden, die mindestens 6 Länder vertreten. Resolution 4: Der Kongreß ersucht die Exekutive, dafür Sorge zu tragen, daß die in Resolution 3 erwähnte Verfassung eine Bestimmung enthält, wonach diese Verfassung zunächst für einen Zeitraum von 3 Jahren vom Tage ihrer Annahme im Council in Kraft tritt. Nach Abschluß dieser Periode soll die Frage der Erneuerung der Verfassung und das Uebereinkommen zwischen der Zionistischen Organisation und den anderen beteiligten Körperschaften entschieden werden. Resolution 5: Der Kongreß nimmt die Erklärung der Exekutive zur Kenntnis, wonach die in obigen Resolutionen in Betracht gezogenen Maßnahmen keine Aenderung in Artikel 4 des Palästina-Mandates nach sich ziehen. Er betrachtet diese Erklärung als von grundlegender Bedeutung und lenkt die Aufmerksamkeit der neuen Exekutive auf sie. Resolution 6: Gleichzeitig erkennt der Kongreß an, daß, falls die Verhandlungen zur Annahme einer Verfassung für die Jewish Agency führen, es angezeigt sein würde, die Mandatarmacht davon zu verständigen. Resolution 7: Um die Kontinuität der politischen und sonstigen Arbeit der Jewish Agency zu sichern, beauftragt der Kongreß die Exekutive, die Wahl des Präsidenten der Zionistischen Organisation zum Präsidenten der erweiterten Jewish Agency sicherzustellen. Aus der Bewegung. Riga. Zu den bevorstehenden Semjwahlen gehen die jüdischen Parteien in allen Wahlbezirken besonders vor und der jüdische Wähler hat zwischen sechs Listen zu wählen: Aguda, Misrachi, Zionisten, National-Demokraten, Zerre Zionisten und dem Bund. In vier Bezirken hat die Agudoliste folgende Kandidaten: Semjdeputierter M. Dubin, Schuldirektor Simon Vitenberg (Zeirim) und Dr. I. Kahn. Im fünften Bezirk kandidieren: die früheren Abgeordneten N. Dubin, Rubin,. Vitenberg (Dvinsa) und Präses der Aguda in Riga V. Volosonek. Man steht vor einem erbitterten Wahlkampf unter den jüdischen Gruppepn, da es voraussichtlich nicht mehr als 5 jüdische Mandate geben wird. kowno. Seit die Regierung das Sonntagsruhegesetz mit eiserner Strenge durchführt, beschäftigt die Sorae um die Sabbatruhe die litauische Orthodoxie. In den größeren Städten finden sich Kaufleute die Geschäfte und Kontore am Sabbat zu öffnen gedenken. Ein Sabbat-Komitee hat sich organisiert, an dessen Spitze die Führer der Aguda stehen, die diesem Uebel zur rechten Zeit Vorbeugen wollen. Es gelang ihnen auch die schon geöffneten Läden wieder zu schließen. Auch eine Firma,, die seit 16 Jahren am Schabbos handelt, hat eingestimmt, nicht die Einheit der jüdischen Reihen zu stören. Ttttawa. Am 2. Aw fand in der jüdischen Gemeinde zu Mlawa unter dem Vorsitze vo'n H. P. M o n d r y (Agudist) eine Sitzung statt, in der über die zionistische Forderung, das antireligiöse Gymnasium in das Budget der Kultusgemeinde aufzunehmen, verhandelt werden sollte. Da der Antrag von der Mehrheit abgelehnt wurde, begannen die Zionisten Lärm zu schlagen, der in einem Faustkampfe mit ernster Verwundung des Vorsitzenden endete. - Hannover. Am Sonntag, den 23. August (3. Elul) fand in Hannover die feierliche Eröffnung der Talmud- Thora-Schule des deutschen Keren Hathora-statt. Etwa w. September 1926 500 Personen aus allen Kreisen der Gemeinde hatten sich zur Feier eingefunden. Im Namen des Schulvorstandes begrüßte Herr Eichelberg die Gäste, worauf Herr Rabbiner Duckes die Festrede Hielt. Es sprachen noch der Vorsitzende des Keren Hathora-Kommissariats, Herr Hauptlehrer Zuckerman.n; Herr Rechtsanwalt Dr. Schleißner überbrachte die Glückwünsche des Vorstands der Synagogengemeinde Hannover und Herr Fels namens des Landesdirektoriums des Keren Hathora. Die Schule, an der 3 Lehrer hauptamtlich wirken, wurde mit etwa 70 Schülern eröffnet. Ein schnelles Steigen der Schülerzahl wird erwartet. Men. Rabbi Elia Klatzkin, Oberrabbiner von Lublin, befindet sich zurzeit auf der Durchreise nach Erez Jisroel in Wien. Elia Klatzkin ist einer der bekanntesten Rabbiner und einer der größten Gelehrten in Polen. Er ist der Verfasser mehrerer berühmter halachischer und agadischer Werke. Er ist Mitglied des Rabbinischen Rates de Agudas Jisroel und hat als solcher an der Kenessto Gedauloh in Wien teilgenommen. Er setzt seine Reise nächste Woche über Triest nach Erez Jisroel fort. Während seines Aufenthaltes in Wien ist er Gast der Agudas Jisroel. Samstag nachmittag hielt der gefeierte Gaon ein Referat im großen Lehrsaal der Jugendgruppe der Agudas Jisroel. Spendenliste. Keren Halhora. Archshofen: Sam. Oberndörffer 5.—. Alsbach: D. Frank 9.—. Braunsbach: Gemeindesammlung 24.50. Birkenau: E. Löb 5.—. Bad Soden: Sammlung Dr. Spiegel 54.—. Berlin: I. Weinstock 26.—. Dr. M. Meyer 10.—, S. Nächstem 10.—, David Heimann 5.—, H. Slowo 5.—, S. Rothstein 5.—, Julius Hecht 5.—, Rabb. L. Höxter 3.—, Eli Pollack 2.—. Bremen: S. Asienheimer und Frau 100— Büchsenleerung 142,17. Cassel: N. N. 3.—. Darmstadt: I. Lebermann 5.—. Emden: diverse Spenden 25.—. Frankfurt: Emil H. Lehmann 25.—, Dr. S. Ehrmann 18.50, N. N. 10.—, Strupp 3.—. Friedberg i. H.: gesammelt durch Lehrer Seelig 27.—. Gunzenhausen: Dr Jos. Wolfs 45.—. Guxhagen: Büchsenleerung 50.80, Hochzeit Spiro-Katz 24.60, Büchsensammlung 24.20, diverse Spenden 20.40, Sonderspende 19.—, Josef Spiro 1.—. Groß-Strehlitz: Dr. S. König 5.—. Großlangheim: M. Sonn 18.—. Heide i. Holst.: S. Stillschweig 10.—. Hanau: S. Steinhacker 15.—, Dr. Koschland 10.—, S. Steinhacker 6.—, H. Oppenheimer 5.—. Haßfurt: Hammelburger 10.—. Hamburg: A. Wertheim 20.—, Dr. I. Caro 15.—, M. Löwenberg 10.—, B. I. Schragenheim 3.—. Halle a. S.: Johanna Schwab zum Ged. ay Max Schwab 50.—. Heilbronn: Dr. Bachrach 30.—. Hersfeld: Gemeindesammlung 62.—, Benschen Schwuaus Nacht 20.—. Groß-Krotzenburg: Jul. Schuster 20.—. Köln a. Rh.: Josef Weiß 20.—. Kiel: Ina Roher 4.70. Liegnitz: Fritz Besser 10.—. München: Heinr. Fränkel 20.—. Mainz: Sammlung auf Brith Miloh 30.—. Marktbreit: B. Oppenheimer 15.—{ H. Sonn 7.—, Weinberg 5.—, Blumenthal 3.—, Sonn 3.—, Goldbach 3.—> B. Oppenheimer 3—, Tachauer 2.—, Weikersheimer 2.—, Th. Oppenheimer 2.—, Rosenberg 1.—. Reu-Eggleningken: Neumark 3.—. Niederstetten: N. N. 25.—. N. N. 20.—. Niederwerra: Matonesgelder 63.—. Oldenburg: Varmizwoh Stein 20.—, M. Meyberg 10.—« Spende N. N. 1.—. Rimbach: Lehrer Puck 8.—. Quedlinburg: Max Cohn 9.—. Wiesbaden: Zippel 5.—. Zwickau: Paul Katz 10.—. Pfungstadt: M. Mainzer 5,50. Schweinfurt: Matonesgelder 413.—. Trier: Samuel 1.—. Wiefenseld (Ufr.): Synagogenspenden 11.—. Sögel:' Speier 26.—, M. L. Meyer 2.—, Meyer Hochheimer 2.—, N. N. 2.—. ’ Berichtigung: Mainz: Die im letzten Verzeichnis veröffentlichten M. 104 sind nicht von, sondern durch Hugo I. Cahn eingegangen.' Dcmocndef Slgucfa-OTtarfecn 4" .' Erfiäflftcfi in allen Ortsgruppen,

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