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Der Israelit · 1925-08-27 · Heft 35 (27.8.1925) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 35 (27.8.1925)
Date
1925-08-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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MMMugust 1925_____?Unfall -ei öffentlicher Sabbatschändun;. ^7/'/•.; Wilna, 18. August, n Wilnäer Mort" lesen wir: In Olschan bei ' Hilüä wurde für den, letzten Samstag ein Fußball- ^/chatch.. angesagt zwischen Olschaner und Oschmaner jür bischen -Fußballspielern. Der Ortsrabbiner legte sich aber h attf ’ Drängen vieler Mitglieder ins Mittel und bewirkte, 11 ö'ät tÄ „Olschaner" ihr Vorhaben aufgaben. Unter den „Oschmanern" regte,sich aber scharfer Widerspruch. Zwei Spieler bestanden darauf,- den „Klerikalen unter keinen > Umstanden, nachzugeben" und übten einen Druck aus ihre 'Genossen aus, so daß die,Abstimmung eine Stimmenmehrheit für das Spiel am Sabbat ergab. Da gaben auch vre Olschaner nach und das Match wurde abgehalten. Das VSpiel'lvütde aber schon zu Anfang durch einen ZwischenfWhestör^ fur chen der Rabbiner und die „Klerikalen" j j; gemM nicht verantwortlich gemacht werden können. Einer?dßr ersten, derchich mit besonderem Eifer für die Sabbatentweihung eingesetzt hatte, wurde vom Ball so unglücklich getroffen, daß er einen schweren Armbruch erlitt und bewußtlos zu Boden fiel. Oer Match wurde abgebrochen und die Spieler nahmen sich vor, keine Wettspiele mehr am Sabbat zu veranstalten. Amerika;/ •' Lhicagoer Brief. J , Chicag o, 12. August. H^^At chem Tode des ^Lomschaer Raw^ ist die Gemeinde in wirklichem Sinne verwaist, doppelt verwaist i^.'däs chiübbinät, dessen Seele und Führer der verstorbene . RÄbiner war. Darunter leidet das Kaschrußwesen, aber vMpder auch alle anderen Anliegen der Gemeinde. Was das amerikanische Judentum in dem Verstorbenen ucherlvren hat- Leigte sich deutlich auf der letzten Konferenz ^'.stör,KchulssN (Kehilaus) von. Chicago, die sonst unter dem ^g^tigem Einfluß des Rabbi Gordon manches zur Stärkung des Judentums in Amerika unternahm, diesesmal ah^r sich nur auf schöne Reden beschränkte und nichts Greifbares zeitigte.. Es zeigt sich, wie notwendig es ist, ^,haß >an -die Spitze der Chicägoer Judenheit wieder eine 'cküen Kehillaus' der Stadt gleich anerkannte Autorität cÜ^estellt -wird. Auf anderem Wege ist eine Vereinigung ^d^r'Uelen hiesigen „Schulen" nicht möglich. Und Chicago ^^st ^eich-genug, um sich einen solchen Mann zu leisten. siMHeyryächst daraus Segen für das ganze jüdische KAM'eüka. . /.^Mcht ünabhängig. von der Besetzung unseres Rabbi- ^HD^lst auch die Zukunft unserer Jeschiwa „Bes Mi- ^rzysch /.Hathora", aus der in kurzer Zeit zehn tüchtige ^Rabbiner hervorgegangen sind. Eine neue, gutbewährte hat öiö.Rabblnerschule in Dr. Benjamin Lewin ^.yus P^alästina, dem bekannten Forscher der gaonitischen ,)Heiä^und- Herausgeber des. rri-nv n-i^rr gewonnen. Herr Dr. Lewin liest an der Rabbinerschule Geschichte und rahbinische Literatur, und er ent« ,stch> einige Jahre zu diesem Zwecke in Amerika ^M°bleibem v it! .! ————' ^Der Väll der Fünf Millionen Dollar-Iesch:bah. ' New Dort, 20. August . Dieser^ Tage -wurde mit dem Bau der Jeschibah in der Amsterdamer AveNue begonnen, die 5 Millionen ^'Dollars -kosten 'soll. Sie wird eines der größten Schul- ' ^ebäude Nerv Iorks und zur Aufnahme von 2500 Schü- > sjern„,Md 250. Pensionären eingerichtet sein. Der Gebäudekomplex wird auf das modernste ausgestattet sein ^-'UNd>-eiNe?Turn- und Schwimmhalle u. a. m. enthalten. , (I. T. A.) 2Uefc))«tatnktt. r Aus Mesopotamien. Bagda, 15. August. . Ein Berichterstatter des Jerusalemer „Doar Hajom" aus Bagdad berichtet: übereine starke Wanderung nach Erez Jisroel aus allen Teilen des' Orients. Die Reife geht mit Automobillastwagen, die alle. Straßen anfüllen. 95 Prozent der Wanderer sind Juden, zum größten Teil Händler, Vermittler usw. Einige wenige , verfügen über größere Geldmittel. Unzählige Familien in Bagdd rüsten .sich zur Ausreise, nach Palästina, und über Bagdad berve'gen sich auch die Wandermassen aus Arbel, Kurdestan und Persien. .Zum Teil ist diese Auswanderung auch auf t die kritische wirtschaftliche Lage in Mesopotamien zurück- De r Israelit zuführen. Die Wohlhabenden sind auf rechtzeitigen Bodenankaus in Palästina bedacht und es gründen sich Gesellschaften, die unter sachkundiger Führung die Grunderwerbung in Palästina leiten. Der WirbEurm in Holland. B o r c u l o , 23. August. Wir berichteten vor kurzem von einem Wirbelsturm, der verheerend den östlichen Teil Hollands heimsuchte und ein ganzes Städtchen vernichtete. Aus diesem Städtchen B o r c u l o genannt, Provinz Gelderland, erhielten wir ein Schreiben, in dem uns mitgeteilt wird, daß der Ort 3000 Einwohner, darunter 30 jüdische Familien, zählt. Es ist eine fromme Gemeinde mit Synagoge, täglichem Minjan und mit allsabbatlichen Schiurim. In der ganzen Gemeinde befindet sich keiner, der den Sabbat oder die Speisegesetze verletzte. Wie durch ein Wunder ist die Synagoge von der Katastrophe verschont geblieben, während alle anderen großen Gebäude, so auch die katholische Kirche schwer beschädigt und die evangelische total vernichtet wurde. Der jüdische Friedhof hat, im Gegensatz zu den anderen Friedhöfen, auch nur wenig gelitten. Leider aber wurden die jüdische Schule sowie die Chewro-Lokalitäten gänzlich vernichtet. Die jüdischen Häuser sind von der Katastrophe ebenso schwer betroffen worden, wie die anderen. Viele jüdische Geschäftshäuser und Warenlager und damit viele jüdische Existenzen wurden gänzlich ruiniert. Lruirkreieü Varon Edmund von Rothschilds achtzigstrr Geburtstag. Paris, 20. August. Baron Edmund von Rothschild beging gestern seinen achtzigsten Geburtstag. Die allseitige Verehrung, deren sich der Schöpfer des modernen jüdischen Siedlungswerkes in Erez Jisroel in allen Kreisen der jüdischen Gesamtheit erfreut, kam in tausenden von privaten Glückwünschen und in ehrenden Adressen der führenden jüdischen Körperschaften zum Ausdruck. Die I. P. Z. veröffenincht folgenden Brief, den Louis Marshall über die große Rede Baron Edmunds in ^.el- Aviw nach Amerika gerichtet hat. Es heißt da: „Ohne Uebertreibung, halte ich diese Rede für das Edelste, was je über diesen Gegenstand geschrieben wurde. Sie kommt von einem Manne, der durch seine Schöpfungen den tiefen Glauben, der in ihm wohnte, zum Ausdruck gebracht hat, und der darauf Hinweisen kann, daß die Zeit sich sein Urteil, das er 50 Jahre früher ausgesprochen hatte, zu eigen gemacht hat. Es ist der Ausdruck der Gesinnung eines Mannes des praktischen Lebens, bewandert in großen Geschäften, der aber bei alledem die Vision eines Propheten in Israel gehabt hat und lange genug leben konnte, um seinen Traum in gloriose Wirklichkeit verwandelt zu sehen. Seine edle Kundgebung dürfte Vieles dazu beitragen, die Almosensphäre für diejenigen zu klären, die bisher beiseite gestanden sind. Diese Rede stellt einen Gesichtspunkt dar, der von jedem Juden geteilt werden kann, besonders von denjenigen, deren Interesse am Judentum ein rein religiöses ist." Paiaftina. Brief aus Erez Jisroel. Jerusalem, 19. August. Die bekanntwerdende Verordnung des Außenministers Amery, wonach der Regierung Palästinas anheimgestellt wird, alle diejenigen, die tätigen Haß dem jüdischen Nationalheim entgegenbringen, evtl, des Landes zu verweisen, ist in den zionistischen Kreisen, aber auch in der gesamten jüdischen Bevölkerung mit großer Befriedigung ausgenommen worden. Der Wassermangel in Jerusalem macht sich immer schmerzlicher bemerkbar. In einer Volksversammlung im Theatergebäude „Zion" wurden schwere Anklagen gegen. die Regierung erhoben. Im Aufruf des Waad hair an die jüdische Bevölkerung Jerusalems, der zu dieser Versammlung einlud, wird heftiger Protest gegen die unterschiedliche Behandlung von Arabern und Juden bei der Wasserverteilung erhoben. Während die arabischen Viertel das Wasser umsonst in großer Menge zugeführt bekommen, zum Teile sogar auf Kosten der jüdischen Steuerzahler, müssen die Juden sich mit schweren Geldopfern die knapp bemessenen Wasserrationen erkaufen. Die Art der Verteilung bringt direkte Lebens- Nr. 35 Seite 13 gefahren für die jüdische Bevölkerung mit sich. Au die Petitionen durch „Waad Hair" an die Negierung, in denen nachgewiesen wird, daß die Juden, 70 Prozent der Bevölkerung, alle Gelder für die Wasserversorgung aufbringen und dennoch dursten müssen, blieben bis jetzt erfolglos. In der Versammlung im Theatergebäude „Zion" kam der Protest zum heftigsten Ausbruche. Mehrere Redner schilderten die Lage als beschämend und unerträglich, und die Versammlung nahm eine Resolution an, die, wie wir hoffen, den zuständigen Instanzen doch ein cklares Bild über die in allen Schichten der Bevölkerung platzgegriffene Erregung gibt. Der Arbeiterrat in Haifa hat nun, im Gegensatz zu seiner ersten Resolution, beschlossen, sich an den Gemeindewahlen in Haifa zu beteiligen. Der „Doar Hajom" wirft der Gemeindeleitung in Haifa und den nationalen Organen in Palästina vor, daß sie sich durch schwächliche Konzessionen diesen Frieden mit den Arbeitervertretern erkauft hätten. Der. Mangel an Festigkeit nach der einen und nach der anderen Seite, so meint das Blatt, drückt den Wert der nationalen Organe bis zur Bedeutungslosigkeit herab. In Jerusalem verstarb vor kurzem im Alter von 70 Jahren der bekannte Stryjer Raw Schalom Hakohen I o l l e s. Er war ein Sohn des „Samborer Rebbe" und eine der einflußreichsten Persönlichkeiten Galiziens, wo er eine große Jeschiwah leitete. Er war Mitglied des rabbinychen Rates der Agudas Jisroel und nahm als solches an der ersten Kenessio Gedaulo in Wien teil. Vor einem halben Jahre begab er sich nach Palästina zu kurzem Aufenthalt, erkrankte aber sofort und genas nicht mehr. Einer seiner Söhne ist sein Nachfolger als Rabbiner von Stryj, ein zweiter ist Oberrabbiner von Philadelphia. Die Palästinaregierung hat beschlossen, der For- - derung der Juden Palästinas zu entsprechen und die für jüdische Bildungszwecke bestimmte Hälfte des Nachlasses des jüdischen Philantropen K a d o o r i e für die Errichtung einer jüdischen Landwirtschaftsschule in Afuleh zu verwenden. — Wie erinnerlich, hatte Kadoorie in seinem Testament 120 000 Pfund für palästinensische Erziehungszwecke hinterlassen. Die Regierung deutete diese Bestimmung so, daß nicht nur jüdisches, sondern auch arabisches Crziehungswesen gefördert werden soll. Ein von der Zionistischen Exekutive erhobener Protest gegen diese dem Sinne des Vermächtnisses widersprechende Auslegung hatte keinen Erfolg. Personalien. Romsthal, 18. August. Die seltene Feier einer 50jährigen Tätigkeit als Schochet begeht am 21. Elul 5685 der Schochet Siegmund K ö st e r i ch, im Alter von 76 Jahren zu Romsthal, Kreis Schlüchtern, Rabbinatsbezirk Hanau. Kösterich versieht sein Amt noch mit derselben Rüstigkeit und Gewissenhaftigkeit wie vor 50 Jahren. Er erfreut sich eines geachteten und geschätzten Rufes als echter Jehudi, der weit über die Grenzen seiner Gemeinde und der Nachbargemeinden klingt. In seiner eigenen Gemeinde versieht er schon Jahrzehnte das Amt des -m und p*a. ohne je dafür einen Dank oder eine Belohnung beansprucht zu haben und hält so den Geist der alten noch aufrecht, die sich früher einer großen Mitgliederzahl erfreuend, leider heute das Schicksal so vieler Landgemeinden teilen muh. Wir wünschen ihm, gewiß im Namen aller die ihn kennen, einen glücklichen Lebensabend. Felsberg, 23. August. Im Alter von 81 Jahren starb hier der Privatmann Joseph Spier, Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71, der in allen Kreisen der Bevölkerung sich größter Beliebtheit erfreute und zeitlebens Qss fff au«fchliehlich Sache der Leser, die 1« Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstig- Angaben religionsgesetzlichen Charakter» auf ihre Zuver lässtgkeit zu prüfen. CAFE HANSELMANN KAISERGARTEN gegenüber dem Opernhaus Künstler-Konzerte 4—12 Uhr I Helle Schaufenster sind die besteh Kundenwerber Kostenlose fachmännische Beratung J. 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